Beiträge von hans1956

    Beim Austausch durch eine neue Gasheizung ist aber Folgendes zu beachten (aus BMWK - Jetzt umsteigen auf klimafreundliche Wärme! (energiewechsel.de):(

    Öl- oder Gasheizungen, die zwischen dem 1. Januar 2024 und bis zum Ablauf der Fristen für die Wärmeplanung eingebaut werden:

    Bis zum Ablauf der Fristen für die Wärmeplanung (30. Juni 2026 in Kommunen ab 100.000 Einwohner, 30. Juni 2028 in Kommunen bis 100.000 Einwohner) dürfen weiterhin neue Heizungen eingebaut werden, die mit Öl oder Gas betrieben werden. Allerdings müssen diese ab 2029 einen wachsenden Anteil an Erneuerbaren Energien wie Biogas oder Wasserstoff nutzen:

    • 2029: mindestens 15 Prozent
    • 2035: mindestens 30 Prozent
    • 2040: mindestens 60 Prozent
    • 2045: 100 Prozent

    Ob in Zukunft ausreichend Biogas oder Wasserstoff zu einem bezahlbaren Preis zur Verfügung stehen werden, kann man sehr wohl bezweifeln. Das war auch der Grund, weshalb ich meine alte Ölheizung noch 2023 durch eine Gasheizung ersetzt habe. Wenn sich die Gesetzeslage nicht nachträglich noch ändert, sollten mir der zunehmende Biogasanteil und die dadurch entstehenden Zusatzkosten damit für die nächsten 20 Jahre erspart bleiben.

    Vielen Dank für die ausführliche Kommentierung, das hat mir viel Schreibarbeit erspart.

    Da ich selbst die 400k€ Sanierung in die Diskussion eingebracht habe nur eine Anmerkung dazu. Vielleicht wurden die Bauherren bei den 400 k€ tatsächlich über den Tisch gezogen und das ganze hätte sich auch billiger machen lassen. Das halte ich aber für nebensächlich. Was mich vielmehr ärgert, mit diesem und auch anderen Beispielen sollen Hausbesitzer zu enorm teuren Maßnahmen motiviert werden, die sie ansonsten eigentlich nicht machen würden. Dabei werden Zahlen und Argumente verwendet, die einer auch nur oberflächlichen Prüfung nicht standhalten. Suggeriert wird vielmehr, dass Altbauen mit geringem Aufwand WP-tauglich gemacht werden können und das lässt sich mit den genannten Beispielen eindeutig nicht belegen.

    Wenn ich dann lese "...Die Unterscheidung ist wichtig für die Diskussion, in der Praxis aber nicht so relevant,..." muss ich vehement widersprechen. Im Gegenteil: Das ist die allesentscheidende Frage. Ich kenne niemanden, der sich in enorme Kosten stürzt, nur weil die Gesellschaft sich das irgendwie als Ziel gesetzt hat. Und ob sich das über Gesetze, Richtlinien oder auch nur mit dem erhobenen Zeigefinger erzwingen lässt, wage ich zu bezweifeln. Diese Vorgaben werden von Menschen/Politikern gemacht und lassen sich auch von selbigen wieder revidieren.

    Nachdem ich heute mein letztes angefragte Angebot für Photovoltaik bekommen habe: Ja, das kommt so in etwa hin, jedenfalls bei denjenigen, die eine Ertragsprognose beilegten. Wenn man auch noch den einschlägigen Programmen aus den Solarkatastern der jeweiligen Bundesländer Vertrauen schenkt, dann wird dieser Break Even Point sogar schon nach 13 Jahren erreicht.

    Ich vertraue darauf, bringt ja auch nichts, jeder Prognose zu misstrauen.

    Ich habe mir heute die Ertragsprognose aus dem Solarkataster für mein Haus in BW angeschaut und vertraue ihr definitiv nicht. Die angesetzten Investitionskosten pro kW installierte Peakleistung basieren auf Preisen von 2021und sind viel zu niedrig. Ich sammle derzeit wieder aktuelle Angebote und die liegen z. B. für eine 10 kWp Anlage mindestens 30% darüber. Mit viel DIY geht es ggf. um einiges billiger, für mich kommt das aber nicht infrage. Auch der erreichbare Autarkiegrad (ohne Speicher) von 45 % ist nach allem, was ich anderswo z.B. auf Finanztip finde, viel zu hoch angesetzt. Mit solchen Zahlen kommt man natürlich schnell auf Amortisationszeiten von 10 Jahren. Ich glaube das nie und nimmer.

    Mit den mir zur Verfügung stehenden Zahlen rechnet sich PV jedenfalls erst jenseits von 20 Jahren und ist damit uninteressant. Die Opportunitätskosten lassen wir mal ganz beiseite.

    Danke für die Infos.

    Ja, es ist eine Pensionsverpflichtung bei meinem Mann.

    Genau, ich bin 65. :thumbup:

    Ich beziehe eine Rente von 1.200,- und wenn ich meinen Mann überlebe, hab ich noch die Miete der 1 Zimmerwohnung (die ja jetzt für die KV meines Mannes drauf geht).

    Hab ich mir schon gedacht, dass ETFs in dem Alter nichts mehr sind. Mein Mann sieht das nicht so. Brauch da noch Argumente.

    Ich habe mit 64 mit ETFs begonnen (s. Forumsbeitrag #82 hier Finanzen in Euren 60ern: Was sind Eure Erfahrungen, Fehler & Tipps?). Ob sich das schließlich auszahlt, kann niemand wissen. Ich riskiere es einfach.

    Wie der Prof. auch darstellte, wird dieses Thema (Klimaschutz) in praxi und de facto in den großen und bevölkerungsreichen Ländern entschieden (wie China, Indien, USA, Indonesien, Pakistan, Nigeria, Brasilien usw.) - bezüglich Deutschland hatte er da, nach meiner Erinnerung, Zahlen bzw. Anteile von < 2% im globalen Kontext genannt. Insoweit könne man da von einem "nahezu irrelevanten Anteil" Deutschlands ausgehen. Und "eine von Deutschland ausgehende Rettung des Weltklimas" sei daher eine völlige "Illusion" ... ?

    Auch wenn ich mir das (schon mangels jeder Sachkenntnis; siehe oben) nicht zu eigen machen kann oder will, würde ich (schon aus meinen immerhin rudimentär vorhandenen wirtschaftlichen Grundkenntnissen heraus i. V. m. dem gesunden Menschenverstand) zu der Conclusio tendieren:

    Zum Klimaschutz zwingen wird man die anderen und großen, bevölkerungsreichen Länder kaum können (wie auch ?). Bliebe die Rolle als Vorreiter und Vorbild, dem dann andere Länder (hoffentlich) folgen sprich nacheifern. Unabdingbare Voraussetzung dafür aber wird sein - jedenfalls aus meiner Sicht - dabei Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum sowie Wohlstand erfolgreich zu verbinden. Einem Stagnations- oder gar Niedergangmodell wird kaum ein Land freiwillig und mit Begeisterung folgen (da greife ich auf meine beruflichen Erfahrungen im Ausland zurück). Der Beweis, daß Deutschland dies gelingt, steht m. E. noch aus - um nicht zu sagen, dies ist - mit Blick auf die Wirtschaftsdaten - noch nicht (ansatzweise) erkennbar. Das gilt auch für das sog. "grüne Wirtschaftswunder", welches m. W. von Bundeskanzler Scholz (SPD) erst jüngst (2023) in Aussicht gestellt wurde, weil durch die Transformation hin zur Klimaneutralität dann Wachstumsraten wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders möglich seien.

    Nur meine bescheidene persönliche Meinung.


    Dir wünsche ich gute Gedanken und ebensolche Entscheidungen Deine Finanzen im Alter (60+) aber auch Dein Haus betreffend !

    Hallo Sovereign,

    was Du hier schreibst, trifft genau meine eigene Einschätzung zum Thema Klimaschutz/Wärmewende. Das gilt insbesondere für die vermeintliche Vorbildfunktion Deutschlands. Da ich nicht als vorbildlicher, aber leider finanziell ruinierter Klimaschützer meinen restlichen Ruhestand verbringen will, gehe ich das Thema erneuerbare Energien und Sanierung für mich persönlich ausschließlich unter betriebswirtschaftlichen, d.h. finanziellen Kosten-Nutzen-Aspekten an. Wenn sich eine Maßnahme nicht spätestens bis zu meinem 80. Geburtstag rechnet, lasse ich die Finger davon. Sie muss außerdem aus liquiden Mitteln bezahlbar sein; die Vorstellung, dass man sich als Renter ggf. noch verschulden soll, um irgendeine GEG-, EEG-, EU- oder Sonstwas-Vorgabe zu erfüllen, halte ich für eine Unverschämtheit.

    Ich starte gerade noch einen wirklich letzten Versuch, ob sich vielleicht eine PV-Anlage lohnen könnte. Meine aktuellen Kontakte mit 4 potenziellen Anbietern sind leider schon wieder zutiefst ernüchternd.

    Anbei ein Link zu einem, wie ich finde, hervorragenden Beitrag des SWR, der das Thema kritisch und trotzdem wohlwollend angeht - aber auch zeigt, was einem blüht, wenn man kritiklos alles macht, was einem Energieexperten und Heizungsbauer so vorschlagen.

    https://www.ardmediathek.de/video/swr-wiss…ZXgvbzIwMTkzOTE

    Gegenüber vielen anderen Beiträgen in der Presse ist der genannte tatsächlich ein Fortschritt, trotzdem halte ich ihn immer noch für zu wohlwollend. Die gezeigten Beispiele sind für sogenannte Altbauten nicht repräsentativ, z.B. ein Haus von 1995 sollte eigentlich schon einen ziemlich guten Standard aufweisen. Der einzige wirkliche Altbau von 1953 wurde einer Totalrenovierung unterzogen, zum Preis von ca. € 400.000. Da sagen die Besitzer und die Redakteure selbst, dass sich das erst in 100 Jahren amortisieren würde. Wieso die Eigentümer aber glauben, dass die Förderung die Hälfte dieser Kosten decken würde, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

    Ärgerlich finde ich auch, dass dieser Bericht wieder die angeblich umfassende Studie des Fraunhofer Instituts zum Thema Wärmepumpe im Altbau heranzieht. Der "Energiesparkommissar" hat in einem Vortrag hier

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    diese Studie genauer unter die Lupe genommen.

    Eine Kurzfassung der wichtigsten Ergebnisse daraus (in meinen Worten):

    - Die Stichprobe der untersuchten Altbauten ist in keinster Weise repräsentativ für den Altbaubestand in Deutschland. Altbauten sind für mich in erster Linien Bauten vor 1978, e.g. die Vielzahl der Häuser aus den Wirtschaftswunderjahren, wie sie in den 1950ern und 1960ern ohne Gedanken an Wärmedämmung schnell und in großer Zahl hochgezogen wurden (z.B. direkt hinter meinem Haus). Das sind die eigentlichen Problemfälle. Von noch älteren Häusern will ich gar nicht sprechen. Stattdessen wurde eine ziemlich handverlesene Auswahl von Häusern untersucht, die überwiegend bereits gute Voraussetzungen für eine Wärmepumpe aufwiesen, aber völlig untypisch für den Altbau sind.

    - Selbst in dieser "handverlesenen" Gruppe hatten > 40% der installierten Wärmepumpen eine effektive JAZ von 3,0 und darunter. Wirtschaftlich sinnvoll lassen sich Wärmepumpen damit nicht betreiben.

    - Die Kernaussage der Studie lautet:

    "Auch in Bestandgebäuden funktionieren Wärmepumpen zuverlässig und sind klimafreundlich."

    Man beachte, das Wort effizient u/o wirtschaftlich sinnvoll kommt darin nicht vor. Auf die Nachfrage, weshalb die Wirtschaftlichkeit und Effizienz von Wärmepumpen nicht betrachtet wurden, antwortete der Studienleiter, dass das nicht Teil der Aufgabe gewesen wäre...

    Ich halte das für einen Etikettenschwindel, um nicht zu sagen, eine bewusste Irreführung.

    Es muss nichtmal zweite Wahl sein. Mittlerweile gibt es auch komplette Bausätze inklusive Wechselrichter und Befestigungsschienen. Ich bin am überlegen, unsere Anlage auch noch auf Carport und Gartenhaus zu erweitern, da auf dem Hausdach nur 6,5kWp sind. Für 16 Module = nochmal 6,5kWp liegt man dann bei ca. 3500€. Man muss halt dafür selbst aufs Dach klettern, das ist bei einem Carport weniger kritisch als beim Haus. Und in jungen Jahren geht so etwas auch noch besser als Ende 60 ;)

    Aber wie dem auch sei, eine PV muss keine 20 000€ kosten

    Die Sinnhaftigkeit des Verfahrens ist eigentlich offensichtlich. Man redet seit 20 Jahren davon, dass Altbauten energetisch saniert werden sollen. Bis auf die AfD vertreten alle Parteien das Ziel den CO2-Ausstoss deutlich zu reduzieren und in der Bevölkerung finden sich ebenfalls sehr große Mehrheiten dafür. Zumindest, solange es um Reduktion nach St. Florian geht und weder das eigene Auto noch die eigene Heizung betroffen sind. Und da man nicht massenhaft funktionierende Anlagen herausreißen kann (wer soll die neue Anlage einbauen?), verpflichtet man die Besitzer eben bei Modernisierungen dazu. Soweit so nachvollziehbar und im Wesentlichen auch fair.

    Was mich allerdings wundert, ist die Tatsache, dass es reicht ein Gutachten des Energieberaters in Ablage P zu befördern und man trotzdem 5% bekommt. Das lässt sich wohl nur mit der Schizophrenie erklären, wenn man Politik nach dem Motto "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" betreibt...

    Ich halte es jedenfalls für naiv, wenn jemand glaubt, dass der unsanierte Altbau ohne Sanierungspflicht die nächsten Jahrzehnte durchkommt.

    Eine energetische Analyse wäre sehr wohl hilfreich, wenn sie den tatsächlichen Verbrauch und die individuelle Nutzung eines Hauses analysieren würde. Der Eigentümer könnte daraus dann wirklich sinnvolle Maßnahmen ableiten. Wie aber dunnerkeilnochemool ebenfalls anmerkt, leistet der iSFP das gerade nicht. Ich mache dem Energieberater auch gar keinen Vorwurf; es bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als die Daten in genau der Weise auszuwerten, wie die Norm das vorgibt. Auch wenn die unsinnigsten Schlussfolgerungen herauskommen. In der abschließenden Bewertung des iSFP waren wir übrigens völlig einer Meinung. Das galt auch für alle meine anderen Beratungsgespräche mit Energieberatern in den letzten Jahren, ob über die Gemeinde, die Handwerkskammer, den Verbraucherschutz oder eben jetzt. Mir scheint, die Energieberater wissen sehr wohl, welchen Humbug sie den Kunden erzählen müssen, weil es der Gesetzgeber so will.

    Noch ein abschließender Satz: Der Energieberater war mit mir der Meinung, dass ein Sanierungszwang (wenigstens für Altbesitzer im Bestandsbau) nie durchsetzbar sein wird.

    Hallo @epsilon2, lieberjott, BS.C, dunnerkeilnochemool, ANDREJ und Thebat,

    vielen Dank für Eure Kommentare, ich hatte inzwischen eine weitere Abstimmung mit dem Energieberater mit folgendem Ergebnis:

    - Er hat einen Eingabefehler gemacht, den er korrigieren wird, der sich aber seiner Aussage nach nicht dramatisch auf den Energiebedarf auswirken wird.

    - Primärenergiebedarf, Endenergieverbrauch und Energiegrößen sind anhand der Architektur und Bausubstanz nach Norm berechnete Größen, keine Erfahrungswerte.

    - Die seit 01.01.2024 gültige Norm DIN V 18599 hat letztendlich zur Folge, dass alle mit fossiler Energie beheizten Häuser unweigerlich als sehr schlecht mit Primärenergiebedarf > 250 kWh/(qm*a) eingestuft werden, unabhängig von bereits durchgeführten (Teil-)Sanierungsmaßnahmen. Ich kann/will das nicht nachprüfen, es deckt sich allerdings mit den Diagrammen etwa bei der Verbraucherzentrale gemäß BMWK/DENA, nach denen ein teilsaniertes oder unsaniertes Gebäude vor 1978 einen spezifischen Primärenergiebedarf von > 230 kWh/(qm*a) hat.

    Für mich ist damit der Sanierungsplan (nach Korrektur) insoweit ok, als er eben die Norm erfüllt. Letztendlich spielt das für mich keine Rolle mehr; die 5% Erneuerbare Energien Vorgabe in BW ist damit erfüllt.

    Meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit des ganzen Verfahrens sind damit nicht beseitigt. Offenbar soll damit vor allem Otto-Normaleigenheimbesitzer der große Zeigefinger vorgehalten werden, was er gefälligst zu tun hat, und wenn das nicht reicht, holt man eben die große Keule (Gesetzesänderungen, Vorschriften, Normverschärfungen usw.) heraus. Koste es, was es wolle.

    Altbausanierung lohnt sich schon. Habe zwischen 1995 und 2000 ein 1920er-Jahre Haus zum Niedrigenergiehaus (85kWh/qm/Jahr) umgebaut. Zusätzlich mit thermischer Solaranlage und PV ausgestattet. 2023 kam die Wärmepumpe.

    Selbst zu tragende Investitionkosten für energetische Sanierung und Heizung in den Jahren insgesamt rund 90t Euro. Das Haus wurde immer bewohnt und erfüllt heute alle Ansprüche des GEG.

    Der Co2-Ausstoß wurde von 86 auf 9 kg/qm/Jahr gesenkt!! Das war das Ziel und den nachfolgenden Gerationen geschuldet.

    Wer rein betriebswirtschaftlich an eine energetische Sanierung geht, sollte die Finger davon lassen oder in jungen Jahren damit anfangen.

    Die Preise waren vor 25 Jahren schon noch andere. Mit 90k € könnte ich die Außendämmung und noch ein bisschen dazu finanzieren, mehr nicht. Selbermachen ist nicht möglich.

    Und ja, ich sehe das betriebswirtschaftlich und lasse es deshalb auch.

    Da habe ich meine Zweifel. Ein gutes Angebot für eine PV amortisiert sich teilweise schon nach 10 Jahren. Als Mann in deinem Alter hast du eine Lebenserwartung von ca. 74 Jahren, also noch 16 Jahre Zeit. Bis dahin hat sich auch ein mittelmäßiges Angebot amortisiert.

    Ich stelle auch mal in Frage, dass dein Haus so schlecht ist, dass man es nur noch abreißen kann.

    Wenn ich der Prognose mit https://wie-alt-werde-ich.de/ und meinen Parametern glauben kann, habe ich sogar gute Chancen, mindestens noch 20 Jahre zu leben :).

    Wenn ich mir aber die letzten Stellungnahmen von Finanztip zur Rentabilität von PV unter Berücksichtigung meiner Randbedingungen anschaue, ist mit einer Amortisation (ob für den Eigenverbrauch oder relativ groß mit 10 kWp nur für die Einspeisung) nicht unter 20 Jahren zu rechnen. Ich habe vor Kurzem wieder eine Angebotsanfrage gestellt mit dem Ergebnis, dass mir die potenziellen Anbieter schon in einem ersten Telefonat sagten, dass sich das nicht für mich lohnen würde.

    Und nein, mein Haus ist inzwischen in einem recht guten Zustand, so dass es ggf. auch in 20 Jahren nicht abgerissen werden müsste. Nur wäre die dann notwendige Kernsanierung vermutlich teurer als ein Neubau und es wäre vom Schnitt her immer noch ein Haus aus den 60ern, wie man sie heutzutage eben nicht mehr will.

    Wie andere Foristen schon mehrfach äußerten, ist ein Abriss und Neubau unter diesen Umständen die wohl bessere und billigere Lösung. Ich werde das aber nicht mehr entscheiden müssen.

    Hallo Andrej, vielen Dank für deine Hinweise, ich werde mich damit weiter schlau machen.

    Ich habe letztes Jahr bei 4 Energieberatern angefragt, denen war das Reihenhaus aus den 70ern wohl nicht spannend genug. Keiner hat sich zurückgemeldet. Nachdem eigene Recherche ergeben hat, dass bei einem Einkreis Heizungssystem eine Wärmepumpe sehr ineffizient wäre, ist es eine neue Gasbrennwertheizung geworden.

    Hallo Taler,

    bei mir war die Suche nach einem Energieberater vor wenigen Wochen kein Problem. Letztes Jahr musste man den Energieberatern und Heizungsbauern noch hinterher rennen. Das ist jetzt offenbar nicht mehr so. Die Begeisterung für die Wärmewende hat ja offensichtlich auch nachgelassen.

    Mein iSFP war für ein noch älteres Haus - aber mit ähnlichen Dämmversuchen wie Deinen - ähnlich ärgerlich, wenn auch beim Primärenergieverbrauch nicht ganz so schlimm wie Deiner (übrigens: In meinem iSFP-Plan gibt es eine Legende, was die einzelnen Begriffe beim Verbrauch so bedeuten sollen, auch wenn man als Laie selbst damit nicht voll durchsteigt).

    An diesem iSFP-Hype ist aber auch das BafA mit schuld, weil es bei seinen Förderrichtlinien zu oft iSFP und Energieberater gemeinsam als Voraussetzungen für Förderung nennt, obwohl sich beim Antragsverfahren dann zeigt, dass man einen iSFP für eine Einzelmaßnahme nicht unbedingt gebraucht hätte. Und zu allem Überfluss ist BafA jetzt aus dem Fördergeschäft draußen und die KfW zieht wieder ganz andere Saiten auf.

    Einziger Trost: Wenn's der Energieberater ehrlich mit Dir gemeint hat, wird er beim BafA einen Antrag auf Kostenzuschuss gestellt haben, und danach hält sich der Nettopreis für einen iSFP in Grenzen (jedenfalls für ein Einfamilienhaus).

    Hallo dunnerkeilnochemool (anstrengender Nick ;-)),

    danke für deinen Hinweis, ja, zu Primärenergiebedarf steht da:

    "Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben dem Endenergiebedarf des Gebäudes auch den Energieaufwand für die vorgelagerten Prozessketten außerhalb des Gebäudes. Dazu gehören die Gewinnung, Aufbereitung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe."

    Mag sein, dass ich falsche Erwartungen an die Ist-Beschreibung meines Hauses hatte. Ich hatte gehofft, jetzt lerne ich wirklich etwas darüber, wohin sich meine Heizenergie "verflüchtigt". Der Energieaufwand bei der Öl- oder Gasförderung und dann bis zu meinem Haus hat mich nicht so interessiert...

    Witzig finde ich auch die "Sowieso-Kosten":

    "Zu den Sowieso-Kosten zählen im iSFP die Kosten, die ohnehin für notwendig Instandsetzungen anfallen, sowie Kosten für sonstige Modernisierungsmaßnahmen (z.B. Komfortverbesserung)."

    In der Kostenabschätzung werden dann aber sämtliche Kosten für die Sanierungsmaßnahmen zu "Sowieso-Kosten". Sowieso...

    Trotz allem bleiben die Zahlen für mich nicht nachvollziehbar, aber das ist jetzt nicht von allgemeinem Interesse. Ich bespreche den iSFP ohnehin noch einmal mit dem Energieberater. Vielleicht kommt mir da die große Erleuchtung.

    Beruhigend ist wenigstens, dass ich wirklich nur den Restbetrag nach Förderung bezahlen muss; das ist überschaubar. Wenn es ausreicht, um damit die 15%-Vorgabe teilweise zu erfüllen, soll es mir letztendlich egal sein.

    Ja, das ist so mit den Energieberatern. Die haben ihre theoretischen Vorstellungen und davon lassen sie sich auch nicht abbringen. Du darfst dich auch schon darauf einrichten, dass es auch in der Praxis nicht die Verbesserungen und Einsparungen geben wird, die er dir theoretisch vorrechnet. Letztlich leben diese Branche und die Sanierungsideologie davon, dass der Ist-Zustand theoretisch schlecht und der anzustrebende künftige Zustand theoretisch schön gerechnet werden. Ich glaube nicht, dass bei einem solchen Haus die Sanierungskosten jemals wieder durch Einsparungen heraus geholt werden können. Und gelegentlich gibt es dann darüber hinaus auch noch Großkatastrophen, wie z. B. wenn sich unter der Dämmung Lasius brunneus wohlzufühlen beginnen.

    Hallo epsilon2,

    ich sollte vielleicht noch ergänzen, dass es gar nie meine Absicht war, den Sanierungsfahrplan umzusetzen. Ich benötige ihn vielmehr, um die "15% Erneuerbare-Vorschrift" in BW (teilweise) zu erfüllen. Der iSFP zählt als 5%, selbst wenn man nichts daraus verwirklicht.

    Ich muss dem Energieberater an dieser Stelle zugutehalten, dass er seinerseits der Meinung war, dass sich wirklich keine einzige der empfohlenen Sanierungsmaßnahmen, auch keine PV oder Solarthermie als Ergänzung, zu meinen Lebzeiten auch nur annähernd rechnen würde. Er hat mich außerdem in meiner Entscheidung im letzten Jahr bestärkt, die alte Ölheizung durch eine Gas-Brennwertheizung zu ersetzen, da die parallel angebotene Wärmepumpe auf völlig unrealistischen Annahmen beruhte und nie (wirtschaftlich) funktioniert hätte.

    So nebenbei, die Maßnahmen würden - nach Abzug jeglicher Förderung - ca. € 180.000 kosten und darin sind Maßnahmen (neue Verkabelung, Leitungsrohre usw.) noch gar nicht enthalten, die bei einem 60 Jahre alten Haus im Rahmen einer Kernsanierung fällig wären. Ein Irrsinn.

    Besser im gegenwärtigen Zustand so lange darin wohnen, wie es nur geht, und dann ggf. für den Grundstückswert verkaufen. Oder die potenziellen Erben reißen ab und bauen neu (unwahrscheinlich).

    Hallo,

    ich habe in den vergangenen Wochen einen Sanierungsfahrplan (iSFP) für ein freistehendes Einfamilienhaus erstellen lassen, dessen Ergebnisse ich nicht nachvollziehen kann. Kurz die Daten zu meinem Haus, die dem Energieberater bei der Bestandsaufnahme mitgeteilt wurden:

    - Baujahr 1964, Wohnfläche laut Verkehrswertgutachten 225 qm

    - Dachdämmung, Fenster 2-fach verglast (nach 2015), sonst keine energetisch relevanten Sanierungsmaßnahmen (Heizungstausch Ende 2023 hier nicht berücksichtigt)

    - jährlicher Heizölverbrauch (bis Ende 2023): 3500-4000 l

    - jährlicher Stromverbrauch: 2600 kWh

    Es sind nicht die empfohlenen energetischen Sanierungsmaßnahmen mit den prozentualen Einsparpotentialen, die sind Standard, und auch nicht die geschätzten Kosten, dafür gibt es plausible Richtwerte, die mich irritieren. Was mich wundert, sind der beschriebene Ist-Zustand des Hauses und die absoluten Einsparpotentiale durch die Sanierungsmaßnahmen.

    Abweichend von den oben genannten Zahlen setzt der Energieberater für den Ist-Zustand meines Hauses folgende Werte an, von denen er sich auch nicht abbringen lässt:

    - Energiekosten 10.100 €/a

    - Endenergieverbrauch 55.700 kWh/a

    - Primärenergiebedarf 300 kWh/(qm*a)

    Ich verstehe nicht, wie der Energieberater zu diesem exorbitanten Energiebedarf kommt. Insgesamt wird die Energieeffizienz des Hauses als "sehr schlecht" bewertet.

    Unabhängig von diesem iSFP habe ich 2017 von der Verbraucherzentrale einen Energiecheck inkl. Thermographie erstellen lassen. Ergebnis war, dass mein Haus der Bausubstanz entsprechende, durchschnittliche Energieverluste ohne nennenswerte Schwachstellen aufweist. Als Jahresverbrauch Heizenergie ergaben sich 167 kWh/(qm*a).

    Ich kann nicht nachvollziehen, wie es zu derartig eklatanten Unterschieden kommen kann. Werden für den Energiebedarf eines Hauses in einem iSFP generell Richtwerte aus irgendeiner Norm zugrunde gelegt, unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch, oder ist der iSFP einfach nur schlecht gemacht?

    Die Gasheizung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern der Umbau sollte an sich geplant gewesen sein. Du wußtest vermutlich monatelang vorher, was da auf Dich zukommt. Es wäre naheliegend gewesen, sich im Vorfeld Gedanken über den Brennstoffpreis machen (und beispielsweise vorab einen Liefervertrag abschließen). Mein Grundversorger war nie über 12 ct/kWh. Ich halte einen Preis von 22 ct/kWh in der aktuellen Marktsituation für deutlich überhöht.

    Die Diskussion zu meinem Umbau fand an anderer Stelle im diesem Forum statt. Du warst übrigens maßgeblich daran beteiligt.

    Ich habe mir im Vorfeld sehr wohl Gedanken über den Brennstoffpreis und den Gasversorger gemacht und wollte von Anfang an keinen Grundversorger in Anspruch nehmen. Das war aber nicht möglich. Den Grundversorger und seine Tarife konnte ich mir übrigens nicht aussuchen, der ist in unserer Gegend gesetzt. Ein Vertrag mit einem anderen Anbieter kam nicht zustande, da dazu ein Gaszähler mit Zählernummer vorhanden sein muss. Der wurde aber erst mit dem Einbau der neuen Gasheizung installiert. Ich habe es Monate vorher versucht, bis mir nach einigem Hinundher gesagt wurde, sorry, geht leider nicht. Das war auch der Grund, weshalb ich nur wenige Tage nach dem Einbau einen Wechsel zu EON beauftragt habe.

    Findest du?
    Bei meiner vorherigen Wohnung hatte im Jahr 2020 einen Verbrauch von 18.600 kWh für Warmwasser und Heizung (Gasetagenheizung).

    120 m2, typisches Haus mit eher wenig Dämmung aus den 70ern, Südwestdeutschland.

    Mein freistehendes Haus (Nachbarn heizen also nicht mit) in Bodenseenähe hat 200 m2 Wohnfläche und stammt aus den 60ern. Kein Energieberater, Heizungsbauer usw. konnte mir eine Sanierungsmaßnahme empfehlen, die sich nach max. 20 Jahren amortisiert hätte.