Ich finde es gut, wie sich dein Bruder und Du um die finanziellen Angelegenheiten der Mutter kümmern. Spricht für einen guten Familienzusammenhalt ![]()
Vermögensverteilung im Alter - Aktienquote
-
Hochhaus -
6. Januar 2026 um 15:03 -
Erledigt
-
-
Wer ist auf den Gedanken gekommen, ETFs zu kaufen?
Mein Vater hatte ganz tolle DWS Fonds, die ihm die Sparda-Bank verkauft hatte. 4% Rendite bei 2% Kosten. Voll der Hammer ...
Die haben wir verkauft und dafür andere Unsinns-Fonds eines anderen
BeratersFinanzprodukteverkäufers gekauft.Über den Podcast von Saidi habe ich dann mit meiner privaten Anlage zum MSCI-World gefunden und wenig später dasselbe für meine Mutter gemacht.
Irrungen und Wirrungen. Vermutlich können die meisten hier von sich eine ähnliche Geschichte erzählen.

Daß vom Vermögen Deiner Mutter ETFs gekauft worden sind, war also Deine Entscheidung. Dein Bruder war skeptisch (und ist es vermutlich noch), Deine Mutter kümmert sich nicht darum, wird aber vermutlich gegen Dich stehen, wenn es zu einem Börsenkrach kommt. Just das ist die regelmäßige Krux bei derlei Familienkonstellationen. Solange die Börsen steigen, nehmen die Sicherheitsanleger der Familie den Mehrertrag der Aktien zähneknirschend hin. Sollte es aber je zu einem Rückgang kommen (der ja möglich, auf lange Sicht sogar wahrscheinlich ist), haben sie es schon immer besser gewußt, und Du als derjenige, der die Anlage vorgeschlagen hat, hast den Salat.
Mein Bruder hat eine große diffuse Angst vor einem Börsencrash und dass die 60k ETF dann weg sind. Diese Angst ist ja auch erstmal nur ein Gefühl, über das man reden und über Argumente vielleicht entkräften kann.
Diese diffuse Angst ist bei den Deutschen weitverbreitet. Mich selbst hat sie (zu meinem Schaden!) viele Jahre von einem Börsenengagement abgehalten. Ich kenne den Spruch: Und eines Tages wache ich auf - und alles ist weg!
Mich hat mein Referenzfinanzer auf folgende Weise von diesem Irrglauben kuriert: Er ließ mich Aktiengesellschaften aufzählen, die ich kannte: Die deutschen Industriegrößen, aber auch vor allem amerikanische Firmen. Die großen sind in Amerika ja alles AGs. Und dann fragte er mich: Glaubst Du, daß all diese Firmen, von McD bis Mercedes, von Microsoft, Apple bis Yamaha auf einem Schlag alle pleite sind? Das konnte ich mir wahrlich nicht vorstellen, also bin ich seinem Vorschlag gefolgt und habe Geld in Aktien gesteckt. Heute ist das insofern einfacher, als man sich eben keine Einzelaktien mehr heraussuchen muß, sondern breitgestreute ETFs kaufen kann, die weniger volatil sind als Einzelwerte.
Was Deinen Bruder anlangt, wäre es aber wichtig, daß er selbst von dieser Sichtweise überzeugt ist und nicht einfach nur Dir beipflichtet, weil er Familienstreit vermeiden will.
Du hast nicht die Option "alles so zu lassen, wie es ist", weil Deine Mutter weniger verbraucht, als regelmäßig hereinkommt. Du hast also laufenden Anlagebedarf. Wenn Du nun beispielsweise ein Jahr nichts machst, stapeln sich dann 12.000 € auf dem Girokonto, was nicht so toll ist.
Dennoch: Zumindest Du und Dein Bruder sollten sich darüber einig sein, welchen Börsenrückgang Ihr im schlimmsten Fall hinzunehmen bereit seid. Was ist beispielsweise, wenn aus den 60 T€ ETF 40 T€ werden (20 T€ Buchverlust)?
Für einen Menschen, der laufend kein Geld aus seinem Vermögen braucht, sind 60 T€ Tagesgeld eine Menge Schotter. Das sollte auch für größere Eventualitäten reichen. Auch ein neues Dach wäre drin, die Gasheizung würde ich im Haus lassen, solange sie noch tut, wenn es meins wäre.
Ich würde vermutlich das ganze Spargeld an die Börse bringen, also in den ETF stecken, aber auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Du kannst die Antwort auch auf eine mittellange Bank schieben, sagen wir mal: Eine Entscheidung, ob man weiter ETF kauft oder nicht, ein halbes Jahr offen lassen. Dagegen, zuviel Geld auf dem Girokonto auf ein Tagesgeldkonto zu schieben (sinnvollerweise mit tolerablem Zins), wird Dein Bruder nichts haben. Einfacher von der Handhabung und ähnlich ist ein Geldmarktfonds, den man allerdings sinnvollerweise bei einem Neo-Broker hat, weil sonst die Transaktionskosten vergleichsweise hoch sind. Dabei wird Dein Bruder vermutlich nicht mitmachen.
Wenn Du die Antwort auf die lange Bank schiebst, heißt das: Alles neue Geld als Tagesgeld/Festgeld. Auch das kann man im Interesse des Familienfriedens machen.
Das Haus mag locker eine halbe Million wert sein (oder mehr), das Geldvermögen ist mit 120 T€ im Vergleich niedrig - und strittig sind ja nur die 60 T€ ETF (oder etwas mehr, wenn man dort weiter investiert). Es scheint sinnvoll, sich bei Erwägungen diese Verhältnisse vor Augen zu führen. Selbst wenn die Börsen um 33% einknicken (was sein kann), kostet das 20 T€ Buchverlust, was bei Licht besehen nur ein kleiner Teil des Vermögens ist.
Deine Entscheidung.

PS: Du hast Dir große Mühe mit dem Zitat gemacht, allerdings unnötig. Vergiß das Icon in der Kopfzeile! Nimm den Button rechts unten zum Zitieren. Der spart Dir das Eintragen des Namens und erzeugt einen echten Link. Du kannst dann im Zitat auf den Namen des Zitierten klicken und bist sofort im zitierten Posting, das geht nicht, wenn man den Namen manuell einträgt. Dieser Foreneditor ist kein besonders tolles Stück Software.

-