Oder zahlt Du ihr zumindest einen Ausgleich dafür, dass sie Deinen Teil der Erziehungsarbeit übernimmt, während sie gleichzeitig auf (eigenes) Einkommen verzichtet und daher sowohl beim der Rente als auch im Trennungsfall das Nachsehen hat?
Hierbei möchte ich anmerken, dass in einer solchen Situation vor allem darauf geachtet werden sollte, dass beide Partner langfristig abgesichert sind. Würde ich in einer solchen Lage sein, würde ich alles daran setzen, dass meine Ehefrau absehbar ihr Gehalt maximal steigert.
Ein klar geregelter Ehevertrag wäre vielleicht doch recht essenziell, um solche Szenarien transparent und fair zu gestalten, nein?
Gleichzeitig sollte mindestens der komplette Betrag der Einsparung durch den Vorteil des Ehegattensplittings in ein Rentenausgleichsmodell zugunsten der Ehefrau investiert werden.
Das wäre nicht nur fair, sondern würde auch die Balance der gegenseitigen Verantwortung innerhalb der Partnerschaft wahren.
fredirain :
„Haushaltsbuch führen, um Potenzial für weitere Einsparmöglichkeiten zu finden, z. B. Thema 'Überversicherungen'“
Die Idee eines Haushaltsbuchs ist hervorragend, um mögliche Einsparpotenziale zu identifizieren. Bei Versicherungen wäre meine Empfehlung, sich auf die wesentlichen Policen zu beschränken:
Eine Haftpflicht- und eine Krankenversicherung sind unverzichtbar, eventuell ergänzt durch eine Auslands-Krankenversicherung für Reisen. Alles andere ist in den meisten Fällen entweder zu teuer oder schlicht nicht notwendig.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wäre zwar grundsätzlich wichtig, kommt aber in eurem Alter und unter den gegebenen Umständen wahrscheinlich zu spät, um noch einen vernünftigen Beitrag zu erzielen.
„Sparrate auf ETF möglichst zeitnah erhöhen. Meine Idee ist, das Tagesgeld auf 40k-50k € anzusparen und dann alles auf den ETF zu lenken. 1.500 €/Monat sollten drin sein.“
Hier stellt sich die Frage, warum erst ein so hoher Betrag auf dem Tagesgeldkonto angesammelt werden soll. Was bringt euch diese Summe an Sicherheit? Natürlich ist ein gewisses Polster sinnvoll, aber ein Betrag in dieser Größenordnung erscheint übertrieben. Stattdessen würde ich empfehlen, mit einem Sparplan in ETFs zu beginnen. Ein gestaffelter Einstieg minimiert das Risiko, dass ihr alles auf einmal investiert und dann die Kurse plötzlich fallen. Das bietet eine wesentlich größere Flexibilität und senkt die emotionale Belastung bei Marktschwankungen.
„Erhöhung Arbeitsstunden meiner Frau, sobald möglich. Job- oder Arbeitgeberwechsel ist keine Option für meine Frau.“
Das Einkommen zu erhöhen ist ein zentraler Hebel für die Verbesserung der finanziellen Situation.
Ein Arbeitgeberwechsel ist dabei oft eine der besten Möglichkeiten, um nicht nur das Gehalt zu steigern, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen oder Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten. Warum ist ein Wechsel keine Option? Diese Frage sollte unbedingt offen und ehrlich diskutiert werden, da sie wichtige Chancen für die Zukunft betreffen könnte.
„Dass wir grundsätzlich etwas spät mit Sparen angefangen haben, aufgrund mäßigen Einkommens und dem Gedanken im Kopf 'Wir erben ja auch noch'. Übermäßig gelebt haben wir aber definitiv nicht.“
Ich sehe das keineswegs als „zu spät“ an.
Im Gegenteil: Der wichtigste Schritt ist, das Problem zu erkennen und aktiv etwas zu verändern – und das habt ihr geschafft! Es ist großartig, dass ihr lange vor der Rente beginnt, eure Situation zu analysieren und anzugehen. Der Gedanke, auf zukünftige Erbschaften zu setzen, ist zwar verständlich, sollte jedoch nicht die Grundlage eurer Planung sein. Eigenverantwortlich zu handeln, so wie ihr es jetzt tut, ist der nachhaltigste Weg zu finanzieller Sicherheit.