Beiträge von Pfennigbaron

    ...wenigstens monatlich die Dividendenbenachrichtigung aufm Handy bimmelt.

    Wem das ein Anliegen ist: Diverse Finfluencer stellen gerade diesen relativ neu aufgelegten ETF vor: https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=IE0005AJA0P1

    z.B.:

    Global Quality Dividends ETF
    L&G hat kürzlich einen weiteren ETF mit Dividendenfokus auf den Markt gebracht. Fokus Dividendenqualität, schüttet Erträge monatlich aus.
    aktiengram.de

    Der All World FTSE hat 9 % EM incl. und etwas weniger USA als der MSCI. Wäre eine Überlegung wert. Dazu ein Europa-ETF, zumindest für die nächsten Jahre.

    Es sieht sowieso danach aus, dass bei mehreren ETF im Depot spätestens alle zwei Jahre geschaut werden muss, ob das noch alles seine Richtigkeit hat.

    Konsequent durchdacht heißt das aber, Buy&Hold ist eigentlich nicht möglich/empfehlenswert? Auch wenn man über einen Zeitraum von 2 (+ X) Jahren redet. Aus "Sparplan und fertig" wird ein regelmäßiger Gestaltungsdrang, m.E. unnötig. Jetzt ist EU mehr zu gewichten, dafür US weniger, dann kommen die Asiaten vielleicht daher, dann die SmallCaps, dann am Ende doch wieder USA und Tech...

    Das ist für Leute, die Geldanlage mit Hobby verknüpfen. Wer sogar die Einfachheit möglichst einfach will, geht auf einen breiten Sparplan, und lässt die Jugendsünden nebenher liegen (und damit auch weiterlaufen). Der Nasdaq 100 ist ja nun auch keine Zusammenstellung der 8 besten mongolischen Buttermilchfabriken. Ob sich da jetzt die Kennzahlen fragwürdiger Länderverteilungen über Jahre verschieben, oder von heute auf morgen, wird unterm Strich keinen großen Unterschied machen. Jedenfalls keinen für jemanden, der sein Depot einfach haben will.

    Bei der Anzahl der ETFs und den darin liegenden Summen: Einfach mit dem World weitermachen, maximal stattdessen einen noch breiteren All World/ ACWI, aber den Rest einfach liegen und wachsen lassen. Bloß keine wissenschaftlichen Abhandlungen über Rebalancing oder Steuerm oder "Einfachheit" oder die sagenumwobenen Weisheiten der optimalstmöglichen Diversifikation versuchen umzusetzen oder selbst zu erfinden. Das schafft nur Unsicherheit und Gestaltungsdrang, was ein solches Depot zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht braucht.

    Wir haben mit lächerlichen 80 Mio Einwohnern die 3. größte Volkswirtschaft der Welt.

    ...und nach einer aktuell veröffentlichten Studie wächst unser Pensionsvermögen trotzdem deutlich langsamer als internationale Vergleichsmärkte: https://www.wtwco.com/de-de/news/202…nd-europaeische

    Das ist schlicht und einfach Mist, insbesondere wenn seit 20 Jahren auf meine jährliche Renteninformation der Appell zur notwendigen privaten und betrieblichen Altersvorsorge aufgedruckt wird. Und jede Bemühung, diese Vorsorge unattraktiver zu gestalten, ist auch schlicht und einfach Mist, egal wieviele Leute es am Ende tatsächlich treffen würde.

    Und nebenbei: Für den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Sozialstaats ist das, wenn man mal 1-2 Schritte weiter denkt, auch schlicht und einfach Mist. Der lebt nämlich weniger von der aktuellen Größe der Volkswirtschaft, als von deren Weiterentwicklung.

    Welche Kosten fallen denn überhaupt mehr an im Vergleich gegenüber einem normalen ETF Sparplan?

    Da man im Angebot den gewählten ETF IE00B4L5Y983 sieht, der bei praktisch allen namhaften Stellen kostenlos zu besparen ist, könnte man etwas vereinfacht hier antworten: Alle. Jedenfalls vor Steuern. Wie es nach Steuern aussieht, sieht man dann tatsächlich erst etwas später, so ca. am 01.03.2075.

    Sollen sie sich doch vorbereiten und ab 1. Januar 2027 für alle „Neuen“ im Angestellten/Verhältnis loslegen.

    Stimmt eigentlich. Man hat dann auch noch gleich genug Zeit für die Überlegung, ob man das Spielchen dann über eine Erhöhung der Einkommenssteuer oder der Umsatzsteuer gegenfinanzieren will. Die bieten sich ja gerade an, da sie auf praktisch alle Noch-Dienstherren von Beamten aufgeteilt werden.


    Andererseits:

    Sonst empfehle ich einfach alle Arbeitnehmer zukünftig zu verbeamten.

    Das hätte natürlich auch seinen Reiz. Und zumindest da, wo die Politik die Versorgungsrücklagen noch halbwegs gut angelegt hat, hat man heute zum Teil Aktienanteile in der Altersvorsorge (Nein? - Doch! - Ohh!), von denen die Rentenkasse wohl noch ewig nur träumen kann.

    Und das dabei oft auch die SPD gerne vorne mit dabei war, braucht man ja keinem verraten (falls doch, z.B. 2017 Berlin: Erhöhung des zulässigen Aktienanteils im Pensionsfonds von 15 auf 25%, der kurz danach schon überschritten wurde, Regierung: Rot-Rot-Grün).

    Das wäre insofern auch mal ein wirklich tiefgreifender Reformschritt. Den man bei den öffentlichen Haushalten, der Altersvorsorge, den KVs... ja durchaus mal angehen müsste.

    In Positionspapieren, die der Bevölkerung vorspielen, es wäre der Inbegriff des modernen Sozialstaats, wenn sich wenige rudimentär zusätzlich an den Einnahmeseiten beteiligen, es unterm Strich aber zwangsläufig für alle dadurch weiter teurer wird, erkenne ich so einen Reformwillen allerdings weiterhin nicht.

    Also bleibt die Verbeamtung tendenziell doch eher den Berufen vorbehalten, bei denen es Sinn macht, auch manchen, bei denen man den Sinn sicher hinterfragen und mittelfristig ändern könnte, und halt bei den Beamten, die die SPD (u.a.) in Amt und Würden bringen will...

    Wenn es um Kredite geht, sind da selektive Angebote nicht eher Standard? Da finde ich es auf der anderen Seite nicht unbedingt so einen Riesenaufschrei wert, wenn es solche Angebote auch mal bei den Guthabenzinsen gibt.

    Ich selber habe bis auf 2 wenig genutzte Neobroker alles bei der ING, darunter mehrere Extra-Konten, und bisher kein Angebot in der Postbox gehabt. Allerdings hat mich dieses Spiel, alle paar Wochen auf der Jagd nach Centbeträgen irgendwo Neukundenaktionen abzustauben, auch noch nie fasziniert. Da kann ich es auch verstehen, wenn das eine "Rückholaktion" sein sollte, das ich außen vor bin.

    Hier ein kleiner Auszug aus den SPD-Parteitagbeschlüssen...zum Schmunzeln:

    600 Mio. Verwahrzinsen hat die Rentenkasse 2017-2023 gezahlt. Und die SPD kommt so daher...

    Und die Kapitalmarktanlagen, die unsere Atommüllentsorgung finanzieren oder die Altersvorsorge der bösen Beamten auf Bundesebene und in einigen Ländern maßgeblich stützen sollen, und die gerne auch von der SPD vorneweg so eingeführt wurden, wie steht die SPD eigentlich dann jetzt dazu?

    Bzw. Wie werdet ihr vorgehen?

    Ich werde solche politischen Positionen, wie bisher auch, bei meinem Wahlverhalten berücksichtigen.


    Also grob zusammengefasst die Position:

    Wir haben nicht genug Wohnraum, also machen wir die Schaffung und Vermietung teurer und unattraktiver.

    Wir haben über 100 gesetzliche Krankenkassen, bei manchen davon verdient der Vorstandsvorsitzende mehr wie der Bundeskanzler, also erfinden wir etwas, was diesen Verwaltungsapparat noch weiter vergrößert und bezahlt.

    Wir schreiben seit guten 20 Jahren auf jede Renteninformation, die Menschen sollen privat vorsorgen, seit einigen Jahren ist das sehr einfach sehr gut möglich, jetzt wollen wir das sogar fördern weil der neue Koalitionspartner auch irgendwie darum quengelt, also müssen wir das auch umgehend mit Abgaben belegen, um unsere Wunschträume und die derer, die diese Information ihrer Rente seit guten 20 gepflegt ignoriert haben, zu finanzieren.

    Die div. Berechnungen, wie es insgesamt teurer wird, wenn wir die Beamten(-pensionen) verfassungsgemäß in die Rente überführen würden, ignorieren wir dabei am besten auch. Sowas wie verfassungsgemäße Alimentation hat uns ja selten interessiert, und es funktioniert ja trotzdem irgendwie.

    Und wenn dann unterm Strich so ziemlich alles noch teurer geworden ist, ist es für alle sozialer. Aber halt auch teurer. Aber halt auch sozialer. Aber halt auch teurer. Aber halt auch sozialer. Aber halt auch teurer. Aber halt auch sozialer. Aber wir sind ja die Sozialdemokratische Partei, nicht die Teurerdemokratische, deswegen ist der Punkt erstmal egal. Unsere Wähler werden das zwar auch merken, aber immer erst hinterher, also ists egal.


    Ja, nicht alles davon wird so kommen, wie auch die ganzen anderen Ideen von SPD, CDU, eigentlich allen immer seltener und abgespeckter eintreffen, je mehr Brimborium bei der Vorstellung veranstaltet wird. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, wie arg sich die Definition der Grundrechenarten ändern kann, wenn man Papiere mit "sozial..." überschreibt.

    Das wichtigste an diesem Thema sind nicht irgendwelche Zahlen oder die ETF-Auswahl, das wichtigste ist doch dieser Absatz hier:

    Dieser Ansatz ist nicht aus theoretischer Überzeugung, sondern aus praktischer Erfahrung entstanden: Früher war unsere Vermögensverwaltung deutlich komplexer. Im Zuge einer schweren Erkrankung haben wir unser System in mehreren Schritten bewusst und radikal vereinfacht (zuletzt Ende 2025). Ziel war eine Struktur, die auch dann funktioniert, wenn Zeit, Energie oder Aufmerksamkeit begrenzt sind. Oder wenn plötzlich ein weniger finanzaffiner Partner oder Erben übernehmen müssen.

    Dazu zunächst mal alles Gute, danke für die Offenheit, und an jeden die Empfehlung sich diesen Absatz nochmal durchzulesen, wenn man sich wieder Depotzusammenstellungen oder Nachkommastellen bei der TER um die Ohren haut.

    Was ich seltsam finde an der CDU/CSU, ist die Forderung "Lifestyle"Teilzeit abzuschaffen,

    So, wie es im Antrag des CDU-Flügels beschrieben ist, bin ich absolut für diese Änderung. Wohlwissend, dass das nach diesem schon etwas albernen politischen Geplänkel niemals so kommen wird. Leider. Für sehr viele Arbeitnehmer wäre das nämlich bei genauem Hinsehen eine riesengroße Verbesserung.

    Bei meinem Arbeitgeber sind wir Träger von einigen Kitas. Teilzeit ist da bei den Arbeitsverhältnissen quasi Standard, Vollzeitkräfte eher schon was besonderes. Wir haben da als ö.D. allerdings eine zwingende Vorgabe, wieviele Stellen wir da zu besetzen haben, und praktisch auch eine, wieviele maximal besetzt werden dürfen. Das bringt uns in die Situation, wenn eine Erzieherin bei uns Teilzeit beantragt (wie auch Elternzeit o.ä.), wird dieser Stellenanteil natürlich irgendwie versucht auf andere, neue oder vorhandene Kräfte aufzuteilen. Das bedeutet allerdings dann auch: Mitarbeiter/in A hat y1 Wochenstunden Teilzeitvertrag, unbefristet. Dazu y2 Wochenstunden befristet, bis Mitarbeiter/in B aus der Elternzeit ist. Und y3 Wochenstunden befristet für die Dauer der Teilzeit von Mitarbeiter/in C. Und y4 Stunden als Integrationskraft für ein einzelnes Kind, und y5 Stunden als Sprachförderkraft, befristet jeweils solange die bedürftigen Kinder in der Kita sind... Aber Hauptauslöser dieser "Zusatzstundenverträge", und auch ein Hauptauslöser der Befristungen, sind Teilzeitwünsche von Mitarbeiter(meistens -innen), die mit Elternschaft oder Pflege nichts zu tun haben. Sondern eher damit, das wird ganz offen gesagt, was am Ende unterm Strich mit dem Gehalt des Ehepartners zusammengerechnet sich wie aufs eigene Konto und das des Finanzamts aufteilt.

    Es gibt Mitarbeiterinnnen, wenn die morgen bei uns die Erhöhung der Stunden bzw. die Rücknahme der Teilzeitvereinbarung beantragen, beenden wir Teilzeitkontingente bei zwei anderen, und bei einer läuft der Befristungsgrund des Arbeitsvertrages einfach komplett aus.

    Und das soll sozial, oder arbeitnehmerfreundlich sein? Und im ö.D. reden wir über eine Teilzeitquote, die vor kurzem in Statistiken an den 40% gekratzt hat, also nicht über Einzelfälle.

    Wenn die CDU es wirklich durchsetzen sollte, dass - und so war der Antrag ja praktisch, wenn man ihn ohne Schaum vorm Mund mal gelesen hat - das Recht auf Teilzeit zwar nahezu unangetastet bleibt, es aber dann eben kein quasi einseitiges Recht auf Rückkehr daraus mehr gibt, wäre das das arbeitnehmerfreundlichste, was diese Regierung in ihrer Amtszeit auf die Beine stellen könnte. Verdammt viele befristete und teilbefristete Arbeitsverhältnisse würden davon massiv profitieren. Und als Träger von 9 Kitas könnte ich eine nahezu halbe Stelle nur Personalverwaltung für die Teilzeitverhältnisse/Vertragsanpassungen streichen. Wir haben Matrizen aufgestellt, welches Arbeitsverhältnis bei Stundenänderung welche anderen Arbeitsverhältnisse beeinflussen wird, um irgendwie den Überblick zu behalten. Das könnte als abstrakte Kunst durchgehen.

    Schade, das die politische Diskussion sich so an dem Begriff Lifestyle aufgegeilt hat. Darin lag eine Riesenchance, arbeitnehmerfreundlich den Staatsapparat zu verschlanken. Andererseits ist Lifestyle bei näherer Überlegung dann halt auch nur die Überschrift zu einem ganz anderen Thema, das da lautet: Arbeitnehmer haben nur solange Lust zu arbeiten, wie sie sich über die Abgabenquote auf dem Gehaltszettel bzw. dem Steuerbescheid nicht zu sehr ärgern. Denn das steckt i.d.R. dann dahinter, wenn Leute ohne Kinder oder Pflegebedürftige im Umkreis ihr Recht auf Teilzeit beanspruchen. Mit Teilzeit wird die Abgabenquote so eingestellt, wie man es für richtig hält. Aber diesen Gedankensprung oder gar Änderungen diesbezüglich wird die Politik egal welcher Farbe nicht gehen wollen. Da labern wir lieber über den ach so bösen CDU-Begriff daher.