Hallo @martin-u,
auch von mir willkommen im Forum. Klingt schwer nach einer 50% Doktorandenstelle
. Ich finds cool, dass du dich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzt und schon schwer optimierst. Ich habe in dem Stadium auch meine Gehversuche in Sachen Finanzen gemacht.
Ich versuche deine Gedankengänge nachzuvollziehen. @chris2702 hat schon festgestellt, dass du sehr auf die Förderquote im Sinne Zulage+Steuerersparnis pro Euro aus eigener Tasche aus bist. Aus meiner Sicht ist das auch der richtige Ansatz. Jeder Euro von dir sollte so effizient wie möglich eingesetzt werden.
Die ersten 4 Graphiken stimmen aus meiner Sicht. Du hast jetzt schon mit 175 EUR Zulage gerechnet (ich wusste gar nicht, dass die erhöht werden sollte), aber das Prinzip ist richtig. Richtig ist im Grundsatz auch der Hinweis von @chris2702 mit dem progressiven Grenzsteuersatz. Je mehr du einzahlst, desto stärker ändert sich dieser. Der Einfachheit halber kann man aber mit 22% rechnen. Das geht schon in Ordnung. Mit den letzten beiden Grapiken habe ich meine Probleme. Es gibt im Riestersystem einen Sonderausgabenabzug. D.h. du kannst deine Eigenbeiträge+Zulage bis max. 2100 EUR absetzen. Dann wird hypothetisch geschaut, welche Steuerersparnis dir daraus entstünde. Ist diese größer als de Zulage, wird die Zulage davon abgezogen und du erhälst die Differenz über die Steuerrückerstattung zurück. Ist die Steuerersparnis kleiner als die Zulage, wird der Sonderausgabeabzug nicht gewährt und es bleibt bei der Zulage. Der Knick in der Förderquote bzw. das Minimum zwischen 1000 und 2100 EUR ist daher nicht plausibel.
Beispiel:
Eigenbeitrag 1346 EUR; Zulage 154 EUR --> Sonderausgabenabzug 1500 EUR, Steuerersparnis fiktiv 1500*22%=330 EUR, Steuerersparnis über Zulage hinaus 330 EUR - 154 EUR = 176 EUR
--> Förderquote: 330/1346=24,5%
Die Förderquote sinkt also nicht wesentlich ab. Helfen könnte die Betrachtung der Extrempunkte.
- 4% vom Brutto = 897 EUR. Steuerersparnis fiktiv 197 EUR. Steuererstattung 197 EUR - 154 EUR = 43 EUR. Förderquote 197/(897-154)=26,5%.
- 1946 EUR Einzahlung. Steuerersparnis fiktiv 462 EUR. Steuererstattung 462 EUR - 154 EUR = 308 EUR. Förderquote 462/(2100-154)=23,7%.
Alle Einzahlungen über 2100 EUR bringen keine Förderung und machen in deinem Fall keinen Sinn. Ausnahme: Du schwimmst im Geld und versuchst Abgeltungssteuer zu sparen. Dann könnte man über einen ungeförderten Vertrag bzw. Überzahlungen nachdenken, aber meist sind die Produkte so schlecht, dass selbst die Abgeltungssteuerbefreiung das nicht kompensieren kann. Aber das ist ein anderes Thema. ![]()
Viel wichtiger in deiner jetztigen Situation ist: Lass dich nicht in langfristige Verträge drängen. Dein Bruttoeinkommen ist aktuell so schwach, dass volle Steuerersparnis zu bekommen nicht viel Sinn ergibt. Auch vor dem Hintergrund, dass dein Einkommen zukünftig noch deutlich steigen wird und dein Grenzsteuersatz im Alter auch irgendwo bei 20% liegen wird, mit dem du die Auszahlungen auch wieder versteuern musst, kannst du die Differenz zwischen Besteuerung im Erwerbsalter und Besteuerung in Rente nicht ausspielen! Aus eigener Erfahrung in ähnlicher Situation: Verbuddel dein Geld nicht in irgendeinem Riester. Spare frei und ungebunden an und versuche zunächst ein Polster von 3 Monatsnettos zu haben. Du wirst in ein paar Jahren dankbar sein, Liquidität zur Verfügung zu haben. Falls dann auch Familie kommt, hat es sich in vielen Fällen ausgeriestert (s. meine Rechnung hier)...
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, wenn z.B. alle Kinder parallel studieren wollen.