Wenn dann hier Leute aber das doppelte oder teils noch viel mehr verdienen dann haben die am Monatsende nach meinem Gefühl wohl auch nicht wirklich mehr über. Mir scheint die Lifestyle Inflation schlägt da meist hart zu. Oder was machen die Leute mit dem Geld? Ich mein allein ein Haus kostet eben ordentlich - macht aber auch eben viel Arbeit! Meine gut dimensionierte 2 Zimmer Wohnung hat Full Service, Hecken, Flurlichter, Flur kehren, Schnee schippen, Mülltonnen - ich muss absolut nichts machen und auch meinen gelben Sack nicht selbst mit dem Auto irgend wo hin fahren wie so manch einer.
Neben dem Umstand, das Lebenshaltungskosten regional doch sehr unterschiedlich sein können, spielt die Haushaltsgröße natürlich eine Rolle. Wenn man mit dem doppelten Einkommen die vierfache Anzahl an Personen durchbringen muss, relativiert sich das hohe Einkommen etwas. Und wenn man halbwegs konsequent nach der 50:30:20-Regel lebt, bleibt nichts übrig und man hat ja trotzdem anständig etwas zur Seite gelegt.
An sich ist die Lifestyle Inflation kein Problem, wenn sich das Einkommensniveau halten lässt. Und eine höhere Sparquote lässt sich auch realisieren, aber die Frage ist auch: Wofür? Wir fahren eine Sparquote von deutlich über 20% (wobei sich die Geister scheiden, was man alles in die Sparquote reinzählt). Das ist aber eher meinem Bedürfnis geschuldet, den Lebenswandel nicht ausufern zu lassen, als dass es mit Blick auf die Altersvorsorge nötig wäre. Sparen, Investieren und Vorsorgen sind ja auch kein Selbstzweck.