Rürup-Rente (Basisrente)

Nur für Selbstständige eine Option

Martin Klotz
Finanztip-Experte für Vorsorge
12. Mai 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Basisrente (auch Rürup-Rente genannt) kannst Du staatlich gefördert fürs Alter vorsorgen.
  • Die Basisrente funktioniert ähnlich wie die Deutsche Ren­ten­ver­si­che­rung, vor allem Selbstständige ohne gesetzliche Absicherung sollten sich damit beschäftigen.
  • Die Beiträge für eine Rürup-Rente kannst Du von der Steuer absetzen, allerdings musst Du die Auszahlungen im Ruhestand versteuern.
     
So gehst Du vor
  • Als Angestellter hast Du bereits eine Grundabsicherung. Eine Basisrente als Zusatzabsicherung ist eher ungeeignet.
  • Wenn Du als Selbstständiger nicht auf die Deutsche Ren­ten­ver­si­che­rung setzen möchtest, solltest Du Angebote für eine Rürup-Rente einholen. 
  • Empfehlenswerte Tarife bieten die Europa (E-BR), Raisin Pension (ETF Rürup) und Huk24 (Tarif BRA24). Unten beschreiben wir die Unterschiede zwischen den Tarifen.

Planst Du, langfristig selbstständig zu sein, und bist nicht in der Deutschen Ren­ten­ver­si­che­rung versichert? Dann kann eine Rürup-Rente die Basis für Deine Altersvorsorge sein. Wie bei der gesetzlichen Rente kannst Du die Einzahlungen von der Steuer absetzen.

Bist Du angestellt und denkst über eine Rürup-Rente nach? Der Steuervorteil ist nicht so groß, wie er scheint beziehungsweise wie er Dir von Deinem Versicherungsmakler versprochen wurde. Dafür kannst Du den Vertrag nicht kündigen und nur eingeschränkt vererben.

Rürup-Rente als Basisvorsorge

Die Basisrente (Rürup-Rente) gehört zur ersten Säule der Altersvorsorge. Einen Vertrag schließt Du allerdings nicht mit dem Staat ab, sondern mit einem Versicherer. Am weitesten verbreitet sind klassische oder fondsgebundene Ren­ten­ver­si­che­rungen. Wenige Anbieter haben auch Fondssparpläne im Programm. Ende 2019 gab es in Deutschland 2,3 Millionen Rürup-Verträge.

Die Säulen der Altersvorsorge

Säule I
Basisvorsorge

Säule II

geförderte

(private) Vorsorge

Säule III

ungeförderte

(private) Vorsorge

Säule 0

sonstige

(flexible)

Geldanlage

Gesetzliche

Ren­ten­ver­si­che­rung

Riester-RenteLebensversicherung

Aktienfonds, ETFs (mit Auszahlplan)

Berufsständisches Versorgungswerk

Betriebliche Altersvorsorge

Ren­ten­ver­si­che­rung

Fondssparplan / ETF-Sparplan

(mit Auszahlplan)

Rürup-Rente

z.B.

Direktversicherung, Pensionsfonds

Fondssparplan

(im Rahmen einer Versicherung)

Immobilien
Beiträge zunehmend steuerbegünstigt, Renten zunehmend steuerpflichtig

Beiträge steuerfrei

und ggf. Zulagen, Renten steuerpflichtig

Beiträge aus versteuertem Einkommen,

Rente steuerbegünstigt

Beiträge aus

versteuertem Einkommen, Gewinne/

Einnahmen

voll zu versteuern

Quelle: Finanztip (Stand: 12. Mai 2021)

Beiträge der Basisvorsorge lassen sich bis zu einem Höchstbetrag als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Steuer fällt dann erst auf die späteren Renten an. Da der Steuersatz im Ruhestand häufig niedriger ist als im Erwerbsleben, dürften die meisten Sparer Vorteile aus der nachgelagerten Besteuerung ziehen. Details dazu liest Du weiter unten.

Wer kann eine Rürup-Rente abschließen?

Grundsätzlich kann jeder einen Vertrag für eine Basisrente abschließen. Entwickelt wurde sie allerdings für Selbstständige, die für den Ruhestand ansparen möchten. Ein Rürup-Vertrag kann für sie ein Ersatz für die gesetzliche Rente sein – oder eine zusätzliche monatliche Auszahlung im Ruhestand.

Für wen eignet sich ein Rürup-Vertrag?

Ob ein Rürup-Vertrag für Dich infrage kommt, hängt von individuellen Kriterien ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Du verdienst und je mehr Geld Du in den Vertrag steckst, umso größer fällt die Steuererstattung in der Ansparphase aus und umso eher lohnt sich der Vertrag. Eine Rolle spielt aber auch, wie viele Jahre bis zur Rente noch bleiben – und wie Du ansonsten für die Rente vorsorgst.

Selbstständige, die nicht in der Deutschen Ren­ten­ver­si­che­rung pflichtversichert sind und sich auch nicht freiwillig versichern wollen, haben mit einem Rürup-Vertrag die Option auf eine steuerlich geförderte Altersvorsorge. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente, die auf einem Umlageverfahren basiert, ist ein Rürup-Vertrag kapitalgedeckt. Das bedeutet, dass sich Deine spätere Rente aus Deinen Einzahlungen und der Entwicklung des Geldes im Vertrag ergibt.

Auch zum Aufstocken der gesetzlichen Rente kann ein Rürup-Vertrag genutzt werden. Gerade Selbstständige haben aufgrund geringer Einkünfte oft eine niedrige Rente. Sinnvoll ist der Abschluss einer Rürup-Rente allerdings erst, wenn Du weißt, dass Du langfristig selbstständig sein wirst.

Für gutverdienende Angestellte kann sich ein Rürup-Vertrag aufgrund des Steuervorteils – rein finanziell gesehen – durchaus lohnen. Allerdings wiegt dieser nur in Ausnahmefällen die Nachteile eines solchen Vertrags auf.

Studenten und Jungunternehmer sollten auf einen Rürup-Vertrag generell verzichten. Gerade die häufig von Versicherungsvermittlern angepriesenen Basisrenten in Kombination mit einer Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sind nicht zu empfehlen. Dadurch wird ein unflexibler, unkündbarer Vertrag für die Altersvorsorge mit einer wichtigen Risikoabsicherung gekoppelt. Viele Studenten bereuen den Abschluss später. Wir empfehlen, die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung als separaten Baustein abzuschließen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Rürup-Vertrag?

Ein Rürup-Vertrag ist ein privater Vorsorgevertrag mit einem Versicherer, meist eine Ren­ten­ver­si­che­rung. Er muss bestimmte Kriterien erfüllen, damit der Staat ihn als förderfähigen Vertrag anerkennt. Diese Merkmale können Vor- oder auch Nachteile sein. Es kommt darauf an, ob Du sie mit einer nicht geförderten privaten Altersvorsorge (ETF-Sparplan, private Ren­ten­ver­si­che­rung, Immobilie) oder mit der gesetzlichen Rente vergleichst.

Die wichtigsten Unterschiede zu einer nicht geförderten Altersvorsorge:

  • Während der Vertragslaufzeit kommst Du bei einem Rürup-Vertrag nicht an Dein Geld.
  • Im Ruhestand wird das Vertragsguthaben als lebenslange Rente ausgezahlt. Du hast kein Kapitalwahlrecht, kannst Dir das Geld also nicht auf einen Schlag auszahlen lassen.
  • Dafür kannst Du die Beiträge für Rürup-Verträge bei der Steuer ansetzen. Diesen Vorteil gibt es bei einem ETF-Sparplan oder einer privaten Ren­ten­ver­si­che­rung nicht.

Diese Merkmale gelten allesamt auch für die gesetzliche Rente. Für Selbstständige, die dafür einen Ersatz suchen, fallen sie daher nicht ins Gewicht. Für Angestellte oder Selbstständige, die eine Zusatzrente ansparen möchten, durchaus. Daneben haben Rürup-Verträge noch einige weitere wichtige Besonderheiten:

  • Ein Rürup-Vertrag ist unkündbar. Du kannst zwar weniger einzahlen oder den Vertrag komplett beitragsfrei stellen – allerdings zahlst Du weiterhin bis zur Rente jedes Jahr die Verwaltungskosten aus Deinem Vertragsguthaben.
  • Grundsätzlich kannst Du Dein Geld nicht auf jemand anderen übertragen oder es vererben. Falls Du während der Ansparphase verstirbst, profitiert davon der Versicherer oder die Fondsgesellschaft. Allerdings haben viele Produkte heutzutage einen eingeschränkten Hinterbliebenenschutz. Entweder eine Beitragsrückgewähr (Auszahlung des angesparten Geldes an Hinterbliebene) oder eine Rentengarantiezeit (Rente für Hinterbliebene über einen bestimmten Zeitraum). Als Hinterbliebene gelten dabei nur Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente gehen alle Regelungen zur Hinterbliebenenabsicherung bei einem Rürup-Vertrag auf Kosten Deiner Rentenhöhe. Je stärker Du also Deine Familie berücksichtigst, umso geringer ist später Deine Rente.
  • Für Rürup-Verträge gibt es anders als bei Riester-Verträgen keine gesetzlichen Vorschriften für den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Daher ist es nicht bei allen Anbietern möglich, bei manchen nur gegen Gebühr.

Wie entsteht der Steuervorteil bei der Rürup-Rente?

Während der Ansparphase bekommst Du bei Rürup-Verträgen eine Steuererleichterung. Im Ruhestand zahlst du dafür Steuern auf die ausgezahlte Rente. Für die meisten Menschen entsteht dadurch ein finanzieller Vorteil, da sie in der Rente ein niedrigeres Einkommen haben als im Erwerbsleben.

Konkret funktioniert das so: Anders als bei Riester-Verträgen, bei denen der Staat die Verträge über Zulagen und Steuervorteile fördert, funktioniert die staatliche Förderung bei privaten Rürup-Vorsorgeverträgen allein über die Steuer. Sparer können im Jahr 2021 Beiträge in Höhe von 25.786,60 Euro als Altersvorsorgeaufwendungen in der Steu­er­er­klä­rung geltend machen (2020: 25.045,80 Euro) – 92 Prozent davon erkennt das Finanzamt 2021 an (2020: 90 Prozent).

Der Höchstbetrag, den Sparer für die Basisversorgung ansetzen können, berechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze für die Ren­ten­ver­si­che­rung der Knappschaft (West), die jährlich fortgeschrieben wird, multipliziert mit dem zugehörigen Beitragssatz. 2021 sind das 8.700 Euro x 12 Monate x 24,7 Prozent = 25.786,60 Euro. Davon erkennt das Finanzamt im selben Jahr 92 Prozent an, also 23.723,86 Euro. Der absetzbare Anteil steigt jährlich um 2 Prozentpunkte – bis auf 100 Prozent im Jahr 2025.

Absetzbarer Anteil der Vorsorgeaufwendungen bis 2025

Jahr

Anteil

in %

202090
202192
202294
202396
202498
2025100

Quelle: Paragraf 10 Abs. 3 Satz 4 und Satz 6 EStG (Stand: 12. Mai 2021)

Wie viel Steuererstattung Du erwarten kannst, hängt also von der Höhe Deines zu versteuernden Einkommens und Deinem persönlichen Steuersatz ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Du verdienst, desto mehr bekommst Du vom Finanzamt zurück. Es gilt aber auch: Je höher dein Einkommen im Ruhestand ist, desto mehr Steuern zahlst Du auf Deine Rürup-Auszahlung. Denn auch hier ist der individuelle Steuersatz entscheidend.

Vorsicht ist bei der Berechnung des Steuervorteils durch Versicherungsvertreter oder in Angeboten von Versicherern geboten, die nicht von Deinem ganz persönlich zu versteuernden Einkommen ausgehen. In der Regel hast Du zusätzlich auch andere absetzbare Ausgaben, die Deine Erstattung durch den Rürup-Vertrag mindern.

Rürup-Steuererstattung bei unterschiedlichen Einkommen

Jahres-

gewinn

vor Steuern

Einkommens-

steuer + Soli

Jahresbei-

trag

Rürup1

davon

absetzbar

ESt + Soli

mit Rürup

 Steuer-

erstattung 

30.000 €

3.136 €5.580 €5.134 €1.778 €1.357 €

50.000 €

8.128 €9.300 €8.556 €5.349 €2.779 €

70.000 €

15.162 €13.020 €11.978 €10.434 €4.728 €

100.000 €

29.048 €15.847 €14.579 €22.196 €6.852 €

1 Wir nehmen an, ein Selbstständiger zahlt 18,6 Prozent seines Jahresgehalts in den Rürup-Vertrag ein, maximal 15.847 Euro pro Jahr. Das ist der derzeitige Beitragshöchstsatz der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung. Weitere Annahmen: Er ist freiwillig in der GKV versichert, als Betriebskosten setzt er 1.000 Euro an.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: Mai 2021)

Wie hoch sind die Steuern auf die Rürup-Rente?

Im Ruhestand müssen Rürup-Sparer ihre Rentenzahlungen aus dem Vertrag mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Wie hoch der Anteil der Rente ist, den Du besteuern musst, hängt vom Jahr ab, in dem Du in Rente gehst:

Bei einem Renteneintritt im Jahr 2021 liegt der zu besteuernde Anteil der Rürup-Renten bei 81 Prozent. Heißt: 19 Prozent des Geldes bekommst Du steuerfrei, 81 Prozent musst Du versteuern.

Der besteuerte Anteil für Rürup-Renten steigt allerdings in den kommenden Jahren bis auf 100 Prozent. Wenn Du 2040 oder später in Rente gehst, musst Du die gesamte Rürup-Rente versteuern.

Besteuerungsanteil der Rente nach Jahr

Jahr

Anteil 

in %

2020

80

2021

81

2022

82

2023

83

2024

84

2025

85

2030

90

2035

95

2040

100

Quelle: Paragraf 22 Nr. 1 Satz 3 Bstb. a, aa EStG (Stand: 4. Mai 2021)

Wie viel kannst Du in einen Rürup-Vertrag einzahlen?

Als Selbstständiger, der weder in die Deutschen Ren­ten­ver­si­che­rung noch in ein Versorgungswerk einzahlt, kannst Du die Höchstgrenzen für die Basis-Vorsorgeaufwendungen komplett für Deinen Rürup-Vertrag ausschöpfen. Deine maximale Einzahlung, um den kompletten Steuervorteil zu bekommen, liegt bei 25.786,60 Euro (2021) beziehungsweise 25.045,80 Euro (2020).

Willst Du Deine Rente der Deutschen Ren­ten­ver­si­che­rung oder eines Versorgungswerks (vor allem Mediziner, Apotheker, Architekten, Juristen, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) mit Hilfe eines Rürup-Vertrags aufstocken, musst Du berücksichtigen, dass Deine Beiträge zur gesetzlichen Rente oder zum Versorgungswerk bereits auf den steuerlichen Höchstbetrag angerechnet werden. Der Betrag, der steuerbegünstigt in Deinen Rürup-Vertrag fließen kann, ist also begrenzt.

Das gleiche gilt für Angestellte, die mit einem Rürup-Vertrag sparen möchten. Bei ihnen verringern die Beiträge zur Ren­ten­ver­si­che­rung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) die absetzbaren Einzahlungen in den Rürup-Vertrag.

Welche Rürup-Renten empfiehlt Finanztip?

Es gibt verschiedene Rürup-Vertragsarten, mit denen Du ansparen kannst.

Eine klassische Ren­ten­ver­si­che­rung verspricht eine garantierte Rente. Allerdings ist diese bei einem Neuvertrag heutzutage aufgrund der niedrigen Zinslage sehr gering. Sie kommt lediglich für Selbstständige infrage, die wenige Jahre vor der Rente stehen.

Ren­ten­ver­si­che­rungen der sogenannten „neuen Klassik“ (auch Indexpolicen genannt) sind ebenfalls mit einer Garantie ausgestattet. Bei diesen Hybridmodellen werden die Zinsüberschüsse teilweise in Aktienfonds angelegt. Vermarktet werden sie damit, dass „man keine Verluste machen kann“. Die Produkte sind allerdings sehr komplex, undurchsichtig und erfordern regelmäßige Entscheidungen, was mit den Überschüssen geschehen soll. Dafür ist Expertise nötig.

Eine fondsgebundene Ren­ten­ver­si­che­rung hat je nach Anbieter und Produkt eine eingeschränkte oder keine Garantie. Dabei wird ein Teil des Geldes beim Versicherer angelegt (zum Beispiel 0, 50 oder 80 Prozent des Guthabens) und verzinst, der andere Teil wird in Aktienfonds angelegt. Achte darauf, günstige und breit gestreute ETFs auszuwählen. Diese Vertragsart kommt für Selbstständige infrage, die noch mehr als zehn Jahre bis zur Rente Zeit haben. Faustregel: Je weiter der Ruhestand noch weg ist, desto weniger Garantie kannst Du wählen.

Fondssparpläne haben keine Garantie. Das Vermögen wird ausschließlich in Aktienfonds angelegt, also wie bei einer fondsgebundenen Ren­ten­ver­si­che­rung mit 0 Prozent Garantie. Dementsprechend sind die Renditechancen auch hier höher als bei einer klassischen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Entscheidest Du Dich für eine Versicherungslösung, solltest Du darauf achten, einen Tarif ohne Abschlusskosten zu wählen (Nettotarif) und Dein Geld einem finanzstarken Versicherer anzuvertrauen – schließlich wirst Du 50 Jahre oder länger an ihn gebunden sein. Der Versicherer haftet für die Auszahlung Deiner Rente. Geht er Pleite, springt zwar die Protektor AG ein (quasi die „Versicherung der Versicherer“), dennoch kann Deine Auszahlung dann niedriger sein als vorher garantiert. Sparst Du hingegen in einem Fondssparplan an, bleibst Du jederzeit Eigentümer der Fondsanteile – auch bei Insolvenz des Anbieters.

Die besten Rürup-Verträge im Test

Im September 2019 haben wir uns die finanzstärksten Versicherer herausgesucht und ihre klassischen Ren­ten­ver­si­che­rungen (mit Garantiezins) und fondsgebundenen Ren­ten­versi­che­rungen (ohne Garantie) genauer angesehen. Als finanzstark werteten wir die Versicherer, die bei der Prüfung der Ratingagentur Morgen & Morgen mit vier oder fünf Sternen abschließen. Auch zwei Fondssparpläne waren in unserer Untersuchung vertreten.

Um die besten Anbieter herauszufiltern, haben wir anschließend mehrere Auswahlkriterien angesetzt:

  • garantierte Mindestrente oder garantierte Rente je 10.000 Euro Kapital (Rentenfaktor),
  • geringe Kosten,
  • Flexibilität bei den Beiträgen und
  • bestenfalls die Möglichkeit eines Vertragswechsels.

Details zum Vorgehen liest Du im ausführlichen Testartikel zu den Rürup-Renten.

Am besten abgeschnitten haben bei den klassischen Ren­ten­ver­si­che­rungen die Tarife der Europa (E-BR) und von Huk24 (BRA24). Die beiden Tarife sind vergleichbar gut.

Europa
klassische Rürup-Rentenversicherung (Tarif E-BR)
  • fünf Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe garantierte Rente
  • geringe Kosten
  • flexible Beitragszahlungen und Anbieterwechsel möglich
Nur beim Anbieter abschließbar
Huk24
klassische Rürup-Rentenversicherung (Tarif BRA24)
  • vier Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe garantierte Rente
  • geringe Kosten
  • flexible Beitragszahlungen und Anbieterwechsel möglich

Für die fondsgebundene Ren­ten­ver­si­che­rung empfehlen wir ebenfalls die Europa (Tarif E-FBR) und die Condor (Tarif C 79 B). Dabei schneidet der Tarif der Europa in allen getesteten Bereichen – von Kosten bis Flexibilität – ordentlich ab. Den Europa-Tarif kannst Du online anfragen und abschließen. Die Condor ist günstiger, aber weniger flexibel. Ein Wechsel ist bei ihr ausgeschlossen. Um den Tarif abzuschließen, musst Du Dich an einen Makler wenden.

Europa
fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung (Tarif E-FBR, mit Pictet-ETFs Aktien Europa WKN: 694230 und USA WKN: 694232)
  • fünf Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe Flexibilität bei den Beitragszahlungen
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich
  • mittlere Kosten beim Ansparen mit ETFs
Nur beim Anbieter abschließbar
Condor
fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung (Tarif C79 B, mit iShares MSCI World, WKN: A0RPWH)
  • vier Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hoher garantierter Rentenfaktor und geringe Kosten
  • geringere Flexibilität der Beitragszahlungen, kein Wechsel
  • Abschluss nur über den Makler
Nur beim Anbieter abschließbar

Für alle, die mit Aktien sparen wollen, eignet sich auch der Fondssparplan der Sutorbank (ETF Rürup).

Den ETF Rürup (vormals Fairrürup) gibt es als Produkt erst seit einigen Jahren. Es ist eines der günstigsten und flexibelsten am Markt. Anders als die Versicherer hat die Sutorbank kein Rating. Das ist in dem Fall nicht relevant, da die Fonds im Rahmen des Sparplans Sondervermögen sind. Sie werden separat verwaltet und bleiben zu jeder Zeit im Eigentum des Sparers.

Beim ETF Rürup geht das Geld in der Rentenphase an die Mylife-Lebensversicherung, die die Auszahlung zu einem bereits heute garantierten Rentenfaktor übernimmt. Im Gegensatz zum ETF Riester der Sutorbank, bei dem die Aktienquote aufgrund des staatlichen Garantieversprechens mitunter stark schwankt, ist die Aktienquote beim ETF Rürup festgeschrieben.

ETF Rürup (früher Fairrürup)
Fondssparplan der Sutorbank und Raisin Pension mit ETF Aktien Welt, WKN: A0RPWH
  • geschütztes Fondsguthaben
  • hoher garantierter Rentenfaktor
  • günstiges Ansparen mit ETFs auf den MSCI World möglich
  • sehr flexible Beitragszahlungen und Anbieterwechsel möglich

Alle Details zu den Anbietern und deren Bewertung liest Du im ausführlichen Testartikel zu den Rürup-Renten.

* Was der Stern bedeutet:

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