Beiträge von Same_but_different

    Es geht Deinem Mann auch vermutlich weniger um die rein finanzielle Sicht. Sondern darum, nicht zu verlieren. Als Mann muss ich leider gestehen, dass ich bei Trennungen (nicht Ehen) mich in dem Moment auch nicht immer fair verhalten habe. Aber da ging es eigentlich um verletzten Stolz (ich weiss nicht wie ich es besser ausdrücke) Macht und Angst vor Kontrollverlust. Das braucht aber ein paar Jahre, bis man das selber reflektieren kann. Aber egal, was mir damals angeboten worden wäre, ich hätte es immer als ungerecht empfunden und nen anderen Grund zum streiten gefunden. Daher ist mein Rat, dass Du dich auf keinen Kompromiss einlässt, sondern einfach auf Deinen Anteil bestehst.

    Sollte wir uns mal scheiden, werde ich das vermutlich ganz anders sehen ;).

    Hey Newb,

    vielen Dank! Ich glaube, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Umso wertvoller dein Tipp an mich! Ich hoffe nur, dass es keine Jahre dauert, bis er sich wieder eingefangen hat.

    Ganz klarer und gut gemeinter Tipp: setzt Euch zusammen und kommt wieder zusammen+ den Kindern zu liebe. Für die Kinder ist das eine Ohnmachtserfahrung. Ihr werdet euch wie die Kesselflicker streiten. Der Stress wird Euch Jahre eures Lebens kosten. Finanziell ist es sowieso ein Desaster. So schlimm kann eure Ehe gar nicht gesehen sein. Falls einer eine neue Flamme hat: nach einiger Zeit wird man damit wieder die gleichen Probleme haben. Und die Kinder werden nicht gefragt....

    Lieber Goldmicha, jetzt musste ich gleichzeitig weinen und lachen. Wenn es nur so einfach wäre!
    Die Entscheidung haben wir nicht zuletzt wegen der Kinder getroffen. Ihnen noch weiter eine ungesunde Beziehung vorzuleben, wäre einfach unverantwortlich gewesen.

    Gerade, weil ich keinen Streit und Stress möchte, habe ich mich heute an das Forum gewandt. Ich möchte eine friedliche Lösung, die halbwegs für beide ok ist. Wegen der Kinder bin ich bereit, Zugeständnisse zu machen. Bis aufs Blut werde zumindest ich nicht kämpfen.

    Wenn eine einvernehmliche Lösung (außerhalb der gesetzlichen Regelung) angestrebt wird, würde ich genau diesen Punkt nicht von vornherein ausschließen. Ohne den genauen Wert des Punkteübertrags zu kennen, möglicherweise kann der Ausgleich ja zumindest als Verhandlungmasse herangezogen werden.

    Den schließe ich nicht aus, sondern ist es eben der Punkt, bei dem ich ihm entgegenkommen möchte. Bei dem Zugewinnausgleich hätte ich ja gern 50/50.

    Das Problem ist nicht dein moralischer Kompass, denn der ist ok. Das Problem ist dein Mann, der dich zu manipulieren versucht, mit "ja, aber, wenn".

    So wie ich das sehe, setzt DIR dein Mann die Waffe an den Kopf. "Entweder, es läuft so wie ICH das sehe oder wir streiten uns drum." Wenn DU das Streiten nicht möchtest, dann musst DU kuschen und das nehmen, was ER DIR hinwirft. Wenn DU dir darüber klar geworden bist, ob DU dich so behandeln lassen möchtest, musst DU dich entscheiden.
    So oder so. Ich würde es im Guten versuchen, wenn ER das nicht einsieht, würde ich die gesetzliche Regelung beanspruchen und diese dann auch durchsetzen. Wenn DU IHM das dann ultimativ so mitteilst, muss ER sich entscheiden, ob ER es darauf anlassen kommen will.

    Ich würde nicht so weit gehen, dass der Mann von Dir, Same_but_different der Inbegriff des Bösen ist, aber ich halte Deine Selbsteinschätzung für gut, also vertrau darauf.

    Wahrscheinlich liegt die Wahrheit - wie so oft - irgendwo dazwischen. itschytoo wie du sagst, ist mein Mann nicht der Inbegriff des Bösen. Er ist verletzt, das Scheitern unserer Ehe steckt er nicht so gut weg. Und leider gelingt es ihm nicht, nach vorne zu blicken, sondern hat er bisher die Strategie gewählt, mich als Bösewicht zu sehen. Scheint ihm irgendwie zu helfen, diese Haltung. Und ich habe wahrscheinlich zu viel Verständnis.

    In unserer Ehe war er nicht geizig und ich habe mich auch nie gefühlt, als würde er mich ausnutzen. Jetzt sind wir aber keine Einheit mehr, ich bin nicht mehr an seiner Seite und er teilt unter diesen Umständen natürlich nicht gern. Wie du sagst, sucht er nach Gründen, warum er das Opfer ist und er findet diese auch. Nicht bewusst, sondern glaubt er das wirklich.

    Depotfee  Boersenfeger danke für die klaren Worte, das hilft. So klar setzt er mir nicht die Waffe an den Kopf bzw. droht er mir nicht so offen. Er hat halt seine Sicht und er glaubt auch fest daran, dass er damit Recht hat. Und wenn ich nicht mitgehe, dann handele ich in seinen Augen nicht für mich, sondern gegen ihn und das wird er mich spüren lassen.

    Also meine Meinung zu Deinem moralischen Thema: nicht Du oder der Gesetzgeber wäre dann fehlsichtig, sondern Dein Mann, der dort (aus meiner Sicht) unmoralische Forderungen aufstellt und Dich zu beeinflussen versucht. Das ist doch auch nicht nett, oder?

    Vielen Dank, Raid!

    Das ist halt eben die Frage, die mir stellt, ob er da wirklich unmoralische Forderungen stellt. 50/50, ganz pauschal kann in einem Fall gerechtfertigt sein und in dem anderen nicht und ich versuche möglichst objektiv zu bewerten, wie es in unserem Fall aussieht - was da wirklich fair als auch Ausgleich an mich.

    Danke fürs Teilen deiner Gedanken, hilft mir sehr und ich denke darüber nach.

    Hi itschytoo,

    guter Punkt, den du da ansprichst und wäre tatsächlich ein Argument, das ich hätte gelten lassen. Wir sind, was das Konsumverhalten angeht, aber ganz ähnlich gestrickt (beide sehr vernünftig und sparsam), es spielt also keine große Rolle. Ich hatte auch keine hohen Ansprüche an die Urlaube, Wohnung bzw. die Einrichtung.

    Mein größer Fehler war, dass ich mein Geld lange nicht investiert hatte. Erst seit 5 Jahren kümmere ich mich darum. Rund 20 Prozent meines Vermögens ist Rendite. Ich hatte in den ersten Jahren der Ehe aber auch kaum etwas sparen können durch Elternzeit/Teilzeit und damals noch niedriges Gehalt. Es war so wenig, dass ich mich nicht getraut hatte, es anzulegen. Im Nachhinein hätte ich viel mutiger sein sollen.
    Auf der anderen Seite hatte mein Mann auch viel früher und mehr zur Seite legen können und hatte damit auch genügend "Spielgeld", um mutiger zu sein. Finde ich.

    Danke für den Zuspruch.

    Hi DidiRich, danke fürs Teilen deiner Sicht darauf. Toll, dass du deine Frau da so unterstützt! Ist, wie du siehst, nicht selbstverständlich.

    Versorgungsausgleich ist kein Thema, da bin ich bereit zu verzichten. Verliere dadurch ein paar Rentenpunkte, aber ist ok. Das ist auch so ein Ding. Dadurch, dass ich trotz der Kinder relativ viel gearbeitet und gut verdient habe, ist da die Lücke nicht mal groß und er muss sich darum schon keinen Kopf machen.

    Bei dem Zugewinn habe ich schon die finalen Werte genannt, also sind es bei uns 600.000k, um die es geht. Die Wohnung ist da nicht mit eingerechnet. Daher sehe ich es auch so, dass 200k als Ausgleich an mich ok sein sollte.

    Hi tauinide, danke für den Tipp. Das Problem ist ja nicht, dass die Rechtslage nicht geklärt ist, sondern das mein Mann den "Rechtsweg" nicht gehen möchte und an meinen moralischen Kompass appelliert.
    Ich versuche daher, einen Kompromiss zu finden, mit dem wir beide leben können.

    allerdings war das meiner Ex immer noch nicht genug, so dass noch ein unschöner Gerichtstermin auf mich zu kam, der allerdings keine Änderung mehr brachte, die Kosten musste sie auch tragen, ich vermute da hat ihr Anwalt einen Anteil dran, dieser konnte ja nur verdienen.

    Das klingt bitter. Sicher hat dies eurem Verhältnis nicht geholfen. Darf ich fragen, wie ihr euch seitdem begegnet?
    Wenn ich das so bringen würde, würde es mir mein Ex nicht verzeihen und ich könnte die Hoffnung, dass wir uns wegen der Kinder neutral austauschen können, vergessen.

    Wollt ihr das jetzt nach 19 Jahre Ehe wirklich gegeneinander aufrechnen? Das bekommt ihr sehr wahrscheinlich nicht hin, ohne das die Trennung dann doch noch hässlich (und u.U. teuer) wird.

    Hi Seo, ich will es eben nicht. Ich hätte es so laufen lassen, wie vom Gesetzgeber vorgesehen. Er hat die Diskussion initiiert und zwing mich quasi dazu aufzurechnen, weil es seiner Meinung nach ja moralisch fies von mir ist, die Hälfte haben zu wollen. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich darauf einzulassen.

    Die geerbte Wohnung dürfte keine Rolle spielen. Für eine Wertsteigerung, die ausgeglichen werden muss, ist die Haltedauer wahrscheinlich zu gering. Die Wohnung sollte man also herausrechnen. Hat er dann immer noch 500.000 Euro?

    Habt ihr euch nie über einen möglichen Scheidungsfall unterhalten und wie ihr deine Carezeit aufrechnen wollt? Nach dem gesetzlichen Zugewinn hat dein Mann eher schlechte Papiere. Insofern sollte er idealerweise mit allem zufrieden sein, was ihn billiger davonkommen lässt.

    Die Wohnung ist nicht in den 500k enthalten, habe ich nur angegeben, die finanzielle Situation komplett aufzuzeigen.

    Leider haben wir nicht darüber gesprochen. Er hat mich geheiratet, also dachte ich, dass ihm die Folgen klar sind, wenn die Ehe scheitert.

    Danke für eure Antworten!

    Ich lese heraus, dass ihr alle pragmatisch dazu steht: Der Gesetzgeber sagt 50/50 und so ist es dann halt.

    Nun sieht mein Noch-Ehemann das ganz anders, was mich vor eine schwierige Situation stellt. Die Trennung war zwar einvernehmlich und meiner Meinung nach habe ich mehr und länger darum gekämpft, bis ich aufgegeben habe. Dennoch trage ich in seinen Augen die Schuld, dass die Ehe gescheitert ist.

    Und es erscheint ihm daher super ungerecht, dass er nun auch noch von seinem harterarbeiteten Vermögen so viel abgeben muss.

    Da wir ja zwei Kinder haben, die uns noch eine Weile verbinden werden, will ich eigentlich keinen Streit. Ich will es friedlich klären, möglichst mit nur einem Anwalt und bin kompromissbereit. Ich will jetzt nicht die Chance nutzen, um mich zu bereichern, ich will es halt nur etwas fairer halten.

    Auf den Ausgleich der Rentenpunkte verzichte ich schon, es ist mir nicht so wichtig, bei dem Vermögen erscheint mir sein Angebot aber sehr unfair. Vielleicht könnt ihr mir ja mit den Argumenten helfen?

    Vielleicht könnt ihr mit Argumenten helfen, um seine Perspektive zu verändern?


    Ist in den 500K Deines Mannes die geerbte Wohnunng mit drin? Falls ja, müsste die glaub ich rausgerechnet werden, denn die hat ja vermutlich nur Dein Mann geerbt.

    Dann sähe die Rechnung so aus, dass nach Zahlung von 100K an Dich alles ausgeglichen wäre, also praktisch die gesetzlich ohnehin vorgesehene Aufteilung.

    Eine Erbschaft fällt wie Schenkungen tatsächlich selbst nicht in den Zugewinnausgleich, sondern wird dem Anfangsvermögen zugerechnet, § 1374 Abs. 2 BGB. Das gilt jedoch nicht für eine etwaige Wertsteigerung des Erbschaftsgegenstandes. Diese fällt in den Zugewinnausgleich.

    Nein, die Wohnung ist in den 500K nicht enthalten. Die 500K ist das Vermögen, welches er während unserer Ehe aufgebaut hat.

    Hallo zusammen,

    ich wende mich mit einer ungewöhnlichen Frage an euch, und ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Es geht (noch) nicht um Geldanlage, sondern um die Einschätzung einer finanziellen Situation, aus einer männlichen Perspektive, die ich zu diesem Thema sonst kaum bekomme. Über weibliche Einschätzung würde ich mich auch freuen!

    Ich vermute, dass es diesem Forum Männer gibt, die in diesen Punkten ähnlich ticken wie mein Mann: strategisch investieren und damit mehr Risiko eingehen, als das Geld auf dem TG-Konto zu packen, karrierefokussiert sind und viel Einsatz in ihre berufliche Entwicklung stecken und auch Familie haben. Es würde mir helfen, zu hören, wie "solche" Männer seine Entscheidungen beurteilen würden, weil ich genau diese Sicht brauche, um die Situation realistisch einzuschätzen, um fair zu handeln.

    Kurz zu unserer Situation:
    • Beide 48 Jahre, zwei Kinder (16 und 13), seit ca. 10 Monaten Wechselmodell, kein Unterhalt
    • 19 Jahre Ehe, immer drei Konten gehabt: jeder ein eigenes plus gemeinsames für Familienkosten
    • Er: Vollzeit, Führungspositionen, karrierefokussiert
    • Ich: nach Elternzeiten jahrelang 80 Prozent, heute Vollzeit mit inzwischen ähnlich hohem Gehalt
    • Wir kommen beide aus relativ einfachen Verhältnissen, haben immer gespart, aber keinen Luxus gelebt; "Kinder sollten es besser haben als wir"
    • Er hat letztes Jahr eine Wohnung geerbt, die ca. 200.000 Euro wert ist

    Zugewinnausgleich nach der Trennung:
    • Sein Vermögen: ca. 500.000 €
    • Mein Vermögen: ca. 100.000 €

    Er sieht seinen Anspruch auf den größeren Anteil, da er viele Jahre die Hauptlast der Kosten getragen und sein Geld klug investiert hat. Für die Zeiten, in denen ich nicht Vollzeit arbeiten konnte, wäre er bereit auszugleichen, sein Vorschlag: ca. 100.000 €.
    Ich sehe es anders: Mein Beitrag zu unserer Familie, also Kinderbetreuung, Unterstützung seiner Karriere, gleichzeitige eigene berufliche Entwicklung, :?:wird meiner Meinung nach nicht ausreichend berücksichtigt. Ohne diese Verantwortung hätte ich früher Karriere gemacht und mehr Vermögen aufgebaut. Es fühlt sich unfair an, dass das finanziell kaum sichtbar wird.

    Meine Frage an euch: Wie würdet ihr als Männer diese Situation einschätzen? Welche Argumente sind realistisch, um eine faire Aufteilung zu erreichen? Und wie würdet ihr sein Risiko, seine Investitionsentscheidungen und seinen Einsatz für das Vermögenswachstum beurteilen? Hat er mit seinen Argumenten vielleicht (moralisch) Recht?

    Mir ist klar, dass dadurch, dass wir keinen Ehevertrag haben, hier die gesetzliche Regelung gelten würde, die zu meinen Gunsten ausfallen würde. Da wir gemeinsame Kinder haben, möchte ich aber eine friedliche Lösung erzielen, die für beide Ok ist. Ich möchte ihm also entgegenkommen, weiß nur nicht, ob sein Angebot fair ist.