Sind Kinder zu teuer?

  • Würde ich als Mann nicht unbedingt unterschreiben wollen. Ein alter Bekannter von mir musste etwas über 20 Jahre für einen One-Night Stand zahlen. Und über gemeinsame Kinder hat er sich mit der Frau vor dem Sechs mit Sicherheit nicht unterhalten. ;)
    Nicht dass ich uns Männer in Schutz nehmen will. Wer den Spaß haben will, muss auch mit den Konsequenzen leben.

    Was, wurde er etwa zum Akt gezwungen?

  • Dito. Dass Kinder „Geld kosten“ weiß man eben vorher. Und zum Kinderbekommen zwingt mich ja auch niemand.

    Letztendlich funktioniert das Rentensystem nur, wenn jeder ausreichend Nachkommen in die Welt setzt, die zu Beitragszahlern werden. In geringerem Umfang gilt das auch für die KV. Zu Kindern zwingen ist schwierig, aber seit kinderlos nicht mehr hauptsächlich an biologischen Ursachen liegt, sondern im Wesentlichen eine Lifestyle-Frage ist, müsste man eigentlich die Rentenansprüche für Kinderlose und solche mit Einzelkindern deutlich kürzen.

    Ich bekenne mich da auch schuldig, dass zu unserem Einzelkind kein weiteres geplant ist...aber so funktioniert es halt auf Dauer nicht.

  • ... müsste man eigentlich die Rentenansprüche für Kinderlose und solche mit Einzelkindern deutlich kürzen.

    Das finde ich einen bemerkenswerten und sehr mutigen Vorschlag! Am Ende könnte genau das der gerechteste Weg für den Generationenvertrag sein.

    Ich wollte mich erst entrüsten, aber ich glaube, da ist richtig was dran.

    Danke!

  • Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung gibt es dieses Malus-System ja schon.

    Gibt es dagegen eigentlich Klageverfahren? (Reine Neugier, nicht betroffen).

    Sollen (evt ja auch NICHT freiwillig) Kinderlose bei den Steuern begünstigt werden, da ihre Nachkommen keine Kosten für Kindergärten, Schulen und Universitäten verursachen?

    So einfach ist das wohl nicht.

  • Das finde ich einen bemerkenswerten und sehr mutigen Vorschlag! Am Ende könnte genau das der gerechteste Weg für den Generationenvertrag sein.

    Ich wollte mich erst entrüsten, aber ich glaube, da ist richtig was dran.

    Könnte aber auch falsche Anreize schaffen... nicht jeder sollte Kinder in die Welt setzen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Witzige Kämpfe die hier ausgetragen werden :)

    Kinder kosten (die Eltern) definitiv Geld in Deutschland. Ich bin Beamter mit 2 Kindern und entsprechenden Familienzuschlägen, daher bin ich da (leider) privilegiert im Vergelich zu anderen.

    Meine Kinder sind (aus Überzeugung - da ich eigentlich Anhänger einer Bürgerversicherung bin) gesetzlich krankenversichert, wir wohnen in einer 60.000 Einwohner-Stadt, haben keine Hebamme bekommen, keinen Kinderarzt in der Nähe, ein Kind braucht psychologische Hilfe die noch schwerer und mit viel Leid aufzutrteiben war, der Kindergarten kostet hier im Gegensatz zu anderen Bundesländern, meine Kinder mussten in Klassen mit 30+ Kindern (obwohl der Klassenteiler niedriger ist) da das Schulsystem m.E. vor die Hunde geht (ganz abgesehen davon, dass es generell überdacht werden sollte).

    Willkommen in einer völlig überalterteren Gesellschaft in der es neben u und Ärzten bald auch keine Handwerker oder Lehrer mehr gibt. Alle in Rente und das spürt man jetzt schon massiv.

    Ob wir ein Kinderfreundliches Land sind (denke schon, so in den Arsch geblasen wie in D kriegst es sonst nirgends mit Kindern) spielt am Ende keine Rolle denn die Geburtenraten sind quasi überall in den Industrie und Schwellenländern gleich niedrig oder noch deutlich niedriger.

  • Die Entscheidung für oder gegen Kinder muss jeder selbst treffen. Die Gründe sind individuell und das sollte man respektieren.

    Wir haben drei Kinder. Ja, es gab Phasen, in denen wir gestruggelt haben (Stress, Schlafmangel, Sorgen (auch finanzielle)). Trotzdem denke ich heute öfter: Hätten wir doch noch ein viertes bekommen.😊

    In unserem Freundeskreis ist der Großteil kinderlos, was ich persönlich sehr bedaure (nicht aus Wertung), sondern weil Familie für mich eine besondere Lebensqualität bedeutet. Neben den heutigen Verhütungsmöglichkeiten (wie viele von uns und auch früherer Generationen sind „ungeplant passiert“), sehe ich vor allem den westlichen Lebensstil mit starkem Fokus auf Selbstverwirklichung und Individualität als den Hauptgrund an. Ich höre in Gesprächen bei Lebenszielen alles Mögliche von Reisen, Longevity, sportlichen Zielen bis hin zu finanzieller Unabhängigkeit😉, aber einen Kinderwunsch höre ich so gut wie nie…

  • Das finde ich einen bemerkenswerten und sehr mutigen Vorschlag! Am Ende könnte genau das der gerechteste Weg für den Generationenvertrag sein.

    Ich wollte mich erst entrüsten, aber ich glaube, da ist richtig was dran.

    Und was ist mit Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können? Die werden dann doppelt bestraft.
    Oder die Kinder wandern nach der Ausbildung aus. Was hat die Gesellschaft dann davon den Kindern einst die Ausbildung finanziert zu haben?
    Es ist nicht einfach ein 'faires' System für alle Menschen zu schaffen.

    Kinder allein sind auch keine Garantie für Rentenzahlungen in einem Umlagesystem. Es muss auch ausreichend Jobs geben damit diese Kinder dann auch Ihr Einkommen und das Ihrer Eltern/Großeltern erwirtschaften können.
    Und natürlich muss man den Kindern auch die Bildung ermöglichen, damit Sie überhaupt die zunehmend anspruchsvolleren Jobs der zukünftigen Industrie in Deutschland bewältigen können. Nutzt ja auch nix, wenn man eine Generation von zukünftigen Bürgergeldempfängern heranzieht.
    Das die Zahl der jugendlichen ohne Schulabschluss hat gerade ein Neues 10-jahreshoch erreicht. :/ Betroffen deutlich mehr männliche Jugendliche.
    Eigentlich sollte es doch so sein, dass man sich um die wenigen Kinder intensiver bemüht. Evtl. wird sich ja sogar zu viel bemüht und man erreicht damit genau das Gegenteil?
    Die Welt ist komplex und das wird Sie auch bleiben.

  • Ich habe es mehrfach gesehen. Das System ist für die Leute die passen. Um Kinder mit speziellerem Förderbedarf wird sich nicht wirklich gekümmert, die fallen durchs Raster und dann ist es das. Habe selbst einen Fall in der Verwandtschaft. Kind mit sehr hoher sozialer und emotionaler Intelligenz, leider mit ner rechtschreibschwäche und adhs. Musste mit knapp 6 eingeschult werden und durfte nicht noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben. Trotz psychologischem Gutachten und diversen Empfehlungen. War dann ab Klasse 1 quasi 'hinten dran' und hat es trotz Nachhilfe und Therapie nie geschafft die Defizite aufzuholen. Hat irgendwann für sich mit der Schule abgeschlossen und geht jetzt ohne Noten und ohne Abschluss in ein paar Jahren ab.

    Dazu muss man sagen, das er ein extrem guter Mensch ist. Bisher Keine Eskapaden wie Drogen, Alkohol, Rauchen, Gewalt usw. Was man sich sonst bei Kindern/Jugendlichen so vorstellt mit so einem Bildungsgang. Einfach nur unpassend fürs System. Man kann nur hoffen das er aufgrund seiner Talente einen passenden Lebensentwurf finden kann.

    Lange Rede kurzer Sinn, Leben und Wege sind vielfältig. Gerade im Kindes und Jugenalter kann man kaum genug Fördern und Hilfe anbieten. Die Kinder die ins System passen und einigermaßen clever sind finden sich eh immer zu Recht. Je stärker wir aber von immer weniger Menschen abhängig werden, desto stärker sollten wir uns um jeden einzelnen Kümmern. Nur weil das früher anders war heißt es nicht das es damals nicht auch besser gewesen wäre so zu verfahren.

  • Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung gibt es dieses Malus-System ja schon.

    Wobei das in der Gesamtbetrachtung eher symbolisch ist.

    Und natürlich bringt so ein System Probleme mit sich. Für mich ja auch. Selbst wenn wir jetzt nochmal ein Kind wollten...meine Freundin ist 46 und da ist es zum einen unwahrscheinlich, dass es nochmal klappen würde und zum anderen das Risiko deutlich erhöht, dass das Kind nicht gesund wäre.

    Aber letztendlich ist einfach das Problem, dass die Mathematik nicht aufgeht, wenn 20% kinderlos bleiben und ein Viertel Einzelkinder sind. Bei den Zahlen ist auch davon auszugehen, dass medizinische Gründe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Generationenvertrag basiert sowohl auf Einzahlungen im Erwerbsleben als auch darauf, ausreichend zukünftige Beitragszahler zu zeugen. Und ist es fair, wenn man die Auszahlungen für alle kürzt bzw. die Beiträge für alle erhöht, wenn 40% der Bevölkerung ihren Anteil nicht vollständig leisten?

    An der Stelle auch nochmal ein Anstoß...auf der vorherigen Seite wurden für 2018 Kosten pro Kind von 148k zuzüglich Wohnraum und Verdienstausfall genannt. Realistisch spart sich man sich als Kinderloser also eher so 200-250k. Legt man die halbwegs vernünftig an, ist eine Entnahme deutlich über 1000€ realistisch

  • An der Stelle auch nochmal ein Anstoß...auf der vorherigen Seite wurden für 2018 Kosten pro Kind von 148k zuzüglich Wohnraum und Verdienstausfall genannt. Realistisch spart sich man sich als Kinderloser also eher so 200-250k. Legt man die halbwegs vernünftig an, ist eine Entnahme deutlich über 1000€ realistisch

    Also, das mag betragsmäßig schon so hinkommen. Nur das hat sehr viele Menschen das 'ersparte' Geld durch Kinderlosigkeit eben nicht für später zurück legen dürften.

    Außerdem nutzt es uns in der aktuellen Situation wenig. Klar könnte man damit beginnen einen Malus für Kinderlosigkeit einzuführen. Aber das dürfte wohl nur Auswirkungen für die jüngeren GRV-Versicherten haben. Oder willst Du einem 60 jährigen der wenige Jahre vor der Rente steht sagen: "April, April, Deine Renteninformationen der letzten 20 Jahre waren nicht das Papier wert auf dem Sie gedruckt wurden. Wir kürzen jetzt Deinen Rentenanspruch um 15% weil Du keine Kinder hast.":/
    Und auch so etwas würde dann die jüngere Generation wieder belasten bzw. den Druck erzeugen jetzt unbedingt Kinder zu haben.
    Da wäre es doch möglicherweise sinnvoller die wegsterbende Generation durch eine höhere Erbschaftssteuer zu belasten und damit Geld abzuschöpfen. Vor allem würde es ja das Vermögen der Generation betreffen die zu wenig Kinder bekommen hat. Und auch da könnte man ja einen Malus einführen.

  • Bei der Besteuerung kann man nicht anders als dahin zu gehen, die großen Kapitalabflüsse anzugehen. Die paar Prozent mit oder ohne Kinder hin und herschieben hat zu wenig Effekt. Im Endeffekt wird durch sowas wieder Mittelstand und alles drunter belastet. Damit so ein System funktioniert muss jeder einen Anteil leisten.

  • An der Stelle auch nochmal ein Anstoß...auf der vorherigen Seite wurden für 2018 Kosten pro Kind von 148k zuzüglich Wohnraum und Verdienstausfall genannt. Realistisch spart sich man sich als Kinderloser also eher so 200-250k. Legt man die halbwegs vernünftig an, ist eine Entnahme deutlich über 1000€ realistisch

    Das mag klappen, wenn man z.B. mit dem Rauchen aufhört und jeden Tag 1 Heiermann in eine damals so beliebte 5L Asbach Flasche wirft... einmal im Jahr ausleeren und dann schön in den Urlaub düsen.

    Ein Kind oder Zwillinge(?), willst dann ein Buch führen: heute hätten wir 5 Windeln und 3 Gläschen Hipp gebraucht = xx€ + 2 Strampelanzüge = xx€ + neuer Schnuller x€ = Summe, die wir dann in einen ETF stecken. :/

    Bin aber auch nicht wirklich kreativ genug.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • die wegsterbende Generation durch eine höhere Erbschaftssteuer zu belasten

    Die Kinderlosen haben einen geringeren Freibetrag und keine direkte Generation auf die Übertragen werden kann.

    Ich bin völlig für eine Erbschaftssteuerreform.

    Aber irgendwie ist es Politisch durch Lobbyarbeit nicht möglich und für Eltern ist die Vermögensweitergabe an die nächste Generation ein sehr emotionales Thema. Ob da immer klug und rational Entschieden wird wage ich mal zu bezweifeln.

    Mein Vatter sagt immer: " Wenn die Alten Geld haben heulen die Jungen nicht soviel auf der Beerdigung."

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