Ist doch eigentlich völlig menschlich: Wenn man von einer Sache überzeugt ist, verteidigt man sie auch und sucht nach neuen Argumenten, die die eigene Sicht bestätigen. Das machen aber nicht nur „die anderen“, sondern beide Seiten gleichermaßen.
Der eine sucht Pro-Argumente für Bitcoin, der andere gegen Bitcoin. Der eine sieht Chancen in Tech, der andere nur Risiken. Jeder filtert Informationen automatisch stärker in die Richtung, die zum eigenen Weltbild passt.
Deshalb finde ich es immer schwierig, so zu tun, als wäre nur die Gegenseite emotional oder voreingenommen.
Interessant, was ich an mir selbst beobachte:
Wenn ich mit Menschen zusammen bin, die sehr pro Bitcoin sind, nehme ich oft eher die skeptische Rolle ein und argumentiere dagegen oder zumindest vorsichtiger.
Bin ich dagegen mit Leuten zusammen, die Bitcoin komplett ablehnen oder noch gar keine Meinung dazu haben, argumentiere ich plötzlich deutlich pro Bitcoin.
Ich habe mich im Laufe der Jahre vom sehr skeptischen Beobachter zu einem deutlich weniger skeptischen Beobachter und letztlich auch Nutzer/Käufer entwickelt (nur Hodler). Und interessanterweise ist im gleichen Maß auch meine Sparrate gestiegen.
Genau deshalb glaube ich, dass diese Entwicklung bei vielen Menschen stattfinden wird/kann – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Nicht jeder wird zum Hardcore-Bitcoiner, aber viele werden sich vermutlich Schritt für Schritt damit beschäftigen, erste Berührungspunkte haben und ihre Meinung langsam verändern.
Deshalb glaube ich auch, dass Bitcoin weiter bestehen, langfristig eine größere Rolle spielen und vermutlich auch im Wert weiter steigen wird. Ob das am Ende wirklich so kommt, wird man sehen – sicher ist das alles nicht. Es kann jederzeit große Ereignisse geben wie Crashs, regulatorische Eingriffe, technisches Versagen oder Dinge, die heute noch niemand auf dem Schirm hat.
Aber diese Entwicklung, die ich an mir selbst beobachte, sehe ich eben auch im Umfeld. Und wenn ich dann bedenke, wie viele Menschen sich bisher noch überhaupt nicht mit Bitcoin beschäftigt haben, wirkt das Potenzial einfach riesig auf mich. Genau das ist letztlich der Grund, warum ich dabei bleibe.
Sorry für den vielen Text, ich mag eigentlich selbst eher die kürzeren Beiträge.😅