Hallo und herzlich Willkommen 
Den ersten und vielleicht wichtigsten Schritt hast du gemacht: du hast angefangen dir selbst Gedanken zu machen und bist so vermutlich auf den Weg gekommen ein Selbstentscheider in Finanzen zu werden. Du bist außerdem noch jung, hast also genug Zeit (einer der wichtigsten Faktoren) und hast zudem noch keine größeren finanziellen Fehlentscheidungen getroffen wie das Abschließen irgendwelcher langfristigen Spar- oder Rentenverträge.
Dennoch hast du richtig erkannt, dass dein Vermögen sich real verkleinert aktuell. 0,75% für die Hälfte deines Vermögens sind wirklich praktisch nichts. Auf dem Girokonto wirst du ja keine Zinsen haben. Brauchst du auch nicht mit einer ordentlichen Strategie, auch wenn es selbst dafür Möglichkeiten gäbe.
Ich frage erstmal vorab wie du dich eingelesen hast bisher. Ich würde dir vorschlagen es strukturiert anzugehen und bei A anzufangen. Häufig liest man hier und dort Artikel, guckt irgendein Video, das mitten in einer eigentlich großen Playlist ist. Da kann eventuell etwas wichtiges herunterfallen.
Häufig hören Anfänger von “ETFs“, die irgendwie gut sein sollen, und informieren sich dann in diese Richtung. Dabei gibt es andere Fragen, die vorher geklärt werden müssen. Sinnvolle Muss-Versicherungen sind solch ein Thema: PHV? BU-Versicherung in hinreichender Größe? Auch Fragen was du überhaupt mal willst mit deinem Vermögensaufbau sind wichtig. Was willst du erreichen finanziell, im Leben? Dein Risikoprofil ist dann ein weiterer Punkt. Der Notgroschen natürlich, einer der wichtigsten Punkte.
Man kann aus diesen Aspekten am Ende eine sehr einfache Strategie entwickeln. Das von Finanztip empfohlene Vier-Töpfe Prinzip mit einem einzigen (!) Aktien-Welt-ETF und als zweiten Topf (neben Girokonto und Kreditkarte) dann ein Tagesgeldkonto, eventuell noch so etwas wie ein Geldmarkt-ETF, eine Tagesgeld-Alternative bzw. -ergänzung. Aber das geht nun schon zu weit ins Detail.
Es gibt empfehlenswerte Bücher, die diesen Überblick geben, etwa „Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest“ von Thomas Kehl und Mona Linke (von Finanzfluss) oder „Ihre Finanzen fest im Griff“ von Hartmut Walz. Natürlich geht das auch über das Internet, aber wie ich sagte meist nicht so kompakt und (für den Anfang) vollumfänglich. Ich gebe gerne als Einstiegspunkt auch folgende Seite von Finanzfluss als Tipp: https://www.finanzfluss.de/start/
Finanztip hat so eine Übersichts-/Startseite soweit ich weiß noch nicht.
Wenn du dich so strukturiert in das Thema einliest, werden sich die meisten deiner Aufteilungsfragen vermutlich klären.
Grundsätzlich und ganz allgemein würde ich nicht so anfangen irgendwas auf dein Girokonto aufzuteilen. Auf das Girokonto gehört aus meiner Sicht das, was du monatlich benötigst zum Leben plus ein kleiner Puffer. Der Rest kann Zinsen auf dem Tagesgeld bringen. Da solltest du zumindest ein ordentliches haben, am besten natürlich nah an deinem Giro dran. Dann kannst du schnell vom Tagesgeld aufs Giro Geld rüber holen. Das geht in wenigen Sekunden. Du kannst dir dann überlegen, ob du eventuell ein zusätzliches noch besser verzinstes Tagesgeld etwa für den Notgroschen holst oder für einen Sicherheitsbaustein deines langfristigen Vermögensaufbaus. Was den angeht brauchst du wiederum dein Risikoprofil. Wieviel Risiko kannst du tragen und wieviel emotional aushalten. Ist es für dich schlimm wenn ein Teil deines Vermögens auch mal 50 % weniger ist, vielleicht auch mal für ein paar Jahre? Wenn du 40 oder 50 Jahre nicht da ran musst, dann sollte das nicht so schlimm sein, aber nicht alle können damit umgehen. Und dementsprechend kann man dann aufteilen zwischen einem Renditebaustein (ein Welt-ETF) und ein Sicherheitsbaustein. Ob das dann 100/0, 80/20 oder 60/40 ist, oder etwas ganz anderes, das musst du selbst entscheiden.
Wie alle finanziellen Entscheidungen in Zukunft
Das war jetzt mal ein kurzer Abriss. Viel Erfolg schon mal!