In dem Fall sehe ich es ehrlich gesagt ausnahmsweise mal etwas anders. Der Kontext ist ja, dass unser Rentensystem strukturell unter Druck steht und wir ziemlich sicher auf Probleme wie steigende Altersarmut zusteuern, wenn sich nichts ändert. Und davon sind eben nicht alle Schichten gleichermaßen betroffen.
Die Mittel- und Oberschicht hat – überspitzt gesagt – in der Regel die Möglichkeiten, selbst vorzusorgen. Genau das passiert hier im Forum ja auch: ETFs, Bitcoin, Immobilien, eigene Strategien. Diese Gruppen sind nicht darauf angewiesen, dass der Staat sie zusätzlich „anschiebt“.
Beim AV-Depot geht es aus meiner Sicht eher darum, dort zu stabilisieren, wo es wirklich kritisch werden kann – also bei Menschen, die eben nicht die gleichen Spielräume haben. Dass die Förderung dann stärker dorthin fließt, ist für mich erstmal logisch, weil sie am Ende von der Gesellschaft getragen wird. Gleichzeitig könnte in diesen Schichten auch eine Aktienkultur gefördert werden, was ebenfalls langfristig positive Effekte für unsere Gesellschaft und steigenden Wohlstand mit sich bringen könnte.
Und man darf auch den gesellschaftlichen Aspekt nicht unterschätzen. Wenn große Teile der Bevölkerung im Alter finanziell abrutschen, hat das Folgen für uns alle – wirtschaftlich, aber auch politisch. Unzufriedenheit, Frust und Perspektivlosigkeit sind ein Nährboden für extreme Strömungen. Ein System, das dafür sorgt, dass die breite Masse halbwegs stabil und zufrieden bleibt, liegt daher im Interesse aller, auch derer, die selbst gar nicht auf staatliche Förderung angewiesen sind. Die aktuellen politischen Entwicklungen sollten dafür genügend Ausdruck sein.
PS: Ich selbst würde vom AV-Depot auch nicht profitieren und werde es daher nicht nutzen. Habe ich aber ehrlich gesagt kein Problem mit, im Gegenteil, zeigt ja eher, dass man in einer komfortablen Situation ist.