Aus 25 Jahren Kommunalverwaltung: Da kommen auch genug drauf, die Krux ist aber dann, das sinnvoll und rechtssicher zu ändern. Das Formular ist so von Bund/Land vorgegeben, mögliche notwendige Softwareänderungen müssen erstmal ganz föderal von jedem irgendwie mit abgenickt werden, alleine das Einscannen und als pdf bereitstellen auf der Homepage wird einem auch mal als Urheberrechtsverletzung vorgeworfen, wenn bestimmte größere Druckereien den Auftrag haben, die Papierform für den Zeitraum X so bereitzustellen...
Das ganze Dilemma wäre eigentlich ein eigenes Thema wert. Noch eine Anekdote aus der Überschrift "Steuer": Die Kommunen beschäftigt gerade (ok, seit Jahren schon) die Umsetzung der Umsatzsteuerpflicht für kommunale Leistungen. Mehrfach vom Bund aufgeschoben, auch weil a) Großprojekt eben... und b) jede Kommune praktisch mit jedem örtlich zuständigen Finanzamt noch in Abstimmungen steckt. "Kauft" der Bürger ein Nutzungsrecht an einer Grabstätte der Kommune, ist das umsatzsteuerfrei, weil durch die konkrete Benennung einer Grabstätte kein steuerlicher Wettbewerbsnachteil potentieller privater Anbieter gegeben ist: Es ist ja quasi die Vermietung eines kleinen Grundstücks, und Mieteinnahmen sind umsatzsteuerfrei. Lässt man den gleichen Verstorbenen aber auf einem anonymen Grabfeld bestatten, und kann dann hinterher keine Grabstätte eindeutig benennen, ist das umsatzsteuerpflichtig, weil das ja keine Vermietung, sondern eine Dienstleistung ist, die ein privater Anbieter so theoretisch auch erbringen könnte und dabei durch die für ihn geltende Umsatzsteuer gegenüber der Kommune benachteiligt wäre. Klar soweit? Für solche Kinkerlitzchen beschäftigt inzwischen jede Kommunalverwaltung neues Personal, die Finanzverwaltung auch, die Steuerberater verdienen mit, alle Beteiligten kommen aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, am Ende hat der Staat natürlich auch keinen Euro Steuergeld mehr dadurch, weil er sich schließlich selber das Geld nur hin- und her besteuert, aber die Mehrkosten deswegen entstehen natürlich, und landen wo? Genau, beim Bürger.