Hier einige Aspekte zur ePA die ich anders sehe als in einigen Posts der letzten Zeit.
Die Mitteilungen von den Krankenkassen sind nicht zur medizinischen Info gedacht - KK erhalten schon immer nur abrechnungsrelevante Infos und Diagnosen, keine medizinischen Details - sondern zur Info über Abrechnungen. Letztere sind gut, um zu sehen, was abgerechnet wurde und zu welchen Kosten. Das finde ich gut, weil viele die KK-Beiträge als Abzüge vom Gehalt sehen, ohne sich des Werts der Leistungen bewusst zu sein.
Handys sind technisch für Banking- und Gesundheits-Apps sicherer als PCs. Dieses technische Sicherheitsplus wird durch das höhere Diebstahlrisiko von Handys etwas relativiert. Notebook-PCs teilen zwar das Diebstahlrisiko, sind aber meist weniger oft exponiert. Kann ja jeder selbst mal dazu recherchieren.
Ja, grosse Bildschirme sind übersichtlicher. Es gibt eine Desktop ePA-App. Weil man PCs als nicht sicher genug einstuft, braucht man mit dieser zum Freischalten eine Handy-App oder einen externen Kartenleser.
Dokumente lassen sich aufs Handy runterladen und von dort drucken oder an einen Desktop PC übertragen.
Es gibt Schnittstellen zwischen PVS und ePA. Wie gut diese aktuell sind, kann ich nicht beurteilen. Aber diese werden sicher immer besser. Vermutlich geht die Übertragung von PVS in ePA aus Datenschutzgründen nicht vollautomatisch, z.B. muss bei HIV Diagnose, Schwangerschaftsabbruch, Psychotherapie ... der Patient um Zustimmung gefragt werden.
Auch ich finde die Einrichterei und Anmelderei zu komplex – habe einer KK geschrieben, dies sei 'ein Verbrechen an der Digitalisierung'. Zum einen scheint mir das an überzogenen Vorgaben zur Datensicherheit zu liegen, zum anderen sparen sich die Entwickler Aufwand und Risiko, indem sie bei neuen Versionen immer wieder alles Mögliche abfragen, was man schon längst eingestellt hatte, statt dies automatisch in neue App-Versionen zu übernehmen – ich habe selbst Apps geschrieben und weiß, wie aufwendig das ist.
Behandlungsdaten werden leider nicht "rückwirkend" gefüllt (Urladen), sondern nur im aktuellen Behandlungskontext. Ich habe wesentliche Befundberichte der letzten Jahre für meine Eltern und mich selbst hochgeladen.
Der Medikationsplan ist weiterhin schlecht gelöst. Dass eine Praxis ihren Plan als Dokument bereitstellt, ist Unfug. Der Plan sollte bei Anzeige automatisch aus vorliegenden Infos aller Praxen erzeugt werden. Er könnte auch eventuelle Selbstmedikation oder Dosierungsänderungen durch Patienten anzeigen.
Damit die ePA zur Kommunikation zwischen Ärzten funktioniert, brauchen GKV-Versicherte gar nichts zu tun (nix beantragen, nix installieren, keine Apps nutzen) - PKV-Versicherte müssen die ePA beantragen. Allein durch Einstecken der Gesundheitskarte beim Praxisbesuch wird die Praxis verpflichtet, wesentliche Gesundheitsdaten im aktuellen Behandlungskontext einzustellen. Praxen und KH sind seit Okt 2025 dazu verpflichtet, wir sind aber immer noch in einer Übergangszeit, insbes. haben viele KH haben ihre Systeme immer noch nicht angepasst - die sind vermutlich auch besonders vorsichtig, sich kein Sicherheitsei ins Nest zu legen.
Vor langem habe ich hier detailliert zur ePA gepostet:
Meine Erfahrungen mit der ePA
Allgemeines zur ePA
Zur CCC-Kritik
Zugriffsverwaltung
Forschungszwecke