Was verdient ihr & seid ihr zufrieden?

  • Ich frage mich, warum wir Hände ringend neue Leute suchen im ÖD. So begehrt kann es ja nicht sein, sonst könnten wir uns vor Bewerbern kaum retten.

    Das mag daran liegen, dass inzwischen wohl der ÖD die einzige Wachstumsbranche in D ist. Destatis weist einen Anstieg um ca. 96000 Stellen von 2023 auf 2024 aus. Für 2025 sind noch keine Daten veröffentlicht, aber der Zuwachs dürfte ähnlich groß sein.

  • ...

    Dafür verzichten Beamte eben ihr Leben lang auf einen Teil des Gehaltes welches sie außerhalb des Beamtentums verdienen könnten. Dazu 41h/Woche und vieles weitere was bisher genannt wurde.

    So manch ein Beamter, speziell die im Schuldienst tätigen, die als Gymnasial- oder Gesamtschullehrer mit A13 einsteigen, haben überhaupt keinen Schimmer davon, wieviel man in der sog. "freien Wirtschaft" vedienen muss, um auf ein vergleichbares (Netto-) Einkommen zu kommen.

  • Ich bin angestellter Facharzt im MVZ, 44 J. Teilzeit 75% (30h) ergibt derzeit (inkl. Privatliquidation) genau 100k brutto (pro Jahr..). Ich bin zufrieden, zumal im Tarifvertrag (trotz massivem wirtschaftlichem Druck von oben) Gehaltserhöhungen „automatisch“ kommen. War anfangs erstaunt was man verdient, aber klar, man trägt auch relativ viel Verantwortung.

  • So manch ein Beamter, speziell die im Schuldienst tätigen, die als Gymnasial- oder Gesamtschullehrer mit A13 einsteigen, haben überhaupt keinen Schimmer davon, wieviel man in der sog. "freien Wirtschaft" vedienen muss, um auf ein vergleichbares (Netto-) Einkommen zu kommen.

    Vor ziemlich genau 40 Jahren habe ich genau dieses meinem Berufsschullehrer gesagt mit dem zusätzlichen Hinweis auf die langen Ferien.

    Seine Antwort: "Oldie, Berufswahl ist eine Frage der Intelligenz!"

  • Das mag daran liegen, dass inzwischen wohl der ÖD die einzige Wachstumsbranche in D ist. Destatis weist einen Anstieg um ca. 96000 Stellen von 2023 auf 2024 aus. Für 2025 sind noch keine Daten veröffentlicht, aber der Zuwachs dürfte ähnlich groß sein.

    Und er wird das auch erstmal bleiben. Wenn man sich die Zahlen näher anschaut, würde man feststellen, dass sehr viele der neuen Stellen im Bereich Kitas und schulische Betreuung/Ganztagsschulen entstanden sind, und gerade da werden auch noch weitere entstehen müssen, wenn man das, was Gesellschaft und Politik in diesen Bereichen haben wollen, real darstellen will. Wer einen schlankeren öD haben will, muss an die Aufgaben ran.

  • In der ZEIT war mal ein Vergleich aufgeführt zwischen Beamten und Angestellten. Dabei wurden Durchschnitte verglichen. Der kumulierte Vorteil des Beamten (inkl Pension, Lohnnebenkosten, fehlender Leerläufe etc) belief sich auf knapp 300K.

  • Ich verstehe das ständige Beamtenbashing nicht, um ehrlich zu sein. Wenn es so unerhört attraktiv ist, hätte sich doch jeder für einen entsprechenden Karriereweg entscheiden können. Natürlich haben sie einige Vorteile, aber die sind doch nun schon seit ewigen Zeiten bekannt und heute auch deutlich geringer als noch vor 20 oder 30 Jahren.

    A13 für Gymnasiallehrer ist der Einsteig nach 5 Jahren Studium, 1. Staatsexamen, zwei Jahren Referendariat und dann 2. Staatsexamen (und ein Staatsexamen ist in jeder Hinsicht erheblich schwieriger, als jeder Masterabschluss, vom Bachelor ganz zu schweigen). Dafür gibts dann netto etwa 3750€ monatlich. Nicht schlecht, richtig, aber auch kein Überfliegergehalt für 7-8 Jahre Ausbildung.
    Unfair ist hier eher, dass zumindest Bayern gerade erst langsam anfängt, Grund-, Mittel- und Sonderschullehrer eben so gut zu bezahlen, lagen die trotz gleicher Ausbildung (natürlich mit anderen Schwerpunkten) ja bislang eher im Bereich A11/12. Interessant auch, dass z.B. bei Mittelschuldirektorinnen die Anhebung auf A16, die Gehaltsstufe von Gymnasialdirektorinnen nicht durchgeführt wird.

    Lehrer der Sonder- und Mittelschulen werden zumindest in Bayern wild hin und her versetzt, dazwischen auch mal in die mobile Reserve gesteckt. Lebens- und Familienplanung sind da besonders erquicklich.

    Nein, das Leben vieler Beamtinnen und Beamten ist nicht sonderlich beneidenswert. Es geht ihnen sicher nicht schlecht, aber ich plädiere dazu, sich nicht einem dubiosen Sozialneid hinzugeben, sondern, wenn es denn so ist, ihnen das auch mal zu gönnen.

  • Die absoluten Führungskräfte verdienen als Beamten echt kleines Geld.

    Wenn du 100+ MA unter dir hast, liegst du 160k+, egal in welcher Region in Deutschland.

    Gut, die meisten Beamten in diesen Positionen können auch nicht wirklich viel. Sind ja überwiegend Juristen.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Die absoluten Führungskräfte verdienen als Beamten echt kleines Geld.

    Wenn du 100+ MA unter dir hast, liegst du 160k+, egal in welcher Region in Deutschland.

    Gut, die meisten Beamten in diesen Positionen können auch nicht wirklich viel. Sind ja überwiegend Juristen.

    Was ist denn eine "absolute" Führungskraft? Ein ""handelsüblicher"" Schulleiter an einem Gymnasium mit 1000-1200 Schülern hat vielleicht 90-100 Lehrkräfte "unter" sich.

    Schulleiter werden i.d.R. nach A16 bezahlt. Die einschlägigen Besoldungstabellen lassen sich leicht finden.

    Brutto-Netto-Rechner gibt es zu hauf.

  • Ich verstehe das ständige Beamtenbashing nicht

    Es geht nicht um die, die sich rational verhalten und die gegeben Rahmenbedingungen ausnutzen sondern um die, die dieses System aufrechterhalten und sogar noch ausbauen wollen.

    Zum einen ist eine Verbeamtung in vielen (nicht allen) Bereichen des ÖD nicht erforderlich und außerdem (viel wichtiger) sollte sich der Staat auf seine Kernaufgaben besinnen anstatt alle Lebensbereiche durchzuregulieren. Dann bräuchte es auch keinen immer weiter wuchernden ÖD und Staatsquote und Steuerbelastung würden sinken.

  • Guten Morgen,

    Beamte sind in der Regel in der privaten Krankenversicherung und müssen die Beiträge davon selbst aus ihrem Netto (=das was auf dem Konto landet) zahlen. Und RV-Beiträge fallen nicht an, weil Beamte über die Pension abgesichert sind.

    Das ist mir schon klar. Meine Frau ist Beamtin.

    Auch sie nennt gerne ihr Netto mit abgezogener KV.

    Aber ich spare jeden Monat 15% meines Gehalts um später soviel Rente zu bekommen, wie sie Pension. Käme ich auf die Idee, das Geld von meinem Netto abzuziehen?

    Die Rentenansprüche sind halt auch Teil des Gehalts und AN-Netto hat nichts mit Beamten-Netto zu tun. Aber nur die KV abzuziehen geht in die falsche Richtung um es vergleichbar zu machen.

  • Wie gut das es ChatGPT gibt. Macht das Leben einfacher. Vorher hätte man sich z.B. den ganzen Kram durchlesen und verstehen müssen: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Ent…2bvl002017.html

    Um mal zur Lebenswirklichkeit zurückzukehren: Bei A3 Stufe 1 handelt es sich um das absolute Minimalgehalt von Beamten. Für so einen Job ist nahezu keine formale Qualifikation erforderlich. Weniger als 0,17% der Beamte sind so niedrig eingeordnet. Bei einem Single bleiben mehr als 2000€ netto übrig, das ist mehr als 40% der Arbeitnehmer in Deutschland haben. Und dann soll bei dieser verschwindend kleinen Gruppe eine besondere Armutsgefährdung bestehen?

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen