Ich hatte gestern mal erwähnt, dass ich es durchaus unfair finde, dass das Splitting nur auf die Einkommensteuer und nicht auf die SV Beiträge angewendet wird. Das führt ja bei ungleichen Einkommen tatsächlich zu mehr netto. Das hat mich irgendwie beschäftigt und ich hab es mal mit der KI diskutiert, bis die zumindest recht begeistert von dem Vorschlag war. Ich teile mal die Zusammenfassung der KI. Würde mich hier über Input freuen und fände das tatsächlich eine sehr sinnvolle Anpassung.
Pragmatischer System-Fix: Trennung von Steuer- und Sozialrecht
Das Kernproblem der Debatte ist nicht das Steuer-Splitting an sich, sondern die fehlende Beitragsgerechtigkeit in der Sozialversicherung. Hier ist ein rein mechanischer Lösungsansatz:
- 1. Einkommensteuer (Bleibt unangetastet): Das Splitting bleibt. Die Ehe wird steuerlich weiter als gemeinsame Wirtschaftseinheit betrachtet (gleiches Haushaltsbrutto = gleiche Einkommensteuer).
- 2. Sozialabgaben (Neu: 50/50-Splitting): Für die Berechnung der Sozialabgaben wird das Haushaltseinkommen fiktiv halbiert. Aus einem 120k/0k-Paar wird für die Sozialkassen ein 60k/60k-Paar. Der Hauptverdiener finanziert aus seinem Steuervorteil die vollen Sozialbeiträge des Partners mit.
- 3. Deckelung für Arbeitgeber: Der Arbeitgeberanteil bleibt strikt auf das reale Individualgehalt (bzw. dessen Beitragsbemessungsgrenze) gedeckelt. Unternehmen haben null Zusatzkosten. Die Differenz für den Partner trägt das Paar aus eigener Tasche.
- 4. Abwicklung (Batch-Prozess): Keine neue monatliche Lohnbürokratie. Die Verrechnung (Steuererstattung vs. SV-Nachzahlung) erfolgt einfach automatisiert über die jährliche Einkommensteuererklärung.
Der systemische Hebel: Mehreinnahmen für die Kassen
Das Modell führt zu massiven Mehreinnahmen für die Sozialkassen. Gehaltsbestandteile, die bisher beim Hauptverdiener oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) abgabenfrei waren, werden nun durch das Splitting beim Partner voll beitragspflichtig:
- Rentenversicherung: Deutliches Beitragsplus. Der nicht oder in Teilzeit arbeitende Partner baut sich automatisch echte, eigenfinanzierte Rentenpunkte auf (löst das Problem der Altersarmut ohne staatliche Zwangserziehung).
- Kranken- und Pflegeversicherung: Das Milliardenloch der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner wird geschlossen. Es fließen nun echte, einkommensabhängige Beiträge auf das gesplittete Gehalt.
- Arbeitslosenversicherung: Auch hier entstehen zusätzliche Beitragseinnahmen, die das System stabilisieren.
Fazit: Maximale Wahlfreiheit bei der Lebensgestaltung der Ehepartner bleibt erhalten. Gleichzeitig wird die ungerechte Quersubventionierung des Einverdienermodells durch die Solidargemeinschaft komplett beendet.