Beiträge von 90 Prozent Aktien

    Einer der wichtigsten Grundsätze bei der Geldanlage ist, Versicherung und Geldanlage zu trennen. Dazu gibt es nur ganz wenige Ausnahmen. Was die konkret angebotene Versicherung angeht, haben andere bereits alles gesagt! Auf keinen Fall abschließen.

    Grundsätzlich muss ein Versicherungsmakler (= Verkäufer) erst mal Vertrauen aufbauen. Dazu sind kleine Optimierungen hilfreich. Geld verdient er mit Verträgen wie dem jetzt angebotenen. Es mag auch gute Vertreter dieser Zunft geben aber im Zusammenhang mit Lebensversicherungen schlagen zumindest hier im Forum meist die von der anderen Sorte auf.

    Was seine Optimierungsideen zur Berufsunfähigkeit angeht, wäre ich extrem vorsichtig. Desto früher man BU-Versicherungen abschließt, desto günstiger wird es in aller Regel und meist hat man das Problem, zu wenig versichert zu haben und nicht zu viel. Hier wäre eher die Frage zu klären, ob Du aufgrund der Familiengründung die Möglichkeit zu einer Aufstockung Deines Versicherungsschutzes hast. Aber das gehört in die Hände eines Fachmannns/-frau!

    Hier einen Artikel von Hartmut Walz, wie man echte Versicherungsberater (auf Honorarbasis) von Versicherungsverkäufern/-maklern unterscheiden kann. https://hartmutwalz.de/echte-honorarberater/

    Bezüglich Deiner Tochter geht es um 200 Euro pro Monat (150 von Euch und 50 von den Großeltern). Das ist eine Menge Holz und das Ergebnis wird vermutlich irgendwo zwischen 50k und 80k liegen in heutiger Kaufkraft. Das ist eine Menge Geld für einen jungen Menschen. Am Ende wird die Kleine Kapitalerträge oberhalb des Pauschbetrags haben. D.h. der steuerliche Vorteil eines Juniordepots geht irgendwann verloren. Denkt alternativ über folgende Idee nach:

    In den ersten Jahren die 150+50 Euro ins Kinderdepot stecken, bis vielleicht 20.000/25.000 Euro beisammen sind. Danach kann es von alleine weiterwachsen und vielleicht schieben auch die Großeltern noch weiter Geld hinein. Das reicht hin- und zurück für Führerschein und was man sich mit 18 sonst vernünftigerweise noch wünschen kann.

    Die eigenen Sparraten würde ich ab diesem Zeitpunkt in ein Unterdepot auf den eigenen Namen umleiten und als zusätzliche Rücklage für die Tochter einplanen. Damit kann man später viel sinnvolles anfangen. Ein Auslandssemester kann ein Turbo bei der beruflichen Entwicklung bringen, vielleicht will sich die Tochter selbständig machen und freut sich über eine Starthilfe, natürlich kann man es als Basis für die Altersvorsorge verwenden, selbst ein Zuschuss zur ersten Wohnung ist denkbar. Ihr bleibt damit sehr flexibel und das Risiko reduziert sich enorm, dass die Kleine mit 18 alles rausballert.

    Das größte Risiko Deiner Tochter ist meiner Einschätzung nach nicht die fehlende Altersvorsorge sondern die Gefahr, dass sie selber krank wird und später ihren Lebensunterhalt nicht selbst verdienen kann. Statt einer Rentenversicherung würde ich eher über Grundfähigkeitsversicherung mit späterer Wechseloption in eine BU-Versicherung nachdenken als über eine Rentenversicherung. Aber dafür braucht es einen guten Versicherungsberater. Das ist üblicherweise ein Spezialist für das Thema BU.

    Euer Versicherungsmakler hat sich durch das Angebot dieser Rentenversicherung selbst disqualifiziert. Da hätte ich kein Vertrauen, dass der Euch in Eurem Interesse berät.

    Gerade in einer Familienkonstellation, wo einer mehr verdient als der andere und letzterer sich in Form von Care Arbeit einbringt, ist es wichtig einen Ausgleich bei der Altersvorsorge zu finden. Das ist für mich wesentlich wichtiger im Sinn eines "fairen" Umgangs miteinander als die Frage, wie jetzt die 30.000 Euro für die anstehenden Ausgaben verwendet werden. Insgesamt die Absicherung der Familie nicht vergessen (BU + LV).

    britty Keine Ahnung was Du wo zum Thema Anleihen gelesen hast. Für eine simple Anleihenleiter mit sicheren Staatsanleihen, reicht es die Basics zu verstehen. Da brauchst Du keine Kapitel zu Fremdwährungen und irgendwelche Sonderlocken. Zum ausrechnen der Rendite sollten Mathematikkentnisse der Mittelstufe ausreichen.

    Ich vermute dass Du irgendwo etwas über die wilden Unternehmensanleihen mit Kündigungs-/Tauschoptionen gelesen hast oder keine Ahnung vielleicht noch komplizierteres. Das braucht man aber alles nicht für eine simple Anleihenleiter. Nimm Dir mal eine ruhige Minute (vielleicht im Urlaub) und lies in einer einfachen Einführung zu dem Thema die Grundlagen durch. Die letzten zehn Jahre hat man das Wissen nicht gebraucht, aber mit den steiler werdenden Zinsstrukturkurven macht es absolut Sinn, wenn man auch simple (!) Anleihen auswählen und kaufen kann.

    Kleiner Tipp zu Beginn: Anleihen kauft man nach Nennwert und nicht nach Stück.

    Ich habe mich auch mal dran probiert, fand sie aber nicht gerade kreativ beim Entwickeln von Strategien. Selbst als ich sie mit der Nase drauf gestoßen habe, kam sie nicht in die Puschen. War alles extrem stromlinienförmig mit teils unsinnigen Vorschlägen. Sie hätte mir auch gerne die Steuererklärung ausgefüllt. ;)

    Der Prozess von Depotüberträgen ist in weiten Teilen manuell. Bankintern erzeugt der sicherlich einiges an Kosten. Dank einer gesetzlichen Regelung sind die Banken zu einem kostenlosen Transfer verpflichtet. Ich würde niemals Aktien mit einer anstehenden Kapitaltransaktion übertragen. Für meine Schwester musste ich ein paar Übertragungen veranlassen und wir haben darauf geachtet, dass diese nie zeitnah vor einer Dividende erfolgten vor einer Kapitalmaßnahme schon gleich zweimal nicht.

    Es gibt zweifellos ein paar wenige sinnvolle frauenspezifische Themen. Spontan fällt mir die höhere Lebenserwartung ein. Für manche Frauen mag auch die Geschlechterrolle mit den Auswirkungen auf die Vermögensbildung ein Thema sein. Aber dann wird es schon langsam dünn.

    Ich habe mich für den Newsletter eingetragen (kann man ja jederzeit widerrufen). Bin gespannt ob es die Zeit wert ist.

    Je nachdem wie weit man den Begriff Vermögen fasst, kommt schon noch einiges hinzu. Neben Rentenansprüchen kommt bei rund der Hälfte Immobilieneigentum hinzu. Vermutlich ähnlich viele haben auch die eine oder andere Goldmünze bzw. Gold in Form von Schmuck. Die Aufteilung in risikoarm/risikobehaftet ist gar nicht so trivial. Es ist weniger ein entweder oder als ein Ausmaß an Risiko was höher oder niedriger sein kann. Und dann gibt es auch noch das Humankapitial.

    Die Aufteilung ist von ganz vielem abhängig. Am wichtigsten sind die Fragen nach Anlagedauer und Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit. Die Risikobereitschaft ist ein sehr persönlicher Faktor, der oft entscheidend ist. Rein rational ist der Aktienfaktor bei den meisten Anlegern zu niedrig, nur was hilft das, wenn man es nicht aushält?

    Nö, aber (1) weiß ich nicht, wie robust der empirische Befund ist, dass das jeden Mal im Leben trifft, und (2) hat man jedenfalls in der Hand, ob man dann auf das gemeinsame Depot einzahlt …

    Gleiches Problem hast Du, wenn derjenige Geld entnehmen will. Aber klar, hat man alles in der Hand. Fällt für mich unter die Überschrift: "Wer keine Probleme hat macht sie sich!"

    Wo soll der herkommen, losgelöst von den anderen konkreten Punkten? Oder hast Du das nur zusätzlich aufgenommen, um die Negativ-Liste zu verlängern? ;)

    Im Rahmen einer Erbschaft hatte ich mal passende Fragen zu beantworten (wem gehört das Auto und wo kam das Geld her). Ne - völlig aus dem Blauen kommt das nicht.

    Na, Du triffst ja gewagte Voraussagen. Ob das so ist, hat man ja in der Hand.

    So, so! Arbeitslosigkeit und Krankheit hat man in der Hand.

    hmmm... Das kann ich nicht nachvollziehen. Meine Frau und ich haben aktuell 2 Gemeinschaftskonten, bei denen Freistellungsaufträge eingerichtet sind und auch von den Banken beachtet werden. Bei unsere Hausbank haben wir sogar für getrennte Konten einen gemeinsamen Freistellungsauftrag. Oder bezieht sich dein Text nur auf unverheiratete Paare?

    Exakt es geht nur um das Problem von Gemeinschaftskonten von unverheirateten Personen. Da geht kein Freistellungsauftrag soweit mir bekannt.

    Die Frage ist, wie man eine Dividendenstrategie umsetzt. Darauf wird im Video nicht eingegangen. Wer sich beispielsweise auf die Ausschüttungen eines FTSE All World begrenzt, hat eine komplett andere Situation als jemand der sich spezialisierte Dividendenfonds zulegt. Es unterscheiden sich nicht nur die Höhe der Ausschüttungen sondern auch die Gesamtperformance kann stark von der eines üblichen Ansatzes (Marktkapitalisierung Welt ETF) abweichen.

    Für mich spricht einiges für einen mehr pragmatischen Umgang mit Ausschüttungen. Der Vorteil liegt nicht zuletzt darin, dass sie einem das Konto automatisch auffüllen. Eine Entnahme in Höhe der normalen Welt Dividenden von aktuell vielleicht 1,5 % wäre eine Luxusentnahme, die das Depot explodieren lassen wird.

    Grundstock meiner Entnahme sind die Ausschüttungen von knapp 2 %. Die Zielgröße meiner Entnahme liegt bei 3 % und die konkrete jährliche Entnahmehöhe bestimme ich nach der Vanguard Methode. Die Differenz zu den Ausschüttungen decke ich über 1-2 Verkäufe ab. Dabei kann ich sofern erforderlich ein Rebalancing betreiben und bei Lust und Laune auch ein wenig Market Timing. Der Aufwand ist sehr klein und viel falsch machen kann man dabei nicht.

    Die Situation ist natürlich anders wenn der Ruheständler sich bereits dadurch überfordert fühlt. Dann ist eine Mischung aus Dividenden ETFs und normalen ausschüttenden World ETFs eine praktikable Lösung, bei der man immer nur ausgibt, was das Depot ausspuckt. Zu Anfang braucht man etwas Hilfe, um eine vernünftige Grundaufteilung vorzunehmen (beispielsweise gewünschte ungefähre Ausschüttungshöhe 2,5 / 3 / 3,5 / 4 %).

    Es wurde bereits mehrfach geschrieben, welche Nachteile mit einem Gemeinschaftskonto verbunden sind.

    - kein Freistellungsauftrag möglich

    - Problem der Schenkung sobald einer mehr einzahlt als der andere

    - Problem bei Entnahmen, wenn sie zugunsten eines einzelnen erfolgen

    - Unnötiger Spaß mit dem Finanzamt

    - Tagesgeldhopping und Depotüberträge sind deutlich schwieriger


    Dem stehen die Vorteile gegenüber

    - Gefühl der Verbundenheit

    - sonst noch was?


    Auf längere Sicht wird es immer Zeiträume geben, wo einer der Partner weniger oder nichts einzahlen wird und schon werden die Einzahlungen des anderen zu hälftigen Schenkungen. Es wird auch immer mal die Situation geben, wo ein neues Auto angeschafft wird aus diesem Topf und schon hat man eine weitere hälftige Schenkung. Nach aktueller Rechtslage bedeutet das, wahlweise Steuerhinterziehung oder Steuerzahlung, wenn man versucht das dann zu lösen, wenn es auftritt.

    Wer glaubt, das Finanzamt interessiert sich nicht dafür, kann recht haben, wenn es um vierstellige Beträge geht. Wenn die Rücklagen aber ins fünf/sechsstellige hineinlaufen wird es spätestens bei einem Todesfall relevant.

    Bei niedrigen Renten aus einer BAV gibt es einen Freibetrag von aktuell 197,75 Euro brutto (2026). Erst wenn Du über diese Grenze rüber kommst, musst Du Krankenkasse und Pflegeversicherung abführen. Solltest Du später 200 Euro bekommen zahlst Du nur für die Differenz zum Freibetrag.