AV-Depot - Aufteilung?

  • Was passiert mit dem Depot eigentlich im Todesfall? Kann das vererbt werden? Können die eingezahlten Beträge sofort entnommen werden?

    Es ist vorgesehen, dass ein Depot in der sparphase vererbt werden kann. Jedenfalls durch Übernahme in ein eigenes AV Depot, bspw. vom länger lebenden Ehepartner. Möglicherweise werden hierzu die Bestände zunächst liquidiert und der Gegenwert übertragen; anders als beim privaten Depot.

    Die Entnahme ist regulär per auszahlplan oder mittels lebenslanger Rente möglich. Die Rente kann nicht vererbt werden. Zusätzlich können 30% bei Übergang in die auszahlphase förderunschädlich entnommen werden.

    Alternativ gibt es den Weg der förderschädlichen Entnahme. Das ist jederzeit möglich. Es ist dazu erforderlich alle staatlichen Förderungen aus dem entnommenen Betrag zurückzuzahlen. Auch wird Steuer fällig. Das kann sich dann lohnen, wenn man bereits hohe Gewinne erzielen konnte.

  • Es ist vorgesehen, dass ein Depot in der sparphase vererbt werden kann. Jedenfalls durch Übernahme in ein eigenes AV Depot, bspw. vom länger lebenden Ehepartner. Möglicherweise werden hierzu die Bestände zunächst liquidiert und der Gegenwert übertragen; anders als beim privaten Depot.

    Die Entnahme ist regulär per auszahlplan oder mittels lebenslanger Rente möglich. Die Rente kann nicht vererbt werden. Zusätzlich können 30% bei Übergang in die auszahlphase förderunschädlich entnommen werden.

    Alternativ gibt es den Weg der förderschädlichen Entnahme. Das ist jederzeit möglich. Es ist dazu erforderlich alle staatlichen Förderungen aus dem entnommenen Betrag zurückzuzahlen. Auch wird Steuer fällig. Das kann sich dann lohnen, wenn man bereits hohe Gewinne erzielen konnte.

    Danke dir für die Infos!

    Was ich mich dabei noch frage: Was passiert eigentlich im Worst Case, wenn beide Elternteile früh versterben? Können die Nachkommen dann ebenfalls förderschädlich entnehmen?

    Beispiel:

    Papa und Mama zahlen ihr Leben lang in das AV-Depot ein. Papa hat vielleicht nur ein Jahr etwas von der Rente, Mama drei Jahre – das Depot ist also noch ordentlich gefüllt.

    Können die Kinder dann einfach sagen: „Wir lösen das Ganze auf“, zahlen die Förderungen zurück, versteuern den Rest und nehmen das Kapital raus? Oder gibt es da Einschränkungen?

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Die Steuerlast und die mangelnde Flexibilität schrecken ab. Als Angestellte, Single, ohne Kinder mit Einkommen ab 100k lohnt sich das Ganze nicht. Die Steuerlast im Rentenalter ist zu hoch.

    Es gibt hier auch eine fundierte Analyse von Capscale, wo zusammenfassend angegeben wird, dass sich das Depot wohl eher für Geringverdiener mit vielen Kindern lohnt (die Lieblings-Zielgruppe der Regierung) Altersvorsorgedepot vs. Nettopolice: Die mathematische Abrechnung - YouTube.

  • Ich sehe zu wenig bzw. fast keine Anreize für die Mittelschicht des Landes (70k-120k Jahresgehalt Brutto). Deswegen muss ich deine Aussage verneinen, weil mir das Gleichgewicht fehlt.

    Wer 70-120k macht sollte nicht auf ein paar hundert Euro Förderung angewiesen sein. Bei mediangehalt (2025) von 45k und durchschnittsgehalt von 52-62k (Google ki als quelle) ist man da schon fast beim doppelten Gehalt.

    Aber Mittelschicht ist ja auch ganz offiziell in der Politik schon ein etwas dehnbarer Begriff wenn man dem Kanzler glauben darf.

  • Wer 70-120k macht sollte nicht auf ein paar hundert Euro Förderung angewiesen sein. Bei mediangehalt (2025) von 45k und durchschnittsgehalt von 52-62k (Google ki als quelle) ist man da schon fast beim doppelten Gehalt.

    Es geht nicht unbedingt um die Förderung, sondern um die sehr hohe Steuerlast. Ein Staat, der sich die Zielgruppe Geringverdiener ausgesucht hat, muss auch mit den damit verbunden Konsequenzen in der Zukunft rechnen.

  • Natürlich muss es für alle Schichten Anreize geben. Lösungen sollten ganzheitlich durchdacht werden.

    Ich finde das eine ungehörige Forderung, wenn man selbst Sparraten hat, von denen andere Familien einen Monat lang leben müssen. Aber ich bin auch in einfachen Verhältnissen groß geworden, vielleicht habe ich da ein anderes Empfinden.

    Einmal editiert, zuletzt von fabioso (6. April 2026 um 12:24)

  • Die Steuerlast und die mangelnde Flexibilität schrecken ab. Als Angestellte, Single, ohne Kinder mit Einkommen ab 100k lohnt sich das Ganze nicht. Die Steuerlast im Rentenalter ist zu hoch.

    Es gibt hier auch eine fundierte Analyse von Capscale, wo zusammenfassend angegeben wird, dass sich das Depot wohl eher für Geringverdiener mit vielen Kindern lohnt (die Lieblings-Zielgruppe der Regierung) Altersvorsorgedepot vs. Nettopolice: Die mathematische Abrechnung - YouTube.

    Es bleibt ja immer noch die Möglichkeit kurz vor Renten Eintritt das Depot Förderungs-Schädlich zu liquidieren und nur den Steuer-Stundungs-Effekt sowie den Leverage (0% Darlehen vom Staat) mitzunehmen.

  • Ich finde das eine ungehörige Förderung, wenn man selbst Sparraten hat, von denen andere Familien einen Monat lang leben müssen. Aber ich bin auch in einfachen Verhältnissen groß geworden, vielleicht habe ich da ein anderes Empfinden.

    Denken in ganzheitlichen Lösungen ist ungehörig?

    Es müssen alle etwas davon haben. Vor allem darf die Last nicht ständig auf die Mittelschicht abgewälzt werden, nur weil es so einfacher erscheint. Sonst sind diese Menschen irgendwann weg. Ein hohes Einkommen bedeutet im Regelfall auch eine hohe Qualifikation, auf die man im Land angewiesen ist. Ohne den Beruf abzuwerten - eine Kassiererin wird sich am WIrtschaftswachstum wohl kaum signifikant beteiligen können. Irgendwann gibt es halt die Zielgruppe nicht mehr von der man schöpfen kann.

  • Natürlich muss es für alle Schichten Anreize geben. Lösungen sollten ganzheitlich durchdacht werden.

    In dem Fall sehe ich es ehrlich gesagt ausnahmsweise mal etwas anders. Der Kontext ist ja, dass unser Rentensystem strukturell unter Druck steht und wir ziemlich sicher auf Probleme wie steigende Altersarmut zusteuern, wenn sich nichts ändert. Und davon sind eben nicht alle Schichten gleichermaßen betroffen.

    Die Mittel- und Oberschicht hat – überspitzt gesagt – in der Regel die Möglichkeiten, selbst vorzusorgen. Genau das passiert hier im Forum ja auch: ETFs, Bitcoin, Immobilien, eigene Strategien. Diese Gruppen sind nicht darauf angewiesen, dass der Staat sie zusätzlich „anschiebt“.

    Beim AV-Depot geht es aus meiner Sicht eher darum, dort zu stabilisieren, wo es wirklich kritisch werden kann – also bei Menschen, die eben nicht die gleichen Spielräume haben. Dass die Förderung dann stärker dorthin fließt, ist für mich erstmal logisch, weil sie am Ende von der Gesellschaft getragen wird. Gleichzeitig könnte in diesen Schichten auch eine Aktienkultur gefördert werden, was ebenfalls langfristig positive Effekte für unsere Gesellschaft und steigenden Wohlstand mit sich bringen könnte.

    Und man darf auch einen weiteren gesellschaftlichen Aspekt nicht unterschätzen. Wenn große Teile der Bevölkerung im Alter finanziell abrutschen, hat das Folgen für uns alle – wirtschaftlich, aber auch politisch. Unzufriedenheit, Frust und Perspektivlosigkeit sind ein Nährboden für extreme Strömungen. Ein System, das dafür sorgt, dass die breite Masse halbwegs stabil und zufrieden bleibt, liegt daher im Interesse aller, auch derer, die selbst gar nicht auf staatliche Förderung angewiesen sind. Die aktuellen politischen Entwicklungen sollten dafür genügend Ausdruck sein.

    PS: Ich selbst würde vom AV-Depot auch nicht profitieren und werde es daher nicht nutzen. Habe ich aber ehrlich gesagt kein Problem mit, im Gegenteil, zeigt ja eher, dass man in einer komfortablen Situation ist.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich denke nicht das Menschen mit 70-120k benachteiligt werden. Glaube da gibt es Förderungen die man mit 30k nicht bekommt die obenrum greifen wie beispielsweise Beitragsbemessungsgrenzen.

    Beitragsbemessungsgrenzen wirken sich doch genau auf diese Gruppe negativ aus. jedes Jahr mehr einzahlen dürfen in das (marode) Sozialsystem ist eine Förderung?

  • Ich finde ja amüsant, wenn hier 70-120k als Einzelperson (nicht als Haushaltseinkommen, aber selbst dann) als Mittelschicht angesehen wird, obgleich das sowohl von der unteren und erst recht von der oberen Grenze weit über dem Median liegt. Etwas anderes ist das freilich, wenn wir hier die Münchener oder Frankfurter Mittelschicht meinen.

  • Und das sollte man eben ganzheitlich lösen. "Vermögen" und "Einkommen" ganzheitlich betrachten, Lösungen entwickeln, die für ein Gleichgewicht sorgen. Dafür braucht es halt bessere Strukturen, Daten usw. Das erfordert auch, dass man nicht von 12 bis Mittag denkt und mit der billigsten Lösung wieder nur Löcher stopft.

  • Und das sollte man eben ganzheitlich lösen. "Vermögen" und "Einkommen" ganzheitlich betrachten, Lösungen entwickeln, die für ein Gleichgewicht sorgen. Dafür braucht es halt bessere Strukturen, Daten usw. Das erfordert auch, dass man nicht von 12 bis Mittag denkt und mit der billigsten Lösung wieder nur Löcher stopft.

    Woran denkst du da beispielsweise?

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich finde ja amüsant, wenn hier 70-120k als Einzelperson (nicht als Haushaltseinkommen, aber selbst dann) als Mittelschicht angesehen wird, obgleich das sowohl von der unteren und erst recht von der oberen Grenze weit über dem Median liegt. Etwas anderes ist das freilich, wenn wir hier die Münchener oder Frankfurter Mittelschicht meinen.

    Berlin und Hamburg darfst ruhig dazu zählen :)

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