Beiträge von Paulchen82

    Klar kann man Wertpapierkäufe/-verkäufe mit einem abweichenden inhouse Geldkonto abrechnen. Ich als Depotkunde habe auch schon unterschiedliche Girokonten für meine Wertpapiertransaktionen in einem Depot verwendet, sprich Weisungen so gegeben, dass nicht das als Standard verlinkte Girokonto verwendet wird (geht meines Wissens nur bei Banken, nicht bei den Neo-Brokern ... und man braucht natürlich mehrere Konten bei der Bank).

    Auch kann man Wertpapiere ja ganz ohne Kontobewegung weg verlagern lassen.

    Depotumsätze sollte man als Kunde spätestens bei der vierteljährlichen Bestandsaufstellung mitbekommen, auch wenn vielleicht für solche Bewegungen Umsatzbelege unterdrückt wurden.

    Aber man kann auch ganz ohne das Mitbekommen oder die direkte Involvierung von Kundendepots/-konten Wertpapiere veruntreuen. Einfach durch simples Buchführungswissen was in jedem ersten kaufmännischen Lehrjahr erlangt werden kann. Allen Echt-Kundenbeständen (Lorobestände, Habenpositionen) stehen Echt-(Sammel-)Lagerstellenbestände (Nostrobestände, Sollpositionen) gegenüber. Wenn man nun auf der Loroseite einen Fake-Kundenbestand (Habenbestand) und einen Fake-Gegenposten (Sollposition) einbucht, bleibt der Saldo ausgeglichen. Wenn man nun den Fake-Kundenbestand weg überträgt (oder verkauft) verschwindet dieser zu Lasten des Echt-Lagerstellenbestandes. Dem Echt-Kundenbestand steht nun nur noch der Fake-Gegenposten gegenüber und der Saldo ist immer noch ausgeglichen. Wenn der Echt-Kundenbestand verkauft werden soll gibt es keinen Echt-Lagerstellenbestand mehr.

    Aber das Ganze verlangt viel kriminelle Energie und kann nicht alleine gemacht werden, da an mehreren Stellen das Vier-Augen-Prinzip und mehrere Kontrollen greifen sollten.

    Wann sind die Verluste denn angefallenen? Vor oder nach der Umstellung der Steuerberechnung 2017/2018 im Rahmen des InvStG? Mit welchen Gewinnen/Verlusten wurden die fiktiven Verkäufe/Käufe durchgeführt? Wie sah denn die Wertentwicklung seit Systemumstellung zum 01.01.2018 bis zum Verkauf aus? Kam es überhaupt zu Verlusten die auch steuertopfwirksam waren und über eine Verlustbescheinigung ausgewiesen werden können?

    Verwahrung in Girosammel bedeutet Eigentum am Gesamtbestand bei Clearstream AG Frankfurt (durchgereicht durch deine Depotbank) - deutsches Sonderkonstrukt

    Verwahrung in Wertpapierrechnung bedeutet Eigentum deiner Depotbank und du hast einen (Herausgabe-)Anspruch ggü deiner Depotbank in gleicher Art und Güte

    Der Vollständigkeit halber fehlen hier noch die jährlichen Steuererstattungen, die man von den 18325,55 Euro wieder abziehen muss, denn ich glaube nicht, dass diese jährlich separat angelegt wurden und damit zusammen mit den Erträgen auf das Riesterkapital hinzuaddiert werden müssten (mit 100%iger Verfügbarkeit zum Rentenbeginn).

    Das Fondsdomizil gibt nur an, in welcher Judikation der Emittent diesen Fonds emittiert. Wo die gekauften Anteile liegen/verwahrt werden, sieht man normalerweise im Depotauszug.

    Wenn die Verwahrung Clearstream AG Frankfurt (CBF) ist, dann liegen sie in Girosammelverwahrung in Frankfurt bzw. Eschborn.

    Werden sie bei Clearstream AG Frankfurt International, Luxemburg (CBFi) verwahrt, dann hat man auch die Rechtsstellung Girosammel, auch wenn die Anteile seitens Clearstream wiederum bei anderen Banken im Ausland liegen.

    Werden sie bei Clearstream SA Luxemburg (CBL) verwahrt, dann liegen sie in Wertpapierrechnung dort und die Anteile werden seitens Clearstream wiederum bei anderen Banken im Ausland verwahrt, wenn es sich um Domestic emittierte Gattungen handelt. Handelt es sich wiederum um International emittierte Gattungen liegen sie wiederum bei Clearstream SA Luxemburg oder Euroclear Brüssel.

    Alle seitens Deiner Depotbank direkt im Ausland verwahrten Position liegen bei ausländischen Banken wiederum in Wertpapierrechnung.

    Girosammel = Du hast Eigentum am Sammelbestand, also Gesamtbestand Deiner Depotbank

    Wertpapierrechnung = Deine Depotbank hat Eigentum und Du eine (Herausgabe-)Forderung gegenüber Deiner Depotbank.

    So und nun zu den Underlyings, also dass was in den ETFs drinnen ist. Diese Bestände liegen bei der Depotbank des Emittenten für diesen ETF, bzw. der Depotbank des Konstruktes ETF. Diese Depotbank wiederum unterhält verschiedene Depots im Ausland zum verwahren der Aktien selbst. Der ETF ist also genauso Depotkunde bei der Depotbank/Verwahrstelle wie du bei Deiner Depotbank.

    Sehr knapp und sehr verkürzt dargestellt.

    Der Emittent verkauft sich short in ETF Anteilen die Du dann im Depot hast und kauft auf der anderen Seite long-Positionen in Aktien. Da der Emittent aber natürlich nicht short gehen kann, emittiert er entsprechende Anteile um dies auszugleichen und Dir zu liefern.

    Am Ende hast Du einen Zettel in der Hand der einen Anteil an dem Konstrukt ETF verkörpert und das Konstrukt ETF hat wiederum Wertpapierpositionen nach oben genannten Ausprägungen.

    PS: hier zwei Beispiele von Banken die diese Information leicht zugänglich platziert haben ...

    ING

    Wertpapier-Verwaltung

    Die Depotverwahrung und -verwaltung ist bei uns kostenlos (Sammeldepot).

    Ausnahme: Sie können bei der ING ausdrücklich beantragen, dass wir ein gesondertes Depot für Ihre Wertpapierbestände bei der deutschen Wertpapiersammelbank (Clearstream Banking AG) einrichten. In diesem Fall (Einzelkunden-Kontentrennung) werden Ihre Wertpapiere getrennt von den Beständen anderer Kunden dort verwahrt. Das ist mit Kosten für Sie verbunden

    35.395 Euro pro Jahr für Kontoführung, getrennte Verwahrung und manuelle Zusatzaufwände

    Direkt-Depot: Konditionen & Leistungen – ING

    BW Bank - Baden-Württembergische Bank

    3.6 Einzelkunden-Kontentrennung (Segregation)

    Kundeneigenes vom Bankdepot abgetrenntes (segregiertes) Clearstreamdepot

    Depotführungsgebühr je kundeneigenem segregierten Depot bei Clearstream 20.500,00 EUR + 19% USt = 24.395,00 EUR

    https://www.bw-bank.de/content/dam/myif/bwbank/work/dokumente/pdf/preise-leistungen/preis-leistungsverzeichnis-bwb.pdf

    Wer aber aus 100 Kilo Mehl nur drei Pizzen backt fällt ganz bestimmt auf.........

    Apropos Pizzen ... glaubt es mir oder nicht ...

    Wir haben im Freundeskreis jemanden, der mehrere Pizzarestaurants betreibt. Der erzählte uns vor einigen Jahren mal über eine kürzlich bei ihm stattgefundene Überprüfung seitens des FA wie er sie noch nie erlebt hatte.

    Es kamen vier "Gäste" und jeder bestellte eine andere Pizza. Gerade als diese im Steinofen zum Backen verschwinden sollten, wiesen sie sich aus und stoppten das weitere Vorgehen. Die zerlegten dann die rohen Pizzen in ihre Bestandteile (Käse, Salami, Schinken & Co) kratzten die Tomatensoße fein säuberlich ab und wogen dann den Teig und die anderen Bestandteile separat ab, um dies dann mit den Einkäufen und Umsätzen ins Verhältnis zu setzen.

    Die einzige Monite die er im Nachgang zu hören bekam war wohl, dass er doch bitte in Zukunft darauf achten solle, überall gleich viel Käse auf die Pizzen zu verteilen, da bei den vier Test-Pizzen eine relativ große Spanne war, die es nicht zu ließen, den Käseverbrauch richtig zu kontrollieren.

    Der Erbe muss zum Zeitpunkt des Verkaufes den aufgelaufenen Gewinn versteuern ... und ggf. hat er auch schon zum Erbzeitpunkt zusätzlich schon Erbschaftssteuer auf die latenten Steuern bezahlt.

    Beispiel Tante -> Neffe , 100k Depotwert, davon 60k aufgelaufene Gewinne

    Neffe erbt 100k, abzüglich 20k Freibetrag, bleiben 80k mit 20% zu versteuern, also 16k Erbschaftssteuer. Danach Verkauf, Realisierung von 60k Gewinn macht bei 25% Abgst* weitere 15k an den Fiskus. Also in Summe 100k -> 69k

    ggf. wäre es sinnvoller gewesen kurz vor dem Ableben zu Verkaufen und den Saldo auf dem Verrechnungskonto zu vererben.

    100k Depot, nach Verkauf 85k auf dem Verrechnungskonto
    85k abzüglich 20k Freibetrag bleiben 65k mit 15% zu versteuern, also ~10k Erbschaftssteuer, macht 75k was beim Neffen ankommt.

    (*ohne Soli u. KiSt)

    [...] Bleibt die Frage, wie sie relevante Buchungen rausfinden. Ok, über diesen Code lässt sich das eingrenzen, ab dann bleibt es aber Handarbeit und angeblich haben die doch Personalmangel. [...]
    Als Teilzeit-Tagesgeldhopper schiebe ich immer wieder größere Summe zwischen meinen Konten hin und her. Da muss dann jemand in Kleinarbeit schauen, ob der Empfänger ich selbst bin oder jemand anderes...

    Dieser Jemand bist dann Du, die erstellen ne Liste mit für sie interessanten Buchungen und Du musst dann darlegen, dass diese für sie uninteressant sind ... selbst die Verknüpfung von Umbuchungen von einem Deiner Konten auf ein anderes Konto wirst Du in der Regel selbst vornehmen müssen ... und in diesem Fall erst recht, da sie nur die Geldausgänge selektieren würden.

    PS: Hier eine Beispielquelle für die im Hintergrund verwendeten Purpose Codes

    1. Alle Konten werden gemäß §24c KWG an ein zentrales Register gemeldet.

    2. Ist das Kontenabrufverfahren aus unterschuedlichsten Gründen tägliche Praxis - ca. 300.000 Mal pro Jahr

    3. Ist jede Buchung mit einem vierstelligen Purpose Code versehen über den man vorfiltern kann

    also einfach einen Kontenabruf machen, alle Umsätze zusammen tragen, nach Betrag und Purpose Code gefiltert... schon hat man nur noch die interessanten Buchungen bei denen man nachhaken kann.

    Die jährlichen und aufgelaufenen Steuerrücketstattungen auf diese Beträge die über die Einkommensteuererklärung auf Dein Konto gelaufen sind (bzw. mit einer eventuellen Steuerschuld verrechnet wurden) fehlen für die Gesamtbetrachtung... das können pro Jahr hunderte an Euro sein.

    [...]

    Eingezahlt ca. 25000 Euro

    Verlust ca. 7000 Euro

    Stand ca. 18000 Euro

    [...] Verlust von ca. 7000 Euro [...]
    [...] Rückzahlung der Steuervorteile [...] 6000 Euro [...]

    In den Vertrag wurden 25.000€ eingezahlt, 6.000€ sind über Steuervorteile zu Dir zurückgeflossen und der aktuelle Portfoliowert beträgt 18.000€ ... macht bei mir einen Verlust von 1.000€ ... und wenn die Zulagen nicht in den 6.000€ bereits enthalten sind, sollte nominell gar kein Verlust aufgelaufen sein.

    Und nochmal Danke für den Hinweis auf meinen Denkfehler. Du hast völlig Recht: Die 700 € Steuerersparnis müsste man natürlich im besten Fall jedes Jahr in einen ETF investieren. Wenn ich das mal grob durchrechne, käme ich bei 24 Jahren Restlaufzeit bis zur Rente bei einer um wenige 1000 € höhere Summe mit dem Riester-Konstrukt (160 monatlich, Zulage, Steuerersparnis anlegen) raus, als wenn ich den Vertrag beitragsfrei stelle und die 160 € monatlich direkt in ETFs investiere.

    Und nu? :)

    Höhere Rendite, plus Diversifikation in der Umsetzung, plus Steuerersparnis ... die Frage ist, was Du möchtest.

    Aber ich glaube, Deine Rechnung ist noch immer nicht ganz rund...

    Wenn Du die 700€ Steuerersparnis zusätzlich anlegst, dann musst Du bei der 160€-Kalkulation auch die 700€ die sonst zusätzlich ans Finanzamt fließen mit berücksichtigen.

    Also entweder rechnest Du

    a) ETF 160€ vs. Riester 1.225 € (2100 -175 -700) oder
    b) ETF 160€ + ans Finanzamt 700€ vs. Riester 1.225 + vom FA in ETF 700€

    Am einfachsten ist es, wenn Du a) berechnest - was für eine Rendite kommt am Ende raus, wenn Du 160€ in ETFs investierst und was kommt raus, wenn Du netto 1.225€ in Riester investierst aber 2.100€ angelegt werden (Produktkosten des Vertrages an sich und der Garantie könnte man noch abziehen.)

    Die Frage ist auch, was passiert bei der Beitragsfreistellung. Kann die Rente kann zum Renteneintritt abgefunden werden und die Sache ist für Dich dann erledigt oder hast Du dann eine zusätzliche Kleinstrente und Du wirst das Konstrukt eh nie los?

    Danke für den Hinweis. Der DWS Akkumula wird da mit 1,45% laufenden Kosten angegeben - das ist doch sogar mehr, als die BlackRock ETFs, die ich genannt hatte? Oder übersehe ich etwas?

    Du darfst nicht nur auf die Kosten schauen, sondern eher auf die Performance (da sind die Kosten schon berücksichtigt). Nur weil ein Fonds teurer ist als der andere, heißt das noch lange nicht, dass dieser weniger Rendite bringt - natürlich müssen diese auch ähnlich investieren. Du musst Dir erst klar werden wie Du investieren möchtest und erst im zweiten Schritt mit welchem Produkt ... und bei der Produktauswahl sollte die Rendite eine wichtiges Kriterium sein.

    Hier die annualisierten Renditen (obiger Link) vom Akkumula (links) vs iShares MSCI World (rechts) ... die geben sich nicht viel ... und wenn Du in die Einzel-, Branchen- und Länderallokation rein gehst sind die Unterschiede nicht gravierend.

    01 Jahre +17,38% +16,50%

    03 Jahre + 9,72% +10,88%

    05 Jahre +12,86% +12,83%

    10 Jahre +10,44% +10,72%

    15 Jahre + 9,68% +11,76%

    20 Jahre + 7,91% n.v.

    Der BlackRock ETF war da bedeutend schlechter.