Beiträge von Factfulness

    Also sind wir vom Sparen abgekommen... 😉

    Und von Wirtschaftlichkeit wohl auch. Ein 3 Jahre alter AWD wird aktuell für um die 34 gehandelt, beim Privatverkauf vieleicht auch nur 30 oder 32. Setzt man das als Wiederverkaufswert (obwohl der Neue dann wahrscheinlich teurer gehandelt werden wird) an, wären das 14 bis 16k Wertverlust. Du zahlst aber 17k und, wenn ich richtig verstanden habe, die Prämie von 4k als Anzahlung. Also 21.000€ ( im Schnitt ca. 580€ im Monat) Das sind 5 bis 7.000€ mehr. Also mal eben >30% mehr... 6 Jahre alte M3 LR gehen für ca. 24k über den Tisch. Also von Jahr 3 bis 6 wären es ca. 280€/Monat und damit weniger als die Hälfte der Rate eines dann Neuen, wenn Du den gekauften 6 statt 3 Jahre fahren würdest. Natürlich habe ich die Opportunitätskosten vergessen 😉

    Nichts desto trotz: Ich bin sicher, dass Du viel Freude mit dem Neuen haben wirst. Ich möchte nie wieder zum Verbrenner zurück und ich kenne keinen Umsteiger, dem ein Tesla kein Grinsen ins Gesicht zaubert. Auch, wenn ein Z4 sicher auch ein spaßiges Auto ist bin ich mit sicher, dass Du den Schritt nicht bereuen wirst. Es war unter anderem ein Tesla der uns zur Emobilität brachte auch, wenn wir uns für Mini und ID.7 entschieden haben. Allzeit gute und sichere Fahrt!

    Kannst Du den Wagen nach Vertragsende zum kalkulierten Restwert übernehmen? Das wäre ja eine Möglichkeit? Kannst Du flexibel verlängern (wenn Du auf den Neuen warten musst usw)?

    Ich habe mir gerade den Eingangspost nochmals angesehen und nun beschleicht mich ein komisches Gefühl. Kann es sein, dass man hier versucht durch eine gezielte und deutliche Abweichung vom Marktportfolio Risiken zu minimieren? Oooohhh. Nicht, das das in Auge geht und genau das Gegenteil passiert.

    Ist es gemäß Kapitalmarktforschung nicht so, dass das Marktportfolio das Marktrisiko beinhaltet und prämiert (Equity Prämie) und dass eine Abweichung eher das Risiko erhöht?

    Auch fließen offensichtlich einige Meinungen und Prognosen ein in die Portfoliogestaltung. Auch das ist meist eher nicht soooo gut, wenn man den Erkenntnissen der Kapitalmarktforschung glauben schenkt.

    Wirklich sicher, zu versuchen das Risiko im Aktienteil zu senken in dem man basierend auf Erwartungen, Befürchtungen, Prognosen und Meinungen vom Marktportfolio abweicht? Oder vieleicht nicht doch lieber einfach das Aktieneyposure verringern und sich auf das Vereinnahmen der Equity Prämie beschränken?

    Statististisch gesehen wird der Plan wahrscheinlich nicht aufgehen, oder was meint ihr.

    Saarlaender Aber das war ja nicht immer so und wer kennt die Zukunft? Die letzten 15 oder 20 Jahre mit fallenden und dann niedrigen und sogar negativen Zinsen , super Aktienmärkten usw. sind vieleicht nicht ganz repräsentativ. Nicht nur die Korrelation zu Aktien, sondern auch die der verschiedenen Anleihearten untereinanden kann das Portfolio insegsamt beeinflussen. Unterschiedliche Anleihearten verhalten sich in unterschiedlichen Marktphasen halt anders. Am Ende kann dann eine Kombination aus verschiedenen volatilen Assetklassen weniger schwanken, als jede einzelne.

    Aber im Grunde bin ich bei Dir: im Zweifel immer lieber KISS. Wer prognosefrei in den Aktienmarkt geht mit individuell passender Aktienquote, das ganze kostengünstig gestaltet und eisern daran festhält bewegt sich auf sehr, sehr hohem Niveau so, dass alles andere nebensächlich wird. Ausschließlich in Nominalwerten zu sparen kostet ein Vermögen und birgt enorme Risiken. Aber selbst wer den Weg an die Aktienmärkte findet wird in aller Regel durch Gebühren aber - wird meist vergessen - durch sein eigenes Verhalten geschröpft. Schau mal mach Studien zu ETF Anlegern und Depotauswertungen! Morningstar ermittelte für Anleger in klassischen Fonds eine Verhaltenslück von bis zu 1,5% p.a.! Zusätzlich zu kosten und Underperformance! Durchschnittlich bleibt aber auch bei ETF Anlegern je nach Studie und Zeitraum im Schnitt gut Rendite liegen, teilweise weit mehr, als bei klassischen Fonds. Weil man halt doch mehr kauft, wenn die Märkte mal gut liefen, man glaubt schlauer zu sein, als die anderen und Sektor-, Branchen- oder Regionenwetten eingeht. Wie war die letzte Studie noch gleich? Durchschnittlich 5 ETF im Depot? Dazu haben die meisten dann noch Einzelaktien und/oder aktive Fonds. Von Rentenversicherungen usw. fange ich nicht an...

    Vor diesem Hintergrund über wenige Basispunkte in der Vola zu diskutieren ist wohl wenig sinnig. Lieber darauf konzentrieren möglichst wenig falsch zu machen. Und da ist die Kombi aus Aktien und Geldmarkt ziemlich schwer zu schlagen. Auch ohne Faktoren, Unternehmensanleihen und so weiter.

    Kurzum: ich weiß nicht, ob wir bezüglich Anleihen dem Rückschaufehler unterliegen und sie aktuell nicht negativer gesehen werden, als sie sind. Ich weiß aber schon, dass die Abbildung der Anleihemärkte speziell sein kann weil die Indexkonstruktionen die Eigenheiten verschiedener Anlegerarten nicht berücksichtigen, der Markt ist schließlic professionell bzw Insti getrieben. Da geht es um Regularien, konkrete nominale Verpflichtungen usw. Das passt so für den Privatanleger nicht unbedingt. Daher im Zweifel Finger davon.

    Die Eingangsfrage war nach der finanziell besten Option.
    Einen Neuwagen nach 3 Jahren zu verkaufen ist das im Normalfall nicht.

    So sehe ich das auch. Aber die finanziell beste Lösung schmeckt manchem halt nicht. Da ist es verlockend einen Neuwagen zu finanzieren und die hohen Kosten schön in überschaubaren Happen auf die Zukunft zu schieben. Zuzüglich Zinsen und Gewinn für den Dienstleister. Da geht man dann auch mal eine schiefe Wette ein und wettet mit einem professionellen Leasinggeber über den künftigen Restwert. Wer da im Mittel wohl gewinnen mag.

    Was ein Auto wirklich gekostet hat, weiß man leider erst, wenn man es wieder abgibt.

    Wir sind hier auf Finanztip und was dort über Geldanlage gesagt wird gilt zum Teil auch für andere Lebensbereiche. Zum Beispiel lässt sich die Zukunft nicht verlässlich prognostizieren, aber Kosten kann man vermeiden. Also übertragen auf PKW Kauf: Selbst Kaufen. Langfristig belastbare Entwicklungen der Vergangenheit als Proxy nutzen, sofern sie plausibel erscheinen und begründet werden können. Bezogen auf PKW-Kauf: Wertverlust am Anfang hoch, Reparaturkosten später hoch. Also junger/mittelalter Gebrauchter, länger halten und wenn Reparaturen sich anfangen zu häufen über Ersatz nachdenken. Jedoch (wie bei der Kapitalanlage auch) nicht jede Entwicklung der Vergangenheit einfach in die Zukunft fortschreiben. Beim PKW: Hoher Wertverlust Elektro vs Verbrenner muss nicht so bleiben und wird es wohl auch nicht. Aktuell dreht sich das bereits.

    Aber dann kommen halt so Sachen wie Status, Ansprüche usw. ins Spiel... Und dann noch die Psychologie (aber auch das sollte man aus der Kapitalanlage kennen). Man zahlt lieber in der Zukunft, als jetzt, lieber kleine Raten als einen großen Betrag. Man möchte die Risiken/Verantwortung deligieren. Usw.

    Meiner Meinung nach erkennt man daran, dass man den Betrag nicht auf einen Schlag bereit ist auszugeben, dass etwas vieleicht doch zu teuer ist.

    Ich habe die Vermutung, dass hier gespart werden soll, ohne den Preis dafür zu zahlen bzw Abstriche zu machen.

    Die Förderung ist natürlich ein Argument. Ich kenne mich bezüglich der aktuellen Förderung nicht aus, weil ich selbst nicht anspruchsberechtigt bin, wie hoch ist die?

    Nein, das macht es nur komplizierter, aber nicht besser.

    Siehe dazu in dieser Präsentation von JP Morgan die Grafik auf Seite 93 "Ertrag-Risiko-Wechselwirkung nach Anlageklasse"

    Wenn du dort eine gedankliche Linie ziehst zwischen "Barmittel" (= 3-Monats-Festgeld) und "globale Aktien" wirst du feststellen, dass alle anderen Anleiheformen sich unterhalb dieser Linie befinden. Also auch unter deinem angestrebten 50/50 oder 60/40 Portfolio. Zumindest war das in diesem Zeitraum so. Wenn man davon ausgeht, dass dies auch in Zukunft so ist, warum soll man dann einem simplen Portfolio aus Aktien und einer geldmarktnahen Anlage noch andere Anleihen hinzufügen?

    Aber lässt diese Betrachtung nicht den Korrelationsaspekt ausser Acht? Singular auf jede einzeln Anlageklasse betrachtet stimmt Deine Aussage (bezogen auf die Vergangenheit seit 2004) offensichtlich. Aber für die zu erwartenden Schwankungen des Gesamtportfolios muss man die Korrelationen zwischen den Assetklassen berücksichtigen. Auch ist die Zeit ab 2004 sicher nicht repräsentativ für die gesamte Historie und die Zukunft ist ohnehin ungewiss...

    So oder so: Auch für mich hätte Einfachheit Vorrang. Ich selbst würde auch mit Durationsrisiken eher sparsam umgehen, daher wären die MultiAssetansätze für mich persönlich raus. Auch bin ich skeptisch, was so manchen Anleiheindex angeht. Während ich denke, dass MarketCap bei Aktien gut funktioniert ist mir der Anleihemarkt insgesamt zu inhomogen in der Anlegerstruktur. Gerade der langfristige Bereich wird von Instis benötigt, weil konkrete nominale Verbindlichkeiten bestehen, die abgedeckt werden müssen. Da braucht es dann beispielsweise langlaufende Staatsanleihen mit passender Laufzeit. Meiner Meinung nach sollten sich Privatanleger aber von rein nominalen Betrachtungen lösen. Jedem der nicht wirklich einen definierten nominalen Geldbetrag zu einem konkreten Zeitpunkt in der weiteren Zukunft benötigt, würde ich davon abraten 15 jährige Bundesanleihen oder ähnliches zu kaufen und die zwischenzeitliche Vola zu ertragen. Aber warum nicht etwas mehr Bonitätsrisiko, politisches Risiko etc reinholen, wenn man mag? Breit diversifiziert.

    Im Ergebnis sprechen wir aber von wenigen Basispunkten Renditeunterschiede im Gesamtportfolio und eher überschaubare Volaänderungen, wenn man ein paar Prozent seines Portfolios in Unternehmensanleihen o.ä. steckt.

    Ich denke für die meisten wird KISS besser sein, als die letzten Basispunkte rausholen zu wollen. 62Aktien/38GM anstatt 60 Aktiem/30GM/10 IG Unternehmensanleihen.

    Wenig halte ich auch davon zu versuchen das Risiko im Aktienanteil durch Selektion zu senken. Es sind und bleiben halt Aktien. Nicht, dass man sich am Ende dadurch mehr Risiko reinholt ohne es zu merken, anstatt das Risiko tatsächlich zu reduzieren.

    Ich würde die Geldanlage nicht zum Hobby machen. (Unbemerkte)Fehler kosten enorm Geld. Schaut man auf die tatsächlichen Anlegerrenditen anstatt auf Produkt- oder Indexrenditen wird einem ganz anders. Und warum ist das so? Unter anderem weil die Anleger schlauer sein wollen, als der Markt. Die Verhaltenslücke ist enorm. Wenn man diese vermeidet gewinnt man mehr, als durch die Portfoliooptimierung im Kleinklein.

    Der Fragesteller ist auf das Geld nicht angewiesen. Er hat keine übertriebenen Renditeforderungen. Das sind doch gute Voraussetzungen. Warum nicht einfach Welt-Aktien-ETF / Geldmarkt je nach Risikobereitschaft und Ende?

    Eine regionale Gleichgwichtung hat in der Vergangenheit zu einer deutlich besseren risikoadjustierten Rendite geführt. Der max drawdown und die time under water waenr geringer. Das Sharp Ratio besser. Das Problem waren (und sind) die Steuern und das operative Risiko, wenn man mehrere ETF nimmt. Nimmt man einen, fällt das weg. Der GK-Kommer ist eine gute Lösung. Eine Bevorzugung von marktkapitalisierenden ETF ist meines Erachtens ein recency bias. Es ist nur ein Modell von mehreren mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Im professionellen Umfeld legt man so nicht an.

    Das klingt spannend. Woher hast Du diese Erkenntnisse? Ich finde leider nicht die passenden Daten, vieleicht kannst Du das mal aufzeigen? Ich habe nur Daten für die beiden MSCI World (MC und EW) gefunden seit 1994. In dieser Periode lag MarketCap in allen Kennzahlen vor EW.

    Mich würde insbesondere interessieren in wievielen 15 Jahreszeiträumen der möglichst langen Historie EW "besser" war als MC, also bessere Vola, weniger Drawdown usw.

    Wo besorgst Du Dir solche Infos? Auch die KI bringt mir da leider keine verlässlichen Erkenntnisse...

    0% Finanzierung bei Tesla kann schon sinnig sein, da im Gegensatz zu anderen Herstellern Tesla meist keinen Rabatt gewährt. Man könnte also das Geld in Tagesgeld, Geldmarkt oder Bundesableihen parken und daraus den Kredit bedienen und hätte einen Zinsgewinn. Allerdings gilt das Angebot wohl nur für Neuwagen. Diese haben gerade in den ersten Jahren den höchsten Wertverlust. Das gleicht den Vorteil dann wohl wieder aus.

    Warum nicht ein 2 oder 3 Jahre altes Fahrzeug? Fast neu, noch etwas Herstellergarantie, aber günstiger. Du fährst ja nur 15.000km im Jahr. Hälst Du das Auto also 6 bis 8 Jahre (aus meiner Sicht wirtschaftlich wohl das simnvollste) wären das 90 bis 150.000km die zusätzlich drauf kommen. Nimmst Du einen Wagen mit 50k Kilometern auf der Uhr sind das am Ende <200k. Im Schnitt wirst Du über diese Zeit dann einen Wertverlust von vieleicht 200€ pro Monat bis 250€ haben (auch, wenn dieser nicht linear verläuft) vermute ich. Viel günstiger kann man kein Mittelklasseauto fahren.

    Auch ich fand Tesla nach einer ersten Probefahrt toll. Aber am Ende wurde es ein Mini Cooper SE für meine Frau und ein ID.7 für mich. Sitze, Headupdisplay, Gesamtanmutung usw gaben mit den Ausschlag. Aber ich fahre auch deutlich mehr und regelmäßig auch mehrere hundert Kilometer am Tag. Da sind gute Sitze, besser funktionierende Assistenzsysteme, Headup usw. schon angenehm. Auf Island hatten wir zuletzt ein Model Y und nach 2.500km in 9 Tagen ist meiner Meinung nach ein ID.7 schon was anderes. Aber Tesla ist und bleibt Tesla... Tesla ist natürlich "Kult". Kann jeder fahren und kommt für manch einen besser an als andere.

    Diversifikation ist das eine. Die Grundidee prognosefrei in das Marktportfolio zu investieren das andere. Am Ende ist es eine Frage der persönlichen Überzeugung.

    Glaubt man nicht schlauer zu sein, als der Markt (der schon immer mal zu Übertreibungen neigte), dann folgt man dem Markt indem man nach MarketCap möglichst viel davon abdeckt. SC und EM gehören dann mit rein. Da Aktien aber in der Regel auf mittlere bis lange Sicht halt stark mit Aktien korrelieren macht es wahrscheinlich kaum einen Unterschied, ob man 90 oder 95% der MarketCap abbildet.

    Denkt man, schlauer zu sein, als der Markt ist eine Abweichung vom Marktportfolio wohl der logische Schritt. Wieviel? Das muss man selbst beurteilen. Bleibt man dabei aber marktbreit und passt "nur" die Gewichtung an, profitiert man wieder von der Korrelation von Aktien mit Aktien. Am Ende wird man auf lange Sicht dennoch aktienähnliche Renditen einfahren.

    Entscheidender wird die Level 1 Allokation sein. Und auch das Anlegerverhalten (durchhalten, kein hin und her, usw) macht meist mehr aus, als das letzte bisschen Allokation.

    Ich denke, man sollte schon sehr gute Gründe haben von der MarkerCap abzuweichen. Macht man es vernünftig sind die Gefahren aber überschaubar, sofern man dabei bleibt und die Strategie eisern durchzieht (und Zeit hat).

    Ich habe SC, EM und Asien/Pazifik etwas höher gewichtet als die MarketCap. Empfehle ich das anderen? Nein. Ist es sinnvoll? Mmmhh.... Würde ich das nochmals so machen, wenn ich neu starten würde? Ich weiß es nicht. Am Ende fühle ich mich damit wohl. Und so richtig Schiffbruch werde ich damit nicht erleiden.

    Ich rate nur nicht zuviel Komplexität ins Portfolio zu holen. Irgendwann lässt der Hobbyaspekt nach, Rebalancing wird zur lästigen Pflicht und Verkäufe lösen Steuern aus. Vieleicht einen Weltaktien ETF nehmen und dann mit ein oder zwei anderen (ex US...) nachjustieren. Das ist einfach, übersichtlich und wenn man doch später mal vereinfachen will ist es günstiger, als das Depot komplett auf links zu drehen.

    Grundsätzlich sehe ich Leasing und Abo aus rein monetärer Sicht wenig förderlich. Du zahlst neben dem Wertverlust dem Leasinggeber bzw Aboanbieter auch noch die Kapitalkosten, das Risiko und seine Marge/Gewinn. Insofern sollten beide Varianten in der Regel teurer sein, als ein Kauf, solange Du die Opportunitätskosten realistisch bewertest. Dann zahlst Du nur Wertverlust und Opportunitätskosten. Darüber hinaus bleibst Du maximal flexibel.

    Viel günstiger als 33k kommst Du wahrscheinlich aber nicht an einen Elektro der Deinen Ansprüchen entspricht, fürchte ich.

    Wenn Du umsteigen möchtest, würde ich den Z4 verkaufen und nich gebraucht umsehen nach was Neuem. Polestar holt mich nicht ab und Teslas sind für den Preis echt in Ordnung, aber für mich aus verschiedenen Gründen auch raus. Das muss jeder für sich beurteilen. Für unter 33k ist das Angebot jedoch begrenzt. 15k Kilometer sind wirklich nicht die Welt, aber, wenn Du auch mal in Urlaub fahren willst, braucht es etwas Platz für Gepäck und mögliche Mitfahrer und natürlich auch eine gewisse Langstreckentauglichkeit. Ist aber beim Z4 auch nicht unbedingt gegeben.

    Am Ende ist ein Autokauf halt meist auch eine sehr emotionale Geschichte. Da musst Du halt selbst entscheiden, was Du willst. Für maximal 33k fallen mir ein: Model Y/3 (SR?), Cupra Born (brauchst Du die große Batterie) oder die restlichen VAG (Enyak, ID.3 oder 4), Ioniq 5 oder 6, Kia EV6, EV3... Am günstigsten wird ein MG4 sein, wenn man was sucht, was auch für größere Touren taugt.

    Von Leasing oder Abo um das freiwerdende Kapital anzulegen halte ich nicht viel. Und, ob und wieviel Du durch einen Wechsel sparen kannst hängt auch an Deinen Ansprüchen. Gebraucht kaufen und etwas länger halten ist meiner Meinung nach hinsichtlich Wertverlust nicht ganz verkehrt.

    Ich finde es toll, wenn Menschen kreativ und initiativ sind. Ich frage mich nur, ob man (noch)soetwas wirklich benötigt, es schlicht unnütz ist, oder gar eher schaden kann.

    Was bringt Performance-Tracking? Es ist immer nur der Blick in den Rückspiegel. Was soll ich daraus ableiten? Ändern kann ich die Entwicklung ja ohenhin nicht mehr und auch auf künftige Renditen der Märkte habe ich keinerlei Einfluss.

    Ich sehe dabei aber die Gefahr, dass sich die Verhaltenslücke vergrößert wenn man solche Tools nutzt. Man neigt eher zu zyklischen Verhalten, schraubt öfters rum, fängt vieleicht auch an zu timen/spekulieren.

    Bezüglich des Denkens in Fristigkeiten bin ich auch nicht so recht überzeugt. Viele Menschen sparen erheblich auf unbestimmte Zeit. Ausserdem bilden Fristigkeitstöpfe nur die Planung bzw Erwartung ab. Das Leben kommt oft anders als man denkt und dann ist jegliche Liquiditätsplanung dahin. Dann muss man wegen Jobverlust, geänderter Lebensplanung, Scheidung schnell auch mal an den langfristigen Topf.

    Entscheidend für den Anlageerfolg ist - da ist sich die Wissenschaft sehr einig - vor allem (rund 95%) die Level 1 Allokation. Gerade da tun sich viele Menschen aber schwer mit einer Festlegung. Man sieht dies auch an den vielen Anfragen hier im Forum. Vieleicht könnte man dazu ein Situationstool basteln, dass einfach und übersichtlich ist. Ich stelle mir das so vor, dass man die Assetallokation zusammenstellen und verschieben kann und sofort erkennt, wie sich das auf Erwartungswert, maximum Drawdown, Vola, max. Unterwasserperiode usw. Welche Assetklassen zur Auswahl stehen müsste man schauen. Weltaktienmarkt, € Geldmarktzins, geldmarktnahe Staats- und Unternehmensanleihen, € IG Unternehmensanleihen auf jeden Fall denke ich. Welt Aggregate Bonds, EM Bonds, € HY Bonds und Gold aber vieleicht auch? Dazu vieleicht eine Effizienzanzeige (also, ob es für die gewählte Allokation eine Allokation gibt, die bei gleichem Erwartungswert, weniger "Risiko" (Drawdown, Vola...) aufweisen würde.

    Natürlich wäre das auch nur ein Blick in den Rückspiegel, würde aber das alles etwas greifbarer machen. Wäre natürlich auch nicht ganzheitlich, da Humankapital, Rentenansprüche etc fehlen.

    Vieleicht könnte man auch ein Entspartool bauen auf Basis des Tools von Prof. Weber zum Beispiel (dynamische Entnahme). ... So, dass man jedes Jahr auf Basis der Allokation und dem aktuellen Wert die Entnahmerate erkennen kann und sieht aus welcher Assetklasse wieviel entnommen werden soll. ????

    Noch ein Gedanke bzw Tipp: ich halte es für wenig zielführend Finanz- bzw. Anlageenstscheidungen sigulär und einzelfallbezogen zu treffen. Vielmehr glaube ich, dass einen nur eine gesamtheitliche Betrachtung dem Ziel näher bringt. Dazu gehören alle Vermögenswerte, auch Humankapital, Ansprüche gegenüber der GRV, Bausparer, Versicherungen... . Dann wird meist alles klarer. Auch ohne ein Crashprophet zu sein, ist dann meist die Frage legitim, ob man wirklich sein Festgeld weiterhin vollständig in € halten, es der Inflation aussetzen und der regionalen Entwicklung ausetzen möchte.

    Leider neigen wir oft dazu uns für jedes Sparziel singulär nach dem passenden Produkt umzusehen, anstatt eibfach in Assetklassen zu denken und das große Ganze zu betrachten. Wie das leider enden kann sieht man an typischen Assetallokationen und Produktsammlungen von Privatanlegern: Bausparer fürs Haus, Rentenversicherung für die Rente, dazu ein bisschen Tages- und Festgeld, ein paar Zertifikate usw.

    Eine weitere Entscheidung die maßgeblich den Anlageerfolg beeinflussen kann ist die ob und in welchem Maße man man bereit ist seinen Konsum in Zeitpunkt und Höhe an die Entwicklung der Kapitalmärkte anzupassen.

    Vola-Vermeidung und nominale Sicherheit führt leider oft dazu, dass Sparer ziemlich sicher verlieren, selbst, wenn nichts außergewöhnliches vorfällt. Wenn dann noch hohe Kosten dazu kommen, ist der Verlust garantiert.

    Wer ganzheitlich denkt und sich der verschiedenen Risiken seiner Assets bewusst ist, steht am Ende wohlmöglich besser da.

    Da arbeitet man als Angesteller bei einem großen deutschen Automobilkonzern, hat sich in Arbeitsplatznähe ein schönes Eigenheim finanziert, hat sechsstellig auf der Bank und eine üppige Rentenversicherung und fühlt sich maximal sicher. Und dann? Was wenn der WorstCase eintritt? Erst dann merkt man, dass alles in einer Währung steckt, der geleveredgte Immobilienklumpen dem gleichen Risiko ausgesetzt war, wie das Humankapital... In einer solchen Situation wären (volatile) produktive Assets rund um den Globus sicher nicht verkehrt.

    Nur so ein paar Gedanken meinerseits. Vieleicht regen Sie ja zu eigenen an? Egal mit welchem Ergebnis...

    Mit Cedernburg als alleinige Entscheidungsgrundlage (erst Recht auf die mittlere Frist) wäre ich persönlich eher vorsichtig. Ein einzelnes Paper ist noch lange kein wissenschaftlicher Konsens...

    Bezüglich Risiko: risikolos geht halt nicht. 100k 5 Jahre oder länger im Festgeld, Tagesgeld o.ä. kann zu einem bösen Erwachen führen, wenn es unerwartet mal einige Jahre hohe oder gar sehr hohe Inflation gibt. 100k in Aktien kann auch dann ins Auge gehen, selbst dann, wenn evidenzbasiert und prognosefrei ins Marktportfolio investiert wird. Wie immer wäre für mich daher nie die Frage ob oder ob nicht, sondern wieviel von was.

    Es soll ja auch nicht der Gesamtbetrag in t Jahren entnommen werden.

    Natürlich kann man das ganze nach Fristigkeiten aufbauen, jedoch wird am Ende halt auch dann eine Gesamtallokation herauskommen. Am Ende ist es eine Frage der persönlichen Ansichten. Ich würde (und habe es selbst auch so gelöst) eine feste Allokation wählen. So kann ich durch Rebalancing mein Risikoprofil konstant halten und es ist simpel in der Umsetzung. Dazu kann man Korrelationseffekte nutzen und durch Rebalancing wird man angehalten tendenziell anti- statt prozyklisch zu handeln. Beides kann dazu beitragen das Rendite/Risikoverhältnis zu verbessern und die Verhaltenslücke klein zu halten.

    Welche Assetklassen und in welchem Verhältnis muss jeder für sich entscheiden. Immobilien wären für mich bei 100k raus, Gold überzeugte in der aktuelle Krise nicht, produziert keinen CashFlow und am Ende hofft man einfach, dass man in der Zukunft jemanden findet, der bereit ist mehr zu bezahlen, als man selbst. Ich habe mich daher dagegen entschieden. Rohstoffe? Naja, am Ende Terminkontrakte... Sollte man sich gut überlegen. Bleiben noch Anleihen... Duration, Staats- und/oder Unternehmensanleihen usw. muss auch jeder für sich entscheiden. Kurze Durationen und hohe Bonität werden aber oft empfehlen und sind sicher kein großer Fehler.

    Meine Meinung: Die Mischung machts. Ganz oder garnicht in Aktien ist für viele vieleicht nicht der passende Weg. Dazwischen aber ist viel möglich.

    Die Duration der Anleihen im LifeStrategy sind ziemlich lang. Ich finde grundsätzlich eine solche 1 Produkt fire and forget Lösung nicht schlecht. Aber die Gelehrten streiten halt, ob ein Anleihenmarktportfolio ähnlich geeignet und effizient ist, wie es ein Aktienmarktportfolio ist. Die Mehrheit denkt eher nicht. Zum Einen sehen viele das Zinsänderungsrisiko bei langen Laufzeiten als unsystematisches Risiko an, zum Anderen wird die Gewichtung nach Schuldenhöhe oft kritisch gesehen. Ist halt die Frage, ob man nicht doch ein Portfolio mit 2 oder gar 3 Produkten aufsetzen will. Einen ACWI IMI (oder auch FTSE All World...) als Aktienteil und dann € Staatsanleihen mit kurzer Duration und sofern gewünscht auch Unternehmensanleihen mit überschaubarer Laufzeit. Oder auch beides Geldmarktnah? Vorteil wäre, dass man leichter mal die Gewichtung anpassen kann und weniger Zinsänderungsrisiko hat und damit weniger Vola. Dafür ist es mit etwas Aufwand verbunden (Rebalancing) und man hat keine Teilfreistellung im Anleiheteil.

    Nun in der Entnahme ist eine niedrige Volatilität schon ein Argument. Sind Dir die diesbezüglichen Zusammenhänge klar? Die letzten vier Jahre hat es gut geklappt, die Volatilität ist etwas niedriger, der Techklumpen etwas kleiner und gleiches gilt für die USA. Der Rafi stellt Qualitätsansprüche, die mich zumindest hier auch von Space X verschonen. Im wesentlichen nehme ich ebenfalls das Marktrisiko mit gewissen Begrenzungen. Ob man "nachwürzt" oder nicht ist jedem selbst überlassen und kein Widerspruch zur passiven Lehre.

    Aber das will ich hier nicht vertiefen - falscher Ort für diese Diskussion, die Du hier loszutreten versuchst. Im Zweifel kannst du mal bei Walz, Kommer etc. nachlesen.

    Ja, darüber kann man herrlich diskutieren. Bezüglich der Vola Begrenzung bin ich bei Dir. Der Threadersteller gab ja bereits an, dass es für ihn wichtig ist. Allerdings war die Vola des Rafi auf 10 Jahressicht gemäß Fondsweb nicht niedriger, als die des Marktes.

    Ich bin, wie gesagt gerade bei Ratschlägen eher für Keep it simple and stupid. Vola bzw das Aktienmarktrisiko kann man durch eine niedrigere Aktienquote leicht, effizient und kalkulierbar erreichen. Das über Titelselektion zu machen wäre nun nicht meine Herangehensweise. Für jemanden der aus "einmal alles bitte" Situationen kommt erst recht nicht. Am Ende muss er es selbst wissen und entscheiden.

    "Nachwürzen" kann immer auch eine Einstiegsdroge sein, das habe ich leider schon zu oft gesehen. Lohnt es das Risiko? Da bin ich in der Kommunikation nach außen eher vorsichtig. Mit einem Weltportfolio nach MarketCap und einer passenden Aktienquote kann man fast alle anderen Privatanleger auf lange Sicht hinter sich lassen, reicht das nicht?

    Aber das Forum lebt von kontroversen Meinungen. Alle können dazu beitragen, dass sich der Threadersteller eine eigene Meinung bilden kann und Ansätze hat sich dem Thema zu nähern. Am Ende ist es eine Holschuld. Er muss sich halt einmal intensiv damit auseinandersetzen und sich dann eine eigene Strategie entwickeln.

    Forumsmeinungen oder -aussagen, egal, von wem sie kommen, einfach anzunehmen und umzusetzen ist kein guter Weg. Vielmehr sollte er selbst sich in die Lage bringen über Rafi ja oder nein und alle anderen Themen zu entscheiden.

    Ich bin sehr gespannt, wenn er mal berichtet, was draus geworden ist und wie er es angeht...

    Gehe ich recht in der Annahme, dass Du noch recht jung bist? Ein wenig weniger Overconfidence Bias würde Dir gut tun. Die Märkte lehren einen Demut, wenn man bereit ist zu lernen.

    Naja, man ist immer so jung, wie man sich fühlt... Aber nein, soooo jung bin ich leider nicht mehr ;)

    Da gebe ich Dir Recht Demut ist gerade auch am Kapitalmarkt eine wichtige Tugend.

    Ich teile Walz Sichtweise auf die unterschiedlichen Risiken, was aber ja nicht bedeutet - und daher legte ich dem Fragesteller auch nahe sich mit diesen und seiner Einstellung dazu zu beschäftige - dass jeder zu jederzeit alle nicht DeepRisks auf sich nehmen muss. Ich sprach stets davon vermeidbare oder diversifizierbare Risken zu meiden und die anderen verschiedene Risiken so miteinander zu kombinieren, dass es den eigenen Ansprüchen und Wünschen entspricht. Aber weginflationiertes Nominalvermögen kommt nicht zurück, Vola ist "nur" zeitweise. Hat man die Zeit jedoch nicht das abzuwarten, kann man halt nur weniger Vola- bzw Aktienmarktrisiko tragen und sollte seine Assetallokation entsprechend wählen.

    Inflation ist immer ein deep risk und ich denke Prof. Walz sieht das ähnlich. Egal, ob Ansparphase oder Entnahmephase. Gerade unerwartete und hohe Inflation kann und wird auch in der Entnahmephase massiven Schaden am Vermögen anrichten.

    Deswegen genau stellte ich die Frage, ob der Fragesteller auch 5 Jahre unter Wasser durchhalten kann/will. Das verneinte er. Wenn dem so ist (und nach Befassen mit der Materie seine Meinung bleibt), ist selbst eine Aktienquote von 60% noch zu hoch. Ob er aber bereit ist dafür dann im überwiegenden Teil des Vermögens das Inflationsrisiko zu tragen (er hat noch locker 30 Jahre vor sich) ist halt die Abwägung, die er treffen muss.

    Aber alles nur meine bescheidene Meinung. Es kann und darf jeder anders sehen.

    Ich bin gerne bereit zu lernen und freue mich daher sehr auf Deine Repliken und Hinweise, wo ich falsch liege. Niemand weiß alles und wer aufhört besser zu werden, hört schnell auf gut zu sein. Ich bin daher für Tipps immer sehr dankbar.

    Läuft das eigentlich so, dass der Berater oder seine Bank von jedem Fondsanbieter eine variable Provision mit Grundprämie erhält? Sieht fast so aus.

    Naja, ich denke die Vertriebsleitfäden sehen vor, dass man eine aus Sicht des Anbieters ausreichende Zahl von unterschiedlichen Produkten ins Depot packt. Also einen breiten Aktienfonds, einen oder mehrere Themen, dazu noch mischfonds und rentenfonds. Das sieht dann professionell aus. Der Berater bzw. sein Arbeitgeber erhalten meist Ausgabeaufschläge oder/und Rückvergütungen auf den investierten Betrag. Am Ende würde der Berater Initial genausoviel verdienen, wenn er nur ein Produkt ins Depot legt. Aber der Kniff kommt mit der Zeit: Die Produkte werden unterschiedlich laufen, zwangsläufig. Und dann ist es natürlich an der Zeit den Kunden zum Depotcheck zu bitten. Dann werden die "schlechten" Produkte rausgeworfen und dafür neue reingekommen. Dreht man dann alle 2 Jahr 20 bis 50% des Depots klingelt da wieder die Kasse. Bei 3-5% Ausgabeaufschlag kann man leicht ausrechen, was dabei rumkommt.

    Dazu gibt es bei Publikumfonds meist auch eine Bestandsprovision. Dazu kommt, dass bei neuen Fonds Anfangs oft besonders viel Vergütung gezahlt wird um den Fonds schnell auf ein gewisses Volumen zu bringen. Dann wird halt der Clean Energy in einen KI Fonds umgebettet.

    Also ja, ich denke die Anzahl der Fonds hat schon Auswirkungen auf den Verdienst des Beraters. Daher sieht man meist keine Beraterportfolios aus einem einzigen Mischfonds der zur Risikotragfähigkeit und Risikotoleranz des Anlegers passt.

    Ja. Ich befürchte aber, Ihr seid gerade dabei, oliverp zu vergraulen. Wenn mir erzählt worden wäre, was ich alles lesen soll und in was ich mich alles einarbeiten soll, bevor ich investiere, wäre ich heute noch beim Postsparbuch. Oder in der Überzeugung, dass das alles zu kompliziert wäre, wenn man noch gelegentlich was anderes zu tun hat, wie oliverp bei einem Vermögensverwalter gelandet.

    Das stimmt eventuell leider. Aber ich denke, wenn er Kommer liest und versteht ist er einen großen Schritt weiter. Dann hat er das restliche Leben Ruhe, fällt nicht mehr auf Finanzprodukte herein, kann das ganze Rauschen ausblenden, lässt sich nicht von aktuellen und vorübergehenden Börsenberichten und von Analysteneinschätzungen verunsichern und hat eine solide zu ihm passende Kapitalanlage gefunden, die minimalen Aufwand bedeutet und kaum Aufmerksamkeit erfordert. Ich finde, das ist es wert. Natürlich kann man auch sagen: pack zunächst mal 50% in einen ACWI IMI ETF und den Rest in einen Bundesanleihen ETF mit 0-1 Jahr Laufzeit. Rebalance einmal jährlich und kümmere Dich ansonsten um andere Sachen. Das funktioniert vieleicht zunächst. In der ersten Krise fängt der Schlammassel dann meist an. Presseberichte vom Weltuntergang und warum ETF gerade jetzt ungeeignet sind. Das Portfolio rauscht immer weiter ab. Überall Crash Propheten und Experten, die zu aktivem Handeln raten usw. Spätestens dann war es das mit Sicherheit. Dann wird im Verlust verkauft, das Geld aufs Konto gepackt und der verbleibende Teil von der Inflation dahingerafft.

    Nein, Finanzanlagen kann man nich deligieren. Das Risiko trägt man immer selbst, nur von der Rendite darf man etwas abgeben... 1-3 Bücher einmal im Leben sollte einem das hart erarbeitete Geld und der Seelenfrieden wohl schon wert sein.

    Aber ja, es wäre hilfreich würden da draußen nicht hunderttausende Provisionsgeier herumlaufen, Abermilliarden in Lobbyarbeit gesteckt und stattdessen eine finanzielle Grundbildung und Verhaltensökonomie in der Schule gelehrt. Aber wo bitte ist es leichter an 5 stellige Beträge selbst von Wenigverdienern zu kommen, als über Versicherungen, Fonds, Bausparverträge, Hypotheken oder als Maklercourtage? Kein Wunder also, dass es da gewisse Anstrengungen der Profiteure gibt.

    Wäre mal interessant zu erfahren, wie viel Ausgabeaufschlag insgesamt an den Vermittler seiner Fonds geflossen ist. Sicher 18k oder auch viel mehr, wenn häufig umgebettet wurde. Wieviel Geld ist ins Management geflossen. 70k? Wieviel ist durch unsystematische Risiken liegen geblieben?

    Und ja, es klingt alles kompliziert. Ist es aber im Grunde nicht. An einem Wochenende kann man sich schon einiges draufschaffen. Wenn man das nicht möchte und es nicht schafft oder möchte mit den vielen falschen Narrativen aufzuräumen, dann ist das auch okay. Muss jeder selber wissen.

    Aber ich bin kein Freund der Heiligsprechung von ETF und von zu simplen Ratschlägen. Verstehen ist Trumpf. ETF haben in der Maße und im Schnitt leider nicht zu einer besseren Anlegerrendite geführt. Die Produktkosten gingen runter, dafür vergrößerte sich die Verhaltenslücke. Ich befürchte das wird über die Zeit noch schlimmer, weil immer mehr Produkte im ETF Mantel auf den Markt strömen und sich die Anbieter auf die Verschiebung in Richtung Selbstentscheider und ETF reagieren müssen um weiterhin ihren Schnitt zu machen. Solange wir Anleger nicht verstehen, wo die Rendite herkommt und woher nicht, gehen wir denen leider immer wieder auf den Leim. Dann werden CleanEnergy gekauft und sich über die hohen (Substanz-)Ausschüttungen von CoveredCall ETF gefreut. Dann wird zyklisch reagiert usw.

    Gerd Kommer ist auch keine schlechte Quelle, wie ich finde. Viel Spaß und viele Erkenntnisse beim Studium des Buches. Prof. Weber hat auch Bücher geschrieben und auch Prof. Walz. Alles ziemlich gute Quellen, wie ich finde. Man sollte sich ohnehin immer auch die Freiheit einer eigenen Meinung nicht nehmen lassen. Um das aber fundiert zu können muss man sich erstmal Grundlagenwissen schaffen und vor allem mit den zahlreichen von der Finanzlobby eingepflanzten Narrativen aufräumen (Produktfokus, passives Einkommen, Timing, Managementvorteile, Unterbewertungen und soviel mehr) Einfach mal alles vergessen, was man meint über Geldanlage, Kapitalmarkt etc zu wissen und sich mal die Bücher einverleiben.

    Am Ende stellt sich dann alles viel simpler dar, als es die Finanzindustrie einem verkaufen möchte....

    Was Krisenphasen angeht, hast Du genau das ständige Dilemma der Geldanlage entdeckt. Alles was im Aktienmarkt steckt unterliegt dem dortigen Marktrisiko. Aktien schwanken, mal mehr, mal weniger. Geld, das in Nominalwerten steckt (Bankguthaben, Anleihen...) unterliegt aber dem Inflationsrisiko. Haben wir mal zwei, drei oder gar 5 Jahre sehr hohe Inflation, sind dann mal schnell 20 oder mehr Prozent des Vermögens weg und zwar auf nimmer wiedersehen. Aktien können (und Taten es bisher stets) sich erholen, während der Kaufkraftverlust dauerhaft bleibt.

    Sicherheit ist eine Illusion. Du weißt nie, was in einer Stunde, morgen oder in 10 Jahren ist. Geldanlage ist auch immer mit Risiken verbunden. Man kann viele Risiken minimieren oder gar vermeiden: Kontrahentenrisiko, Produktrisiken, Einzelwert- und Branchenrisiken, politische Risiken, usw, usw. Aber das Marktrisiko bleibt.

    Prof. Walz unterscheidet sehr gut zwischen deep risks und shallow risks. Der Eintritt ersterer ist dramatisch, weil umgekehrter (Zerstörung, Inflation, Enteignung...) während letztere (z.B. Vola) nur vorübergehend sind.

    Wenn man einmal verstanden hat, wie man effizient investiert (ohne unsystematische Risiken, kostengünstig und ohne schiefe Wetten) und den Fokus von Produkten weg hin zu Assetklassen gelenkt hat ist das schwierigste aus meiner Sicht am Ende für sich selbst festzulegen, wieviel von welchem Risiko man zu tragen bereit und in der Lage ist.

    Viel Erfolg bei Deiner Reise!

    Möchtest Du an einem der größten Risiken bei der Geldanlage arbeiten, beschäftige Dich auch mal mit behavirol finance. Das Anlegerverhalten wird oft in der Betrachtung ausgeblendet, ist aber meiner Meinung nach sehr bedeutend. Der durchschnittliche Anleger lässt einen enormen Teil der Produkt und/oder Indexrendite liegen. Das betrifft ETF Anleger genauso, wie solche die in Publikumfonds investieren. Stichworte: Rückschaufehler, mentale Buchführung, Verlustaversion, Bestätigungsfehler, verfügbarkeitsheuristik, Gier/Angst, Herdentrieb....

    Spannendes Themenfeld, wie ich finde.

    Kleine Anmerkung: Ich bin ein Fan vom RAFI und habe ihn seit Anfang 2022 im Depot. Ich würde ihn aber nicht als alleiniges Anlageinstrument einsetzen wollen.

    Da fängt man dann aber wieder an gegen den Markt zu wetten... Das kann der Einstieg sein, wieder ein bißchen was davon mit ein wenig hiervon zu mixen... Die letzten 15 Jahre wäre diese Wette nicht aufgegangen.

    Ich weiß, über Faktorprämien, Value etc lässt sich herrlich diskutieren, aber ich bin da eher für KISS. Einfach einfach halten. Aktien korrelieren stark mit Aktien. Einfach den Markt kaufen und gut. Die Level 1 Allokation ist viiiiel entscheidender, als die Auswahl und Gewichtung von einzelnen Aktien im Portfolio.

    Ich würde mich aufs Marktrisiko beschränken...