Beiträge von Alex777

    Den Pfeffer- und Salzstreuer habe ich in den vergangenen Wochen auch ein wenig über dem Portfolio geschwungen. Wenn man die Positionen nach Region aufschlüsselt ergibt sich nun:

    Aktienanteil

    Developed World Ex USA21,3 %
    USA83,4 %
    EM6,7 %
    Small Caps-
    Exposure111,4 %

    Das ganze ist Core-Satelite mäßig um einen MSCI ACWI ETF in Kombination mit diversen MSCI World ETFs aufgebaut. Also die bekannten Large und Mid Caps mit ein klein wenig EM aus dem ACWI.

    Wer nachrechnet stellt rasch fest, dass 111,4% Marktrisikoexposure tatsächlich mehr als 100% sind. Rund 11,4 % des Aktienanteil stecken aktuell in einem 2x Leveraged ETF, meinem kleinen Satelliten 🛰️.

    Als Altlast liegen bisher noch drei Einzelaktien aus Deutschland und USA im Depot, die ich über die nächsten vier Jahre abbauen werde.

    Wenn ich dann zwei Anteile verkaufen möchte […] wird der Gewinn auf 1,5 Anteile berechnet plus der Gewinn auf 0,5 Anteile des zweiten Kaufs?

    Es findet in dieser Weise statt. ⬆️

    Die zuerst zugeflossenen 1,5 Anteile werden vollständig verkauft, dazu noch die fehlenden 0,5 Anteile aus der zweiten, späteren, Anschaffung. Es gilt also First-in-first-out, FIFO. Es wird der gewichtete Anschaffungswert der Anteile zur steuerlichen Behandlung ermittelt.

    Die übrigen 1,1 Anteile verbleiben im Depot, die sich steuerlich rein aus dem Bestand des zweiten Kaufes zusammensetzen (steuerlicher Anschaffungswert entspricht 1,1/1,6-tel des zweiten Kaufs).

    Wenn du einen Prozentsatz des aktuellen depot-Wertes entnimmst, kannst du nicht pleite gehen, da im Fall von Börsenabschwüngen auch der absolute Wert deiner Entnahme nach unten angepasst wird.

    Bekanntlich kann es an der Börse auch mal turbulent zugehen: es kann daher Sinn ergeben, anstatt des aktuellen Depot-Werts lieber einen Durchschnittswert der letzten Jahre zu berücksichtigen. Quasi ein gleitendes Mittel. Im Beispiel über die letzten 7 Jahre. Damit hast du eine verlässliche Größenordnung für deine Entnahme mit der du über den Jahreswechsel hinaus Planen kannst, und zugleich vermeidest du Szenarien, in denen du zu-viel entnehmen würdest.

    Ich gehe davon aus, dass du dir den Gesamt-Depotwert der letzten 7 Jahre aufschriebst, die Summe bildest und durch 7 teilst. Das wäre dann ganz einfach der gleitende Durchschnitt. Im Kontrast dazu steht der Ansatz einen bestimmten Prozentsatz des Depotwertes zu Beginn der Entnahme fortzuschreiben. Bei diesem Ansatz wäre eine Pleite möglich, aber du hättest bis dahin stets die selbe absolute Entnahmehöhe.

    Das Schöne am Stammtisch ist, daß man sich über Kleinigkeiten die Köpfe heißreden kann. […] Irgendwas ist ja immer!

    Sonst wärs ja auch zu einfach. Der Stammtisch möchte unterhalten werden. Das schöne ist ja, diese Diskussion hat endlich ein natürliches Ablaufdatum. Im Oktober wird das selbstverständliche dann auch eine Selbstverständlichkeit, und schon bald fragen sich alle, wieso es damals alles überhaupt so kompliziert und anders war. Sicherlich für manchen ein Vierteljahrhundert zu spät, aber besser spät als nie ;)

    Außerdem kann der schöne vorgedruckte Überweisungsträger dann ebenso seinen nostalgischen Platz in den Herzen der Menschheit einnehmen wie die mystische Verbindung von Bleistift und Kasette.

    Wenn wir es dann schaffen von der Prä-Paypal über die Paypal- in die Post-Paypal Zeit des eBay-Kaufs zu wechseln, wäre mir das auch sehr recht. Wer schon mal einen eBay-Verkauf innerhalb Europas bei Paypal reklamiert bekommen hat (als Verkäufer) wird dieses Vergnügen sicher kennen. Aber diese Anekdote und die Ausflüge in die Fantastische Welt der innergemeinschaftlichen Streitbeilegung sparen wir uns am besten fürs nächste Mal. Der Stammtisch möchte ja unterhalten werden.

    Natürlich könnte ich einfach in einen MSCI World investieren und fertig.

    Oft ist das auch einfach genau richtig. Mit einem ETF sparst du dir viel Aufwand. Besonders wenn das alles noch neu ist, kann eine bewährte Strategie für dich genau richtig sein.

    Aktuell tendiere ich eher zu etwas in der Art: [jede Menge ETF aus allen Teilen der Welt]

    Und gibt es hier auch einen Grund? Wieso genau so? Welche Zielsetzung verfolgst du, dass deine Zusammenstellung gegenüber einem langweiligen MSCI World voraussichtlich überlegen ist?

    Möchtest du USA oder den US Tech Sektor besonders Gewichten?

    Wieso nicht S&P 500 in Kombination mit MSCI World Ex USA? Wären dann 2 ETF und du kannst deine US Exposition nachjustieren. Oder All World plus NASDAQ.

    Bitte habt Verständnis, es ist schwierig für einen Laien so viel Geld in die Hand zu nehmen.

    Wenn du dich selbst eher als Einsteiger ins ETF Thema siehst, wie kommt es dann, dass du dein Depot so differenziert Gewichten möchtest?

    Die vom Durchschnittsdeutschen so heiß ersehnte 150%ige Sicherheit gibt es jedenfalls nicht. Wir werden uns in der diesbezüglichen Einschätzung in diesem Thread einander vermutlich nicht näherkommen. :)

    Ja doch, irgendwie schon. Also nicht das mit der 150% Sicherheit: Die gibt’s nämlich wirklich nicht. Da stimme ich, ganz ohne Widerspruch, komplett zu. Sind wir an sich mit der selben Einschätzung unterwegs, isso. Du kannst immer abgezogen werden.

    Was ich nicht sehe: wieso grade dieses Thema mich nun von einer verzögerungsfreien Zahlung abhalten sollte. Für den (hoffentlich häufigeren) nicht-Betrüger Fall habe ich alle Vorteile einer blitzschnellen Zahlung und beide Seiten können umgehend den Kauf vollziehen. Schnell, Effizient, Direkt. Für den Betrüger-Fall begegnen dem Käufer die selben Unwägbarkeiten wie im Klassik-Überweisung Szenario.

    (Hat zwar nix mit SEPA zu tun, aber mit der von dir korrekten Beobachtung zum Thema gelackmeiert sein: hier kommt die Polizei bei Verkehrsunfall auch nurnoch wenn ein möglicher Personenschaden nicht auszuschließen ist. Bei reinen Blechschäden und Rempelern stehst allein auf weiter Flur und darfst hoffen dass die Gegenseite einen Perso zeigen möchte… seither kann ich Nackenschmerzen auch nicht mehr ganz ausschließen)

    1. Warum muss man nur die ersten paar Jahre rollen?

    Die Kombination aus Tagesgeldzins und Vorabpauschale braucht Deinen Freibetrag (glücklicherweise) viel schneller auf, als es dir lieb ist. Je nach Spar-Rate, die du dir so vorstellst, kommt ja bereits nach wenigen Jahren eine Summe zusammen, die deine 1000€ an Erträgen (nicht: Steuer) locker knackt.

    2. Und woher weißt du genau, wieviel Anteile du verkaufen musst, um auf deinen Freibetrag zu kommen, auch in Anbetracht des FIFO Systems?

    Ja, das ist immer eine kleine Wissenschaft für sich. Deinen Anschaffungswert hast du dir ja aufgeschrieben, grade wenns eine Einmalanlage und nicht der Sparplan ist. Da hat man schon mal eine gute Grundlage um den Buchgewinn zu berechnen. Bei Aktien ETF werden dir davon 30% für die Steuer erlassen, und die verbleibenden 70% sind von Interesse. Dazu kommen dann noch kleckerbeträge wie die bisher gezahlten Vorabpauschalen der Vorjahre. Aber über den Daumen gepeilt geht das halbwegs. Besonders komfortabel ist es bei der comdirect (da bin ich) gelöst, den da gibt’s direkt eine Steuer-Berechnung für jedes Papier/ETF und Tranche von Anschaffungsdaten. Macht’s etwas einfacher. Aber am Ende kommt’s nicht auf den Cent an, ich habs auch schon zwei mal verhauen und leider etwas zu wenig Verkauft. Schlimm ist’s dennoch nicht: 1000€ Freibetrag sind 263,75€ an Steuern wert. Wenn du nun bspw. nur 254€ nutzt geht die Welt nicht unter.


    3. Zudem kommen für den Kauf und den Verkauf doch auch immer jedes Jahr dann noch die Ordergebühren on top. Lohnt sich das dann trotzdem?

    Ja, an der Frage ist was dran. Das sollte man kritisch sehen. Bei ING sind die Verkäufe ja nicht ganz günstig. Hier hilft nur: rechnen.


    Aber ganz ehrlich: völlig egal wie du’s nun machst. Fang einfach an, den Rest kriegt man schon hingebogen.

    Was macht der Käufer, wenn der betrügerische Verkäufer nach Eingang der Überweisung den Fahrzeugbrief eben doch nicht überreicht?

    Im besten Fall direkt erstmal die Polizei anrufen. Immerhin ist man im Szenario hoffentlich noch im selben Raum, und hat den Kaufvertrag bereits unterzeichnet. Der Verkäufer schuldet also Herausgabe der Papiere nach Zahlung, Zug-um-zug. Klar, wenn ein Betrüger hart bleibt, hilft nur der Umweg die Forderung über den gerichtlichen Mahnbescheid zu forcieren, inklusive aller damit verbundenen Unliebsamkeiten. Doch dieses Ärgernis würde einem im klassischen Überweisungsszenario sicherlich auch bevorstehen.

    Ich habe damals mit einem Ausschütter angefangen, aufgrund dieser Empfehlung mit "Freibetrag ausnutzen" und habe das nicht weiter hinterfragt und wusste nichts von "Rollieren". Rückblickend wäre ich froh, ich hätte direkt mit einem Thesaurierer gestartet.

    Ich schätze das geht wirklich vielen so. Grade wenn’s ans loslegen geht, hört sich die Story mit dem Freibetrag nutzen durch Ausschüttungen schlüssig an. Bei mir liegen aus dieser Zeit auch noch ausschüttende ETFs im Depot. Würde ich heute neu anfangen würd ich direkt auf 100% thesaurierer gehen, denn die erste paar Jahre rollen tut nicht weh. Zumal es hier im Thema um die Situation geht, wenn das Tagesgeld mal keine Zinsen mehr abwerfen sollte.

    Ein gutes hat ein Ausschütter aber: die Erträge fließen in meinem Fall Mitte Dezember zu (Ex Tag ist immer so die zweite Dezember Woche). Das Geld kann dann direkt für die Vorabpauschale im Januar genommen werden. So ist in der entscheidenden Zeit immer etwas Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Bequem.

    Macht es also Sinn die 50.000 Euro in einen ausschüttenden zu stecken und anschließend dauerhaft den Thesaurierer zu besparen?

    Wenn du dich im Anschluss damit am liebsten nicht mehr befassen möchtest, dann wäre das sicherlich ein guter Ansatz. Besonders dann wenn du deinen Freibetrag keinesfalls aktiv durch Verkauf / Kauf nutzen möchtest.

    Irgendwann später einmal, wenn du über Jahre hinweg fleißig den Thesaurierer bespart hast, wirst du in die Situation geraten, dass die Vorabpauschale (wenns die dann noch gibt) große Teile des Freibetrags bereits zu Jahresanfang aufbraucht. Dann werden die Ausschüttungen versteuert werden. Das ist zwar nicht schlimm, aber eben nicht optimal.

    Wichtig ist, dass du anfängst, und da ist es gehopst wie gesprungen. Geeigneten ETF suchen und loslegen. Da bist du auf einem guten Weg.

    Es interessieren mich einfach nur praktische Anwendungsfälle.

    wenns nach der Vorstellung der EU geht, im Prinzip überall da, wo du aktuell einen US Finanzdienstleister bemühen würdest um eine Bestellung zu bezahlen. Sprich Paypal, Visa, Mastercard. Wieso noch auf einen Mittelsmann wie Paypal setzen, wenn du auch sicher per SEPA Instant zahlen kannst? Made in EU.

    Und ja, ich weis, Mehrwertdienste wie Käuferschutz sind auch so ein Ding, aber ich schätze so sieht es die EU.

    Zitat

    Und warum muss das in Sekundenschnelle passieren?

    Gegenfrage: wieso sollte es länger dauern? Wieso sollte man sich mit behäbiger Langsamkeit zufrieden geben? Was spricht dafür, nicht in Sekundenschnelle zu überweisen?

    Es zählt der NAV am 1.1.2024 um zu bestimmen ob der Basisertrag oder der wirklich erzielte Ertrag zur bemessung der Vorabpauschale genommen wird. Und zwar das jeweils geringere, also quasi immer der Basisertrag. Dein Depotwert interessiert dazu überhaupt nicht.

    Du zahlst dann auf jeden Anteil im Depot anteilig Vorabpauschale, und zwar für jeden angefangenen Monat, den der Anteil im Depot ist. Hast du den zu jahresanfang zahlst du also zwölf Zwölftel. Kaufst du am 29.02.2024 kommen elf Zwölftel der VAP für den Anteil auf dich zu (ein monat, der Januar, wird nicht berechnet). Wird dein Sparplan im Dezember ausgeführt, kommt auf diese Anteile noch 1 / 12 der VAP.

    Du musst die VAP für jede Tranche deines Sparplans also separat berechnen, und die angefangenen Monate jeweils aufrunden.

    Das Problem ist halt, ihm zu erklären was ein Geldmarktfonds ist, und auch dass im Falle eines Ausfalls nur die letzte tägliche Rendite strittig wäre, das bekomme ich schon hin. Nur den DBX0AN muss man halt schon klassisch Börsenmäßig per Order kaufen und verkaufen. Und ich schätze da steigt er aus.

    Ein x-beliebiges tagesgeldkonto mit 1,x% mini Zins ist sicherlich besser als die gute alte Sparkasse. Sowas wie meinebank ist ja auch eine Volksbank, das bekommt man schon vermittelt: https://www.meinebank.de/sparen_anlegen/tagesgeld.html

    Ich für meinen Teil find ja 3% EZB besser als 1,x% aber ggf stelle ich einfach mal beide Alternativen vor.

    Außer natürlich es gibt harte no-gos für TR, C24 oder Scalable.

    Ich schließe mich hier einfach mal bei der Frage an.

    Im Gespräch mit einem Bekannten waren wir auf das Thema Tagesgeldzinsen gekommen. Er möchte nur einmal ein Konto einrichten und das Geld dort liegen lassen. Regelmäßige Wechsel wie beim Tagesgeld-hopping kommen nicht in Betracht. Auch die Börse gilt ihm eher als Werk des Teufels, deswegen kommt die direkte Anlage in DBX0AN ebenso nicht in Betracht.

    Könnte also das hybride Tagesgeld der Neos mit dauerhaften EZB Zins ein guter Mittelweg sein?

    Spricht da unter realistischen Annahmen wirklich etwas gegen? Wir gehören nicht dem Club der Weltuntergangspropheten an.

    Achso: Status quo = das Geld liegt zu 0% p.a. bei der Sparkasse. Fantasievolle Anlageinspirationen des SPK-„Beraters“ konnte ich entkräften.

    Wäre die Rendite beim eingesammelten und steuerfreien Gewinn, der dann direkt aufs Tagesgeldkonto kommt, höher als der Zinseszins im ETF? :/

    Die idee ist wohl vor allem, dass du vom steuerfreien Gewinn die verkauften Anteile einfach direkt im anschluss erneut kaufst, aber so deinen steurrelevanten Anschaffungspreis erhöhst ohne wirklich Steuern zu zahlen. Als Kosten fallen dir nur die Ordergebühr (also bei Neos 0-1€, bei Direktbanken bis 60€ an) sowie die Handelsspanne zwischen Verkaufs- und Kaufpreis, typischerweise etwa 0,05 bis 0,2% des Volumens. Willst du dann später wirklich verkaufen, zählt als Gewinn die Differenz des (nun ja höheren) Anschaffungspreises minus Verkaufserlös. Du zahlst also weniger Steuer verglichen mit dem Szenario wo du von Anfang an einfach alles liegen gelassen hast.

    alpha_zulu Ja sowas in der Richtung. Ich hatte ein Fahrzeug auf die Credit Visa reserviert das an der Abholstation kurzfristig nicht verfügbar war. Musste dann auf einen anderen Wagen umgebucht werden. Bei Enterprise benötigen die „großen“ Fahrzeugklassen eine echte Credit Kreditkarte. Für die kleineren genügt Debit. Es ist gut möglich, dass ich mit dem Ersatzwagen in der Debit Abrechnung gelandet bin.

    Jedenfalls sollte man sich auf alle eventualitäten einstellen. Eine andere Visa hätten sie übrigens nicht genommen, nur die Karte die bei Reservierung angegeben wurde wäre/ist durchgegangen.