@Henning
Ich sehe schon, Du willst die Grundsatzdiskussion Shiller vs. Fama führen.
Die Beantwortung der Frage, ob Märkte effizient und rational sind, wird dann wohl auch die Einstellung zum passiven und aktiven Investmentansatz beeinflussen.
Dass jetzt ausgerechnet die Allianz für aktives Management wirbt, nun, das wundert dich wahrscheinlich eher nicht, oder? In dem Hochglanzprospekt geht es auch schon gut los: "Globalisierung, Demografie, Aufholprozess der Wachstumsländer, knappe Ressourcen und ein neues Informationszeitalter – Megatrends verändern die Welt." Toll, wann war das je anders? Und weiter "[...] warum in einer „Welt im Wandel“ aktives Fondsmanagement bei der Kapitalanlage das Gebot der Stunde zu sein scheint." Es gab auch immer Trends. Wer sie vorhersehen konnte, verdiente gut, ob als Anleger, aber auch als Unternehmer. Nur können die wenigstens immer alle Trends vorhersehen. Und so zieht sich die ganzen (nicht persönlich nehmen!) Pseudoargumente durch das schöne Heftchen.
Und nun zum DSW: Klar bei 10 Jahren schaffen vielleicht noch ein Viertel eine Outperformance, bei 20 Jahren sind es dann noch 15%, bei 30 Jahren 7% und bei 40 Jahren 2%. Wer schon in den 70ern wusste, dass Warren orakeln wird, wäre reich geworden. Es weiß aber kein Mensch vorher. Nach meiner Beobachtung, sind gerade diese Manager in den Statistiken stark, die viel Erfahrung mit Kapitalmärkten haben - in aller Regel sind sie aber um 65. Die werden das Management aber bald an den Nagel hängen, so dass ich nicht einfach auf den statistisch besten setzten kann. Auch das ist -der von Befürwortern aktiver kritisierter- Blick in den Rückspiegel. Von Mischfonds brauchen wir gar nicht zu reden. Schon das einfachste Minimalportfolie, 50% ETF Aktien Welt und 50% ETF Renten Welt alle Laufzeiten, können die Meisten nicht schlagen. Warum soll ich sie dann teuer bezahlen?
Ich bleibe dabei: Die Welt dreht sich und ist unsicher. Sie wird sich weiter drehen und unsicher bleiben. Niemand weiß, was in 5, 10 geschweige denn 40 Jahren sein wird!
ps: Und wenn wir ehrlich sind. Die meisten aktiven kaufen sowieso, aus Angst voll daneben zu liegen, größtenteils die Benchmark und "wagen" dann mal ein paar kleinere Wetten in der Hoffnung auf Outperformance...