FragenderausBayern
Bin nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit ein bißchen eigenen Erfahrungen (in u. a. Aktien und Immobilien investiere ich seit über 50 Jahren). Habe zudem nur Deinen Beitrag Nr. 1 überflogen - und ohne das "Projekt" und "Objekt" ansatzweise en Detail zu kennen ...
Um nur einen diesbezüglichen Detail-Aspekt zu nennen. Das hier
kann - je nach Objekt, Makro- und Mikrolage - irgendwas zwischen 18 und 20 oder 30 bis 35 als Vervielfältiger (Jahresnetto-Kaltmiete (JNK)) für eine halbwegs realistische Kaufpreisschätzung bedeuten ...
Kondoliere - eine toxischere Melange (Strukturvertrieb + Spezial-Immobilie (in dem Fall Pflege Appartment)) ist nur schwerlich zu finden. Vergleichbar mit stillen Beteiligungen, Genussscheinen oder geschlossenen Fonds via "grauem Kapitalmarkt" erworben und mit parallel auch noch (typischerweise) schlechter oder kaum vorhandener (halbwegs zeitnaher) Handelbarkeit (Stichwort: Zweitmarkt bzw. Sekundärmarkt). Dazu kommt noch: So eine "Black Box" - inkl. interne Interessen und ggf. ebensolcher Innen-Provisionen - ist schon beim Ankauf meist kaum zu durchblicken und zu prüfen (fehlende Transparenz ist da nicht selten integraler Bestandteil des "Geschäftsmodells").
Für die Zukunft und/oder andere mitlesende Protagonisten - hilft Dir jetzt (leider) nicht mehr.
"Eine Million Dollar Fragen" nennt man vermutlich so, weil sie entsprechend schwer zu beantworten sind ...
In jedem Fall ist eine solche Abwägung auch abhängig von Deiner ganz persönlich-individuellen Lage (Alter, Einkommen, steuerliche Situation, Status Altersvorsorge, finanzielle Gesamtsituation usw.). Dazu findet sich in dem besagten Beitrag nichts Konkretes. Das "Ding" kann im Einzelfall ein "riesiger bis gigantischer Klotz am Bein" sein oder im Einzelfall eher eine "Petitesse, die man so nebenbei eben mitlaufen läßt" bis (vielleicht) irgendwann wieder "Licht am Ende des Tunnels" erscheint oder man einfach das Darlehen "glatt stellt", weil man auf diesbezügliche Bankgespräche keine Lust mehr hat. Um mal zwei Extrempositionen zu nennen.
Das atmet allerdings eine gewisse Sorge:
Hierzu:
Kein Mensch kann valide sagen, wie sich die Zinslandschaft hierzulande in > 5 Jahre präsentiert.
Würde man mir eine Waffe an die Schläfe halten und mich dennoch zu einer solchen Prognose zwingen ...
Eine Rückkehr in
scheint mir (sehr) unwahrscheinlich.
Ob die lange Ära der Niedrig-, Null- und sogar Negativzinsen eine "schöne" war, wäre eine eigenständige Fragestellung. Diese "Zinswelt" ist jedenfalls nicht organisch entstanden sondern war Folge massiver Krisen wie der Weltfinanzkrise und der bachfolgenden Eurokrise. Es gab zwar "Money for nothing" (und weit ins Negative gedrückte Realzinsen) - aber auch das hat einen Preis (Kollateralschäden bis hin zu massiven Fehlanreiz-Setzungen inklusive Vermögenspreisblasen). Kann mich in dieser Ära noch gut an solide klingende sogenannte "Mittelstandsanleihen" erinnern, die alles Mögliche waren - nur nicht solide ... Viele (mürbe gewordene bis verzweifelte) Anleger haben diese aber dennoch gekauft, weil es auf dem Bankkonto keine Zinsen gab oder die Bank "Verwahrentgelte" (die vornehmere Umschreibung für Negativzinsen) haben wollte. Um nur ein Beispiel aus vielen zu nennen ...
Kundigere als meine Wenigkeit (in meinem Umfeld hat es u. a. einige Rentenhändler) gehen aktuell von einem stabilen bis tendenziell eher leicht steigenden Zinsniveau aus. Die Stichworte sind schnell gesetzt (Inflationsdruck, geopolitische Neuordnung inkl. Friktionen (bis hin zu militärischen Auseinandersetzungen), Energiepreise, Staatsverschuldung usw.).
Hier vor Ort wird in dem ein oder anderen Gespräch schon mal das (noch) Triple A Rating Deutschlands thematisiert - jedenfalls auf mittlere Sicht. Auch vor dem Hintergrund einer historischen Rekord-Neuverschuldung bei parallel seit Jahren Null- oder nur anämischem Wachstum. Das würde nicht nur die Zinsen hierzulande etwas nach oben drücken - sondern vermutlich auch die Zinsen in der gesamten Eurozone, da Deutschland diesbezüglich (noch) eine Art "Referenzwert" darstellt.
Ein generelles Problem könnte bei dem Prolongationstermin der (ggf. sehr hohe) Beleihungsauslauf darstellen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, daß Banken - aufgrund der Gesamtlage - zu einer tendenziell immer stringenteren und restriktiveren Vergabepraxis (bei der Ausreichung von Immobiliendarlehen) neigen. Bei einem ggf. so hohen Beleihungsauslauf (abhängig vom realistischen Objektwert siehe oben - der bankseitig mit Sicherheitsabschlag ermittelte Beleihungswert ist nochmals was anderes ...) besteht ggf. die Gefahr, daß die Bank gar nicht mehr prolongieren will ( es sei denn, es wird Eigenkapital nachgeschossen) und/oder sich auch keine andere Bank findet und/oder das Ganze nur mit einem erheblichen Zinsaufschlag möglich ist (im Vergleich zu einer sehr soliden Finanzierung beispielsweise im Bereich des Realkredits).
Nur am Rande: Gibt es eine Art "Interessengemeinschaft der Betroffenen" (mit eventuell auch anwaltlicher Vertretung) oder "kämpft" jeder für sich allein ... ?
Generell schon eine sehr schwere und komplexe Abwägung - erst recht ohne Detailkenntnisse (angefangen von Objekt und Lage bis zu Deiner persönlichen (finanziellen) Gesamtsituation).
Die Anwendung meines Grundprinzips in dem Bereich (private Finanzen) "Ein Ende mit Schrecken ist gegenüber einem Schrecken ohne Ende stets zu präferieren" ist hier eventuell zu simpel ...
Ein kleiner Lichtblick - immerhin hast Du noch etwas Zeit bis zum Ablauf der Zinsfestschreibung.
Wenn nur ein Gedanke dabei sein sollte, der Dir beim Nachdenken hilft - hat sich mein Beitrag aus meiner Sicht schon gelohnt.
Gute Überlegungen und ebensolche Entscheidungen wünsche ich Dir ... !