Beiträge von Sovereign

    Gemeinnützige Stiftungen sind ein ganz wichtiges Glied der Zivilgemeinschaft und ich halte es für wichtig, dass jeder, der spenden oder stiften kann, das auch tut. Meine Hochachtung vor Deiner Leistung, McProfit.

    :thumbup: Sehe ich beides (Stiftung im Allgemeinen und Vorgehensweise @MProfit im Speziellen) ganz ähnlich.

    In meinem weiteren Umfeld ist der ein oder andere leider längst "stiften gegangen" sprich es wurde für sich und/oder sein Kapital ein anderer Standort gewählt. Da finde ich es deutlich besser hierzulande nach einem guten Zweck (für Kinder und Jugendliche beispielsweise) zu suchen und diesen gezielt (also nicht via der steuerlichen "Sickergrube") zu unterstützen.

    Für meinen Teil hatte ich mich schon vor langer Zeit für eine Kombination aus "Stiftung auf den Todesfall" mit Gründung einer "Vorratsstiftung" zu Lebzeiten entschieden. Siehe hier

    Mein bescheidenes - aber immerhin vorhandenes - Vermögen geht im Fall meines Todes nahezu vollumfänglich (95% +) in eine Stiftung über (eine Vorratsstiftung zu Lebzeiten wurde bereits implementiert und von der zuständigen Stiftungsbehörde anerkannt; oder so ähnlich, da verlasse ich mich auf renommierte Profis).

    Zudem habe ich noch nahezu unbegrenzten Zugriff auf meine Mittel (die Stiftung ist eine auf den Todesfall sprich "von Todes wegen" - in die schon bestehende Vorratsstiftung ist nur ein mikroskopischer Teil meiner Mittel gewandert).

    In dem Kontext:

    Deine Sicht kann ich voll verstehen. Aber wir wissen alle, dass Aktien auch sehr lange Durststrecken haben können.

    Entspricht auch meinen Erfahrungen siehe beispielsweise die Ära von 2000 bis 2015.

    Ich bin selbst mehrfacher Stiftungsvorstand und traue mir nicht zu, die Sache mit dem Kapitalerhalt zu erklären, wenn wir jahrelang negative Ergebnisse vorlegen. Auch, wenn die Lebensdauer einer Stiftung mit "unendlich" ja sehr lang ist.

    Nach meinen Erfahrungen entwickeln sich Dividenden über (sehr) lange Sicht dynamischer als Mieten - dafür liefern Mieten einen stetigeren und planbareren regelmäßigen Zufluss. Insofern ergänzen sich diese beiden Vehikel nach meinem Dafürhalten sehr gut. Das gilt auch bzw. insbesondere für eine Stiftung.

    Kenne genug (eher kleinere) Stiftungen, die über viele Jahrzehnte ihren Stiftungszweck samt Kapitalerhalt ordentlich bis gut erfüllen konnten. Bis es zur Niedrig-, Null- und Negativzinsära der EZB kam (2009 bis 2022/23).

    Drum frag ich mich ob er einen Aprilscherz macht oder das so echt ist wie alles was er sonst so sagt.

    Zum Realitätsbezug in einem Land mit Null- oder anämischem Wirtschaftswachstum, ohne relevante Erdölvorkommen sprich energietechnisch nicht unabhängig und ebenso verteidigungstechnisch sprich defensiv nicht autark und nahezu auch ohne jede aktive militärische Option, gilt - Aprilscherz hin oder her - :

    You may not be interested in this war and Trump, but this war and Trump, along with their consequences, are interested in you ...

    In dem Kontext

    Es gibt schlicht kein Mittel das die EZB für diesen Fall hat. Sie ist hier schlicht nicht zuständig.

    "Nicht zuständig" (um Deine Formulierung aufzugreifen) war und ist die EZB auch dabei, sich um die Schuldentragfähigkeit einzelner Euro-Mitgliedländer - insbesondere sehr hoch verschuldeter, die weit jenseits dem 60%-Kriterium des EU-Vertrages von Maastricht liegen - aktiv zu kümmern (via gezielter Anleihekäufe beispielsweise). Dies ist (präziser wäre) genuine nationale Aufgabe der Politiker (Fiskalpolitik) des jeweiligen Euro-Mitgliedslandes - und nicht die Aufgabe einer als politisch unabhängig konzipierten Notenbank. Gemäß Art. 123 AEUV (Verbot der monetären Staatsfinanzierung) ist dies der EZB sogar explizit untersagt.

    Praktiziert hat die EZB dies dennoch. Der Trick oder juristische Winkelzug:

    Die EZB kauft die Anleihen nicht direkt den Staaten ab sondern rechtlich gesehen eine sog. "logische Sekunde" später von Dritten (wie Institutionellen, Banken usw.) und damit nicht "direkt". Jeder am Markt Agierende weiß das aber und kauft die Anleihen von diversen Euroländern (bepreist mit dem Zins) nur in dem Bewußtsein, diese an die EZB weiterreichen ("verklappen") zu können bzw. im Bewußtsein, daß die EZB im Ernstfall für die Schuldentragfähigkeit des jeweiligen Staates sorgt (entgegen Art. 123 AEUV "Verbot der monetären Staatsfinanzierung"). Die aufgekauften Anleihen wandern in die EZB-Bilanz für die dann alle Länder (gem. Schlüssel) mit haften. Für eine derartige Umverteilung findet sich in den EU-Verträgen (AEUV) kein Mandat.

    Würde mein Steuerberater derartige "Gestaltungen und Konstruktionen" für meine Person wählen - mein Wohnsitzfinanzamt würde sofort und glatt von "Umgehungstatbeständen" sprechen ...

    Zuständigkeiten, Gebote und Verbote gemäß dem EU-Vertrag von Maastricht und dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) spielen längst keine Rolle mehr. Die Säulen auf denen die Einheitswährung beruhen sollte, sind längst eingerissen und aufgegeben worden. Angefangen vom EU-Vertrag von Maastricht und den Maastricht-Kriterien (hundertfach gebrochen) über die Nichtbeistandsklausel der Art. 125 AEUV (No-Bailout-Klausel - in der Griechenland-Krise beerdigt) bis hin zum Art. 123 und dem Verbot der monetären Staatsfinanzierung durch die Notenbank (in der Eurokrise beerdigt).

    Noch vor der ersten Zinserhöhung im Kontext mit der letzten Inflationsspitze hatte die EZB im Juli 2022 ein neues Kriseninstrument beschlossen nämlich das sog. Transmission Protection Instrument (TPI), mit welchem sich die EZB ermächtigt Staatsanleihekäufe in unbegrenzter Höhe und auch für einzelne Länder vorzunehmen. Das TPI-Programm liegt einsatzbereit in der "Schublade" der EZB.

    Nur am Rande in dem Kontext

    Der unermüdliche Drang vieler Foristen und blauer Balken diesen Thread zu torpedieren, ist wirklich bewundernswert. Besonders faszinierend finde ich die masochistischen Züge mancher Schreiberlinge: Meine Beiträge belasten sie offensichtlich, trotzdem schaffen sie es nicht den Thread zu deabonnieren, mich zu blockieren oder einfach nicht zu antworten. Irgendwie Klasse. ^^

    So manche Statements sagen - nach meinem Dafürhalten - mehr über den "Schreiberling" selbst (nur um Deiner Formulierung aufzugreifen) aus - als über den oder die vermeintlichen Adressaten.

    Qualitativ hochwertiges Eigenständiges sucht man bei diesen Personen meist vergeblich.

    "Qualitativ hochwertiges Eigenständiges" (nur um Deine Formulierung zu verwenden) ist nicht notwendig präziser überflüssig - wenn bereits gesunder Menschenverstand und Realitätsbezug reichen.

    Zur Sache:

    Ich erwarte eine deutlich höhere Inflation von über 4 % ...

    Unser rein aktienbasierter Ansatz bietet dafür m.E. eine robuste Lösung.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Unabhängig von der schlichten Tatsache, daß vor dem Hintergrund einer langfristig robusten und resilienten Finanzaufstellung die Inflation fraglos ein erhebliches Risiko aber nicht das einzige Risiko darstellt (Deflationsrisiken, rechtliche Risiken, politische Risiken (von Eingriffen bis zu Enteignungen) usw.):

    Es ist eine Binse, daß es diesbezüglich unterschiedliche Denkschulen gibt (siehe bereits Nr. 10):

    Der einen Denkschule reichen Aktien als einzige Anlageklasse (Konzentration). Zudem mit dem Glauben, daß ohnehin alles vom Aktienmarkt abhängt und mit diesem korreliert. Die andere Denkschule setzt auf eine Streuung im Sinne einer individuell passend gewählten Asset-Allocation (Diversifikation) mit bewährten aber verschiedenen sprich unterschiedlichen Anlageklassen.

    Eine gedankliche Schnittmenge wird sich da schwerlich finden lassen. Überzeugte Anhänger ihre jeweiligen Denkschule dürfte kaum (eher gar nicht) die Seiten wechseln.

    Dazu gesellt sich als weitere Binse das Thema der subjektiven Risikotoleranz. Ein Aspekt, der insbesondere auch dann zum Tragen kommen kann (und in praxi oftmals bis meist zum Tragen kommen wird), wenn bereits etwas Vermögen vorhanden ist (siehe Beitrag Nr. 1 und die vermeintlichen 4,9 Mio. € bzw. 2,45 Mio. € pro Person).

    Für meinen Teil beispielsweise akzeptiere ich ungern Schwankungen meines Vermögens um 50, 60 oder mehr Prozent bzw. ich strebe an diese zu vermeiden (via einer Risikostreuung über mehrere Anlageklassen, die m. E. dazu geeignet ist).

    Ähnliches, um nicht zu sagen Identisches, gilt übrigens für mein näheres und weiteres Umfeld inkl. der Gruppe "Millionaires next door" und aufwärts.


    War sonst noch was ... ? Ach ja ...


    Paragraph Eins - jeder macht Seins


    Dir bzw. Euch nichtsdestotrotz weiter gutes Gelingen mit dem gewählten Ansatz !

    In dem Kontext

    In der Richtung gibt es durchaus positive Signale von den jungen Ärzten, die zunehmend das wirtschaftliche Risiko einer Niederlassung nicht mehr übernehmen wollen.

    dürfte das ein Grund sein.

    Zur Wahrheit als Grund dürfte aber auch die geschlechtsspezifische Komponente gehören. Hier gab es in dem Bereich (Medizin) über die Jahrzehnte hinweg strukturelle Veränderungen präziser Verschiebungen. Stichwort: Zahnmedizin - um ein Beispiel zu nennen. Inzwischen dürfte das Verhältnis Männer/Frauen bei Studierenden so sein, daß der Frauenanteil bei über 70% liegt - und selbst bei den Studienabschlüssen bezüglich der Frauen nahe bei 70% bzw. mindestens bei zwei Dritteln.

    In praxi ist es in Sachen eigene Praxis (Niederlassung) dann - nicht immer aber tendenziell häufiger (im Vergleich zu früher) - so, daß andere Prioritäten gesetzt werden (Ehe, Familie, Kinder) und/oder - nicht immer aber tendenziell häufiger - hohe Kredite, Mitarbeiterverantwortung, Praxisführung, längere (teilweise ungeregelte) Arbeitszeiten und ebensolcher Arbeitsaufwand usw. eher gescheut werden. Bevorzugt werden - nicht immer aber tendenziell häufiger - eine gut dotierte Festanstellung, möglichst mit 13 oder 14 Gehältern, möglichst wenig wirtschaftliches Risiko (keine Kredite), bezahlter Urlaub, geregelte und überschaubare Arbeitszeiten usw.

    Das gehört meines Erachtens zum ganzen Bild bei der speziellen Thematik dazu.

    In den Medien und auch hier wird überwiegend diskutiert, wie in das System noch mehr Geld hineingeschaufelt werden kann.

    Bedauerlicherweise nicht nur in den "Medien und hier" - sondern auch in Teilen der Politik (Entscheidungsträger). Vor dem Hintergrund der von mir in Nr. 41 Abs. 1 erwähnten schlichten aber ernüchternden Tatsache (Kosten/Nutzen-Analyse im internationalen Vergleich) ein eher sehr fraglicher Ansatz.

    Kein Unternehmer käme auf die Idee, wenn seine Produkte nur mittelmäßig sind aber ziemlich teuer, eine Werbekampagne zu starten, wie man dem Kunden noch mehr Geld abverlangen kann.

    Unternehmer und Unternehmen müssen sich in aller Regel in einem Markt (im Wettbewerb) behaupten oder sie spüren direkte Folgen. Bei fehlender Wettbewerbsfähigkeit können sie auch vom Markt verschwinden (Insolvenz). Das sieht bei der Obrigkeit, dem Staat und staatlichen Systemen anders aus bzw. die Folgen von Fehlentscheidungen entfalten sich oftmals über (sehr) lange Sicht. Meist sind dann die Entscheider (Protagonisten einer Regierung) nicht mehr oder längst nicht mehr im Amt oder an verantwortlicher bzw. prominenter Stelle tätig.

    Vollkommen klar, die Effizienz des Gesundheitssystems zu verbessern bedeutet, einige im System werden weniger verdienen.

    Eine Unwuchten und Asymmetrien dürften im System ohnehin vorhanden sein. Wie mir von einem Freund bei der apo-Bank (Deutsche Apotheker und Ärztebank) bekannt ist, gibt es einige Ärztegruppen (Fachbereiche) mit sehr hohem Einkommen generiert durch ihre Praxis (Radiologe, Augenarzt, Zahnarzt, Orthopäde) aber auch solche mit vergleichsweise eher (sehr) überschaubarem Einkommen (Allgemeinmediziner, Pädiater (Kinderarzt), Psychotherapeuten, Landarzt). Die Differenz kann teilweise den Faktor 3 oder mehr betragen.

    In Sachen Effizienzsteigerung scheint mir auch das Thema "Prävention" samt Intensivierung derselben ein sinnvoller Hebel. Auch wenn dort Verbesserung sich erst "auf der Strecke" finanziell auswirken, dann aber aller Wahrscheinlichkeit mit erheblicher Eigendynamik.

    Ganz exemplarisch die schon aufgeworfene Frage, warum x Krankenkassen mit weitgehend gleichen Leistungen benötigt werden. Da wehren sich natürlich die Spitzenverbände, die dann überflüssig werden.

    Daran hatte ich auch schon mehrfach gedacht. Nach einer Recherche ergab sich aber, daß die Zahl der Krankenkassen über die letzten Jahrzehnte ohnehin schon dramatisch gesunken ist (von im Jahr 1970 noch (unglaublichen) 1.875 auf heute in 2026 nur noch 93; Quellen: u. a. Wikipedia "Entwicklung der Krankenkassenzahl"). Wie mir der Kumpel von der APO-Bank sagte, hätte das aber an den administrativen Kosten im Gesamtsystem kaum bis so gut wie nichts verändert. Diese hätten damals wie heute stets bei um die 4 bis 5% gelegen bezogen auf die Einnahmen (aktuell wohl knapp unter 4%). So viel scheint da (Anzahl der Krankenkassen) wohl kostenseitig also nicht zu holen sein.

    Diese administrativen Kosten scheinen bei der PKV übrigens deutlich höher zu sein (gefunden hatte ich als Verwaltungskosten pro Versichertem bei den Kassen der GKV ca. 170 € und rund 520 € pro PKV-Vollversichertem)

    Jaja Abwanderung des Kapitals. Klingt wunderbar, aber bisher weitgehend ein unbelegter Mythos. Egal immer weiter erzählen, glauben eh genug.

    Für meinen Teil habe ich in einigen Länder "vor Ort" erlebt, wie es ist, wenn Kapital abwandert und/oder in dem Land nicht mehr adäquat investiert wird. Da war aber keinesfalls

    wunderbar

    sondern für sehr viele davon Betroffenen - das waren in aller Regel und zuvorderst übrigens abhängig Beschäftige (Angestellte und Arbeiter) und solche, die nicht finanziell autark sprich finanziell unabhängig waren - ein ziemlich unangenehmer bis schrecklicher Prozess.

    Wir verlieren z. B. aktuell 10.000 Arbeitsplätze im industriellen Bereich - pro Monat übrigens ...

    (laut IG-Metall und diversen Instituten für Arbeitsmarktforschung)

    Vielleicht sollte man mit angebotsseitigen Reformen warten bis hierzulande zu den bereits drei Millionen noch einige weitere Millionen Arbeitslose hinzugekommen sind ... ?

    Wieviel Millionen Arbeitslose hatte Deutschland als sich Gerhard Schröder (SPD) zur Agenda 2010 durchrang, die von 2003 bis 2005 weitgehend umgesetzt würde ? Um die 5 Millionen ... ?

    Aber wie sieht's dann mit eine anderen Beispiel aus: der Direktversicherung? Das ist eine private Versicherung. Aber da wurde rückwirkend - ohne Bestandsschutz für Altverträge - die Sozialversicherungsflicht in der Auzahlungsphase eingeführt. Da war es möglich bei einer Privatversicherung die Bedingungen zu ändern und für die Inanspruchnahme der Leistung nach Aufbau der quasi "Altersrückstellung" eine Verpflichtung für die gesetzliche Versicherungsgemeinschaft zu erwirken.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Solche Aktionen (Motto: "Not kennt kein Gebot" (mehr)) kann man staatlicherseits (bzw. als Regierung) machen (gehört beispielsweise bei der EU-Kommission zu den Usancen). Solche Aktionen führen aber meist zu Reaktionen bei den davon Betroffenen - auch ihre Haltung und Einstellung gegenüber der Politik (und/oder dem Staat).

    Siehe hier:

    War das denn beispielsweise damals (2004 - unter Rot/Grün mit dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) - oder so ähnlich zumindest den Namen betreffend) anders - als mitten im Spiel die Regeln geändert wurden und die bAV für die GKV verbeitragt wurde ... ?

    Erinnere mich noch gut an damalige Aussagen von Betroffenen:

    "Hätte ich das vorher gewußt, die bAV hätte ich nie abgeschlossen", "ein Witz bezüglich der Planungssicherheit für die Altersvorsorge", "wie in einer Bananenrepublik" usw. usw. ...

    Damals bildeten sich diverse Initiativen davon Betroffener.

    Es dauerte meines Wissens aber bis zum Jahr 2020 für eine minimale Nachbesserung seitens des Gesetzebers (seitdem soll diesbezüglich wenigstens ein kleiner Freibetrag gelten).

    Der politische Kollateralschaden dürfte ungleich größer sein, wenn es die 300 Mrd. € Altersrückstellungen der PKV betreffend zu "Transformationen", "Übertragung an die Solidargemeinschaft" und "funktionalen Neuinterpretation des Eigentumsbegriff" a la Felice (siehe Nr. 47) käme.

    einer funktionalen Neuinterpretation des Eigentumsbegriffs

    Unabhängig von der schlichten Tatsache, daß Deutschland - wie mir Kundigere als meine Wenigkeit schon vor Jahren erklärten - das teuerste Gesundheitssystem in Europa und das zweitteuerste der Welt (direkt hinter den USA) hat bei dennoch eher generierten durchschnittlichen Ergebnissen (Stichwort: Lebenserwartung - um nur ein Stichwort zu nennen) und damit das Motto "immer noch mehr Geld ins GKV-System" schwerlich bis kaum als Lösung plausibel erscheint:

    Die (Deine) "Neuinterpretation des Eigentumsbegriffs" des Grundgesetztes (GG) wird den bereits erheblich angeschlagenen "Standort Deutschland" (Stichwort: Internationale Wettbewerbsfähigkeit) bei gut bezahlten Leistungsträgern, bei nationalen und internationalen Kapitaleignern und - last but not least - bei Protagonisten der weltweit begehrten "qualifizierten Zuwanderung" endlich nach vorne bringen ... =O (*)


    (*) In einem Oldtimer-Forum beispielsweise gab es ein "bewegliches" Smiley, bei dem sich jemand beständig selbst mit voller Wucht den Kopf vor eine Betonwand haut - in Ermangelung dieses Smiley-Angebots hier habe ich hier ersatzweise auf das "scared"-Smiley zurückgegriffen.

    Was wäre genau die Rechtsgrundlage für so eine verpflichtende "Abtretung"?

    Eine mehr als berechtigte Frage.

    Ließe sich das erweitern auf große Wohnungen, Häuser, Ferienwohnungen?

    Einfach alles über 30 m2 pro Person aus Solidarität abtreten und in einen Plattenbau ziehen. Den Komfort der früheren Jahre darf man behalten. Alternativ muss man auch für früheren Komfort rückwirkend eine "Solidarmiete" abtreten.

    Oder auf Renten. Einfach verpflichtend Deine Rente an ärmere Mitbürger abtreten. Aus Solidarität.

    Ein gelungener, weil treffender Vergleich.

    Einfach mal im Grundgesetz Artikel 14 und 15 nachschlagen und überlegen, was dagegen sprechen könnte... wir leben nicht mehr in der DDR.

    Einige scheinen sich aber dahin zurückzusehnen.

    Obwohl wir uns bereits ein Stück Richtung DDR 2.0 bewegt haben in den vergangenen 1,5 Jahrzehnten.

    Weil es Menschen gibt, die abartig reich sind, aber ihren entsprechenden Beitrag nicht leisten.

    Nochmal: Ab welchem Vermögen ist jemand "abartig" reich oder "überreich" ... ?

    In meinen drei Studiengängen (VWL, BWL, Jura) sind mir sehr viele Begrifflichkeiten und Fachtermini begegnet - "überreich" und/oder "absurd reich" aber niemals ... Was ist das und wo beginnt das ... ?

    Aus meiner eigenen Erfahrung: Einen "entsprechenden Beitrag" in die Solidargemeinschaft leiste ich über das Steuersystem (einen sehr hohen übrigens im Vergleich zu diversen anderen Ländern). Daneben zusätzliche Beiträge in die besagte GKV (die Ratio "das Geforderte" vs "das dafür Gebotene" war in meinem Fall eine eher deprimierende (die letzten 3,6 Jahrzehnte als sog. freiwillig gesetzlich Krankenversicherter)).

    So, das muss reichen. Weiter im Thema.

    Das mag für Dich reichen. Mir reicht das nicht ansatzweise, um derartige Ideen valide zu begründen.

    Ja

    Verstehe, damit gilt - für Dich jedenfalls - für "abartig Reiche und Überreiche" das gleiche Maß.

    Unbeantwortet bleibt aber weiterhin die Frage, wie das Maß in konkreter Zahl (Vermögenshöhe) definiert wird sprich aussieht ... ?

    Ja

    Hast Du Dich mal rudimentär mit dem Grundgesetz (GG) beschäftigt ... ?


    Unterstellt das wäre verfassungskonform umsetzbar (was ich für ausgeschlossen halte - wobei ich hierzulande schon so manches für unmöglich hielt, was dennoch eingetreten ist ...): Die als "Nebenwirkung" eintretenden Signale, Folgeschäden und Fehlanreize wären erheblich, die perspektivischen Nachteile für den Standort Deutschland ebenso.

    Sei doch nicht so pingelig.

    Für meinen Teil nehme ich das bei solchen Themen nur genau. So spreche ich beispielsweise nicht von "Sondervermögen" sondern von Sonderschulden bzw. Sonderneuverschuldung.

    Streiche von mir aus das "abartig". Der Begriff tut nichts zur Sache

    Begrifflichkeiten "tun immer was zur Sache", da sie diese präzise beschreiben und benennen sollten.

    By the way: Wenn der Begriff "abartige Reiche" aus Deiner Sicht "nichts zur Sache tut" - warum hast Du ihn dann hier (Nr. 5) eingeführt ... ?

    bürokratie abbau, im durchschnitt beschäftigt sich ein artzt Täglich 3 Stunden mit dem ausfüllen Bürokratischen krams, bereits eine reduzierung um 1 stunde würde das system merklich entlasten.

    :thumbup:


    Siehe

    Zusätzliches Problem: Die immer weiter anwachsende Bürokratie und Regulatorik (mein Zahnarzt hat inzwischen z. B. zwei eigens dafür geschulte "Hygiene-Beauftragte" ...). Administrative Pflichten gab es schon immer. Das Verhältnis war aber früher 90 zu 10 oder 80 zu 20 oder so ähnlich zumindest. Inzwischen ist es auf dem Weg sich sukzessive umzudrehen. "Man verbringt mehr Zeit mit dem Bürokratie-Kram als bei oder am Patient - dafür habe ich das Fach nicht studiert" - ist ein symptomatischer Tenor.

    Das Gleiche ist ja auch im Finanzbereich und Banking zu beobachten. Und zwar sowohl im Aktiv- als auch im Passivgeschäft. Ob das im Ergebnis alles den Patienten bzw. den Bankkunden wirklich dienlich ist, wage ich (stark) zu bezweifeln.

    Zusätzlich empfehle ich, Honorare für Ärzte basieren auf Genesungserfolg zu erstatten. Sind deine Patienten gesund, bekommst du Kohle. Punkt und Ende.

    Nach meinem laienhaften Verständnis handelt es sich bei einem "Arztvertrag" im Regelfall um einen sog. Dienstvertrag (§§ 611 BGB) - präziser einen Behandlungsvertrag gem. § 630a BGB. Der Arzt schuldet demnach eine sorgfältige Behandlung gemäß lege artis (nach aktuellem medizinischen anerkannten Standard) sprich sein fachgerechtes Bemühen - aber keinen bestimmten Behandlungserfolg. Grund: Heilung dürfte kaum bis gar nicht garantierbar sein. Dazu kommt noch die meist unabdingbare Mitwirkungspflicht des Patienten.

    Nur in seltenen Ausnahmefällen mit zugesichertem Erfolg (reine Schönheits-OP (ästhetisch-plastischer Eingriff), spezielle Zahnbehandlung (Zahnersatz)) wird meines bescheidenen Wissens teilweise von einem Werkvertrag (§ 631 BGB) ausgegangen, bei dem nicht bloße Tätigkeit (Bemühen) geschuldet ist sondern ein Erfolg (definiertes Ergebnis) oder die Erstellung eines bestimmten Werkes.


    Für meinen Teil habe ich Jahrzehnte mit einer erfolgsabhängigen Komponente gearbeitet.

    Vielleicht sollte man Deinen Ansatz "Bezahlung basierend auf Erfolg" mal Richtung Politiker und noch mehr Richtung Politiker in der Regierung prüfen ...