Beiträge von Andreas

    Sie sind jedenfalls als potenzielle Erbin nach Ihrer Mutter niemals für irgendwelche Handlungen verantwortlich, die Ihre Mutter zu Lebzeiten unterlassen oder vorgenommen hat.

    Ich glaube @GabrieleS wollte eher wissen, ob sich ihre Erbschaft durch evtl. Steuerschulden schmälern kann. @muc, wie ist es denn, wenn sich erst nach dem Todesfall herausstellt, dass die gute Frau doch steuerpflichtig war? Wird mit dem Erbfall seitens des Finanzamts finales tabula rasa gemacht?

    Tipp an den Optimierer @martin-u:

    Bei deinem Einkommen bist du wahrscheinlich berechtigt, die Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) auf VL Einzahlungen zu bekommen - und zwar sowohl bei deinem Fondsparverrtag bei ebase als auch bei einem Bausparvertrag. Du musst nur deine Personalabteilung anweisen, über die dir tariflich zustehenden VL hinaus weitere Einzahlungen bis zu den u.g. Höchstgrenzen in die Verträge aus deinem Nettoeinkommen zu überweisen. Diese sind dann auch vom Arbeitgeber kommend als VL deklariert, stammen aber effektiv von dir.

    Der Vorteil liegt auf der Hand: Du kannst zweimal Arbeitnehmersparzulage vereinnahmen und tolle risikoadjustierte eff. Renditen erwirtschaften. Nachteil: Etwas bürokratisch wegen Arbeitsaufwand bei dir und deinem AG.

    Details für Ledige (für Verheirate verdoppeln sich Höchstbeträge und Einkommensgrenzen):

    • Beteiligungssparen (§ 13 Abs. 2 Fünftes VermBG)
      ANSpZ: 20% auf höchstens 400 EUR
      Einkommensgrenze: zvE von 20000 EUR
    • Bausparen (§ 13 Abs. 2 Fünftes VermBG)
      ANSpZ: 9% auf höchstens 470 EUR
      Einkommensgrenze: zvE von 17900 EUR

    Hallo @stillerLeser,

    willkommen im Forum. Die Debatte über eine Nichtveranlagungsbescheinigung können Sie getrost vergessen, da sie ganz offensichtlich veranlagt werden.

    Der Ansatz von @Kater.Ka ist richtig. Generell sind Kapitalerträge abgeltungssteuerpflichtig. Über den Weg der Günstigerprüfung, könnten Sie aber ggf. von ihrer depotführenden Bank zu viel abgeführte Abgeltungssteuer vom Fiskus zurückbekommen. Dafür müssten Sie die Kapitalerträge in Ihrer Steuererklärung angeben und die Günstigerprüfung beantragen. Das lohnt sich in der Regel, wenn Ihr Grenzsteuersatz deutlich unterhalb von 26,375% (25% Abgeltungssteuer + darauf 5,5% Soli) liegt.

    Da Sie die Info, ob die 18,3% Steuersatz bei Ihnen der Durchschnittssteuersatz oder der Grenzsteuersatz sind, gibt es zwei Möglichkeiten:

    • Durchschnittssteuersatz 18,3%
      In diesem Fall ist das zVE in 2016 bei einem Alleinstehenden 28 kEUR. Die Steuerlast ist 5117 EUR bei einem Grenzsteuersatz von 30,4%. Kämen die 3500 EUR Kapitalerträge zum zvE hinzu, erhöhte sich das die Steuerlast auf 6270 EUR, bei einem Grenzsteuersatz von dann 32% und einem Durchschnittssteuersatz von dann 19,9%. Sie zahlten also 6270 EUR - 5117 EUR = 1153 EUR mehr Steuern, was über dem pauschalen Satz von 26,375% bezogen auf die 3500 EUR an Kapitalerträgen liegt: 3500 EUR * 26,375% = 923 EUR. Die Günstigerprüfung ergäbe, dass die pauschale Besteuerung vorteilhafter für sie ist. In diesem klaren Fall können Sie auch verzichten, die Kapitalerträge extra anzugeben.
    • Grenzsteuersatz 18,3%
      In diesem Fall ist das zVE in 2016 bei einem Alleinstehenden 10800 EUR. Die Steuerlast ist 346 EUR bei einem Durchschnittssteuersatz von 3,2%. Kämen die 3500 EUR Kapitalerträge zum zvE hinzu, erhöhte sich das die Steuerlast auf 1130 EUR, bei einem Grenzsteuersatz von dann 24,3% und einem Durchschnittssteuersatz von dann 7,9%. Sie zahlten also, für die Erhöhung des zVE von 3500 EUR, 1130 EUR -346 EUR = 784 EUR mehr Steuern. Die Günstigerprüfung wäre in diesem Fall positiv, so dass sie 923 EUR - 784 EUR = 139 EUR an zu viel einbehaltener Abgeltungssteuer (s. 1.) wieder zurückbekommen würden.

    Da sich 2017 die Grundfreibeträge geändert haben, würde der o.g. Vorteil im Bsp. 2 bei gleichbleibenden zvE etwas abschmelzen.

    Tipp: Sollten Sie Ihren Freibetrag auf Kapitalerträge von 801 EUR noch nicht ausgeschöpft und der depotführenden Bank keinen Freistellungsauftrag gegeben haben, sollten Sie in jedem Fall die Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben, um den Freibetrag im Nachhinein noch geltend zu machen.

    Meine Erfahrung ist, dass gerade bei kleinen Kindern und bei Geburt von Geschwistern die Kosten in den ersten Jahren gar nicht so sehr steigen.

    Einmal eine kleine Liste mit Gedanken, die man sich machen und abwägen kann, falls Kind 2 oder 3 ansteht (anstehen soll):

    • Elterngeld - zumindest Sockelbetrag kommt zusätzl. rein + Geschwisterbonus (bei Streckung auf 24 Monate, ein nettes Zusatzeinkommen)
    • Kindergeld - zusätzl. 200 EUR pro Monat mehr
    • Kinderbetreuung - ja nach Region/Kreis/Stadt unterschiedlich. Bei uns gibt es z.B. einen Discount für Familien mit mehreren Kindern, abhängig von der Kinderzahl --> sofort weniger Ausgaben für Geschwisterkinder. Weiterer Discount möglich, wenn mehrere Kinder parallel KIGA oder KITA besuchen.
    • Wohnkosten - Platz ist in der kleinsten Hütte. Müssen (Klein-)Kinder ein eigenes Zimmer haben? Zu Beginn sicher nicht --> Umzug kann hinausgezögert werden
    • Spielsachen - bei uns bekommen die Kleinen so viel von der Verwandtschaft, dass wir selbst gar nichts mehr kaufen müssen. Spielsachen können von jedem weiteren Kind mitbespielt werden --> Keine Mehrkosten
    • Nebenkosten - Müllgebühren steigen minimal. Heizkosten bleiben in etwa gleich. Ich heize die Wohnung so oder so, ob ein Kind mehr oder weniger da ist. Warmwasserkosten steigen vielleicht minimal in den ersten Wochen, danach eher gleich. Wenn gebadet wird, ist es der Wanne egal, ob 1,2 oder 3 Kinder drinsitzen. Kaltwasser steigt leicht. Stromkosten bleiben konstant. Licht brennt für alle. Auch der Kühlschrank läuft für alle. Beim Kochen ist auch egal, ob für 3 oder 5 gekocht wird.
    • Essen - klar mehr Leute essen mehr. Bei kleinen Kindern ist das aber überschaubar.
    • Gesundheitsausgaben - gerade am Anfang wird bei gesetzl. Versicherten ziemlich viel von der KK bezahlt. Zahnarzt könnte später ein Kostenpunkt werden.
    • Urlaub - wird teurer, vor allem weil man in der Ferienzeit fahren muss. Der Effekt ist wahrscheinlich stärker als ein weiteres Kind. Fahrtkosten in den Urlaub bleiben gleich. Unterkunftskosten steigen wegen größerer FeWo leicht. Ausflüge (Seilbahn, Eintritte etc.) hauen richtig rein. Verpflegungskosten kann man minimieren durch selbstkochen. Wer geht mit 3 Kindern täglich essen? Klar macht man zu fünft anders als ein Pärchen Urlaub. Ist er deshalb schlechter? Nein, er ist anders und macht mit Kindern auch Spaß!
    • Auto - leicht höhere Kosten wegen vermehrten Arztbesuchen und Kinderveranstaltungen. Drittes Kind führt zu der unweigerlichen Erkenntnis, dass man einen Van braucht, in den drei Kindersitze nebeneinander passen. Das sind zunächst mal Einmalkosten, aber das alte Auto hätte sowieso irgendwann mal ersetzt werden müssen. Das muss man halt vorziehen.
    • Bildung - ja, Kosten für die Schule, Klassenfahrten werden immer mehr je älter die Kinder werden. Das dicke Ende kommt wie immer zum Schluss , wenn z.B. alle Kinder parallel studieren wollen.

    Ich glaube, dass man auch gut mit 2 oder 3 Kindern zurechtkommt. Man sollte es sich aber nicht so schwer machen und glauben, den gleichen Konsum- und Lebensstandard in allen Lebensbereichen fahren zu können und zu müssen wie das Doppelverdienerpärchen tun. Das werden nur die wenigsten schaffen...

    Aber: Kinder brauchen in den ersten Jahren kein Geld, sondern ganz viel Zuneigung, Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit!

    Ich würde @muc nur teilweise Recht geben. Ja, die Standardabweichung als "Risikomaß" heranzuziehen ist Quatsch. Ähnlich wie @muc musste ich ein politisches Risiko bei RWE tragen. Die Empfehlung "Gold als Beimischung" kommt aus der Erkenntnis, dass gegenläufigen Entwicklungen die Portfolio-Schwankungen reduzieren. Es mindert nicht das Portfolio-Risiko. Geringere Portfolio-Schwankungen lassen aber die ein oder andere nervöse Natur, doch zu Aktien o.Ä. greifen, weil zumindest das Gefühl da ist, jeden Tag ohne große Verluste alles liquidieren zu können.

    Die Frage nach der Sinnhaftigkeit nach Gold wurde ja schon hinreichend diskutiert. Gold ist seit Jahrtausenden Zahlungsmittel und damit weit älter als alle Papiergeldwährungen. Natürlich ist Gold zunächst mal nur ein Metall, es erhält seinen Wert nur aus dem Umstand, dass die Leute es für wertvoll halten. Warum genau das, jetzt und in naher Zukunft nicht mehr so sein sollte, erschließt sich mir nicht. Bisher hat Gold immer als Infaltionsausgleich gedient - nicht mehr und nicht weniger.

    Die große Stärke von Gold in diesen Zeiten ist aber das fehlende Gegenparteirisiko. Und das spielen Sie nur mit physischem Gold aus. Also, @OnkelOtto, Finger weg von irgendwelchen Papiergoldsparplänen. Kaufen Sie sich hin und wieder so eine Unze. Falls Sie unbedingt ein Sparplan haben wollen, dann würde ich am ehesten noch zum XETRA-Gold greifen. Hier ist der Anspruch auf Auslieferug des Goldes verbrieft. Was dieser Anspruch im Fall des Zusammenbruchs des Weltwährungssystems Wert ist, muss dann allerdings jeder für sich beurteilen. Ich rate zu physischem Gold.

    Ich nutze justETF nur als Datenbank, so dass ich über das Premium-Angebot nichts sagen kann.

    Aus meiner Sicht, DIE Seite, wenn es um das gezielte Suchen nach bestimmten ETFs geht. Besonders die Filterfunktionen nach Anlageklassen, Replikationsmethoden und Ausschüttungsmodi lassen einen ziemlich schnell eine Auswahl der gewünschten ETFs finden - wenngleich auch häufiger gar keiner mit meinem Anforderungsprofil existiert oder zumindest nicht bei justETF gelistet ist. Gleichzeitig bekommt man auch die Info, ob der gefundene ETF dann auch wirklich bei meiner Depotbank handelbar und oder sparplanfähig ist.

    Nachteil an dieser Seite ist sicherlich, dass sie nur Leute anspricht, die schon eine Vorbildung in Sachen ETF mitbringen und wissen, was sie wollen. Alles andere kostet dann halt Geld und das ist es, wie sich die Seite finanziert (was aber ja durchaus legitim ist).

    HeikoW: Verstehe ich nicht, warum das nicht stimmen soll. Netto 2770 EUR, also Brutto minus Sozialabgaben minus Steuern, bedeutet ein Elterngeld von 1800 EUR - also ungefähr wegen der Rundungen bei der SV. Höhere Nettoeinkommen wirken sich also nicht mehr aus. Es gibt nur max. 1800 EUR. Insofern stimmt das schon mit der Deckelung.

    Sicher, das Ganze muss noch durch den Progessionsvorbehalt, was das Netto-Elterngeld noch einmal drückt. Im Übrigen sind hier Geringverdiener besonders betroffen. Ich habe einige im Bekanntenkreis, bei denen es das böse Erwachen in der Steuererklärung gab und eine Nachzahlung ins Haus flatterte. Der Grund liegt darin - und das kann man in Deutschland nicht oft genug sagen, weil es immer noch Leute gibt, die das Gegenteil behaupten - dass die Steuerprogression am unteren Ende der Einkommensskala am größten ist. Diese Leute "kommen in die Progression" und nicht die auf der Sonnenseite.

    Bzgl. deinem letzten Punkt möchte ich noch zu bedenken geben, dass die Deckelung insbesondere gut verdienende Männer systematisch davon abhält, Elternzeit zu nehmen. Warum? Weil es in den meisten Familien wirtschaftlich schlicht nicht geht, mal eben auf 1000 EUR netto und mehr zu verzichten.

    Nach dem Antrag auf Elterngeld bekommt man einen Bewilligungsbescheid und ein Berechnungsblatt. Aus eigener Erfahrung kann ich folgendes zur Berechnung berichten:

    • Zunächst werden die durchschnittlichen Einkünfte der 12 Monate vor Geburt gebildet.
    • Dann wird pauschal 21% für Sozialabgaben abgezogen.
    • Der Abzug von Steuern und Soli richtet sich nach der Steuerklasse, die man in der überwiegenden Zeit des 12-Monatszeitraums vor Geburt inne hatte. Abgezogen wird also desweiteren der Betrag, den man sonst in dieser Steuerklasse bei diesem durchschnittlichen Einkünften hätte.
    • Das Elterngeld beträgt dann 65% von diesem "bereinigten Nettoeinkommen", max 1800 EUR im Monat, bei kleinen Einkommen >65%.

    Mit dem Elterngeld Plus gibt es ein paar Änderungen, für das klassische Elterngeld bleibt die Rechnung so.

    Thema 1:

    Vollkommen klar. Danke für den Hinweis! Das Argument hatte ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Ich hatte erstmal nur vom "Ordnungs- und Transparenzstandpunkt" aus argumentiert.

    Thema 2:

    @Saidi ist bei dieser Aussage aus meiner Sicht durchaus zu bestätigen. Denn eine Dynamik-Erhöhung im normalen Bereich kann ja auch eine sinnvolle Anpassung an das (hoffentlich) gestiegene Gehalt etc. sein.
    Daher würde ich bei den RLV´s nicht von vornherein die Dynamik ausschließen.

    Das ist auch gar kein Widerspruch zu meiner vorgeschlagenen "alternativen Vorgehensweise", nur dass man die Inflation nicht über die Dynamik abdeckt. Über die vollständige Einnahmen-Ausgaben-Rechung, muss mann natürlich auch Gehalt und Konsum abzinsen, genauso wie man am Ende mit einem Anlagezins der Versicherungssumme rechnen muss, wenn man über Jahre davon leben möchte. Also auf den Punkt gebracht: Die Inflation steckt oben schon drin, die Dynamik ist letztlich nicht nötig, außer sie läuft so aus dem Ruder, dass die eigene Rechnung nicht mehr aufgeht. In diesem Punkt gebe ich dir Recht, dass man hohen Inflationsraten mit der eingebauten Dynamik begegnen kann. Wenn man so möchte, ist man damit flexibler... Eine Anpassung an das Gehalt ist letztlich der zweite Schritt. Ich würde eher sagen, Anpassung an das Barwert des Konsums. Der steigt in der Regel mit dem Einkommen, muss aber nicht... In letzterem Fall ensteht allerdings echtes Vermögen.

    Thema 3:

    Ich habe zur Thematik Risikolebensversicherungen (RLV) mal einen neuen thread aufgemacht. Vielleicht haben andere auch schon mal darüber nachgedacht. (https://www.finanztip.de/community/foru…ensversicherung

    Henning: Die Trennung von Sparen und Absicherung ist mit Sicherheit die beste Lösung. Ich bin ein großer Anhänger dieser (leider selten praktizieren) Gestaltung. Mit der Trennung vermeidet man die Black Box und macht seine Vermögens- und Versicherungsstruktur transparenter. Leider wird das häufig von den Verbrauchern nicht nachgefragt, weil viele meinen, sie verlören Geld, wenn der Leistungsfall nicht eintritt. Bei jeder Diskussion mit diesen Leuten sage ich immer: Seid doch froh, wenn der Leistungsfall nicht eintritt! Die Absicherung ist aber da und die kostet nun mal Geld. Das ist vollkommen in Ordnung und ist halt so! Das Geld ist nicht einfach weg, sondern man hat sich Sicherheit erkauft.

    Saidi: Der Sinn einer Dynamik in einer reinen Risikolebensversicherung (RLV) erschließt sich mir nicht. Braucht man eine höhere Absicherung z.B. im Falle von Familiennachwuchs, so hat man mit diesem Datum sofort eine größere Versorgungslücke! Warum sollte man sich in Dynamikschritten von 5 oder 10% Jahr für Jahr langsam an diese Lücke herantasten - zumal die Versorgungslücke naturgemäß mit diesen Jahren auch wieder kleiner wird? Tritt der Ernstfall ein, z.B. Tod des Familienvaters 1 Jahr nach der Geburt des Kindes, hat Mutter ein Problem. Die Dynamik ist dann wertlos. Ich erachte deshalb eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung als die sinnvollere Alternative. Alternativ kann man bei Kinderwunsch auch in jungen Jahren eine zunächst höhere Versicherungssumme abschließen als eigentlich benötigt, die dann, wenn der Nachwuchs da ist, wieder ausreichend ist. Die Kosten in jungen Jahren sind bei der reinen Absicherungsform ohne Sparvertrag überschaubar und für Leute, denen die Absicherung der Familie am Herzen liegt, mit Sicherheit auch hinnehmbar. Aber ich gebe zu, dass diese Variante nur für sehr vorausschauende Leute eine Alternative ist... Noch ein wichtiger Punkt, über den bei RLVen selten diskutiert wird: Wie berechnet man seine persönliche Versorgungslücke mal Abseits von der immer propagierten Faustformel: "Als Familienvater mindestens 5 Jahresbruttogehälter."? Aus meiner Sicht greift das einfach viel zu kurz. Außerdem ist die Lücke ja auch nicht konstant. Im Grunde muss man sich für jedes kommenden Jahr Einkommen und geplante Ausgaben überlegen und dann für jedes Jahr in dem der Leistungsfall eintreten könnte, den Barwert der Versorgsungslücke ausrechnen. Mit dieser Zahlenreihe müsste man dann zur Versicherung gehen und sich das individuell für jedes Jahr absichern lassen. In der Praxis klappt das in den seltensten Fällen, so dass man auf die RLV mit linear oder annuitätisch fallende Versicherungssumme ausweichen muss. Diese Modelle decken den Bedarf vieler Leute sehr gut ab, werden aber aus mir unerfindlichen Gründen kaum nachgefragt.

    Ach ja. Aus erbschaftssteuerrechtlichen Gründen, sollte sich die Partner gegenseitig versichern: Also Versicherungsnehmer und versicherte Person trennen und gekreuzte Verträge abschließen!

    @Henning

    Ich sehe schon, Du willst die Grundsatzdiskussion Shiller vs. Fama führen. :D Die Beantwortung der Frage, ob Märkte effizient und rational sind, wird dann wohl auch die Einstellung zum passiven und aktiven Investmentansatz beeinflussen.

    Dass jetzt ausgerechnet die Allianz für aktives Management wirbt, nun, das wundert dich wahrscheinlich eher nicht, oder? In dem Hochglanzprospekt geht es auch schon gut los: "Globalisierung, Demografie, Aufholprozess der Wachstumsländer, knappe Ressourcen und ein neues Informationszeitalter – Megatrends verändern die Welt." Toll, wann war das je anders? Und weiter "[...] warum in einer „Welt im Wandel“ aktives Fondsmanagement bei der Kapitalanlage das Gebot der Stunde zu sein scheint." Es gab auch immer Trends. Wer sie vorhersehen konnte, verdiente gut, ob als Anleger, aber auch als Unternehmer. Nur können die wenigstens immer alle Trends vorhersehen. Und so zieht sich die ganzen (nicht persönlich nehmen!) Pseudoargumente durch das schöne Heftchen.

    Und nun zum DSW: Klar bei 10 Jahren schaffen vielleicht noch ein Viertel eine Outperformance, bei 20 Jahren sind es dann noch 15%, bei 30 Jahren 7% und bei 40 Jahren 2%. Wer schon in den 70ern wusste, dass Warren orakeln wird, wäre reich geworden. Es weiß aber kein Mensch vorher. Nach meiner Beobachtung, sind gerade diese Manager in den Statistiken stark, die viel Erfahrung mit Kapitalmärkten haben - in aller Regel sind sie aber um 65. Die werden das Management aber bald an den Nagel hängen, so dass ich nicht einfach auf den statistisch besten setzten kann. Auch das ist -der von Befürwortern aktiver kritisierter- Blick in den Rückspiegel. Von Mischfonds brauchen wir gar nicht zu reden. Schon das einfachste Minimalportfolie, 50% ETF Aktien Welt und 50% ETF Renten Welt alle Laufzeiten, können die Meisten nicht schlagen. Warum soll ich sie dann teuer bezahlen?

    Ich bleibe dabei: Die Welt dreht sich und ist unsicher. Sie wird sich weiter drehen und unsicher bleiben. Niemand weiß, was in 5, 10 geschweige denn 40 Jahren sein wird!

    ps: Und wenn wir ehrlich sind. Die meisten aktiven kaufen sowieso, aus Angst voll daneben zu liegen, größtenteils die Benchmark und "wagen" dann mal ein paar kleinere Wetten in der Hoffnung auf Outperformance...

    jetzt muss ich auch mal eine Lanze für aktiv gemanagte Produkte brechen, denn nicht jeder aktiv gemanagte Fonds mit einem Fondsmanager ist schlechter als die Benchmark.

    Hier gilt es einfach die Spreu vom Weizen zu trennen.

    Nun, nicht jeder aktiv gemanagte Fond ist schlechter als die Benchmark. Das stimmt wohl - aber nur für einen kurzfristigen Zeitraum. Ich möchte gerne einen Fond und auch einen Manager sehen, der über 30, 40 Jahre kontiniuierlich Überrenditen schafft, und zwar so hohe, dass er seine eigenen Kosten überkompensiert. Ich habe ihn noch nicht gefunden. Und selbst wenn du jetzt mit einem Beispiel kommst, woher weiß ich im voraus, welcher Manager in Zukunft hohe Überrenditen schafft? Der Blick in den Rückspiegel hilft mir ja nicht. :) Ne ne, über richtig lange Zeiträume schafft es niemand den Index zu schlagen - noch nicht einmal vor Kosten!

    Ja genau, ich meinte nur die Risikoversicherung, weil hier aus meiner Sicht eine Dynamik Sinn macht. Stichwort: familiäre Veränderungen, Einkommensveränderung.

    Mal abgesehen davon, dass ich kapitalbildenden Lebensversicherungen sowieso nicht kaufen würde, aber die Kosten auf den neuen Beitrag ergeben schon ihren Sinn. Ansonsten könnte ja Kunde Clever auf die Idee kommen, eine niedrige Ablaufleistung und eine hohe Dynamik zu vereinbaren und dann jedes Jahr die Dynamik ziehen, um Kosten zu sparen...

    Es ist eine Wiederholung! Nur, dass es jetzt ans Eingemachte geht. Ein Zahlenbeispiel, dass wohl nicht aus der Luft gegriffen ist:

    Bei der Beitragsbemessungsgrenze von 48,6 kEUR Bruttojahreseinkommen, machen 0,1% Beitragssatz 48,60 EUR aus. Der frühere Zusatzbeitrag von bis zu 8 EUR pro Monat entspricht also heute ziemlich genau einer Differenz von 0,2% im Beirtagssatz für Gutverdiener. Ich vermute, dass diese Gruppe auch die größte Wechselbereitschaft an den Tag legen wird, weil hier einfach das größte Sparpotential schlummert. Eine Halbtagskraft mit 15 kEUR Einkommen wird sich zunächst an 15 EUR im Jahr wohl eher nicht stören. Dieser strukturelle Unterschied, also die "einkommensabhängigen Zusatzbeiträge", wird zu einer Beschleunigung des vorhin angesprochen Szenarios führen.

    Schaut man sich jetzt an, dass zwischen heutigem Beitragssatz von 15,5% zum gesenkten 14,6% im Jahr 2015 immerhin 0,9% liegen, winkt für Gutverdiener eine Ersparnis von 437,40 EUR pro Jahr - und das bei nahezu gleichen Leistungen. Da aber auch jetzt schon die Rücklagen der Kassen mächtig schrumpfen, so dass viele faktisch auch heute schon nicht mehr mit 15,5% auskommen, wird der durchschnittliche Beitragssatz nach meiner Meinung steigen. Diese Steigerung trägt im Übrigen vollständig der Arbeitnehmer. Spannend wird sein, ob es starke Kassen gibt, die bei unter 15,5% anfangen und durch die Wechsel von Gutverdienenden den Beitrag kurzfristig sogar noch weiter senken können und damit immer attraktiver würden. Theoretisch würden wir in diesem Fall von Beitragssatzdifferenzen von mehr als 1% zwischen starken und schwachen Kassen sprechen. Bei mehr als 500 EUR Ersparnis im Jahr würden wohl auch eher träge Naturen schwach werden...

    Ich wette heute schon, dass diese Phase nicht lange funktionieren kann und in kürzester Zeit politische Korrekturen kommen werden!

    @KaiRe

    Das ist schade für Ihre Nichte. Dann ist sie einer der wenigen Fälle, die schon jetzt langfristig planen können. Um so mehr rückt damit das Thema Aktien-ETF in den Vordergrund. Dennoch ist auch das zu pauschal. Die Finanzplanung ist durch nichts zu ersetzen. Es gibt auch größere Wünsche für "freie" und flexible Menschen. Vielleicht will sich ihre Nichte ja mit 45 zwei Jahre Auszeit in Chile nehmen. Das ist dann ein ähnliches Projekt wie eine Immobilie. Die Menschen sind eben individuell in ihren Wünschen, weshalb unbedingt eine Finanzplanung an erster Stelle stehen sollte...

    Klar gibt es immer Ausnahmen. Und in ganz wenigen Fällen muss man auch mal vom Plan abweichen. Ich wollte damit nur anreißen, dass man grundlegende ökonomische Zusämmenhänge im Hinterkopf haben sollte: also möglichst kein Konsum auf Pump, keine Sparverträge parallel zu Kreditverträgen und keine unflexiblen langfristigen Produkte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eh wieder gekündigt werden. Das alles verhagelt einen nachhaltig die Bilanz und macht das Leben einfach schwerer, als es sein müsste.