Allerdings handelt es sich um Objekte aus den 1960er-Jahren. Auf den Eigentümerversammlungen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass in den nächsten 10 Jahren massive Investitionskosten und Sanierungen anstehen. Um diesem Sanierungsrisiko und dem Klumpenrisiko im Raum München zu entgehen
Unsanierte Objekte aus den 60iger haben ihre Tücken. Das fängt mit zunehmenden Wasserrohrbrüchen an und hört bei undichten, alten Fenstern, mangelhafter Dämmung, schwacher Elektrik noch lange nicht auf. Dazu dann das Thema Heizung. Wenn das in den nächsten Jahren angepackt wird, wird die Rücklage eventuell nicht reichen und Sonderumlagen drohen. Gut, das lässt sich steuerlich absetzen, aber Arbeit macht es trotzdem, wenn du die Modernisierung auf deine Mieter umlegen willst. Falls du einkommensschache Mieter haben solltest, können die übrigens die Mieterhöhung ablehnen.
Ich habe mich 2023 von einer Eigentumswohnung Baujahr 1987 getrennt, aus genau diesen Gründen. Unsaniert, geringe Rücklagen, selbst die schon erneute Heizung war schn wieder 15 Jahre alt. Dazu war es eine Galeriewohnung mit hohen Heizkosten, wo man als Vermieter neuerdings immer mit im Boot ist. Als ein Mieterwechsel anstand, habe ich kurzerhand verkauft. Ich bin froh darüber. Übrigens sind kurz nach dem Verkauf die Dachfenster (Sondereigentum) undicht geworden. Nein, ich habe das vorher nicht gewusst, die Vormieter haben nie etwas in dieser Richtung erwähnt. Aber verkauft wie gesehen, Glück gehabt. Die Verkaufssumme ist komplett in mein Depot gewandert und hat sich dort marktgemäß entwickelt.
Ich habe noch eine ETW desselben Baujahrs. Da sieht die Sache anders aus. Mehr Rücklagen, eine größere Hausgemeinschaft, mehr Schultern zum Verteilen der Kosten und die Wohnung verursacht nur wenig Heizkosten wegen guter Lage. Zudem wird sie von einem sparsamen Single bewohnt. Die behalte ich vorerst. Insofern, es kommt immer auf den Einzelfall an.