Alles anzeigenGuter Einwand – und man kann den Break-even sogar ausrechnen.
Pro investiertem Euro gilt: Normales Depot versteuert nur den Gewinn mit 26,375 % (Abgeltungsteuer + Soli), das AV-Depot den gesamten Endwert mit deinem persönlichen Satz. Gleichstand ist bei:
Endwert × (1 – pers. Satz) = Einsatz + Gewinn × (1 – 0,26375)
Bei einer Verdreifachung (10.000 → 30.000) liegt der Break-even bei ca. 17,6 %. Jeder persönliche Steuersatz darüber, und das normale Depot gewinnt den reinen Gewinnsteuer-Vergleich. Deine 17 % stimmen also ziemlich genau für diesen Fall.
Zwei Einschränkungen dazu:
1. Je höher die Gewinne, desto näher rückt der Break-even an die 26,375 % heran (bei Verzehnfachung ca. 23,7 %). „Hohe Gewinne“ schaden dem AV-Depot also nicht pauschal – es kommt aufs Verhältnis an.
2. Das ist nur der halbe Vergleich: Beim AV-Depot investierst du brutto statt netto. Bei 42 % Grenzsteuersatz heute und 25 % im Alter dominiert dieser Effekt den Nachteil aus Punkt 1 meist deutlich.
Kurz: „Steuern bei Auszahlung = nur das anfangs Gesparte“ ist bei hohen Gewinnen tatsächlich zu simpel. Aber „voller Wert versteuert = automatisch schlechter“ ist genauso zu simpel. Es kommt auf beide Effekte an.
Viele Grüße
Einen Aspekt vergisst du: Teilfreistellung.
Damit werden aus deinen 26,375% schon nur noch 18,46%
Und die gilt, meines Wissens nach, nur beim normalen Depot. Nicht aber im AV Depot