Beiträge von elbsegler

    "richtig mit 3-5 ETFs selbst bauen" klingt, als wäre eine 1-ETF-Lösung nur eine Behelfslösung für Leute, die es nicht besser wissen oder können. Und das ist doch einfach nicht so.

    Dann mischen wir etwas BIP-Gewichtung dazu, ein paar gegensätzliche Faktoren, noch ein Feature wie eine 1%-Kappung von Unternehmen, ein paar zusätzliche Grenzen für Branchen und Regionen, ... voila, das komplexe Produkt ist fertig und kostet nur x-fach mehr, aber ist dann eine 1-ETF-Lösung. Und notfalls macht man es wie Beck und erzeugt neue Produkte, um danach zu überlegen, für welche Szenarien sie geeignet wären und wie man sie an den Mann bzw. die Frau kriegt. :|

    Einen Welt-ETF zu nehmen und dann EM, Ex-USA, Europa,…draufzuklatschen hat was von Flickschusterei.

    Oder halt Tilt. Teure ETFs deutscher Ökonomen, die nach Jahrzehnten in der sehr unprofitablen Forschung nun mit ihrem Namen Geld machen wollen, werben ja auch damit und suchen sich ihre Alleinstellungsmerkmale fürs Marketing ("USA wächst und ist zu groß! Gefährlich! Risiko! Jetzt handeln! [...] USA sank zuletzt! Renditebremse! Jetzt handeln!") statt einfach zu akzeptieren, dass man breit und günstig den Markt laufen lassen kann.

    Und als pensionierte Professoren müssen sie sich auch keine Sorgen machen. In anderen Ländern ist es schon üblich, einen gewissen "home bias" zu haben, ob durch Anleihen oder Aktien, wobei sich das primär auf den Währungsraum bezieht. Im abgesicherten Elfenbeinturm wird man dann sagen "aber das gleicht sich doch langfristig aus, Apple macht in China Geld, Euro mal stärker und schwächer, blublub". Was auch stimmt, aber bei einer Halbwertszeit von drei bis fünf Jahren (laut IWF) kann es auch nicht jeder aussitzen, sodass es zwar kein langfristiges Währungsrisiko gibt, aber durchaus ein kurz- bis mittelfristiges Währungssequenz- bzw. -reihenfolgerisiko gibt, welches zur Volatilität von Aktien hinzukommt, aber keine Prämie abwirft.

    Wer keine GRV, bAV oder ähnliches als Reserve hat, kann dann mal einen US-lastigen ETF bei einem starken US-Dollar dort in der Entnahmephase auf "verkaufen" drücken, während einer Abwertung dieser Währung dann eher zum Schielen in anderer Richtung einlädt, ob nun kanadische Dollar, Schweizer Franken, Euro oder Yen. Je nach Region kann es auch steuerlich vorteilhaft sein, verstärkt in der eigenen Region investiert zu sein, aber wen es interessiert, der wird über Ben Felix und co. schon nähere Infos finden. Oder halt ignorieren. Oder halt erst einige Jahre vor dem Ruhestand eine Position (ob nun Anleihen oder Aktien) aufbauen, um für den Fall der Fälle in der Entnahme eben einen zusätzlichen Pott zu haben. Mit Anfang 20 muss das tatsächlich noch nicht sein und kann Rendite kosten, wie es halt mit Absicherungen oft so ist.

    Es gibt Untersuchungen der Index Capital GmbH, die belegen, dass es völlig egal ist ob 0,2% oder 0,5% TER.

    Das ist diese GmbH, die den teuren GPO-ETF verwaltet. Natürlich haben sie solche Untersuchungen. So wie Scalable ihren ACWI für ein Jahr für 0% anbieten, sich zum Vergleich die teuersten Konkurrenzprodukte (primär Altbestände, die die Emittenten längst mit günstigeren Varianten abgelöst haben) heranzieht und sagt: "so schlecht sind wir doch gar nicht".

    Die TER ist doch uninteressant. Tracking Differerence (nach Kosten) zählt für mich.

    Nee, ein niedriger Tracking Error (TE) ist wünschenswert, wenn man passiv unterwegs ist, um eine stabile Ab- bzw. Nachbildung erkennen zu können, aber am Ende kommt es auf die Rendite an. Die Tracking Difference (TD) ist meistens auch nur Marketing. Typisches Beispiel Vanguard, die sich einen Nettoindex als Benchmark heranziehen, der mit 30% Quellensteuern auf US-Dividenden rechnet (also anders als ein Bruttoindex), obwohl sie mit ihrem Sitz in Irland nur 15% zahlen. Je nach Gewichtung der USA und der Höhe der Ausschüttungen waren das bei einem Welt-ETF in den letzten Jahren meistens ein rechnerischer Vorteil von 0,25% jährlich. Und da der ETF (inkl. versteckten Kosten, die im Kleingedruckten im KID/PRIID stehen) bis letzten Oktober 0,24% gekostet hat, wurde dieser "Vorteil" halt von hohen Gebühren komplett aufgefressen, sodass man bei ungefähr 0% landete.

    Aber manche Kunden fressen wiederum den PR-Gag und sagen dann, der ETF sei "kostenlos". Wäre ja super, dann nimmt man einen synthetischen S&P-500-ETF mit niedrigen Kosten und freut sich, dass man vom ETF-Anbieter dafür "bezahlt" wird, zu investieren. "Mein ETF ist absolut kostenlos und der Emittent schenkt mir an die 0,5% jedes Jahr on top -- ohne selbst etwas einzunehmen. Bestes Management!". :D

    Sind halt verschiedene Produkte. Der erste hat einen ESG-Filter, der zweite ist synthetisch und der dritte (Finanztip) "plain vanilla" und physisch sowie All Country (World), also rund doppelt so viele Länder. Was nun besser läuft in Zukunft, weiß niemand. Wenn Du aber eine höhere Renditeerwartung hast, dann rechne es Dir halt aus. Oder hau mal etwas in eine KI rein. Deinen Anlagezeitraum, Deine tatsächliche Steuerlast durch Umschichtung usw. kennst ja nur Du. Der Swapper ist jedenfalls ziemlich teuer, sodass sein Steuervorteil kaum noch zur Geltung kommt, während der ETF bei Finanztip halt auch Schwellenländer statt nur Industriestaaten hat.

    Willst Du beim MSCI World bleiben (kann man machen, aber sollte sich halt im Klaren sein, was drin ist und was nicht), dann hat UBS derzeit die Nase vorn (0,06% und keine versteckten Zusatzkosten wie bei Vanguard oder teilweise SPDR üblich) und die Kosten sind es eben, die sich langfristig bemerkbar machen, auch wenn das Marketing gerne mit Begriffen wie "tracking difference" um sich wirft, was aber kaum einer versteht, der sich nicht fragt, wie z.B. eine Net Total Return Benchmark tatsächlich berechnet wird und welche Annahmen getroffen sind. Willst Du einen All-World, gibt's den Amundi Prime All Country für gerade mal 0,07%, auch all-inclusive, und somit geringfügig mehr. Und soll "MSCI (All Country World)" draufstehen, dann bist Du mit 0,12% bei SPDR dabei -- hier sogar ohne Zusatzkosten (im Gegensatz zum "SPDR ACWI IMI/Investable Markets", der nicht mit den angegebenen 0,17% auskommt) oder dem leider noch immer manchmal empfohlenen Vanguard FTSE All-World, der mit seinen astronomischen Kosten die mit Abstand schlechteste Rendite seit mindestens zwei Jahren auf dem Welt-ETF-Markt hat).

    Erstens, ich war Anfänger, der Amundi war mein erster ETF. Ich hatte nicht so sehr auf das Domizil geachtet, sondern eher auf den Fonds Inhalt. Die Wichtigkeit war mir einfach nicht klar, bzw. wurde nicht deutlich genug kommuniziert.

    Zweitens, die Ankündigung war nur wenige Wochen vorher im November 2023 in meiner Postbox, nämlich, dass er im Dezember 2023 verschmolzen wird. In einem dieser Kapitalmaßnahmen Dokumente, normalerweise schaue ich da selten rein, war fast schon Glück. Sie wurde also nicht Jahre vorher angekündigt, zumindest nicht über offizielle Kanäle.

    Drittens, die Gebühren und Spreads waren mir egal. Ich hatte da langfristig kein gutes Gefühl, zumal sie die Jahre zuvor auch schon immer mal etwas geändert hatten (Indexwechsel).

    1. Ja, dann hast Du Dich nicht informiert und in Dinge investiert, die Du nicht verstehst. Ist mir als Anfänger auch passiert. Aber dafür gebe ich dann nicht dem Anbieter die Schuld, der auch für deutsche Steuergesetze nicht zuständig ist.

    2. Nee, die Konsolidierung war schon bei der Übernahme angekündigt worden und ist ja auch logisch, dass nicht zig identische Produkte im Angebot sind, wenn man wettbewerbsfähig sein möchte. Wenn man selbst einen relevanten Teil seines Geldes bei einem Emittenten investiert und dann dessen Aufkauf sowie die Aussagen des neuen "Besitzers" ebenfalls über Jahre ignoriert, dann muss man sich auch an dieselbe Nase fassen wie vorher.

    3. Ja, noch so ein Anfängerfehler. Beim nächsten mal vorher informieren, nicht über Jahre auf Ewigkeitsklauseln hoffen, wirtschaftliche sowie steuerliche Optimierungen als Problem wahrnehmen und dann rein emotional ("kein gutes Gefühl") Geld verbrennen. Und natürlich auch mal durchrechnen, was überhaupt tatsächlich an Kosten entstehen und was sie langfristig bedeuten (im Gegensatz zum Vorteil eines neuen Domizils, denn ansonsten ist eine Verschmelzung eh irrelevant).


    Aber damit tun sich viele Deutsche halt schwer, egal ob junge Anfänger oder übermütige Boomer. So machten andere mit Riester ("steuersparsam") auch ihr Geld und das waren nicht die Anleger. Und schuld haben dann immer alle anderen. Statt mal drei Stunden für Recherchezwecke zu investieren, verbrennt man lieber drei Jahrzehnte Geld und macht dann große Augen. Oje, oje.

    Es ist nicht nur die politische Instabilität, die mich an den USA zweifeln lässt. Es gibt auch ganz fundamentale Gründe warum der US-Markt nicht so attraktiv erscheint - völlig losgelöst von der Frage ob das nun weltweit tätige Konzerne sind:

    S&P 500-KGV vom 04.02.2026: 29,10

    Stimmt, das sehen Analysten, die mit zwei Suchbegriffen bei Google erfahren können, wo morgen das große Geld schlummert, auch so.

    Analyse: Ist der US-Aktienmarkt überbewertet?
    Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest beschäftigt sich in einer aktuellen Analyse mit der viel diskutierten Frage, ob der US-Aktienmarkt überbewertet ist –…
    www.fondsprofessionell.at
    Deutsche Aktien: "Aktien werden 20 bis 30 Prozent steigen"
    Der beste Aktienfondsmanager Deutschlands im Jahr 2015, Olgerd Eichler, über seine Strategie beim Aktienfonds Mainfirst Germany sowie die Erwartungen und…
    www.wiwo.de
    Das wundersame Wachstum der Tech-Aktien
    Gerade erst zählten Tech-Aktien zu den Verlierern, nun sind sie wieder die ganz großen Gewinner. Ihre Kurse steigen und viele Aktienstrategen reiben sich ...
    www.capital.de
    Ignorieren Sie das Shiller-KGV auf eigene Gefahr: US-Aktien sind überbewertet!
    Das zyklisch adjustierte KGV nach Robert Shiller ist für den S&P 500 auf Basis der gestrigen Schlusskurse auf 31,8 gestiegen! Dieser Wert liegt 88 Prozent über…
    www.finanzen.net

    (Datum der Links bitte ignorieren!)

    und 2023 schließlich den Fonds mit einem anderen steuerschädlich nach Irland verschmolzen, also wieder anderer Index. Habe daraufhin alles verkauft.

    Das war ja ziemlich dumm. Wieso nimmst du US-lastige ETFs ohne Sitz in Irland, ignorierst über Jahre eine angekündigte Konsolidierung und verkaufst nach der Steueroptimierung, die langfristig mehr Geld einspart als der Domizilwechsel kostet, auch noch die Anteile, um mehrmals Gebühren und Spreads zu haben? Junge, Junge. :D

    Davon abgesehen würde ich als Europäer so oder so die Finger von Scamguard lassen. Viel zu teuer. Kann sich ja jeder mal ausrechnen, was er über Jahrzehnte abdrückt, um die Gebühren für US-Anleger zu subventionieren. Außer man will auch einen sechsstelligen Betrag verzichten, um auf Reddit Likes zu farmen. Aber dann wird man eh nicht lange am Markt sein, sondern emotional beim nächsten Crash aussteigen.

    Mit Gold, High-Yield-Bonds und Small Caps.

    Und 0,01% billiger als Vanguard.

    Oder 0,06%p. Bei Vanguard kommen wie gewohnt noch Transaktionskosten dazu, die in der TER nicht aufgeführt werden. In diesem Falle 0,25% TER plus 0,05% Fx, also faktisch 0,3%. Bei Amundi sind es 0,18% all inclusive. Ist beim FTSE All-World ja nicht anders, wo sie kürzlich von 0,22% auf 0,19% senkten, um lauthals zu sagen, sie seien nun günstiger als Blackrock bzw. iShares ACWI (0,2%). Mit den im KID versteckten Kosten sind sie aber weiterhin teurer und subventionieren so ihre Gebühren in den USA quer.

    Ungefähr so:

    85% Welt-ETF (überwiegend Vanguard FTSE All-World, aber seit einem Jahr wird der Amundi Prime All-Country bespart, stets thesaurierend)

    10% Avantis Global Small Cap Value (wird zu 50:50 mit dem Amundi monatlich bespart. Ziel ist ein Anteil von 25-30%)

    5% Bitcoin und Amundi 2x Lev NASDAQ (liegt beides nicht im Depot meiner Bank und ich schau da nicht rein, weil Apps gelöscht. Vielleicht in ein paar Jahren mal reinluschern. Könnte heute daher auch mehr oder weniger als 5% sein)

    Ich traue ihm zu, dass sich Kommer um seine finanzielle Situation etwas weniger Sorgen machen muss.

    Ansonsten läuft hier noch der große Feldversuch: ETF-Duell der Giganten: Kommer-ETF vs. MSCI World – Mein Selbstversuch im Wochentakt

    Ist halt ein komisches Nerd-Produkt, für die Leute, die sich wohler fühlen, wenn sie irgendeine Struktur bekommen. Und wenn man dann noch behauptet, es sei der Stand der Wissenschaft (obwohl entweder umstritten oder kein Thema) von einem Herrn Doktor, dann reicht das für manche, um dort ihr Geld auszugeben. Den einen reicht es halt, wenn sie einen ETF haben, der global gestreut ist und nach Marktkapitalisierung einen Index abbildet. Andere zahlen dann lieber das Zehnfache an Gebühren, um beim Bingo-Abend sagen zu können "Nee, also so ein MSCI World, S&P 500 oder FTSE All-World wäre nichts für mich. Ich brauche unbedingt eine Regelung, dass kein Unternehmen über 1% sein darf. Und ein hoher Anteil der USA ist doch auch gefährlich. Davor hat Herr Doktor schon vor etlichen Jahren gewarnt und... irgendwann wird es sich lohnen. Laut einem Interview vor wenigen Wochen lief sein ETF ja sogar besser als Nvidia! Und Marktkapitalisierung oder BIP... ach, nehmen wir doch einfach die Mitte. Bisschen Nachhaltigkeit nach Kriterien, die ich nicht kenne, schadet auch nicht. Neue Unternehmen bitte einem Jahr nach ihrem Börsengang auch ausschließen. Die Volksaktie mit Manfred Krug ist doch ein mahnendes Beispiel, was das heißt. Gut, okay, war kein ETF, sondern eine Einzelaktie, aber... ja, so, also deshalb ist es der perfekte ETF für mich."

    Man bastelt sich halt ein Produkt, das mehrere Merkmale (hab Multifaktoren ganz vergessen :D) zur Alleinstellung hat, macht etwas komisches Marketing, packt einen bekannten Namen drauf und fertig ist die Laube. Aber hey, immerhin nicht ein Dirk Müller Fonds, denen viele Anleger das Geld über Jahre nachwarfen, weil sie ihn in Talkshows so überzeugend fanden. Letztendlich haben diese Leute (kann man mit Beck und co. fortführen) den heiligen Gral gefunden. Schade nur, dass 99,9999% der globalen Finanzindustrie davon nichts mitkriegt.

    Andere haben auch schon viele ETFs geschlossen oder umgezogen, Amundi hat halt viel zusammengelegt nach der Lyxor Übernahme. Die neuen sind jetzt in IE domestiziert wie die meisten anderen auch. Das ist ein super Index, noch dazu eines deutschen Anbieters (Solactive), der Prime Global hat eine sehr gute TD, kann man vom All Country auch erwarten.

    Amundi ist tatsächlich ein guter Anbieter und nicht grundlos Europas Nummer 1. Dass die mal übernommen werden, ist möglich, aber dann wohl unwahrscheinlicher als viele anderen. Dieses gezwungene Bashing a la "Ich hab gehört, dass Amundi blöd ist, also spiele ich stille Post und gebe es mit, weil es ja auch Vereine geben muss, vor denen man warnen muss" ist in der deutschen Bubble auch extrem nervig, zumal es um wenig bis nichts für den Anleger geht, aber die meisten hysterisch auf den Begriff "Steuerereignis" reagieren -- aber sich gleichzeitig einen physischen ETF mit Sitz außerhalb Irland ins Depot holten. Da bringt bereits mittelfristig der Domizilwechsel mehr als sie im schlimmsten Falle an Rendite verlieren könnten unter den theoretisch ungünstigen Umständen bzw. Investitionszeiträumen.

    Die Konsolidierung (Fusion von Fonds) sowie die Optimierung war ja auch schon vor Jahren bei der Übernahme von Lyxor (genau wie bei denen mit Comstage) angekündigt, aber das ignorieren manche Ivnestoren und denken, es gäbe eine Bestandsgarantie bis in alle Ewigkeit, die als Mittelpunkt die Wehwehche deutscher Kleinanleger und ihrer nationalen Steuergesetzgebung hat.

    So viel dazu. Nichtsdestotrotz: der Global ist ein Amundi-Kind und keine Übernahme. Da war es schon unglücklich, dass sie ihn nicht gleich in Irland aufgesetzt haben. Letztendlich wird aber der Umzug nach so kurzer Zeit aber auch wieder weniger ins Gewicht fallen als die halbierte Quellsteuerregelung auf US-Dividenden. An sich also im Sinne der Anleger, auch wenn die Panikmache "Ich versteh es nicht wieso, aber Amundi schließt dauernd ohne Grund ETFs! Niemals dort anlegen! Und andere tun es bestimmt nie und überhaupt bis in alle Ewigkeit!". Seufz.

    A2H59Q…,.Ja……synthetisch…..läuten da die Glocken ?

    Da wird fröhlich geswapt und Aktienkorboptimumgegenpartzockerei betrieben.

    Mit Zockerei schafft man dann eine TD, die die hohen Gebühren ausgleichen kann..

    Naja, Xtrackers ist schon etwas merkwürdiger, find ich. Bei ihren ETFs auf den Index S&P 500 hat man drei Angebote:

    1) Synthetisch ausschüttend: 0,07% TER
    2) Synthetisch thesaurierend: 0,15% TER
    3) Physisch thesaurierend: 0,06% TER (aber +0,12% Transaktionskosten, also faktisch 0,18%. Dazu die Variable Wertpapierleihgeschäft)
    - Physisch ausschüttend gibt es nicht
    Link: https://extraetf.com/de/etf-search?…-8&provider=115

    Bei der durchschnittlichen TD ist dann das Ergebnis wenig überraschend und eine Abweichung von an die 0,8%p lässt einen die Frage stellen, ob man tatsächlich bei der TER auf jeden Basispunkt schauen sollte, insb. wenn es noch "versteckte" weitere Kosten in den Infoblättern gibt (sowie Themen der Besteuerung auf Fondsebene):

    1) Synthetisch ausschüttend: -0,46% TD
    2) Synthetisch thesaurierend: -0,41% TD
    3) Physisch thesaurierend: +0,35% TD
    4) Zum Vergleich Amundi: -0,47% TD
    Link: https://extraetf.com/de/etf-compari…E000Z9SJA06-etf

    Aber wie ich sehe, sind einige Daten auch nicht ganz aktuell. Der Amundi-ETF wird mit 0,07% angegeben (genau wie bei Trade Republic), obwohl er 0,05% (ohne extra Chichi und Tamtam) kostet. Aber gut, macht a) den Kohl nicht fett und zeigt mir b), dass man bei echtem Kauf-Interesse eh lieber die offiziellen Zahlen nachschlägt.

    Beim eingangs erwähnten Xtrackers MSCI World kommen auch geringfügige Transaktionskosten dazu, zusätzlich verleiht er bis zu 4,4% seiner Anteile pro Tag, macht damit knapp 0,01% Einnahmen bisher, spart sich Kosten durch optimierte Nachbildung und hat zur Sicherheit allerlei Kram im Korb, insb. Staatsanleihen: https://etf.dws.com/de-de/IE00BJ0K…d-ucits-etf-1c/

    Erscheint mir jetzt alles nicht mehr oder weniger riskant als andere Replikationsarten. Zumindest jedenfalls nicht weniger komplex als die erwähnte "Aktienkorboptimumgegenpartzockerei", die seit sehr vielen Jahren stabile Ergebnisse lieferte. 8o Vorteil ist natürlich, dass für Einsteiger eine physische Replikation oberflächlich leichter zu verstehen sein dürfte. Ein börsennotierter Fonds kauft halt die Aktien aus einem Index...

    An Bescheidenheit mangelt es jedenfalls nicht. :love:


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    Für wie hoch haltet ihr das Risiko das Amundi wieder eine ETF Zusammenlegung oder Länderumzug macht, wofür Amundi ja leider bekannt ist.

    Der ETF liegt derzeit ja auch leider nicht in Irland.

    Weil das würde ja ein Steuerevent auslösen und das wär gar nicht gut.

    Hätte ja keinen Vorteil, da durch die Replikationsart die Quellsteuer auf US-Dividenden bei 0% liegt. Die bisherigen Fusionen waren hingegen logisch und sinnvoll, um durch die Konsolidierung (übrigens vor einigen Jahren schon angekündigt) wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger zu werden und zugleich die Produkte steuerlich durch das Domizil in Irland zu optimieren. Das "Problem" lag da eher bei den Anlegern, von denen aber eh niemand sagen kann/wird, was der Umzug an Rendite langfristig "kosten" würde. Ziemlich überbewertet; gibt vom Kanal Notgroschen ganz gute Berechnungen zum Thema.

    Wirklich tragisch ist die Abweichung zum Index aber nicht, da die ETF-Anbieter es regelmäßig durch das Sampling, also die Auswahl und die Umgewichtung der Aktien im ETF den Index ziemlich gut zu treffen. Bauchschmerzen hätte ich deshalb auf lange sicht jetzt keine, wir reden hier über Optimieren auf ziemlich hohem Niveau.

    Da gibt's aber schon Unterschiede. Beim Vanguard FTSE All-World liegt die Abweichung stets ziemlich nah bei 0. Aber die haben auch grob 90% der Positionen. Beim SPDR ACWI IMI sind es nur 40% (die natürlich zusammen einen hohen Anteil/Market Cap insgesamt haben) und die Standardabweichung zum Index liegt bei über 0,6%. In den letzten zehn Jahren war das fast immer zu Ungunsten der Anleger. Da mögen mal -0,5% in einem Jahr nicht so sehr auffallen, aber über einen längeren Zeitraum von zwei, drei Jahrzehnten läppert sich das ziemlich. Will man tatsächlich Small Caps, wäre man wohl wirklich mit einem zweiten ETF besser dran. Denn die Idee, alle Champions von morgen mit einem All Cap von Anfang an mit drin zu haben, klappt sonst weniger. Das klingt daher schon sehr nach einer Marketing-Strategie.

    Bisschen neidisch schaue ich da auf die USA, wo der VT von Vanguard über 10.000 Positionen anbietet. Und das mit einer jüngsten TER-Senkung von 0,07% auf 0,06%... während der Vanguard FTSE All-World weiterhin bei 0,24% inkl. Transaktionskosten verbleibt und Einnahmen über den Teich schiebt... und letztendlich mit 3600 Unternehmen nahezu identisch zum SPDR ACWI IMI ist. Oder wo der neue Amundi Prime All-Country per vollständiger Replikation hinmöchte (3500) mit steigendem Volumen. Ließe sich auch mit Small Caps (Value) kombinieren, wenn man mag. (Ich mag's lieber schlicht ohne Rebalancing oder Übergewichtungen, aber muss ja jeder selber wissen)

    Bei der Überschrift war ich auch etwas überrascht. Aber mit dem ETF machst du sicherlich nichts verkehrt. Ich würde mir bloß die Frage stellen (hast du aber vielleicht ja schon), was dein Ziel ist. Bisschen Spaß an der Sache, sich in x Jahren etwas gönnen, jetzt etwas verzichten und später das Einkommen aufstocken oder vielleicht etwas vererben? Wie auch immer. Viel Spaß und Erfolg. :)

    Wenn es unbedingt SPDR sein muss, würde ich den ACWI ohne IMI nehmen, aber weniger wegen der TER. Der deckt immerhin fast den gesamten Index ab und der IMI ignoriert 60% der Unternehmen, sodass dort a) die Small Caps real kaum vorhanden sind und b) mit so einer kleinen Stichprobe die stets hohe Standardabweichung (über 0,6%) nicht verwundert. Da ist man mit dem ACWI als passiver Anleger meiner Ansicht nach besser beraten, auch wenn die Werbung ("99% des Marktes") beim ACWI IMI natürlich schön klingt.

    Oder man spekuliert darauf, dass die erwähnte Auswahl (nach welchen Kriterien im Hinterzimmer auch immer) langfristig besser performt. Kann man machen, aber ich mag es lieber langweilig und will einfach einen nachgebildeten Index.

    Um 0,05% TER würde ich mir jedenfalls keinen Kopf machen, wenn eine TD von +0,5% und mehr in einem Jahr einschlagen kann.

    (Persönlich hätte ich gerne einen All Cap, aber das bietet der von SPDR halt leider nur in der Werbebroschüre, während der von All Cap von Vanguard einen harten ESG-Filter hat, was auch nichts für mich ist. Aber vielleicht kommt eines Tages noch etwas nach Europa.)