HeikoW:
Verstehe ich nicht, warum das nicht stimmen soll. Netto 2770 EUR, also
Brutto minus Sozialabgaben minus Steuern, bedeutet ein Elterngeld von
1800 EUR - also ungefähr wegen der Rundungen bei der SV. Höhere
Nettoeinkommen wirken sich also nicht mehr aus.
Das ist richtig, mein Fehler. Offiziell heisst es, 21 Prozent Sozialabgaben gehen vom Brutto ab. Dazu kommen noch die Steuern, z.B. Einkommen- und Kirchensteuer. Auch das schmälert.
Sicher, das Ganze muss noch durch den Progessionsvorbehalt, was das Netto-Elterngeld noch einmal drückt. Im
Übrigen sind hier Geringverdiener besonders betroffen. Ich habe einige
im Bekanntenkreis, bei denen es das böse Erwachen in der Steuererklärung
gab und eine Nachzahlung ins Haus flatterte.
Das zeigt, dass man sich damit intensiv beschäftigen sollte. Ich habe mich einer Veranstaltung der Elterngeldinfo.de informiert und kann nur empfehlen, sich umfassend beraten zu lassen. Auch ist das wichtig für die Rentenpunkte, die für die Elternzeit vergeben werden. Weiß denn jeder, dass die Rentenpunkte pro Jahr mit maximal 2 gedeckelt sind? Und welche einfachen Möglichkeiten es gibt, diese nicht zu verschenken? Beispiel: Mutter verdient 60000 Euro p.a., Vater 50000 und er geht in Elternzeit. Mutter bekommt 60000 : 35000 = 1,7 Rentenpunkte plus automatisch 1 Rentenpunkt vom Staat dazu (das gilt 3 Jahre lang), das macht 2,7. Da sie aber bei 2 gedeckelt sind, verschenkt Mama 0,7 Punkte. Die wären bei dem Papa besser aufgehoben, wenn er Elternzeit nimmt. Dazu muss man aber aktiv werden.
Bzgl. deinem letzten Punkt möchte ich noch
zu bedenken geben, dass die Deckelung insbesondere gut verdienende
Männer systematisch davon abhält, Elternzeit zu nehmen. Warum? Weil es
in den meisten Familien wirtschaftlich schlicht nicht geht, mal eben auf
1000 EUR netto und mehr zu verzichten.