„If it sounds too good to be true, then it probably is not true.“
Alte Börsenweisheit, genauso wie:
„There is no free lunch.“
Bei 11,5% angepriesener Dividende oder Zinsen aus XYZ kann man auch Anleihen von Kuba oder Libanon kaufen… da gibt’s noch mehr…
Naja, wenn man berücksichtigt, dass Bitcoin in den letzten 10 Jahren im Schnitt ca. 60 % Rendite pro Jahr gemacht hat, dann sind die 11,50 % gar nicht mal so gut. Es ist immer die Frage, womit man diese Anlage vergleichen möchte. Zieht man das Sparbuch oder klassische Tagesgeldkonto heran, dann klingt STRC natürlich zu schön, um wahr zu sein.
Das Ganze funktioniert nur solange sich genügend Dumme finden, die da einsteigen und Geld einwerfen. Es ist einfach Ponzi 2.0. Auf die alte Bernie-Madoff-Nummer würden heute wohl nicht mehr so viele hereinfallen. Also wirft man die Leute mit Marketing-Geschwurbel zu, damit sie den Scam nicht so schnell durchschauen.
Ein Scam setzt voraus, dass die versprochenen Vermögenswerte gar nicht oder nicht in dem behaupteten Umfang existieren. Strategy hat nachweislich rund 840.000 BTC auf der Bilanz.
Man kann das Geschäftsmodell für riskant, überbewertet oder zum Scheitern verurteilt halten, aber Scam und Ponzi treffen eben nicht zu.
Im tiefsten Inneren weiß auch Einundzwanzig das das dauerhaft nicht funktionieren kann. Deswegen macht er auch hier dazu Werbung damit wenigstens sein eingesetztes Geld länger erhalten bleibt durch neue Marktteilnehmer.
Man ersetze bei so einem Modell Bitcoin durch Gold, jeder würde sagen was ist das den für ein Hokuspokus, das kann doch nie klappen, was es auch nicht würde, aber bei Bitcoin soll das anders sein? Das kann noch nicht mal der TO ernsthaft glauben.
Sicherlich. Und du glaubst, die paar Leute hier im Forum würden nur irgendwas am Kurs von STRC ändern? Also, jetzt wirklich? Bitte sag, dass du trollst ... 
wenn ich in bitcoin glauben täte, würde ich direkt in bitcoin investieren
etntweder per ETN's/ETC's oder direkt kaufen.
warum der umweg über eine Firma mit fragwürdigem geschäftsmodell, welches für mich dann auf Bitcoin wettet?
Bitcoin ist extrem volatil, damit können viele Anleger nicht umgehen bzw. sind in Lebenssituationen, in denen sie sich volatile Assets nicht mehr leisten können. STRC glättet diese Volatilität zu lasten der Rendite, aber für regelmäßigen Cashflow. Einfach Beitrag Nr. 1 in diesem Thread lesen, da hab ich versucht, das Ganze anschaulich zu erklären.
Einundzwanzig, ich glaube dir wirklich, dass du das nicht aus irgendeinem bösen Motiv heraus verteidigst. Du bist halt ein überzeugter Bitcoin-Maximalist, und das mein ich gar nicht abwertend. Aber genau hier wird ein Problem daraus. Wenn man schon mit fast religiöser Überzeugung an den langfristigen „Sieg Bitcoins“ glaubt, ist der Glaube an Saylor und Strategy als vermeintlich geniale Verlängerung dieser Bitcoin-These nur noch ein kleiner Schritt.
Mich erinnert diese Argumentation ein bisschen an religiöse Hilfshypothesen.
Wenn uns das fliegende Spaghettimonster nicht mit seinen heiligen Tentakeln auf die Erde drücken würde, würden wir alle wegschweben. Und wenn wir die Piraten nicht verdrängt hätten, gäbe es keine Klimakrise.
Der Punkt ist doch, es ist ist nicht nur eine Kette von vielen „Wenns“. Jedes einzelne dieser „Wenns“ ist für sich genommen schon zweifelhaft oder zumindest sehr wackelig
- Wenn Bitcoin dauerhaft stark genug steigt.
- Wenn MSTR dauerhaft mit Aufschlag bewertet wird.
- Wenn neue Anleger dauerhaft frisches Kapital liefern.
- Wenn die Finanzierungskosten dauerhaft niedriger bleiben als der BTC-Zuwachs.
- Wenn der Markt Saylor dauerhaft vertraut.
- Wenn kleine BTC-Verkäufe nicht das Narrativ beschädigen.
- Wenn aus Verwässerung dauerhaft Wertschöpfung wird.
Hab ich ein Wenn vergessen? Das sind aber alle nicht lauter sichere Bausteine, die zusammen ein stabiles Haus ergeben. Das sind lauter wackelige Bretter, die irgendwie übereinandergelegt werden, und am ende nennt man es Brücke.
Natürlich kann so etwas eine Zeit lang funktionieren. Jede spekulative Konstruktion kann funktionieren, solange genug Leute daran glauben und der Markt freundlich bleibt. Aber dann sollte man es auch ehrlich sagen, dass das nicht einfach nur ein riskantes Geschäft ist, denn das ist nicht nur kein robustes Geschäftsmodell, sondern eine hochgradig abhängige Glaubensmaschine.
Und genau deshalb überzeugt mich die Verteidigung nicht. Sie klingt nicht nach „hier ist der tragfähige Unterbau“, sondern nach wenn jedes kritische Wenn zufällig richtig ausgeht, dann war es genial.
Das ist mir zu wenig. Dafür ist die Konstruktion zu groß, die Verpflichtungen zu real und das Hauptasset zu ertragslos.
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Man kann das Ganze aus meiner Sicht deutlich einfacher herunterbrechen. Wenn Bitcoin langfristig scheitert, scheitern Strategy und damit auch STRC. Wenn Bitcoin langfristig weiter adoptiert wird und an Wert gewinnt, funktioniert das Modell. So kompliziert ist es eigentlich gar nicht.
Bitcoin ist letztlich ein Gegenentwurf zu einem schuldenbasierten Geldsystem. Strategy versucht lediglich, diesen Vermögenswert über die Kapitalmärkte zu hebeln und zugänglicher zu machen. Ob das am Ende funktioniert, hängt daher viel stärker an Bitcoin als an Michael Saylor.
Deshalb dreht sich die Diskussion immer wieder um dieselbe Frage, glaubt man langfristig an Bitcoin oder nicht? Und in Zeiten der Digitalisierung und in einem inflationierendem auf Schulden basierenden Geld- und Wirtschaftssystem, stehen die Chancen für ein knappes, nicht zensierbares, dezentrales und fälschungssicheres Assets nicht so schlecht. Man darf sich halt nicht von kurzfristigen Stimmungsschwankungen des Marktes zu sehr beeinflussen lassen, sondern sollte das Große Ganze im Blick haben. When in doubt, zoom out 