Beiträge von Micho

    Der Vergleich zu den USA leuchtet mir nicht ein

    Darüber solltest du lange nachdenken, ob das stimmt. Die Ähnlichkeiten der Entwicklungen ist unglaublich. Inklusive der anmaßenden und teilweise arroganten Einstellung eines privilegierten Teils der Gesellschaft. Solange du (und viele) das nicht erkannt haben, wird die AfD über kurz oder lang stärkste Kraft in diesem Land werden. Und das hat sehr viel mit Habeck und den Grünen zu tun. Ich rate dir dringend mit Menschen außerhalb deiner Blase zu reden (sorry für die direkten Worte).

    Das heisst alles passt so. Die Demokratie funktioniert, oder? Einige Mitbürger sind das Problem. Wir dämonisieren weiter die AfD und ihre (bald) 10 Mio. Wähler und die Situation wird sich von selbst lösen, stimmt's? Dir geht's ja gut. Sollen sie doch die Partei wählen, weil ihnen XY nicht passt. Hat in den USA nicht so gut funktioniert, oder? Dort haben irgendwann plötzlich die, denen es gut ging und für die es schon so gepasst hat, erschreckend erkennen müssen, das dies für die Mehrzahl der Mitbürger nicht zutrifft...

    Das Erringen von Mandaten könnte ein demokratischer Prozess sein, wenn die Aufstellung der Kandidaten demokratischen Anforderungen genügt.

    Wir werden sehen, ob ich den Konjunktiv noch durch Indikativ ersetzen kann.

    Das ist deine Lösung für das Problem? Hoffen, dass die Anforderungen bei der Kandidatenaufstellung nicht erfüllt werden?

    Über 10 Mio. Menschen wählen (sehr wahrscheinlich) die AfD und du denkst, dass wir das Problem mit Spitzfindigkeiten geregelt bekommen. Das ist ein Witz, oder?

    Ich glaube du hast weder verstanden wie schwerwiegend die Vertrauenskrise ist, noch was uns bevorstehen kann.

    Ich glaube, jetzt haben wir den Punkt gefunden:

    Wenn unbeliebte Politik gemacht wird, dann ist das in Deiner Darstellung undemokratisch.

    Ein (Bundes-)Gesetz wird beschlossen, wenn es vom Bundestag mit Mehrheit beschlossen wird. Und solange der Bundestag in freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt wurde und die sonstigen Verfahrensregeln eingehalten wurden, solange ist das demokratisch. Mehrheitliche Zustimmung bzw. Genehmigung durch das Staatsvolk ist keine Bedingung. Nennt sich indirekte bzw. repäsentative Demokratie.

    Ja dann passt doch alles. Dann ist auch das Erstarken der AfD ein demokratischer Prozess und wir können die Diskussion beenden. Problem gelöst, oder?

    Die Grünen und Habeck sind für mich keine (!) Feinde der Demokratie oder des Sparstrumpfs.

    Du denkst also nicht, dass die von den Grünen intitierten Entscheidungen der letzten Jahre gegen den Volkswillen entstanden sind. Was ist mit der Einwanderungspolitik? Mehr als 70% der Deutschen sind dagegen. Ist das demokratisch? Vielleicht kannst du das etwas näher ausführen. Ich zumindest kann wenig im Wahlprogramm und den Aussagen finden, das dem Willen des Volkes entspricht.

    Ich weiß nicht, ob du schon mal in der freien Wirtschaft gearbeitet hast oder Unternehmer warst, aber es gibt in diesem Land so gut wie keinen Unternehmer, der den Grünen ein positives Zeugnis beim Thema ,,Wirtschaftspolitik" ausstellt (die Aussagen der Verbände sprechen eine deutliche Sprache). Fast alle gehen davon aus, dass diese Partei hauptverantwortlich ist für den industriellen Niedergang der letzten Jahre. ,,Kritik" ist allerdings das falsche Wort. ,,Hass" beschreibt es eher was viele Unternehmer denken. Wer soll eigentlich die Steuern und Abgaben aufbringen, wenn die Deindustrialisierung so weiter geht? Das wäre ja dann das Thema ,,Sparstrumpf", oder?

    Wenn man glaubt, dass sich diese Muster in den Daten auch in den kommenden 40 Jahren so zeigen. Mir fällt das schwer, das wäre enorm viel free lunch.

    Kein free lunch. Nur eine Risiko-Prämie.

    Sonst wäre auch die Equity Prämie ein free lunch.

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    Das Beispiel der IPOs stützt doch eher das MCAP-Modell, oder?

    Viele IPOs dürften aufgrund ihrer niedrigen Marktkapitalisierung die Kursnadel kaum bewegen. Andersherum verursacht ein aktiverer Ansatz, wie der von Kommer, das Dreifache an Kosten.

    Ich bin kein Experte was das Thema Index-Konstruktion angeht. Das ist nur meine Meinung:

    Sowohl der MCAP-Index wie der GK-Index nimmt die IPOs auf und triggert dadurch eine Kauforder für den ETF. Der einzige Unterschied ist, dass die Kauforder beim GK-Index erst z.B. nach 2 oder 3 Jahren getriggert wird. Das dürfte keine zusätzlichen Kosten verursachen. Grundsätzlich lässt sich natürlich sowohl der Index-Provider (also Solactive oder MSCI) mehr Komplexität bezahlen. Man kann das Argument ,,höhere Kosten" also nicht wegdiskutieren. Aber so wie ich es verstanden habe, liegen diese Mehrkosten weit unter der höheren Risikoprämie.

    Wie gesagt: Das mit den IPOs war nur ein Beispiel. Vielleicht auch kein gutes Beispiel, weil ich denke, dass sowas gar keine Auswirkungen hat und nur Marketing ist. Aber ich glaube einfach, dass es zwischen ,,hard core stock picking und market timing" und ,,MCAP und gut ist" noch mehr Schichten gibt, die sich sachlogisch erklären lassen. Wenn man sich die Kapitalmarktgeschichte anschaut, ist der Markt nicht so rational wie es erscheint. Ein weiteres Beispiel sind die Bewertungen: Noch nie, wirklich nie haben Aktien, die so hoch bewertet sind wie US-Aktien momentan in den kommenden 10 Jahren den Gesamtpark nicht deutlich underperformed. Es sind halt doch Menschen, die Aktien handeln und die sind nicht immer rational. Meistens reicht es nicht das zu nutzen, aber immer wieder anscheinend doch (siehe John Bogle, siehe forecasts von Vanguard, . . .

    11/2024 Vanguard

    Ganz kurz: Lohnt sich nicht. Es sei denn du hast bereits ein (relativ großes) Unternehmen.

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    Wenn es diese Value Prämie wirklich systematisch und prognostizierbar gäbe, dann würde sie von professionellen Investoren längst soweit genutzt, dass es sie gerade nicht mehr gäbe…

    Das Argument wurde allerdings eindeutig von Fama und French widerlegt. Sie gab es auch nach Entdeckung weiterhin.

    Die Equity Prämie gibt es ja auch seit Hunderten von Jahren. Warum? Müsste sie nicht schon längst von den Profis so genutzt werden, dass es sie nicht mehr gibt? Nein. Weil es eine Risikoprämie ist.

    Ich sehe es so: Wenn ich mit einer Aktienquote von 80% auf Faktoren setzen würde, wäre das suboptimal. Ich könnte mit einer Erhöhung der Aktienquote die deutlich bessere Equity Prämie abgreifen. Wenn allerdings ein junger Mensch mit einem 100%-Aktien-Sparplan eine höhere Rendite will, kann er oder sie nur Leverage einsetzen oder auf Faktoren gehen. Letzteres erscheint mir günstiger. Aber Faktoren sind nicht so umstritten wie es manche denken. Es gibt kaum Wissenschaftler, die das anzweifeln. Bisher waren die Kosten das Problem. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall.

    Was soll es jetzt bringen, im Aktien-Teil herumzufuhrwerken und 5% von hier nach da zu schieben. Das macht im Ergebnis sowieso nicht viel Unterschied, und wo die nächste Krise am härtesten zuschlägt, weiß man nunmal nicht.

    Da bin ich mir nicht so sicher. Die langfristige Outperformance von z.B. der Value-Prämie ist schon unglaublich hoch. 1% mehr p.a. können selbst für einen kleinen Sparer am Ende 300.000 Euro mehr bedeuten. Deshalb lohnt sich eine solche Diskussion.

    Außerdem ist es ja auch einfach so, dass Leute wie Kommer und Walz, die unterschiedliche Kanäle mit Finanz-Inhalten zu bespielen haben, auf Dauer nicht immer nur sagen können „Kauf einen Welt ETF und leg dich schlafen“. Das erschöpft sich, da muss ab und an was neues her.

    Das habe ich mir auch schon oft überlegt. Bei Kommer, Walz und Beck kann ich es noch verstehen. Die haben ihre Einkommensquellen. Aber Firmen wie extraETF, justETF oder Finanzfluss sind für mich schwer zu greifen. Die haben jeweils 20-30 Mitarbeiter mit denen sie die immer gleiche Information verbreiten und auswerten bzw. auswerten lassen. Das sind monatliche Fixkosten von 100-150k Euro durch Gehälter, Mieten usw. Das ist schon ein Kunststück.

    Danke, werde ich mir ansehen.

    Mein Vorschlag wäre nachdem du und Tomarcy ja nachgewürzt habt, dass Amnesty und ich die "Kontrollgruppe Marktkapitalisierung only" bilden 😂

    Ja klar, und uns dann im Januar 2026 auslachen, weil die small-cap Prämie wirklich ganz weg war und durch Trump der größte Bullenmarkt aller Zeiten bei den Mag 7 eingesetzt hat. . .

    (du merkst, ich bin mir ganz sicher die richtige Entscheidung getroffen zu haben :| )

    P.S. Das Video ist auch deshalb so gut, weil er davon spricht, dass eigentlich ein gehebeltes 100%-Aktien-Portfolio unschlagbar wäre. :D Ich glaub ich geb den FIO zurück...

    Ich glaube dir das. Ich denke ich weiß sogar welches du meinst. Es gab auch eines wo er Gold empfiehlt :D

    Ich glaube das hier war es. Ist ein bisschen anders als ich es in Erinnerung habe, aber es geht um ,,wie sollte man sich verhalten, wenn der Markt deutlich überbewertet ist". Mich hat das sehr geprägt. Ich nehmen für mich aus den Aussagen, dass Änderungen an der Asset-Allokation schon okay sind, aber man homöopathisch vorgehen sollte. Obwohl er selbst schon mal die Aktienquote von 80% auf 25% gesenkt hat, weil ihm die Übertreibungen zu heftig waren (gesundheitliche Gründe spielten zwar auch eine Rolle - aber hey, sind wir ehrlich - er wusste es). :D

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    Die Änderungen von risikoreich zu risokarm sehe ich nichts als Market Timing solange es aufgrund der persönlichen Risikotragfähigkeit beruht und nicht auf Marktspekulation.

    Es gibt ein Video von John Bogle in dem er sagt, dass market timing nicht funktioniere. Dann lacht er aber und sagt, er habe es auch schon erfolgreich gemacht, als er Überbewertungen im Markt erkannt habe. Ich muss mal schauen, ob ich es finde...

    @John Bogle

    Ich möchte nochmal an einem einfachen Beispiel zeigen warum das MCAP-Modell ,,Schwächen" hat. Im ETF von Kommer gibt es einen sogenannten ,,looser screen". Das bedeutet, dass IPOs in den ersten Jahren nicht in den ETF aufgenommen werden.

    (Diese Tatsache wird die Performance nicht sonderlich beeinflussen. Es soll hier nur als Beispiel dienen.)

    Es ist unumstritten, dass IPOs in den ersten Jahren eine deutlich schlechtere Rendite haben als der Gesamtmarkt. Das ist so oft und deutlich, dass es fast einem Naturgesetz gleicht. Trotzdem muss ein MCAP-Modell diese Aktien aufnehmen. Das macht keinen Sinn, da man sie ohne Aufwand und Kosten auch erst später aufnehmen könnte. Wie gesagt, das wirkt sich kaum aus, aber solche und ähnliche Phänomene gibt es einige und zeigen, dass MCAP Schwächen hat oder zumindest haben kann.

    da die unternehmen im MSCI World, in aller regel weltweit unterwegs sind, ansonsten wären diese nicht dort drin, ist das breits breit gestreut, auch wenn viele der unternehmen ihren sitz in den USA haben.

    Das Argument wurde bereits widerlegt (siehe Video Ben Felix International Diversification).

    Die Streuung über verschiedene Länder (Sitz des Unternehmens) ist auch bei globaler Aktivität der Unternehmen sehr wichtig. Alleine die globale Aktivität bedeutet keine ausreichende Streuung. Das ist angeblich sehr gut erforscht.

    "Bogle war da anders. Der blieb von Beginn und bis zum Ende ein wirklich knallharter "Markt"-MCAP-Befürworter ohne Faktor-Zeugs oder irgendwelche Gewichtungsspielchen. Wer mal genau nachdenkt, der wird verstehen, dass man die durchschnittliche Marktrendite (die goldene Mitte!) wirklich nur dann abgreifen kann, wenn man MCAP macht. Wer irgendwie davon abweicht (Faktoren, BIP, andere Gewichtungen etc), wird zwangsweise darüber oder darunter landen. Das geht gar nicht anders. Das ist logische Arithmetik, weil alle Marktteilnehmer in Summe das ergeben, was wir als MCAP sehen. Daher ist jede noch so kleine Abweichung von MCAP nichts anderes als eine Mini-Version dessen, was aktive Fonds oder Stock Picker tun."

    Obwohl ich ein großer Bogle-Fan bin, habe ich diesbezüglich eine andere Meinung. Man sollte die Errungenschaften und Weitsicht dieses Mannes nicht geringschätzen, aber auch nicht mit einem Heiligenschein versehen. Die Kapitalmarktforschung hat sich seit Bogle schon weiterentwickelt und sehr helle Köpfe sehen das MCAP-Modell (ist auch nur ein Modell) mittlerweile schon kritisch. Auch Vanguard hat ja mittlerweile zahleiche Spezial-Fonds und Faktor-Fonds auf den Markt gebracht (und teilweise auch wieder geschlossen).

    Und selbst Bogle hat in einigen Interviews erwähnt, dass er seine Asset-Allokation mehrmals getimed hat, weil er Übertreibungen im Markt gesehen hatte. Zwar nur die Level-1-Allokation, aber es war klar market timing. Und ich finde das auch in Ordnung, wenn es im Rahmen bleibt. Das hat Bogle auch so gesagt.

    Man muss jetzt auch nicht seinen US-Anteil auf 0% setzen oder wenn man Übertreibungen sieht, 100% in Cash gehen. Das machen Beck und Kommer ja auch nicht. Sie nehmen die 70% USA und setzten sie auf 45-50%. Oder mischen small-caps bei. Wer heute nur den MSCI World oder den FTSE ALL-World hat, kann ja mal 20-30% verkaufen und ex-USA, small caps und/oder EM beimischen. Oder einfach neues Geld anders investieren. Deshalb ist er oder sie immer noch in Tausenden von super Unternehmen investiert und wird von der Equity Prämie profitieren. Nur halt mit einer geringen Bewertung. Und wer ohnehin schon mal mit dem Gedanken gespielt hat ein bisschen Tempo rauszunehmen, kann es ja jetzt im Bullenmarkt machen und nicht erst, wenn es wieder knallt. Ich würde es halt sehr homöopathisch machen und nicht wild rumhandeln.

    Mir geht es hier nicht um Outperformance, sondern um eine maximal breite Streuung. Die sehe ich momentan nicht bei z.B. einem MSCI World.