Einer der wichtigsten Grundsätze bei der Geldanlage ist, Versicherung und Geldanlage zu trennen. Dazu gibt es nur ganz wenige Ausnahmen. Was die konkret angebotene Versicherung angeht, haben andere bereits alles gesagt! Auf keinen Fall abschließen.
Grundsätzlich muss ein Versicherungsmakler (= Verkäufer) erst mal Vertrauen aufbauen. Dazu sind kleine Optimierungen hilfreich. Geld verdient er mit Verträgen wie dem jetzt angebotenen. Es mag auch gute Vertreter dieser Zunft geben aber im Zusammenhang mit Lebensversicherungen schlagen zumindest hier im Forum meist die von der anderen Sorte auf.
Was seine Optimierungsideen zur Berufsunfähigkeit angeht, wäre ich extrem vorsichtig. Desto früher man BU-Versicherungen abschließt, desto günstiger wird es in aller Regel und meist hat man das Problem, zu wenig versichert zu haben und nicht zu viel. Hier wäre eher die Frage zu klären, ob Du aufgrund der Familiengründung die Möglichkeit zu einer Aufstockung Deines Versicherungsschutzes hast. Aber das gehört in die Hände eines Fachmannns/-frau!
Hier einen Artikel von Hartmut Walz, wie man echte Versicherungsberater (auf Honorarbasis) von Versicherungsverkäufern/-maklern unterscheiden kann. https://hartmutwalz.de/echte-honorarberater/
Bezüglich Deiner Tochter geht es um 200 Euro pro Monat (150 von Euch und 50 von den Großeltern). Das ist eine Menge Holz und das Ergebnis wird vermutlich irgendwo zwischen 50k und 80k liegen in heutiger Kaufkraft. Das ist eine Menge Geld für einen jungen Menschen. Am Ende wird die Kleine Kapitalerträge oberhalb des Pauschbetrags haben. D.h. der steuerliche Vorteil eines Juniordepots geht irgendwann verloren. Denkt alternativ über folgende Idee nach:
In den ersten Jahren die 150+50 Euro ins Kinderdepot stecken, bis vielleicht 20.000/25.000 Euro beisammen sind. Danach kann es von alleine weiterwachsen und vielleicht schieben auch die Großeltern noch weiter Geld hinein. Das reicht hin- und zurück für Führerschein und was man sich mit 18 sonst vernünftigerweise noch wünschen kann.
Die eigenen Sparraten würde ich ab diesem Zeitpunkt in ein Unterdepot auf den eigenen Namen umleiten und als zusätzliche Rücklage für die Tochter einplanen. Damit kann man später viel sinnvolles anfangen. Ein Auslandssemester kann ein Turbo bei der beruflichen Entwicklung bringen, vielleicht will sich die Tochter selbständig machen und freut sich über eine Starthilfe, natürlich kann man es als Basis für die Altersvorsorge verwenden, selbst ein Zuschuss zur ersten Wohnung ist denkbar. Ihr bleibt damit sehr flexibel und das Risiko reduziert sich enorm, dass die Kleine mit 18 alles rausballert.
Das größte Risiko Deiner Tochter ist meiner Einschätzung nach nicht die fehlende Altersvorsorge sondern die Gefahr, dass sie selber krank wird und später ihren Lebensunterhalt nicht selbst verdienen kann. Statt einer Rentenversicherung würde ich eher über Grundfähigkeitsversicherung mit späterer Wechseloption in eine BU-Versicherung nachdenken als über eine Rentenversicherung. Aber dafür braucht es einen guten Versicherungsberater. Das ist üblicherweise ein Spezialist für das Thema BU.
Euer Versicherungsmakler hat sich durch das Angebot dieser Rentenversicherung selbst disqualifiziert. Da hätte ich kein Vertrauen, dass der Euch in Eurem Interesse berät.