Rürup-Rente (Basisrente)

Mit Steuervorteilen fürs Alter vorsorgen

Sara Zinnecker Stand: 19. September 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Selbständige können mit der Rürup- oder Basisrente staatlich gefördert fürs Alter vorsorgen.
  • Vergleichbar ist diese private Altersvorsorge mit der gesetzlichen Rentenversicherung und berufsständischen Versorgungswerken (Basisvorsorge).
  • Beiträge für eine Rürup-Rente können Sie bis zu einer Höhe von 24.305 Euro von der Steuer absetzen.
  • Ob sich der Vertrag insgesamt lohnt, hängt davon ab, wie alt Sie werden. Wichtig ist auch Ihr Steuersatz im Alter, denn Rürup-Renten sind ab dem Jahr 2040 voll zu versteuern.
So gehen Sie vor
  • Wenn Sie als Selbstständiger nicht gesetzlich vorsorgen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Tarif mit Mindestrente bei der Europa (E-BR) und Huk24 (BRA24). Die Verträge können Sie online abschließen.
  • Wenn Sie hingegen Ihre gesetzliche Rente aufstocken wollen und noch mehr als 15 Jahre Zeit bis Rentenbeginn haben, greifen Sie besser zu einer fondsgebundene Basisrente.
  • Wägen Sie zwischen folgenden fondsgebundenen Basisrenten ab: Der Tarif der Europa (E-FBR) ist eine flexible Allround-Lösung, die Sie online abschließen können. Der Tarif der Condor (C79 B) ist günstiger, aber weniger flexibel und Sie müssen sich an einen Makler wenden.
  • Alternativ bietet Fairr (Fondssparplan Fairrürup) eine günstige, flexible Online-Lösung. Nachteil: Der Versicherer Mylife hat kein Rating.

Sind Sie weder in der gesetzlichen Rentenversicherung noch in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert? Dann können Sie seit 2005 eine alternative Vorsorgeform mit vergleichbaren Leistungen wählen: sogenannte Rürup-Verträge, auch Basisrente genannt. Die gezahlten Beiträge lassen sich, wie bei den anderen zwei Vorsorge-Arten auch, als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen.

Rürup-Rente als Basisvorsorge

Unter die sogenannte Renten-Basisvorsorge fallen die gesetzliche Rentenversicherung, die berufsständischen Versorgungswerke, die landwirtschaftlichen Alterskassen und seit 2005 auch Rürup-Verträge. Sie zählen steuerlich alle zur ersten Säule der Altersvorsorge und folgen alle derselben Systematik.

Rürup-Verträge kommen meist in Form einer klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung daher. Wenige Anbieter haben auch Fondssparpläne im Programm. Ende 2018 gab es in Deutschland 2,2 Millionen Rürup-Verträge.

Die Säulen der Altersvorsorge

Säule I
Basisvorsorge

Säule II

geförderte

(private)

Vorsorge

Säule III

ungeförderte (private)

Vorsorge

Säule 0

Sonstige

(flexible)

Geldanlage

Gesetzliche

Renten-versicherung

Riester-RenteLebensversicherung

Aktienfonds, 

ETFs 

(mit Auszahlplan)

Berufs-

ständisches Versorgungswerk

Betriebliche

Altersvorsorge

Rentenversicherung

Fondssparplan / 

ETF-Sparplan

(mit Auszahlplan)

Rürup-Rentez.B. Direkt-versicherung, Pensionsfonds

Fondssparplan

(im Rahmen einer Versicherung)

Immobilien
Beiträge zunehmend steuer-begünstigt, Renten zunehmend steuerpflichtig

Beiträge steuerfrei

und ggf. Zulagen, Renten steuerpflichtig

Beiträge aus versteuertem Einkommen,

Rente steuerbegünstigt

Beiträge aus

versteuertem Einkommen, Gewinne/

Einnahmen

voll zu versteuern

Quelle: Finanztip (Stand: 29. März 2017)

Beiträge der Basisvorsorge lassen sich bis zu einem bestimmten Höchstbetrag (2019: 24.305 Euro) anteilig (2019: zu 88 Prozent) als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Steuer fällt dann erst auf die späteren Renten an – bis 2039 noch anteilig, ab 2040 zu 100 Prozent. Da der Steuersatz im Alter häufig niedriger ausfällt als im Erwerbsleben, dürften die meisten Sparer Vorteile aus der nachgelagerten Besteuerung ziehen. Details zur Besteuerung lesen Sie weiter unten

Wer kann Rürup-Rente abschließen?

Rürup-Verträge als Basisvorsorge nutzen können Selbstständige, die keiner Pflichtversicherung angehören, also weder der gesetzlichen Rentenversicherung noch einem berufsständischen Versorgungswerk. Für sie war die Rürup-Rente ursprünglich gedacht. Zu dieser Gruppe zählt, wer seine eigene Firma oder einen Laden betreibt oder selbstständig berät. Darüber hinaus kann jeder seine bestehende Basisversorgung mit einem Rürup-Vertrag aufstocken.

Insgesamt sollten die Beiträge für die Rürup- oder Basisrente und die gesetzliche Rentenversicherung oder das Versorgungswerk den Höchstbetrag der Basisvorsorge (gut 24.300 Euro im Jahr 2019) nicht übersteigen. Nur bis zu der Grenze profitieren Sparer vom Steuervorteil. Ein Rechenbeispiel finden Sie im Abschnitt zur Besteuerung weiter unten.

Für wen eignet sich ein Rürup-Vertrag?

Ob ein Rürup-Vertrag für Sie infrage kommt, hängt von individuellen Kriterien und Ansichten ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie verdienen und je mehr Geld Sie in den Vertrag stecken, umso größer fällt die Steuererstattung in der Ansparphase aus und umso eher lohnt sich der Vertrag. Eine Rolle spielt aber auch, wie viele Jahre bis zur Rente noch bleiben – und wie Sie ansonsten für die Rente vorsorgen. Einige Beispiele vermitteln die Idee:

Beispiel „Skeptiker“ - Rürup eignet sich für Selbstständige, die der gesetzlichen Rentenversicherung skeptisch gegenüberstehen und sich dort nicht freiwillig versichern wollen. Die gesetzliche Rente speist sich aus dem, was Beitragszahler gerade einbezahlen (Umlageverfahren). Das Rentenniveau kann schwanken, die Gesetzgebung kann sich ändern. Eine Rürup-Rente nährt sich dagegen aus eigenen Beiträgen, ist kapitalgedeckt.

Beispiel „Gutverdiener“ - Rürup eignet sich für Selbstständige, die viel verdienen und den steuerlichen Förderrahmen der Basisvorsorge voll ausschöpfen können. Einzahlungen bis zu gut 24.305 Euro im Jahr sind möglich (2019). Was die Rendite angeht, kann eine Rürup-Rentenversicherung mit garantierter Mindestrente mit der gesetzlichen Rente mithalten.

Beispiel „Aufstocker“ - Rürup eignet sich für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, die viel verdienen und ihre Basisvorsorge aufstocken wollen. Sie können ebenfalls den steuerlichen Förderrahmen bis zur Obergrenze ausschöpfen und Steuervorteile mitnehmen. Wer noch 15 Jahre oder mehr bis zur Rente hat, kann einen Rürup-Vertrag wählen, der mit Aktienfonds anspart. Hier besteht die Chance auf eine höhere Rendite.

Beispiel Jungunternehmer - Rürup eignet sich eher nicht für Selbstständige, die gerade erst durchstarten. Oft ist die Ertragslage in den ersten Jahren ungewiss und das zu versteuernde Einkommen gering. Es kann sein, dass der Jungunternehmer durch Rürup gar keinen Steuervorteil hätte und der Vertrag nur Geld bindet, das er besser ins Wachstum seiner Firma investieren könnte.

Welche Merkmale haben Rürup-Verträge?

Ein Rürup-Vertrag ist ein privater Vorsorgevertrag, meist eine Rentenversicherung. Er hat allerdings bestimmte Merkmale, ist entsprechend zertifiziert und daher der ersten Säule der Altersvorsorge (Basisvorsorge) zugeordnet.

Der wichtigste Unterschied zu einer nicht geförderten privaten Rentenversicherung: Das angesparte Kapital lässt sich bei einer Rürup- oder Basisrente nicht auszahlen. Es soll ausdrücklich der Altersvorsorge dienen; deshalb zahlt es der Versicherer immer als lebenslange Rente aus. An dieser Stelle funktioniert der Rürup-Vertrag also ähnlich wie die gesetzliche Rente.

Dafür werden die Beiträge für Rürup-Verträge auch steuerlich so behandelt wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung: Rund 24.300 Euro können Sie pro Jahr im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen geltend machen (Stand: 2019). Diesen Vorteil gibt es nicht bei einer privaten Rentenversicherung, die Sie rein „aus dem Netto“ besparen.

Neben der Auszahlung als Rente und der steuerlichen Förderung in der Sparphase haben Rürup-Verträge noch einige weitere Merkmale:

  • Rürup-Verträge lassen sich nicht kündigen. Allerdings können Sie den Vertrag beitragsfrei stellen, also keine weiteren Beiträge mehr zahlen, falls Sie die Beiträge nicht mehr aufbringen können oder wollen. Auch können Sie Ihre Zahlungen auf einen Mindestbeitrag (oft 25 Euro im Monat) reduzieren.
  • Grundsätzlich kann das Rürup-Sparguthaben nicht auf einen anderen Versicherten übertragen oder vererbt werden. Der Vertrag ist auch nicht beleihbar. Sollte der Sparer während der Ansparphase versterben, profitiert davon der Versicherer oder die Fondsgesellschaft.
  • Sparer können mit dem Versicherer höchstens individuell vereinbaren, dass der angesparte Betrag im Todesfall als Rente an den Ehepartner ausbezahlt wird, an den eingetragenen Lebenspartner oder an kindergeldberechtigte Kinder. Fachleute sprechen von „Beitragsrückgewähr“.
  • Bezieht der Rürup-Sparer bereits Rente und verstirbt dann, kann er eine Auszahlung an die Hinterbliebenen vereinbaren, etwa in Form einer sogenannten Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenrente. Letztere funktioniert ähnlich wie die Witwen-/Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Allerdings gehen alle Regelungen zur Hinterbliebenenabsicherung auf Kosten der Rentenhöhe des Versicherten: Je stärker Sie also Ihre Familie berücksichtigen, umso geringer ist später Ihre Rente – und das bei gleichem Beitrag.
  • Für Rürup-Verträge gibt es anders als bei Riester-Verträgen keine gesetzlichen Vorschriften für den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Nicht alle Anbieter räumen in den Vertragsbedingungen ihren Kunden daher einen Vertragswechsel ein. Einige Anbieter verlangen darüber hinaus eine Gebühr für das Übertragen des Kapitals.
  • Weigert sich der bisherige Anbieter, den Vertrag zu übertragen, bleibt nur die Beitragsfreistellung und der Abschluss eines neuen Vertrags – mit den entsprechenden Abschlusskosten.

Welche Rürup-Renten empfiehlt Finanztip?

Es gibt verschiedene Rürup-Vertragsarten, mit denen Sie ansparen können.

Klassische Rentenversicherung - Sie verspricht eine garantierte Rente. Die Rendite kann mit der gesetzlichen Rente (freiwillige Versicherung) konkurrieren. Sie kommt für Sparer infrage, die ihre Basisvorsorge allein über Rürup stemmen wollen.

Fondsgebundene Rentenversicherung - Sie haben eine eingeschränkte oder gar keine Garantie. Die Renditechancen sind aber durch die Anlage in günstige Aktienfonds (ETFs) entsprechend höher. Diese Vertragsart kommten infrage, wenn Sparer eine bestehende Basisvorsorge aufstocken und weitere Steuervorteile mitnehmen möchten.

Fondssparpläne - Sie haben in der Regel keine Garantie, Vermögen wird ausschließlich in Aktienfonds angelegt. Dadurch sind die Renditechancen – analog zur fondsgebundenen Rentenversicherung – höher. Unterschied: Bis zum 85. Lebensjahr können Fondsgesellschaften oder Banken das Vermögen der Kunden verwalten und weiter anlegen. Erst dann geht das Guthaben an eine Versicherung über.

Entscheiden Sie sich für eine Versicherungslösung, sollten Sie darauf achten, Ihr Geld einem finanzstarken Versicherer anzuvertrauen – schließlich werden Sie 60 Jahre oder länger an ihn gebunden sein. Der Versicherer haftet für die Auszahlung Ihrer Rente. Sparen Sie hingegen in einem Fondssparplan an, bleiben Sie jederzeit Eigentümer der Fonds – auch bei Insolvenz des Anbieters.

Die besten Rürup-Verträge im Test

Im September 2019 haben wir uns die finanzstärksten Versicherer herausgesucht und deren klassischen Rentenversicherungen (mit Garantiezins) und fondsgebundenen Rentenversicherungen (ohne Garantie) genauer angesehen. Als finanzstark werteten wir die Versicherer, die bei der Prüfung der Ratingagentur Morgen & Morgen mit vier oder fünf Sternen abschließen. Auch zwei Fondssparpläne waren in unserer Untersuchung vertreten.

Um die besten Anbieter herauszufiltern, haben wir anschließend mehrere Auswahlkriterien angesetzt:

  • garantierte Mindestrente oder garantierte Rente je 10.000 Euro Kapital (Rentenfaktor),
  • geringe Kosten,
  • Flexibilität bei den Beiträgen und
  • bestenfalls die Möglichkeit eines Vertragswechsels.

Details zum Vorgehen lesen Sie am Ende des Ratgebers unter "So haben wir getestet" und im ausführlichen Testartikel zu den Rürup-Renten.

Am besten abgeschnitten haben bei den klassischen Rentenversicherungen die Tarife der Europa (E-BR) und von Huk24 (BRA24). Die beiden Tarife sind vergleichbar gut.

Europa
klassische Rürup-Rentenversicherung (Tarif E-BR)
  • fünf Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe garantierte Rente
  • geringe Kosten
  • flexible Beitragszahlungen und Anbieterwechsel möglich
Huk24
klassische Rürup-Rentenversicherung (Tarif BRA24)
  • vier Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe garantierte Rente
  • geringe Kosten
  • flexible Beitragszahlungen und Anbieterwechsel möglich

Für die fondsgebundene Rentenversicherung empfehlen wir ebenfalls die Europa (Tarif E-FBR) und die Condor (Tarif C 79 B). Dabei schneidet der Tarif der Europa in allen getesteten Bereichen – von Kosten bis Flexibilität – ordentlich ab. Den Europa-Tarif können Sie online anfragen und abschließen. Die Condor ist günstiger, aber weniger flexibel. Ein Wechsel ist bei ihr ausgeschlossen. Um den Tarif abzuschließen müssen Sie sich an einen Makler wenden. Wägen Sie für sich ab.

Europa
fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung (Tarif E-FBR, mit Pictet-ETFs Aktien Europa WKN: 694230 und USA WKN: 694232)
  • fünf Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe Flexibilität bei den Beitragszahlungen
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich
  • mittlere Kosten beim Ansparen mit ETFs
Nur beim Anbieter abschließbar
Condor
fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung (Tarif C79 B, mit iShares MSCI World, WKN: A0RPWH)
  • vier Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hoher garantierter Rentenfaktor und geringe Kosten
  • geringere Flexibilität der Beitragszahlungen, kein Wechsel
  • Abschluss nur über den Makler
Nur beim Anbieter abschließbar

Alternativ für alle, die mit Aktien sparen wollen, eignet sich auch der Fondssparplan der Sutorbank (Fairrürup).

Den Fairrürup gibt es als Produkt erst seit einigen Jahren. Es ist eines der günstigsten und flexibelsten am Markt. Anders als die Versicherer hat die Sutorbank kein Rating. Das ist in dem Fall aber zweitrangig, da die Fonds im Rahmen des Sparplans Sondervermögen sind. Sie werden separat verwaltet und bleiben zu jeder Zeit im Eigentum des Sparers. Beim Fairrürup geht das Geld in der Rentenphase an die Mylife-Lebensversicherung, die die Auszahlung zu einem garantierten Rentenfaktor übernimmt.

Fairrürup
Fondssparplan der Sutorbank und Fairr, mit ETF Aktien Welt, WKN: A0RPWH
  • geschütztes Fondsguthaben
  • hoher garantierter Rentenfaktor
  • günstiges Ansparen mit ETFs auf den MSCI World möglich
  • sehr flexible Beitragszahlungen und Anbieterwechsel möglich

Alle Details zu den Anbietern und deren Bewertung lesen Sie im Abschnitt „So haben wir getestet“ und im ausführlichen Testartikel zu den Rürup-Renten.

Wie entsteht der Steuervorteil bei der Rürup-Rente?

Anders als Riester-Verträge, bei denen der Staat die Verträge über Zulagen und Steuervorteile fördert, funktioniert die staatliche Förderung bei privaten Rürup-Vorsorgeverträgen allein über die Steuer. Rürup-Verträge werden der Basisversorgung zugeordnet. Sparer können also im Jahr 2019 Beiträge in Höhe von 24.305 Euro als Altersvorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend machen – 88 Prozent davon erkennt das Finanzamt 2019 an.

Der Höchstbetrag, den Sparer für die Basisversorgung ansetzen können, berechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung der Knappschaft, die jährlich fortgeschrieben wird, multipliziert mit dem zugehörigen Beitragssatz. 2019 sind das 98.400 Euro x 24,7 Prozent = 24.305 Euro. Davon erkennt das Finanzamt im selben Jahr 88 Prozent an, also 21.388 Euro. Der absetzbare Anteil steigt jährlich um 2 Prozentpunkte – bis auf 100 Prozent im Jahr 2025.

Absetzbarer Anteil der Vorsorgeaufwendungen bis 2025

Jahr

Anteil in %

2017

84

2018

86

2019

88

2020

90

2021

92

2022

94

2023

96

2024

98

2025

100

Quelle: § 10 Abs. 3 Satz 4 und Satz 6 EStG (Stand: 29. März 2017)

Wie viel Steuererstattung ein einzelner Rürup-Sparer erwarten kann, hängt also von der Höhe seines zu versteuernden Einkommens und seinem persönlichen Steuersatz ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie verdienen, umso mehr bekommen Sie vom Finanzamt zurück.

Rürup-Steuererstattung bei unterschiedlichen Einkommen

Jahres-

einkommen

brutto

in €

Grenz-

steuersatz

in %

Jahres-

beitrag

Rürup

in €1

davon 2017

absetzbar

Steuer-

rückzahlung

in €

30.000

335.6104.712

1.555

50.000

42,49.3507.854

3.330

70.000

44,313.09010.996

4.871

100.000

44,314.25011.970

5.303

1Wir nehmen an, der Sparer zahlt 18,7 Prozent seines Jahresgehalts in den Rürup-Vertrag ein, maximal den Höchstbeitrag von 14.250 Euro pro Jahr. Das ist der derzeitige Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 29. März 2017)

Wie lässt sich die gesetzliche Rente mit Rürup aufstocken?

Wollen Sie Ihre Rente der Deutschen Rentenversicherung oder eines berufsständischen Versorgungswerk mit Hilfe einer Rürup-Vertrags aufstocken, müssen Sie berücksichtigen, dass Ihre Beiträge zur gesetzlichen Rente oder zum Versorgungswerk bereits auf den steuerlichen Höchstbetrag angerechnet werden. Der Betrag, der steuerbegünstigt in den Rürup-Vertrag fließen kann, ist also begrenzt.

Ein Beispiel: Ein Angestellter mit gutem Gehalt (75.000 Euro im Jahr) sorgt zusätzlich mit einem Rürup-Vertrag vor. Zu seinen Vorsorgeaufwendungen zählen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (jeweils 6.095 Euro pro Jahr, im Beispiel vereinfachend 7.000 Euro) und die Beiträge zur Rürup-Rente (6.000 Euro pro Jahr). Alle Beiträge zusammen (20.000 Euro) dürfen den Höchstbetrag (24.305 Euro) nicht übersteigen.

Anschließend wird der Betrag ermittelt, den der Sparer tatsächlich von der Steuer absetzen kann. Das sind im Jahr 2019 genau 88 Prozent der Vorsorgeaufwendungen, also 17.600 Euro aus obigem Fall, wovon der Arbeitgeberanteil jedoch wieder abgezogen werden muss. In diesem Beispiel kann der Angestellte noch 10.600 Euro als Sonderausgaben geltend machen.

Beispiel: Diese Altersvorsorgeaufwendungen lassen sich absetzen

Vorsorgeaufwendung

in €

Jährlicher Arbeitnehmerbeitrag
zur gesetzlichen Rentenversicherung

7.000

Arbeitgeberbeitrag zur
gesetzlichen Rentenversicherung

7.000

Beiträge Rürup-Rente

6.000

insgesamt

20.000

Höchstbetrag für
Vorsorgeaufwendungen

24.305

88 % von 20.000

17.600

abzüglich steuerfreier
Arbeitgeberanteil

7.000

verbleibender Betrag

10.600

Quelle: Finanztip (Stand: 19. September 2019)

Würde der Angestellte den Steuerrahmen ganz ausschöpfen wollen, also die gut 24.300 Euro Höchstbetrag ausschöpfen, könnte er noch mehr in seinen Rürup-Vertrag stecken: zusätzliche 4.300Euro im Jahr, also knapp 360 Euro im Monat.

Welche Steuern fallen auf die spätere Rente an?

Ganz ohne Steuer kommt aber niemand davon. Zwar bleibt ein Großteil der Beiträge in der Ansparphase steuerfrei. Rürup-Sparer müssen dafür aber einen Teil der künftigen Rentenzahlungen mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern.

Wie hoch der Anteil der Rente ist, den Sie besteuern müssen, hängt vom Jahr ab, in dem Sie in Rente gehen: 2019 liegt der zu besteuernde Anteil der Rürup-Renten bei 78 Prozent. Er steigt jedoch jährlich an. Wer ab 2040 in Rente geht, muss die gesamte Rente versteuern.

Besteuerungsanteil der Rente nach Jahr

Jahr

Anteil in %

2017

74

2018

76

2019

78

2020

80

2021

81

2022

82

2023

83

2024

84

2025

85

2030

90

2035

95

2040

100

Quelle: § 22 Nr. 1 Satz 3 Bstb. a, aa EStG (Stand: 29. März 2017)

So haben wir getestet

Im September 2019 haben wir uns klassische und fondsgebundene Rürup-Rentenversicherungen und Fondssparpläne genauer angesehen. Mit Hilfe der Zertifizierungsliste beim Bundeszentralamt für Steuern haben wir 230 Rürup-Tarife von 73 Anbietern identifiziert.

Aus dieser Menge haben wir die Angebote herausgefiltert, die folgende Auswahlkriterien erfüllen:

  • Rating - Versicherer brauchen mindestens 4 Sterne im Rating von Morgen & Morgen;
  • Garantie - bei klassischen Rürup-Rentenversicherungen sollten wegen der Garantieverzinsung mehr als 100 Prozent der eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn sicher sein;
  • Aktienquote - bei fondsgebundenen Rürup-Rentenversicherungen und Fondssparplänen sollten mehr als 90 Prozent der Beiträge dauerhaft in Aktienfonds investiert werden.

13 Versicherer mit mehr als 70 Tarifen und 2 Anbieter von Fondssparplänen blieben übrig. Um die Anzahl weiter zu reduzieren, setzten wir folgende Auswahlkriterien an:

  • garantierte Mindestrente oder garantierte Rente je 10.000 Euro Kapital (Rentenfaktor),
  • niedrige Kosten,
  • Flexibilität bei den Beiträgen und
  • bestenfalls die Möglichkeit des Vertragswechsels.

Am besten abgeschnitten haben bei den klassischen Rentenversicherungen die Tarife der Europa (E-BR) und von Huk24 (BRA24). Für die fondsgebundene Rentenversicherung empfehlen wir ebenfalls die Europa (Tarif E-FBR), die Condor (Tarif C79 B) und den Fondssparplan der Sutorbank (Fairrürup).

Vier Versicherer wollten sich in diesem Jahr nicht an unserem Vergleich beteiligen: Die Allianz, die LV 1871, die Öffentliche Braunschweig und die WWK. Die Deutsche Ärzteversicherung schlossen wir aus, da sie ihren Tarif nur an bestimmte Berufsgruppen vertreibt.

Die Tabellen zeigen die verbliebenen untersuchten Anbieter und wie diese bei unseren Testkriterien abschnitten.

Diese klassischen Rürup-Rentenversicherungen haben wir getestet

AnbieterTarif

garantierte

Rente,

in €

Effektiv

-kosten

in %

pro Jahr

Wechsel-

möglichkeit

Flexibilität

Beiträge

Finanztip-Empfehlungen
EuropaE-BR121,240,87jasehr hoch
Huk24BRA24122,910,88jahoch

weitere Anbieter

HannoverscheRB4119,420,89janiedrig
DebekaBA3115,861,14neinmittel
StuttgarterClassic112,61,28neinmittel
CondorC29112,241,38neinhoch

Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 19. September 2019)

Diese fondsgestützen Rürup-Verträge haben wir getestet

Anbieter

Renten-

faktor

Effektiv-

kosten

in %

pro Jahr1

Fonds

(WKN)2

Wechsel

Flexi-

bilität

Beiträge

fondsgebundene RV  unsere Empfehlung

Europa

(E-FBR)

26,621,18

jeweils

50 % Pictet Aktien Europa

und

Aktien

USA (694230, 694232)

jamittel

Condor

(C79 B)

27,240,94iShares MSCI World (A0RPWH)neinniedrig

weitere Anbieter

Alte Leipziger

(FR70)

24,21,37Amundi Prime Global (A2PBLJ)neinhoch

Stuttgarter

(Invest)

26,031,74iShares MSCI World (A0RPWH)neinmittel

R+V

(FA11)

27,852,34Uni Global (849105)neinmittel
FondssparplanFinanztip-Empfehlung

Sutorbank

(Fairrürup)

28,190,72Lyxor Core MSCI World (LYX0YD)jasehr hoch
weitere Anbieter

DWS

(Basisrente Komfort)

erst zu Rentenbeginn1,73DWS Akkumula (847402)jasehr hoch

1Die Effektivkosten mindern direkt die Rendite. Sie gelten für einen Vertrag, der 30 Jahre läuft und dem monatlich 100 Euro zufließen. Die Höhe haben wir bei den Anbietern angefragt. Vorgegeben haben wir, dass mit dem günstigsten weltweit streuenden Aktienfonds oder ETF angespart wird. 
2Genannt ist jeweils der günstigste internationale Aktienfonds oder ETF aus der Fondsliste der jeweiligen Anbieter. 
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 19. September 2019)

Details zum Vergleich finden Sie in unserem Test-Artikel zu den Rürup-Renten.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker

Stand: 19. September 2019


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