Wechsel zu europäischen Fondsanbieter sinnvoll?

  • Würde mir hierzu auch eine Einschätzung von Finanztip wünschen. Alles natürlich ehr für worst case Szenarien aber die sind ja mit den Vorstufen des Faschismus in den USA irgendwo auch schon teilweise eingetreten und viele wünschen sich das ja auch hierzulande.

    Man müsste auch noch schauen wo die Wertpapiere aufbewart werden (nicht state street sondern Euroclear oder so) und wer die Unternehmen kontrolliert. Bei Amundi ist es Credit Agricol und die wiederum wird von SAS Rue La Boétie (und damit den Regionalbanken/Kunden) kontrollliert zumindest laut AI. Ist also tatsächlich recht europäisch/französisch.

    Ich habe seinerzeit genau die gleichen Überlegungen angestellt, und mich auch aus all diesen Gründen für den Amundi entschieden.

  • Andererseits habe ich gelesen, dass Amundi wohl bereits einige ETF einfach in ESG umgewandelt hat.

    Ich hatte 2019 mit Amundi angefangen. Sie hatten in den kommenden 2-3 Jahren zweimal (!!!) den Index gewechselt und 2023 schließlich den Fonds mit einem anderen steuerschädlich nach Irland verschmolzen, also wieder anderer Index. Habe daraufhin alles verkauft.

    Es gibt ja auch noch L&G mit den Solactive Indizes, sodass beides europäische Anbieter sind.

    Z.B. der Kommer ETF oder der https://www.justetf.com/de/etf-profile…5S54#uebersicht

    Aber beides mit leichtem ESG Filter.

    Ob das alles sinnvoll ist, weiß ich nicht. Ich werde auch weiterhin noch amerikanische Produkte kaufen und nutzen.

  • Ich setze seit Jahren auf europäische ETF Anbieter und meide z.B. den US Anbieter Blackrock. Des Weiteren habe ich ETF Produkte auf MSCI Indizes, wo möglich, durch Produkte auf Solactive Indizes ersetzt.

    Ich bin Europäer, warum sollte ich also nicht europäische Anbieter unterstützen, besonders bei der politischen Lage.

    Natürlich bringt mir das aktuell keinen Vorteil/Nachteil aber ich fühle mich sicherer falls dem Clown in den USA mal komplett die Sicherungen durchbrennen. Bei Trump ist ja mittlerweile leider alles möglich.

  • Ich hatte 2019 mit Amundi angefangen. Sie hatten in den kommenden 2-3 Jahren zweimal (!!!) den Index gewechselt und 2023 schließlich den Fonds mit einem anderen steuerschädlich nach Irland verschmolzen, also wieder anderer Index. Habe daraufhin alles verkauft.

    Sowas meine ich.

    Oder dass einige ETF einfach zu ESG wurden.

    Wäre das nicht, hätte ich wenig Probleme mit Amundi.

    Aber ich kaufe nicht einen "nicht ESG" ETF, um später einen ESG ETF aufgezwungen zu bekommen...

  • Ich bin Europäer, warum sollte ich also nicht europäische Anbieter unterstützen, besonders bei der politischen Lage.

    Guter Ansatz... ebay, Amazon, PayPal nutze ich nicht.
    Bei VISA und MasterCard wird's allerdings schwer Ersatz zu finden.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Hauptsächlich wenn der steuerliche Vorteil von Irland fallen würde.

    Dieser steuerliche Vorteil (keine US-Steuern) würde aber wieder dadurch vermindert, dass es aus deutscher Sicht auch keine Teilfreistellung der Erträge und Kursgewinne von der Abgeltungssteuer mehr gäbe, denn es wäre ja kein ETF, der mindestens 51% Aktien hält.

    Ich würde also nicht bloß 70% der Erträge, sondern 100% versteuern müssen. Richtig?

  • Dieser steuerliche Vorteil (keine US-Steuern) würde aber wieder dadurch vermindert, dass es aus deutscher Sicht auch keine Teilfreistellung der Erträge und Kursgewinne von der Abgeltungssteuer mehr gäbe, denn es wäre ja kein ETF, der mindestens 51% Aktien hält.

    Ich würde also nicht bloß 70% der Erträge, sondern 100% versteuern müssen. Richtig?

    Das kann pauschal nicht beantwortet werden, das hängt davon ab ob der synthetischen ETF ein physisches Wertpapier-Portfolio, in ausreichender Größe, als Sicherheit hält. Das wird man im Einzelfall prüfen müssen.

  • Dieser steuerliche Vorteil (keine US-Steuern) würde aber wieder dadurch vermindert, dass es aus deutscher Sicht auch keine Teilfreistellung der Erträge und Kursgewinne von der Abgeltungssteuer mehr gäbe, denn es wäre ja kein ETF, der mindestens 51% Aktien hält.

    Ich würde also nicht bloß 70% der Erträge, sondern 100% versteuern müssen. Richtig?

    Nicht richtig.

    Auch swap-basierte Aktien-ETFs erhalten die Teilfreistellung, wenn sie nach dem deutschen Investmentsteuergesetz als Aktienfonds (≥ 51 % Aktienquote) eingestuft sind.
    Die Replikationsmethode (physisch vs. Swap) ist steuerlich egal – entscheidend ist die steuerliche Fonds­klassifizierung.

  • ich habe den Einbruch im März auch genutzt und mich aus vorgenannten Gründen von iShares verabschiedet (US-Abhängigkeit, Kosten). Dazu eine "kleine" Walz-Nachwürzung hinzugefügt.

    Aktuell:

    80% Amundi Prime All Country World

    20% Xtrackers MSCI World ex USA

    US-Anteil ist damit auf 50% gesunken und 9% EM sind auch noch dabei. Durchschnitts-TER 0,086%

  • Bedenkt auch noch das Frankreich als Staat alles andere als kapitalmarktfreundlich ist. Dort gibt es hohe Steuern für Selbständige und bei Aktien auch noch Finanztransaktionssteuer.
    Ich versuche daher Amundi zu vermeiden und nehme entweder Xtrackers oder iShares (da dennoch steuerlich besser als Frankreich in Bezug auf Anlegerfreundlichkeit)

  • Bedenkt auch noch das Frankreich als Staat alles andere als kapitalmarktfreundlich ist.

    Und wie kapitalmarkt- bzw. anlegerfreundlich ist eigentlich Deutschland, aktuell, und in Zukunft? Oder Europa insgesamt?


    So nachvollziehbar die ein oder andere Überlegung in Richtung der USA ja durchaus ist, laufen diese Überlegungen doch schneller als man denkt eigentlich dahin, Altersvorsorge doch lieber deutschen Sparkassenschließfächern oder Matratzen zu überlassen.