Beiträge von Benutzername#0815

    Wie wäre es, wenn ich meine erwartete Rendite von z.B. 6% einfach um 2% Inflation reduziere? Macht das Sinn oder ist es ein Denkfehler?

    Und ja, klar, wer will sagen, was in 40 Jahren ist?

    Ja, nennt sich reale Rendite und das ist eigentlich auch der einzige Wert, der einen interessiert.

    Und wenn man diese nimmt, sieht man auch, warum Anleihen/Geld allgemein so saumäßig gefährlich sind über den langen Zeitraum.

    Aktien tendieren dazu, nach Zeiten niedriger realer Rendite (entweder wegen niedriger nominaler Rendite oder hoher Inflation) Zeiten hoher realer Rendite zu haben. Man hat also Nachholeffekte.

    Anleihen tendieren dazu, nach Zeiten niedriger realer Rendite (eigentlich immer wegen Inflation) Zeiten mit noch niedrigerer realer Rendite zu haben (Inflation kommt gerne in Wellen).

    Das macht Anleihen real über einen langen Zeitraum noch schwerer einzuschätzen als Aktien (zumindest nach unten hin) und über lange Zeiträume geht die Rechnung schnell schief. Egal was für einen tollen Rechner man nimmt. Denn man müsste bei Anleihen die Inflation voraussehen können, was vermutlich nicht klappt.

    Man versteuert die Vorabpauschale nicht zusätzlich zu den Gewinnen. Denn beim Verkauf werden alle Vorabpauschalen vom Gewinn abgezogen.

    Das ist überhaupt nicht der Punkt.

    Du zahlst jedes Jahr bei thesaurierenden Fonds die Steuern auf die Vorabpauschale UND die Steuern auf den (etwas verminderten) Gewinn der verkauften Anteile.

    Bei einem Ausschütter zahlst du nur die Steuern auf die Ausschüttung, die aktuell ähnlich der Steuer auf die Vorabpauschale sein dürfte.

    Du zahlst also beim Ausschütter bei gleicher Entnahme jedes Jahr weniger Steuern als beim Thesaurierer mit gleicher Entnahme. Wobei das natürlich von der Höhe der Vorabpauschale abhängt, die ja jedes Jahr anders ist und somit wird es kompliziert...

    Und das ist halt insofern relevant, als dass geringere Steuerstundung echtes Geld kostet. Aber am Ende dürfte die Wahl ausschüttend/thesaurierend wohl die geringste Wichtigkeit haben ;)

    Welcher Irrglaube?

    Ausschüttungen werden immer zu 100% als Gewinn betrachtet.

    Bei Verkäufen wird nur der Gewinnanteil versteuert, der zu Beginn 0% ist und (hoffentlich ;)) langsam steigt. Somit zahlt man auf Verkäufe niedrigere Steuern als auf Ausschüttungen.

    Wobei ich durchaus einen Denkfehler gefunden habe bei mir, weil die Steuern in Deutschland ja maximal kompliziert sein müssen.

    Durch die Vorabpauschale versteuert man eh eine "fiktive" Ausschüttung, die man aber gar nicht erhält ZUSÄTZLICH zu den Steuern auf die Gewinne der verkauften Anteile. Sodass Ausschütter doch wieder besser sein könnten.

    Ich hasse Steuern :D

    Paar Anmerkungen:

    1. Ich würde das Geld NICHT prozentual auf die Töpfe aufteilen, sondern absolut. Was man als Rücklagen für Haus und Notfälle braucht, ist nicht prozentual zum Vermögen. Eigentlich müsste das sogar bedeuten, dass du diese Töpfe gar nicht mehr füllen musst, da sie ja schon existieren sollten in der entsprechenden Höhe :P

    2. Ob du Geld für die Restschuld zurücklegst, hängt davon ab, wie lange das noch hin ist und wie hoch die Summe ist.

    3. Ausschüttende ETFs sind zwar vielleicht praktisch, aber nicht optimal. Denn

    a) Ist es steuerlich ungünstig (die Entnahme ist immer zu 100% steuerpflichtig)

    b) Unflexibel (könnte zu hoch sein, aber eigentlich ist sie eher zu niedrig)

    4. Die Aktienquote mit nur 60% wäre mir zu niedrig. Anleihen sind über lange Zeiträume *in der Vergangenheit* deutlich riskanter (Inflation ist das wahre Risiko über längere Zeiträume!) und deutlich weniger renditenstark gewesen als Aktien.

    5. Sofortanlage der kompletten Summe ist im Schnitt die bessere Lösung. Bringt einem aber irgendwie auch nichts, dass es *im Schnitt* besser ist, da man ja nur einen Versuch hat.

    Im Schnitt und in der Vergangenheit wäre (nach dem Befüllen der hoffentlich schon gefüllten Töpfe) eine sofortige Anlage der Summe in einen 100% Aktien-ETF die beste Lösung gewesen. Von da aus kann man dann eine dynamische Entnahme starten, wenn man neben dem Einkommen noch was braucht.

    Sprechen nur 2 Sachen gegen:

    a) Das halten die meisten Menschen nervlich nicht aus

    b) Wer weiß, was in Zukunft so passiert

    Daher könnte man

    Zu a) Über einen längeren Zeitraum langsam rein (aber bitte nicht 5 Jahre!)

    Zu b) Hauskredit so weit möglich vorzeitig tilgen oder (falls der Zins zu niedrig ist) die Summe in Anleihen/Festgeld passender(!) Laufzeit anlegen, deren Zins (nach Steuern!) nennenswert höher ist als der Kreditzins.

    Grundsätzlich gelten Small-Caps als riskanter, ja. Problem ist halt, dass der Teil mit der Cola wohl ausbleibt :P

    Zumindest nicht mehr, als ohne Small-Caps (weniger war es im langen Schnitt wohl auch nicht, aber man würde ja mehr erwarten).

    Gleichzeitig gehen vermutlich auch viele Leute davon aus, mit Small Caps den Hypes zu entgehen, die viele Leute vermutlich eher in den großen Aktien vermuten. Aber genau das geben die Daten wohl nicht her. Vielmehr ist es wohl gerade der Bereich der Small Caps, in denen die Glücksritter nach dem Lottogewinn suchen.

    Und für mich hat das Eingangsvideo diesen Eindruck ebenfalls gemacht: Small-Caps, das sind diese kleinen unbeachteten Aktien abseits der Hypes. Klar, es wurde nicht so gesagt. Aber irgendwie konnte man den Eindruck schon gewinnen.

    Nachdem ich Cederburg entdeckt habe - bin ich 100% in Aktien ETF (vanguard All world + vanguard all world high Dividend) investiert

    Auch wenn das Paper nicht ganz umumstritten ist, sehe ich es ähnlich.

    Zumal man gerade in Deutschland auch eines nicht vergessen darf: Die gesetzliche Rente drückt einen eh schon extrem stark von einem 100% Aktien Portfolio weg.

    Und auch andere Leistungen wie ALG 1 verschieben einem eigentlich bereits die Vermögensaufteilung.

    Das sollte man eigentlich mit einrechnen und dann ist das Portfolio plötzlich ziemlich geldlästig ;)

    Finde es jedenfalls etwas schwach vom Eingangsvideo.

    Wenn man Small-Caps als breitere Diversifikation verkauft: Okay.

    Aber es wurde ja sogar explizit der Small-Cap-Faktor erwähnt - und hier ist die aktuelle Umsetzung in den gängigen Faktor-ETFs (Avantis, DFA und Kommer) eigentlich ziemlich deutlich: Small Caps, ja - aber mit aggressivem Growth-Low-Profitability-Filter.

    Small-Caps als alleinigen Faktor zu verkaufen entspricht eigentlich nicht mehr dem aktuellen Stand. Daher sollte man es auch nicht so verkaufen, sondern als Diversifikation.

    War nur ein genereller Hinweis von mir. Wer z.B. den Russel 2000 kauft, investiert in 40 % Firmen ohne Gewinn.

    Dazu gibt es ein älteres Video von Ben Felix, das man sich vor dem Kauf eines Small-CAP-ETFs angeschaut haben sollte. Denn das Problem scheint wohl real zu sein:

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    Den Thread muss ich einfach nochmal ausgraben, weil er die falscheste (falls es das Wort gibt) Idee bezüglich Versicherungen darstellt, die man nur haben kann.


    Versicherungen sollten NUR dafür da sein, extrem seltene aber dafür teure Risiken abzudecken.
    Versicherungen sind für den Versicherten ein Verlustgeschäft. Daher macht es überhaupt keinen Sinn, häufige Kosten durch dieses Verlustgeschäft laufen zu lassen.


    Es gibt wirklich wenige Versicherungen, die unter diesem Gesichtspunkt überhaupt Sinn ergeben. Die Haftpflichtversicherung hingegen ist ein Paradebeispiel einer sinnvollen Versicherung.

    Selbst Krankenversicherungen sind in ihrer aktuellen Form eher suboptimal konstruiert, wenn man ihre Umverteilungsfunktion im Mantel der GKV mal nicht beachtet. Wobei die Zwangsspar-Funktion für viele Leute vermutlich doch wichtig ist 🤓

    Die Idee im Rentenalter ausschüttende ETFs zu nutzen, klingt im ersten Moment logisch, ist es aber nicht.

    Ich sehe in ausschüttenden ETFs eigentlich in keiner Situation irgendeinen Sinn.

    Thesaurierende ETFs investieren die Dividenden nachdem sie eingehen wieder in Aktien (oder kurzfristig auch mal Derivate).

    Ausschüttende ETFs tun es aber auch! Denn andernfalls käme es zum Cash Drag. Man würde bis zur Ausschüttung nicht investiertes Kapital haben, das an der Performance zieht. Erst zum Ausschüttungstermin wird das Geld zur Auschüttung wieder de-investiert.


    Ob nun aber der ETF 2% seiner Positionen auflöst oder du 2% deiner ETF Anteile ist praktisch äquivalent.

    Du kannst also auch einfach weiter Thesaurierer nutzen und jährlich ein bisschen was entnehmen. Ist auch flexibler.


    Wenn die bisherigen ETFs bereits gut im Plus sind, kann ein neuer Sparplan trotzdem steuerlich Sinn machen.

    b) das Unternehmen hatte bereits zum Ausstieg aus dem ETF einen starken Kursgewinn hingelegt und macht zum Zeitpunkt des Austritts einen nicht zu vernachlässigenden Prozentsatz der Gesamtrendite aus. In dem Fall kämen zu den zukünftig verpassten Renditen sogar noch ein spürbarer Kurseinbruch dazu.

    Die Aktie wird zum aktuellen Wert entfernt und nicht zu 0€.

    Ob die Indexveränderungen gut oder schlecht für den SmallCap-Index sind, weiß ich nicht.

    Tendenziell sind Indexaufnahmen aber schädlich für den aufnehmenden Index. Somit könnte die Abgabe sogar vorteilhaft sein im Schnitt.

    Bei Aufnahmen in einen stärker beachteten Index kann es zu Frontrunning kommen, was den aufnehmenden Index schadet, dem abgebenden Index aber nützten könnte.

    Außerdem betreibt der aufnehmende Index "Buy-High-Sell-Low", kauft also immer die teuren Aktien aus dem SnallCap raus.

    Das kann mal ein Highflyer sein, oftmals aber auch einfach teure Hypes.

    Man sieht an dem Beispiel aber gut, wie falsch die Arithmetik aktiven Managements ist, wonach Indexrentien die durchschnittliche Marktrendite sind. Aktive Trades im Index führen zu anderen Renditen.

    Die Standardindizes wurden nicht konstruiert, um in sie zu investieren.

    Ihr Sinn war es nur, die Entwicklung eines bestimmten Marktes zu messen. Und wenn eine Aktie kein SmallCap mehr ist, wird sie nicht mehr von einem SmallCap-Index gemessen.

    Es gibt Studien die zeigen, dass die Art, wie Aktien in Indices aufgenommen und ausgeschlossen werden für Investoren tatsächlich nicht optimal ist und vermutlich Rendite kostet.
    Das ist aber kein Konstruktionsfehler im Index, denn seine Aufgabe ist es, zu messen. Nicht die Rendite zu optimieren.

    Ich glaube hier liegt schon die Fehlvorstellung vor, dass das Abbezahlen des Hauses den Käufer besser stellt.

    Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr abbezahlt ist, desto schlechter stellt sich der Käufer in der Regel - außer der Zins ist recht hoch.

    Für den noch nicht getilgten Betrag sind die Kosten die Zinsen.

    Für den bereits getilgten Betrag sind die Kosten die entgangene Aktienmarktrendite (abzüglich Steuern).


    Solange also der Zinssatz niedriger ist als die Aktienrendite abzüglich Steuern wird die Rechnung mit jeder Tilgung schlechter für den Käufer. Die Wohnungkosten inklusive Opportunitäskosten steigen immer weiter an und sind am höchsten, sobald man in einer abbezahlten Wohnung wohnt.

    Das Setzen des Limits ist eher als Sicherheit gedacht und nicht als Optimierung.

    Wäre halt reichlich doof, wenn man für 10.000€ kaufen möchte, aber dann für 20.000€ kauft und das Geld im Zweifelsfall nichtmal hat ;)

    Dafür reichen aber Limits die auch ein paar Prozent über dem aktuellen Preis sein können.

    Ob du mit Limits unterhalb des aktuellen Preises was gewinnst, ist fraglich.

    Dein maximaler Gewinn ist der Abstand zwischen dem aktuellen Preis und dem Limit.

    Der maximale Verlust (bzw entgangener Gewinn) ist theoretisch unendlich, wenn dir das Wertpapier abhaut ohne das Limit auszulösen.

    Einmal dem Preis hinterherrennen kann dir den Gewinn aus vielen Limits vernichten.

    Nur dass diese Unternehmen eben richtig viel Geld verdienen. Und zwar auf der ganzen Welt.

    Aktuell sehe ich da keine echte Alternative bzw. Unternehmen aus Europa/China die diese Unternehmen mal eben disruptieren können. :/


    Spricht das für eine überdurchschnittliche oder unterdurchschnittliche Rendite in der Zukunft?

    Wenn das alles so super sicher ist, kann man auch argumentieren, dass mit einer geringeren im Preis inkludierten Risikoprämie und somit einer unterdurchschnittlichen zukünftigen Rendite zu rechnen ist.


    Eigentlich bedeutet eine kleinere Volatilität aber ja eine geringere Rendite, da das Risiko vermindert wird. Das betont er sehr stark in dem Buch. Ein Kommer-ETF mit geringerer Volatilität soll auf lange Sicht aber trotzdem eine höhere Rendite erwirtschaften als z.B. ein ACWI?

    Eigentlich sollte es so sein.

    Auswertungen über verschiedene Zeiträume und verschiedene Regionen haben aber sehr häufig das genaue Gegenteil gezeigt:

    Aktien mit geringer Schwankung hatten langfristig eine höhere Rendite.

    Das nagt, genau wie der Momentumeffekt, ziemlich an der Markteffizienz, denn das dürfte nicht sein.

    Aber Aktien mit niedriger Volatilität sind nunmal langweilig. Und genau da könnte der Grund der Überrendite liegen: Spannende Aktien sind einfach häufig überbewertet.

    Es lässt sich eigentlich nur so begründen, auch wenn es den Bogleheads wohl nicht gefallen wird.

    Und auch für die anderen Faktorprämien ist die Überbewertung "spannender" oder bekannter Aktien eine valide Begründung. Auch wenn "Risikoprämie" manchen lieber wäre.

    Es deutet sehr viel darauf hin, dass es systematische Überbewertungen eben doch gibt und dass sie aufgrund der langen Dauer nicht verschwinden.

    Denn jeder, der sich ihnen entgegenstellt, muss mit langen Phasen der Underperformance rechnen, die viele nicht durchhalten oder durchhalten können.

    Ich halte das meiste nicht für völligen Blödsinn.

    Sinnvoll ist es deshalb aber noch lange nicht.

    Du optimierst also voll auf den Erwartungswert von sagen wir mal 7% pro Jahr.

    Dass ein extrem stark davon abweichendes Ergebnis auch über einen langen Zeitraum möglich ist, ignorierst du also?

    Probierst du es dann im nächsten Leben nochmal, denn mit genug Versuchen landet man ja im Erwartungswert?

    Gold erhöht nicht den Erwartungswert, vermutlich senkt es ihn sogar.

    Aber es hat durchaus Potential, die extreme zu verringern.

    Und wie gesagt, ein Risiko mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 1% bedeutet nicht, dass man nur 1% verliert.

    Aber auf der Rechnung baut eure Logik auf, wenn ihr nur nach Erwartungswert geht.

    Dieser Satz steht in fast jedem Ratgeber. Den habe ich noch nie verstanden. Wenn eine bestimmte Strategie oder ein bestimmtes Asset Quatsch ist, warum soll es dann mit 5 oder 10 Prozent des Portfolios okay sein? Z.B. ,,Gold . . .völlig Blödsinn . . .kein Cashflow . . .. sehr schlechte Rendite . . . Kosten . . . also bitte nur 10% des Vermögens!" Hä? :D


    Unsystematische Risiken einzugehen wie bei stock picking ist einfach Quatsch. Punkt. Egal ob mit 1%, 5% oder 100% des Portfolios.

    Es geht um Tail-Risks bzw das Gegenteil davon (gibt's da ein Wort?).

    Nicht unbedingt wahrscheinliche Ereignisse, aber dafür solche, die massive Auswirkungen haben.

    Es tut nicht weh sich dafür vorzubereiten.

    Entweder im Schlechten (Gold) oder im Guten (Turnarounds o.Ä.).

    Ich glaube oft wird fahrlässig mit dem Erwartungswert gerechnet.

    Seltene extreme Ereignisse verändern den Erwartungswert kaum, was darauf schließen lassen könnte, dass sie unwichtig sind.

    Aber eine 1% Chance alles zu verlieren heißt nicht, dass man dann 1% verliert.

    Ein Erwartungswert bringt einem in einer schiefen Verteilung nichts, denn man lebt nur einmal.

    Mit dem Erwartungswert sollte man daher vorsichtig sein.

    Die äußeren Bereiche der Wahrscheinlichsverteikung können weh tun oder alles verändern, wenn man nur auf die Mitte schaut .