Beiträge von canuck

    Bist Du Dir da ganz sicher?

    Ich bin auch etwas irritiert über die gegnwärtig anzutreffenden Aussagen, dass man ja "nur" noch knapp vier Jahre durchhalten müsse. Diese Regierung - und keinesfalls nur Trump, ich halte Vance sogar in the long run für weitaus gefährlicher - hat bereits in kurzer Zeit demonstriert, dass sie bislang als quasi natürlich gegeben angesehene Fundamente einzureißen vermag. Sollten tatsächlich NATO-Austritt (und damit wohl der Zerfall der NATO) und andere Konsequenzen folgen, sind das m.E. irreparable Schäden. Man baut derartige Institutionen nicht in wenigen Monaten wieder auf - und erst recht nicht das zerstörte Vertrauen. Es ist aktuell schon beachtlich, wie tief die Gräben z.B. zu Kanada nach nunmehr wenigen Wochen sind. Und mittlerweile halte ich die Trump-Wählerschaft für derart verloren, dass ich auch nicht glaube, dass diese sich von irgendwelchen wirtschaftlichen Entwicklungen nachhaltig beeindrucken lassen. Das hat alles schon eher ganz starke "Jetzt erst recht"-Vibes.

    Gerade unter Lehrern finden sich doch recht viele selbstberufene Kapitalismuskritiker und Staatsgläubige. So zumindest mein Eindruck

    Ich möchte das jetzt gar nicht direkt bewerten, glaube aber, dass dieser valide Punkt auch wesentlich mit dem Beamtenstatus zusammenhängt. Letzterer bietet ja gerade in unsicheren Zeiten einen "Hafen der Ruhe und Gelassenheit", von dem normale Angestellte und Freiberufler ja nur träumen können. Das gilt insbesondere auch für das Thema Altersvorsorge. Das darf man nicht unterschätzen. Als Beamter muss man sich praktisch keine exsitenziellen Sorgen machen. Für den normalen Rentenbezieher sieht das schon ganz anders aus. Für viele angehende Lehrpersonen hat die Aussicht auf eine Verbeamtung auch aus diesem Grund nach wie vor einer enorme Anziehungskraft. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass viele Kinder von Lehrern auch wieder diesen Weg beschreiten.

    Als mich damals (2022) ob der zögerlichen deutschen Unterstützung der Ukraine (die zugesagte Lieferung von Helmen, die aber wohl nicht ins Land selbst geliefert sondern außerhalb des Landes übergeben werden sollten, hatte international teilweise für Unverständnis und auch für Spott gesorgt - ist hier noch unsere damalige legendäre Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in Erinnerung ... ?) ein amerikanischer Freund fragte, warum die USA als Land denn Deutschland (und der EU) da helfen müssen, obwohl kein Nato-Bündnisfall und wo doch ein Land wie Deutschland schon im Jahr 2011 selbst die Wehrpflicht abgeschafft habe - fiel mir eine Replik ziemlich schwer ...

    Ich sehe es auch so, dass es in der Theorie zuvorderst im gesamteuropäischen Interesse sein müsste, Russlands Agression und Expansion Einhalt zu gebieten. In der Praxis sieht es nun ja leider so aus, dass Europa trotz hinlänglicher Vorwarnungen (Putin äußerte bekanntlich bereits in den 2000er Jahren offen seine Ambitionen und auch von Trumps erratischer Politik gab es ja bereits 4 Jahre lang eine Kostprobe) wertvolle Zeit hat verstreichen lassen. Insofern sollte es eigentlich in der Tat keine allzu große Überraschung sein, dass man jetzt "in die Bresche springen" muss. Wer jetzt groß überrascht ist, muss sich auch den Vorwurf der Naivität gefallen lassen. Dennoch zeugt es auch von einer völlig irrwitzigen Weltsicht der US-Administration, wenn man tatsächlich glaubt, dass man die Nachkriegsweltordnung ohne ernsthafte Konsequenzen für die "eigene Seite" einfach einreißen kann. Das mag für ein paar Jahre die eigene Redneck-Wählerschaft befrieden, eine erweiterte Einflusssphäre Russlands in Europa würde aber auch die USA langfristig teuer zu stehen kommen. Aber vielleicht denkt man ja auch dort nur (wenn überhaupt) vier Jahre in die Zukunft. Für die hiesigen AfD-und BSW-Wähler endet die Welt ja offenbar auch kurz hinter der deutschen Grenze.

    Kann man als Optimist durchaus so sehen. Wobei ich als Realist zum einen die "ultimative" eher durch die "finale" Chance ersetzen würde.

    Zum anderen frage ich mich als Realist, warum die EU bislang seit 2007 stets alle Weck- oder Warnrufe untätig hat verhallen lassen und wie groß und laut ein Weck- oder Warnruf noch werden muß, damit eine EU in das gemeinsame und zügige Handeln kommt ... ?!

    Es wurde immer wieder - und meines Erachtens völlig zu Recht - z.B. auch eine gemeinsame europäische Armee angemahnt, was aus vielerlei Gründen (einheitliche Systeme, Beschaffung etc.) völlig logisch wäre. Dem standen aber zumindest bislang die nationalen Interessen diametral entgegen, wenn es etwa um die Vergabe von Rüstungsaufträgen ging. Ein weitere Knackpunkt, der noch viel gravierender ist, ist, dass die EU ohne einstimmige Mehrheit in vielerlei Dinge quasi handlungsunfähig ist. Konkret heißt das: Solange mit Ungarn quasi Russland mit am Verhandlungstisch sitzt, werden zwingende Entscheidungen weiterhin systematisch blockiert. Ich hoffe, dass nun der Druck so steigen wird, dass man hier eine Lösung finden wird.

    Ich denke, dass wir als Europäer derzeit zuvorderst um unsere Sicherheitspolitik und erst nachrangig um etwaige finanzwirtschaftliche Auswirkungen besorgt sein sollten. Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass die USA sich auch nicht mehr an ihre NATO Bündnispflichten gebunden fühlen, haben wir in Anbetracht der kaputt gesparten militärischen Kapazitäten ganz andere Probleme.

    Zur App: Wenn ich das richtig sehe/verstehe, dann ist die App ja mehr oder weniger eine Art chronologische Auflistung aller Webseiten-Beiträge. Um einen echten Mehrwert zu bieten, müsste hier meines Erachtens mindestens eine mobilfreundliche Navigation implementiert werden. Ideal wäre es natürlich, wenn man ggf. bestimmte Themen abonnieren und so einen individuellen Feed für sich erstellen könnte.

    Das mit den Beitragssätzen ist natürlich immer nicht schön, wenn die steigen. Aber man sollte das auch immer mal in Relation setzen: In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere selbstständige Hebammen, die bei ganz normalen Umsätzen bereits schnell an der Höchstgrenze sind und jeden Monat ca. 850 EUR aus eigener Tasche zahlen für die GKV. Da werden auch keine 50% übernommen. Und das ist nicht gerade ein Beruf, wo das "Peanuts" sind ... (die Gebührenordnung wurde seit etlichen Jahren nicht mehr angepasst).

    Als ich (leider erst) vor 2 Jahren mit meiner Investition begonnen habe, gab es noch die allgemeine Empfehlung, zuerst mit einem Ausschütter zu beginnen, um jedes Jahr den Freibetrag ausnutzen zu können. Dementsprechend habe ich mit einem FTSE All World in der ausschüttenden Variante begonnen, bin dann aber nach etwa einem Jahr auf die theausierende gewechselt, wodurch sich die Zahl der ETF im Depot schon verdoppelt hat. Inzwischen hat sich noch ein Geldmarkt-ETF hinzugesellt. Stand heute werde ich es erstmal dabei belassen.

    Kann ich bestätigen: ich habe dem auch nicht zugestimmt und wurde in den vergangenen Tagen täglich um etwa 18:30/19:00 Uhr angerufen. Ich empfinde sowas auch als total nervig. Ich hadere ebenfalls noch mit App und Webseite, die ich beide für überladen und träge halte (insbesondere die App).

    Letztlich geht es um den Zinseszinseffekt, der irgendwann immer deutlicher und stärker wird.

    Charlie Munger hat das in den 90ern mal gesagt, dass das so eine magische Grenze sei.

    Es gibt unzählige Videos auf YouTube zu den ersten 100k. Aber es ist eher Unterhaltung denke ich. Man kann auch andere Grenzen nehmen.

    Das meiste aus den ersten 100k kommt aus deinem Arbeitseinkommen, später kommt das meiste aus dem Zinseszinseffekt, daher wird es immer einfacher.

    Okay, vielen Dank für die Erläuterung. Das leuchtet zumindest teilweise ein, wenngleich ich diesen Nimbus, mit dem diese Grenze allenthalben aufgeladen wird, für eher fragwürdig halte ("Der 100.001 EUR" verändert ALLES" etc.).

    Hallo zusammen,

    seit ich vor etwa zwei Jahren mit dem Investieren von ETFs begonnen habe, dokumentiere ich meine Käufe (egal, ob Einmalkauf oder Sparplan) u.a. über eine simple Excel-Liste, seit einigen Monaten aber auch zusätzlich über Portfolio Performance (u.a., da man hier bequem die PDFs zu den Abrechnungen importieren kann).

    Mich würde einmal interessieren, womit und wie ihr eure Käufe tätigt? Insbesondere bin ich selbst noch unschlüssig, welche Angaben langfristig für die manuelle Erfassung (hier: in Excel) überhaupt notwendig sind. Bislang vermerke ich folgende Angaben:

    * Ordernummer

    * ISIN (WKN)

    * Bezeichnung

    * Nominale

    * Kurs
    * Handesplatz

    * Ausführungstag/-zeit

    * Kurswert

    * Endbetrag

    Danke für Rückmeldungen, Hinweise, Tipps!

    Danke für diese erste Rückmeldung. Ja, das ist (auch für mich) recht viel - allerdings bin ich auch nicht mehr ganz jung und habe leider erst vor etwas über einem Jahr mit einem ETF-Sparplan begonnen. Von daher versuche ich nun, hier wieder etwas "aufzuholen".

    Da ich für die kostenlose Durchführung die Sparsumme so oder so aufsplitten muss, dachte ich, dass es evtl. irgendwelche Aspekte bei der Aufteilung und/oder dem Ausführungstermin geben könnte, die mir noch nicht bekannt sind. Dem ist aber dann wohl nicht so.

    Liebes Forum,

    ich möchte meinen monatlichen ETF-Sparplan etwas aufstocken von derzeit 1.000,- auf 1.500,- EUR. Mein Depot ist bei der ING und dort habe ich ja ein Limit von 1.000,- EUR pro (kostenfreier) Sparplanausführung. Mir ist bekannt, dass man auch mehrere Sparpläne auf denselben ETF am selben Tag ausführen lassen kann. Insofern alles grundsätzlich also kein Problem. Mir sind gerade nur die folgenden beiden Fragen aufgekommen:

    1. Spielt es irgendeine Rolle, wie ich die Sparsumme aufsplitte? Also z.B. 1000/500, 750/750 o.ä.?

    2. Gibt es irgendwelche Vor-/Nachteile, wenn man die Ausführung auf unterschiedliche Tage im Monat legen würde (z.B. am 7. und am 23.?). Mir ist bewusst, dass es z.B. von Finanztip die Empfehlung gibt, die Einzüge direkt z.B. nach Gehaltseingang durchführen zu lassen. Gibt es aber noch irgendwelche anderen Aspekte, die dafür oder dagegen sprechen, die Ausführung auf mehrere/unterschiedliche Termine zu legen?

    Wie immer vielen Dank vorab für euren Input!

    Es fällt mir schwer zu einer Versachlichung ausgerechnet eines Protagonisten der CDU beizutragen. Diese Partei hat unter den langen Jahren der Ära Merkel eine signifikante bis dramatische politische und auch wirtschafts-politische Linksverschiebung erfahren, bei der nahezu sämtliche früheren Kernkompetenzen mehr oder weniger erodiert sind. Darunter ist auch die Wirtschaftskompetenz (siehe Beitrag Nr. 1) zu subsumieren.


    Woraus sich diese "Verachtung für die arbeitende Klasse" - eine steile These, die noch dazu eine ziemlich üble Diskreditierung in Form einer Unterstellung enthält - bezügliches eines Herrn Merz ableiten läßt, erschließt sich mir nicht.

    Die CDU hat eine "signifikante bis dramatische ... Linksverschiebung erfahren"? Das würde ich ebenso mal als eine ganz steile These bezeichnen.

    Nur zur weiteren Info, alle Führungspositionen der kath. Kirche, wie Bischöfe z.B. werden von den jeweiligen Ländern bezahlt und nicht von der Kirche selbst, wobei das Gehalt nicht ohne ist!

    Das ist so zu kurz gedacht und nicht richtig: Die Gehälter der Bischöfe werden zwar größtenteils (nicht vollständig) durch staatliche Zahlungen finanziert. Diese sind aber in der historischen Vereinbarung infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 begründet, nachdem kirchliches Vermögen enteignet wurde. In der Vergangenheit konnte und wollte der Staat den vereinbarten Ausgleich nicht "auf einen Schlag" leisten, weshalb es bis heute die finanzielle Unterstützung der Amtskirchen gibt. Die einzelnen Regelungen sind im Übrigen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich; in Hamburg werden die Gehälter bspw. aus Kirchensteuern bezahlt.

    Gemeinsxhaftsubterkünfte wie sie für gdflüchtete ausreichend sind, mit gemeinsamen bad & dusche, ein zimmer für sich alleine dass man abschliesen kann, wäre für mich persönlich völlig ausreichend als sozial leistung und defintiv keine verelendung, solange man Erwerbsfähig ist.

    Mit 100 bis 150€ pro Person für Lebensmittel und Hygiene Artikel und weitere 50€ für Mobilität sollten für einen Monat an barmitteln, mmn reichen.

    (Erwebsunfähigkeit ist für mich eine andere soziale aufgabe)

    Ah, jetzt verstehe ich auch endlich, warum du nur Zeitungen kennst, die "populistisch hetzen".

    Sparkasse ist halt einfach nicht zeitgemäß…

    Das würde ich so nicht pauschal sagen. Die Sparkasse orientiert sich halt an ihrem großen Kundenstamm, der wiederum zu einem großen Teil sicherlich aus älteren Menschen besteht, für die die neueste App evtl. nicht unbedingt der USP schlechthin ist. Die Direktbanken zielen ja ganz offensichtlich - wie man auch immer an der Werbung sieht - doch sehr deutlich vornehmlich auf ein jüngeres Publikum ab. Und die offenkundigen Defizite im Onlinebanking und App-Design haben sie meines Erachtens auch durchaus aufgeholt. Es bleibt halt bei der Frage, ob einem das Gesamtangebot (Filialnetz etc.) die vergleichsweise hohen Gebühren wert ist.