Beiträge von adrianberg

    Hallo zusammen,

    ergänzend dazu halte ich es für fair, auch den Aspekt der Umsetzbarkeit mitzudenken. Ein sehr schlanker Welt-ETF-Ansatz hat den großen Vorteil, dass er extrem einfach, transparent und fehlertolerant ist. Gerade diese Einfachheit erhöht für viele Anleger die Wahrscheinlichkeit, auch in schwierigen Marktphasen investiert zu bleiben – was in der Praxis oft wichtiger ist als jede theoretische Optimierung.

    Ein multifaktorieller Ansatz setzt bewusst andere Prioritäten. Er zielt auf eine höhere langfristige Renditeerwartung, verlangt dafür aber die Bereitschaft, zusätzliche systematische Risiken zu tragen und längere Phasen relativer Underperformance auszuhalten. Diese Phasen sind kein Zeichen dafür, dass der Ansatz „nicht funktioniert“, sondern ein integraler Bestandteil der Strategie.

    Vor diesem Hintergrund erscheint es nachvollziehbar, dass in der breiten Anlegerkommunikation häufig ein möglichst reduzierter Welt-ETF-Ansatz im Fokus steht. Er ist nicht zwingend der renditestärkste Ansatz, aber für viele Anleger derjenige, der sich über Jahrzehnte am konsequentesten umsetzen lässt.

    Der Multifaktor-Ansatz widerspricht dem nicht, sondern richtet sich an Anleger, die sich sehr bewusst für diesen Weg entscheiden, die zugrunde liegenden Risiken verstehen und auch psychologisch mit längeren Abweichungen vom Gesamtmarkt umgehen können.

    LG

    Hallo zusammen,

    …andererseits gibt es da noch etwas kritisches, denn Frankreich gilt aus meiner Sicht aktuell nicht als besonders günstiger Standort für eine Geldanlage. Das zeigt sich auch im Länderrating, das eher verhalten ausfällt.

    LG

    Hallo zusammen,

    ich habe mich nun etwas genauer mit dem Thema beschäftigt, weil Trade Republic damit begonnen hat, das Cash-Guthaben automatisch von J.P. Morgan auf die Partnerbank Natixis zu übertragen bzw. zu verteilen.

    Grundsätzlich liegt das Cash-Guthaben bei Trade Republic ja nicht direkt bei Trade Republic selbst, sondern auf Treuhand-Sammelkonten bei verschiedenen Partnerbanken. Dazu zählen unter anderem J.P. Morgan, Natixis und teilweise auch weitere Banken. Welche Bank konkret zuständig ist, kann man in der App im Bereich „Cash“ einsehen. Trade Republic kann das Guthaben dabei jederzeit zwischen diesen Partnerbanken umschichten. Das war mir neu ich dachte die einmal gewählte Partnerbank ändert sich nicht.

    Der automatische Wechsel zu Natixis sehe ich daher erstmal nicht grundsätzlich negativ. Natixis ist eine große europäische Bank, und die gesetzliche Einlagensicherung gilt dort genauso wie zuvor bei J.P. Morgan. Der Hintergrund für diese Verteilung dürfte vor allem Risikostreuung und organisatorische Gründe haben, da nicht eine einzelne Bank das gesamte Kundengeld verwahren kann oder möchte.

    Was man aber im Hinterkopf behalten sollte: Bei höheren Cash-Beständen kann ein Teil des Guthabens auch in Geldmarktfonds investiert werden. Dieses Geld fällt dann nicht unter die klassische Einlagensicherung, sondern wird als Sondervermögen geführt. Das bedeutet zwar, dass es im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse fällt, aber es ist eben kein klassisches Bankguthaben mit garantierter Sicherung bis 100.000 Euro.

    Mein persönliches Fazit ist daher: Für kleinere bis mittlere Beträge, die man kurzfristig parkt oder für den Handel benötigt, finde ich das Modell von Trade Republic in Ordnung. Ich würde dort aber kein sehr großes Cash-Vermögen dauerhaft liegen lassen. Der Wechsel von J.P. Morgan zu Natixis (kennt die jemand) ändert für mich am Grundprinzip nichts, sondern ist eher eine technische Umverteilung innerhalb des bestehenden Systems.

    Wie seht ihr das?

    LG

    Hallo zusammen,

    …dass der größte Teil des Vermögens in einem Welt-ETF (MSCI ACWI IMI) liegen sollte. Damit „übt“ man, keine eigene Marktmeinung zu haben und überlässt die Gewichtung dem jeweiligen Index-Algorithmus.

    Da wir es trotzdem nicht ganz lassen können, ist eine „kleine“ Beimischung möglich. Die eigentliche Herausforderung ist dabei mentaler Natur: die Füße stillzuhalten.

    LG

    Hallo zusammen,

    ich habe versucht alles einzuarbeiten. Fehlt noch etwas? Was kann ich ändern/ergänzen?

    Vielen Dank für die Rückmeldung.

    Schreiben an Stiftung Finanztest:

    Entwurf 2

    Sehr geehrter Herr …,

    vielen Dank für Ihre ausführliche und differenzierte Rückmeldung sowie die Zeit, die Sie sich für meine Anmerkungen genommen haben. Ihre Einordnung hilft, den Artikel und die Intention dahinter besser zu verstehen.

    Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu, dass Sie Buy & Hold, breite Diversifikation und Rebalancing weiterhin als zentrale und bewährte Vorgehensweise darstellen und dass Absicherungsansätze klar als zusätzliche Überlegungen für bestimmte Selbstentscheider eingeordnet werden. Diese Differenzierung halte ich für wichtig.

    Gleichzeitig möchte ich meinen Kernpunkt noch einmal präzisieren: Mein Unbehagen richtet sich weniger gegen die Existenz solcher Überlegungen an sich, sondern gegen das Risiko, dass deren praktische Umsetzbarkeit und ihr langfristiger Mehrwert von vielen Privatanlegern überschätzt werden könnten.

    Aus meiner Sicht zeigen langfristige Auswertungen realer Anlegerergebnisse immer wieder mehrere wiederkehrende Aspekte:

    Regelbasierte Ausstiegs- und Wiedereinstiegsüberlegungen reduzieren zwar einzelne Extremverluste, führen aber häufig zu einer strukturellen Renditeminderung, weil Phasen schneller Erholung nur teilweise oder gar nicht mitgenommen werden. Hinzu kommt, dass starke Erholungstage statistisch oft in zeitlicher Nähe zu deutlichen Markteinbrüchen auftreten und damit bei Ausstiegsüberlegungen systematisch gefährdet sind. Bereits das Verpassen weniger dieser Tage kann über Jahre zu einer signifikanten Underperformance gegenüber einem disziplinierten Buy-and-Hold-Ansatz führen.

    Der größte Renditeunterschied entsteht in der Praxis weniger durch das zugrunde liegende Konzept als durch konsequentes Durchhalten. Je komplexer und eingriffsintensiver eine Vorgehensweise ist, desto höher ist die Gefahr von Abweichungen – gerade in Stressphasen.

    Ein weiterer Punkt, der meines Erachtens stärker berücksichtigt werden sollte, sind steuerliche Effekte. Vorzeitige Verkäufe lösen regelmäßig Steuerzahlungen aus, die dem Zinseszinseffekt dauerhaft entzogen werden. Diese impliziten Kosten werden in vielen theoretischen Betrachtungen nicht ausreichend abgebildet, wirken sich in der Praxis jedoch spürbar auf die Nettorendite aus.

    Darüber hinaus stellt sich die Frage der realistischen Umsetzbarkeit solcher Überlegungen bei größeren Depots. Wer bei einer definierten Schwelle sein gesamtes Aktienportfolio veräußert, muss das Kapital zwischenzeitlich parken – unter Berücksichtigung von Einlagensicherung, Produktwahl und Liquidität. Gleichzeitig lassen sich automatisierte Wiedereinstiege in der Praxis oft nur eingeschränkt oder gar nicht umsetzen. Auch hier besteht die Gefahr, dass Theorie und tatsächliches Anlegerverhalten auseinanderfallen.

    Ihr Argument, dass Verluste mathematisch stärker wirken als einzelne gute Tage, ist selbstverständlich korrekt. In der praktischen Anwendung zeigt sich jedoch, dass viele Anleger auf sehr tiefe Einstiegsschwellen warten, die historisch selten erreicht werden. Wer auf einen erneuten massiven Einbruch spekuliert, verbringt unter Umständen lange Zeit außerhalb des Marktes und nimmt in dieser Phase weder Markterholungen noch laufende Renditen mit – bei gleichzeitigem Opportunitätsverlust durch niedrig verzinste Liquidität.

    Besonders wichtig erscheint mir der psychologische Aspekt: Während Buy & Hold vor allem Disziplin beim Nicht-Handeln erfordert, verlangen solche Absicherungsüberlegungen wiederholte aktive Entscheidungen unter Unsicherheit. Auch wenn diese regelbasiert formuliert sind, bleibt der mentale Druck beim Wiedereinstieg erheblich – und genau hier scheitern aus meiner Beobachtung viele Privatanleger.

    Ich finde es daher gut, dass Sie die Asset-Allokation klar an erste Stelle setzen. Mein Anliegen war vor allem, die Relation der verschiedenen Ansätze für die Leser einzuordnen: Als robuste Basis erscheint mir ein langfristiges, einfaches Portfolio mit angemessener Aktienquote und regelmäßigem Rebalancing weiterhin überlegen. Rebalancing verstehe ich dabei weniger als taktisches Timing, sondern als regelgebundene Wiederherstellung der ursprünglich gewählten Allokation.

    Meine konkrete Anregung wäre daher, solche Ansätze nicht als eigenständige Anlagestrategie und nicht als sinnvolle Alternative zu Buy & Hold darzustellen, sondern ausdrücklich als theoretische Überlegungen einzuordnen. Aus meiner Sicht führen diese Überlegungen in vielen Fällen gerade zu der Erkenntnis, dass sich auf diesem Weg langfristig kein verlässlicher Vermögensaufbau erreichen lässt.

    Vielen Dank nochmals für den offenen Austausch. Ich begrüße es sehr, dass Sie die Rückmeldungen der kommenden Jahre abwarten und das Thema weiter kritisch begleiten wollen.

    Mit freundlichen Grüßen“

    LG

    Hallo zusammen,

    sollte ich, wie nachfolgend, der Stiftung Finanztest antworten?
    Was darf/sollte ich ändern/ergänzen?

    „Sehr geehrter Herr …,

    vielen Dank für Ihre ausführliche und differenzierte Rückmeldung sowie die Zeit, die Sie sich für meine Anmerkungen genommen haben. Ihre Einordnung hilft, den Artikel und die Intention dahinter besser zu verstehen.

    Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu, dass Sie Buy & Hold, breite Diversifikation und Rebalancing weiterhin als zentrale und bewährte Strategie darstellen und dass Absicherungsansätze klar als zusätzliche Option für bestimmte Selbstentscheider gekennzeichnet werden. Diese Differenzierung halte ich für wichtig.

    Gleichzeitig möchte ich meinen Kernpunkt noch einmal präzisieren: Mein Unbehagen richtet sich weniger gegen die Existenz regelbasierter Strategien an sich, sondern gegen das Risiko, dass deren praktische Umsetzbarkeit und langfristiger Mehrwert von vielen Privatanlegern überschätzt werden könnten.

    Aus meiner Sicht zeigen langfristige Auswertungen realer Anlegerergebnisse immer wieder zwei Dinge:

    • Regelbasierte Ausstiegs- und Wiedereinstiegsstrategien reduzieren zwar einzelne Extremverluste, führen aber häufig zu einer strukturellen Renditeminderung, weil Phasen schneller Erholung nur teilweise oder gar nicht mitgenommen werden.
    • Der größte Renditeunterschied entsteht in der Praxis weniger durch die gewählte Strategie als durch konsequentes Durchhalten. Je komplexer und eingriffsintensiver ein Ansatz ist, desto höher ist die Gefahr von Abweichungen vom Regelwerk – gerade in Stressphasen.

    Ihr Argument, dass Verluste mathematisch stärker wirken als einzelne gute Tage, ist natürlich korrekt. Allerdings zeigen viele Langfristvergleiche, dass genau diese „sehr guten Tage“ oft in zeitlicher Nähe zu starken Einbrüchen auftreten und deshalb bei Ausstiegsstrategien systematisch gefährdet sind. In der Realität genügt es bereits, wenige dieser Tage zu verpassen, um über Jahre deutlich hinter einem einfachen, disziplinierten Buy-and-Hold-Ansatz zurückzufallen.

    Besonders wichtig erscheint mir der psychologische Aspekt: Während Buy & Hold vor allem Disziplin beim Nicht-Handeln erfordert, verlangen Absicherungsstrategien wiederholte aktive Entscheidungen unter Unsicherheit. Auch wenn diese regelbasiert sind, bleibt der mentale Druck beim Wiedereinstieg erheblich – und genau hier scheitern aus meiner Beobachtung viele Privatanleger.

    Ich finde es daher gut, dass Sie die Asset-Allokation klar an erste Stelle setzen. Mein Anliegen war vor allem, die Relation der verschiedenen Ansätze für die Leser einzuordnen: Als robuste Basis erscheint mir ein langfristiges, einfaches Portfolio mit angemessener Aktienquote und regelmäßigem Rebalancing weiterhin überlegen. „Absicherungsstrategien“ sollten hingegen eher als individuelle Speziallösungen oder als Überlegungen für Extremsituationen benannt und verstanden werden – verbunden mit klar benannten, erheblichen Nachteilen.

    Gegebenenfalls wäre es eine Alternative, die mentale Dimension des Themas grundsätzlich in Form einer Handreichung aufzuarbeiten.

    Vielen Dank nochmals für den offenen Austausch. Ich begrüße es sehr, dass Sie die Rückmeldungen der kommenden Jahre abwarten und das Thema weiter kritisch begleiten wollen.

    Mit freundlichen Grüßen“


    LG

    Hallo zusammen,

    Finanztest hat geantwortet:

    „vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Absicherungsstrategien und Ihre ausführlichen Gedanken dazu. Der Leserservice hat mir Ihre Email weitergeleitet. Ich bin für die Pantoffel-Portfolios und die Absicherungsstrategien fachlich verantwortlich und möchte Ihnen gern ausführlich antworten. Lassen Sie mich zunächst einige Punkte zusammenfassend einordnen.


    Die von Ihnen angesprochenen Risiken – das Verpassen guter Börsentage, psychologische Hürden, die Schwierigkeit von Ein- und Ausstiegszeitpunkten – teilen wir. Deshalb stellen wir Buy & Hold mit breiter Diversifikation und Rebalancing weiterhin als eine zentrale und bewährte Strategie dar. Diese Sichtweise wird durch den aktuellen Beitrag nicht infrage gestellt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in diesem Beitrag den Fokus auf eine weitere Möglichkeit – die der Absicherungsstrategien - gelegt haben und bspw. nicht erneut ausführlich das Pantoffel-Portfolio erklärt haben – was wir regelmäßig in anderen Beiträgen tun.


    Die Dip-Crash-Strategie zielt nicht darauf ab, Crashs vorherzusagen oder „den richtigen Zeitpunkt“ zu erkennen. Sie reagiert rein regelbasiert auf bereits eingetretene Marktbewegungen. Ob und für wen ein solcher Ansatz praktikabel ist, hängt stark von der persönlichen Situation, der Risikotragfähigkeit und der eigenen Disziplin ab – weshalb wir ihn bewusst nicht als allgemeine Empfehlung formulieren.


    Ihr Hinweis auf die Verantwortung unserer Reichweite ist berechtigt. Gerade deshalb war es uns wichtig, die Grenzen, Risiken und Alternativen offen darzustellen und nicht den Eindruck einer „sicheren“ Lösung zu vermitteln. Sollte diese Einordnung im Artikel bei Ihnen nicht klar genug angekommen sein, nehme ich das als wertvolles Feedback mit.


    Ich gehe im Folgenden auch noch kurz auf Ihre einzelnen Kritikpunkte ein:


    „Aus meiner Sicht ist es extrem schwierig, zuverlässig zu erkennen, ob ein Kursrückgang lediglich ein normaler Dip oder bereits der Beginn eines größeren Crashs ist. Ebenso unklar ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg. Die Gefahr, zu früh auszusteigen oder nach einem Crash zu lange an der Seitenlinie zu bleiben, halte ich für erheblich.“

    • Sie können nicht im Voraus erkennen, ob es sich nur um einen mittleren oder einen katastrophalen Crash handeln wird. Sie handeln regelbasiert und müssen „Fehlsignale“ in Kauf nehmen.
    • Bezüglich des „zu früh aussteigen“: Sie dürfen die Austritssschwelle nicht im Bereich „normaler“ Schwankungen setzen, die auch bei Aufwärtsmärkten zu sehen sind.


    „Besonders einleuchtend finde ich den oft genannten Punkt, dass ein großer Teil der langfristigen Rendite an wenigen sehr guten Börsentagen entsteht, die häufig kurz nach starken Kurseinbrüchen liegen. Wer in dieser Phase nicht investiert ist, riskiert eine deutlich schlechtere Gesamtperformance.“

    • Wir haben die Strategien auf Tagesbasis getestet. Sehr gute einzelne Börsentage sind in unseren Ergebnissen berücksichtigt. (Halb-)Wirksam „Verpassen“ würden Sie bei der Dip-Crash-Strategie die besten Tage tatsächlich nur, wenn diese um die Austrittsschwelle herum auftreten.
    • Beachten Sie, dass mathematisch gesehen Verluste sich stärker auf die Gesamtrendite auswirken als positive Tage: um einen Verlust von 50 Prozent auszugleichen brauchen Sie einen Gewinn von 100 Prozent. Sie können daher auch beim Verpassen der besten Börsentage dennoch eine gute Rendite erzielen, sofern Sie Verluste vermeiden.
    • Wir nehmen Ihre Frage gern als Anregung, dieses Thema künftig tiefer zu beleuchten.


    „Hinzu kommt aus meiner Sicht der psychologische Faktor. In fallenden Märkten rational zu handeln, fällt vielen Anlegern schwer. Die Unsicherheit kann dazu führen, dass der Wiedereinstieg immer weiter hinausgezögert wird, selbst wenn die Kurse bereits wieder steigen.“

    • Die gleichen psychologischen Herausforderungen gibt es jedoch auch bei Buy-and-Hold. Und sogar bei Mischportfolios neigen Anleger dazu, den Aktienanteil isoliert zu betrachten und nicht das Gesamtportfolio.
    • Eine Motivation für unsere Analyse war genau das: Anleger neigen in Krisensituationen, aus dem Bauch heraus und in Panik zu verkaufen. Unsere Überlegung war daher: Wie kann man solch ein Verhalten in vernünftige Bahnen lenken?


    „Aus diesen Gründen folge ich persönlich eher einem langfristigen Ansatz mit Buy & Hold, breiter Diversifikation und ein regelmäßigen Investitionsplan. Rebalancing erscheint mir dabei als sinnvolleres Instrument zur Risikosteuerung als der Versuch, den Markt aktiv zu timen.“

    • Bitte schauen Sie sich nochmals unseren Artikel an. Wir beschreiben mehrfach, dass die Klassiker „Durchhalten“ (buy-and-hold) oder den „Aktienanteil von vornerein senken“ (Mischportfolio, bspw. Pantoffel-Portfolio) völlig valide sind. Die Asset Allokation kommt immer als erstes.


    „Mich würde interessieren, wie Ihre Erfahrungen oder Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern zu dieser Strategie ausfallen. Gibt es aus Ihrer Sicht belegbare Fälle, in denen Privatanleger diese Vorgehensweise über längere Zeit erfolgreich und konsequent umsetzen konnten?“

    • Wir haben die Strategien gerade zum ersten Mal beleuchtet. Wir freuen uns auf Feedback über die nächsten Jahre hinweg.


    Abschließend lassen Sie mich festhalten: Der Ansatz „Dip-Ausstieg & Crash-Einstieg“ ist keine Empfehlung für alle Anleger, sondern eine zusätzliche Option für bestimmte Selbstentscheider, die große Verluste in extremen Crashphasen begrenzen möchten und dafür bewusst Aufwand, Disziplin und mögliche Phasen der Underperformance in Kauf nehmen. Diese Zielkonflikte benennen wir im Artikel ausdrücklich.“

    LG

    Hallo zusammen,

    ich finde es total hilfreich, sich einmal ehrlich mit der eigenen Risikotragfähigkeit auseinanderzusetzen – so wie es z. B. auch bei Finanztip empfohlen wird. Mir hat das geholfen, ruhigere und passendere Entscheidungen beim Investieren zu treffen.

    Für mich beginnt das Ganze nicht bei Rendite, sondern bei meiner finanziellen Stabilität. Ich habe mir zuerst angeschaut, wie sicher mein Einkommen ist, ob ich Rücklagen für Notfälle habe und welche festen Ausgaben regelmäßig anfallen. Allein der Gedanke, mehrere Monatsgehälter als Notgroschen zu haben, gibt mir schon deutlich mehr Gelassenheit.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich der Zeithorizont. Geld, das ich in den nächsten Jahren brauche, möchte ich nicht starken Schwankungen aussetzen. Je länger ich aber auf das Geld verzichten kann, desto eher halte ich auch Kursschwankungen aus – zumindest theoretisch.

    Spannend fand ich auch die Trennung zwischen Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft. Nur weil ich rechnerisch Verluste aushalten könnte, heißt das nicht automatisch, dass ich mich damit wohlfühle. Ich habe mich daher gefragt: Wie würde ich wirklich reagieren, wenn mein Depot zeitweise 20, 30 oder 50 Prozent im Minus steht? Diese ehrliche Selbsteinschätzung war für mich extrem wertvoll.

    Insgesamt nehme ich für mich mit: Meine persönliche Risikostrategie darf sich gut anfühlen und zu meinem Leben passen. Es geht nicht darum, maximal mutig zu sein, sondern bewusst und realistisch. Dieser Ansatz hat mir viel Druck genommen – und genau das finde ich sehr wertschätzend an dieser Art der Finanzbildung.

    LG

    Hallo zusammen,

    folgendes habe ich der Stiftung Finanztest geantwortet:

    Sehr geehrter Herr…,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

    Aus meiner Sicht wird die betreffende Strategie nicht lediglich als historische Analyse dargestellt, sondern als eigenständiger, in sich geschlossener Ansatz, der auch für eine zukünftige Anwendung geeignet erscheint. Genau darin sehe ich das Problem: In dieser Form wird sie als praktikable Alternative verstanden – was sie nach meiner Einschätzung nicht ist.

    Gerade vor dem Hintergrund der großen Reichweite und der hohen Glaubwürdigkeit der Stiftung Finanztest halte ich diese Darstellung für kritisch. Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen sich auf eine klare, ausgewogene und realistische Einordnung. Wird diese nicht eindeutig vorgenommen, besteht die Gefahr, dass falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.

    Aus Sorge um den guten Ruf der Stiftung Finanztest möchte ich Sie daher bitten, diese Thematik dem Vorstand vorzulegen und dort nochmals prüfen zu lassen.

    Es geht aus meiner Sicht um zu viel, um dies auf dieser Ebene zu belassen.

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung und die erneute Prüfung.

    Mit freundlichen Grüßen…“

    LG

    Hallo zusammen,

    ich hatte letztens Finanztest angeschrien. Hier die Antwort:

    „vielen Dank für Ihr Interesse an Stiftung Warentest Finanzen. Es gibt bereits auf test.de eine intensive Diskussion dazu, in der die Stiftung Warentestebenfalls Stellung bezogen hat. Schauen Sie bitte in die Kommentare unter den Artikeln:

    Depot-Absicherungen im Test: Mit diesen Strategien können Sie Ihr Depot stabilisieren
    Vier Strategien gegen Börsen-Crashs - eine davon von der Stiftung Warentest neu entwickelt. Mehr Rendite, weniger Risiko!
    www.test.de


    http://www.test.de/Dip-Ausstieg-C…egie-6268832-0/

    Verkürzt soll es wohl „lediglich“ eine historische Analyse sein. Also keine Aussage für die Zukunft darstellen.

    Wenn ich es so richtig verstanden habe, sollte der Artikel rasch zurückgezogen werden um ihn deutlich zu überarbeiten.

    So wie er jetzt veröffentlicht ist stellte er eine Alternative zu den bisherigen angemessen Strategien da. Und das ist mindestens nicht hilfreich.

    LG

    Hallo zusammen,

    der aktuelle Podcast hat Herrn Tramp thematisiert und was das für ETFs bedeutet.

    Sehr hilfreiche Einordnung. Spätestens danach kann man ruhiger schlafen mit dem was man hat.

    Oder wie ordnet Ihr das ein?

    LG