Zur Ausgangsfrage, vielleicht ist es für manche tatsächlich hilfreich, auch ich habe ein paar übliche Fehler erlebt und Erkenntnisse gewonnen.
Werdegang:
Bereits als Jugendlicher mit Einzelaktien „spekuliert“, nur kurzfristig erfolgreich dann nicht mehr. Nach dem Studium etwas mit vorrangig deutschen „Blue Chips“ begonnen um dann auf ETF umzuschwenken. Zunächst im Sparplan verschiedene Dividenden ETF bespart. Insgesamt in der Anfangszeit etwas zu viel hin und her (macht Taschen leer). Daneben aber irgendwann ca 2016/17 begonnen MSCI World und MSCI EM mit Sparplan buy & hold zu besparen. In relevanter Höhe seit ca 8-10 Jahren. Während Corona auch gut eine größere Position im Dip zusätzlich aufgebaut. ca 2021/22 habe ich angefangen den Euro Stoxx 600 zu besparen, um etwas US Anteil Reduktion zu betreiben.
Für größere Anschaffungen und potenziellen Immo Erwerb, der dann bisher doch nicht statt fand, habe ich auch mal moderate Portionen verkauft bzw. phasenweise Sparplan ausgesetzt. Beim Verkauf vorrangig diejenigen verkauft, die ich nicht weiter besparen wollte (Dividenden ETF, EM). Inzwischen bespare ich neu seit ca 12 Monaten nur noch Invesco FTSE All World ACC. Überlege ggf. Perspektivisch wieder EM und/oder Small Cap zu ergänzen aber durch die Größe des Depots ist das in relevanter Höhe über Sparpläne nicht einfach zu realisieren.
Rückblickend würde ich heute eher andere ETF wählen bzw. diese noch breiter aufstellen, damals war das Angebot auch kleiner und der Euro Stoxx wurde im Verlauf erst Euro hedged, was ich nicht sofort bemerkt habe damals.
Aktuelles Depot (niedrig 7 stellig) mit folgender Verteilung:
MSCI World:
56% Amundi FR0010315770
20% ishares Core IE00B4L5Y983
FTSE All World
6% Invesco ACC IE000716YHJ7
Euro Stoxx 600:
12% Amundi LU1574142243
S&P 500 (altes Überbleibsel)
2,5% Ishares IE00B4L5Y983
Geldmarkt
2% Amundi EUR Overnight FR0010510800
Insgesamt sind aktuell von meinem liquiden Vermögen ca. 75 % in Aktien ETF und 25% in Geldmarkt/Tagesgeld Konten, da ich Immo Kauf in Betracht ziehe. Sonst wäre ich eher bei >85-90%.
Bin AK40-45. rückblickend sind meine Erkenntnisse folgende:
-Anfangen, durchziehen, dabei bleiben, Krisen aushalten oder zum Nachkaufen nutzen sind am wichtigsten beim passiven Investieren.
-Sparpläne sind wenig Arbeit auch wenn sie wegen ausführubgszeiten und Spread vielleicht nicht immer so günstig sind, wie sie erscheinen.
-bei der Auswahl der ETF hätte ich mir mehr Zeit nehmen können bzw. Im Verlauf eher mal überprüfen können. Sehr geschadet hat es eher nicht.
-Rebalancing in höherem Umfang habe ich aufgrund der unrealisierten Buchgewinne (>40% des Depotwerts) nicht vor. Weitere Investitionen will ich aber breiter diversifizieren durch z. B. fTSE AW und ggf. auch noch zusätzlich EM und/oder SC, da bin ich aber noch unschlüssig.
Vermutlich ähnliche Erkenntnisse wie bei den meisten. Hätte es Finanztip und Finanzfluss früher gegeben hätte ich mir manche Fehler bei Versicherungen/Altersvorsorge und auch beim Investieren sparen können.