Beiträge von LuciferM

    Hallo Sukuna,

    ja, mach das. Risikobereitschaft ist sicherlich auch Typsache, aber man kann auch daran arbeiten, indem man sich mit dem Thema Finanzen befasst (wenn man denn als Selbständiger dafür Zeit hat) (mein Schwager ist auch selbständig; für ihn wäre das Forum nichts, er will einen "Profi"... Tja, kann man nix machen. Ich versuch eventuell, ihm die stattliche Variante vom neuen Altersvorsorgedepot schmackhaft zu machen, wenn es dann da ist)

    Wenn du dann am Ende feststellst, dass deine Aktienquote zu hoch ist: dann gibt auch dafür Produkte, die das Risiko etwas rausnehmen (auf Kosten der Rendite), aber trotzdem noch eine positive Rendite nach Inflation und Steuern liefern. (Z.b. arero, oder Vanguard life strategy,...)

    Es spricht alles dagegen, dein Depot zu verkaufen. Mit 44 Jahren hast du einen ausreichend langen Horizont, auch mal negative Jahre auszusitzen.

    Wenn du jetzt verkaufst, würdest du vermutlich nie wieder einsteigen und dann nur noch von der Seitenlinie zuschauen wie es langfristig von links unten nach rechts oben geht.

    Mach dich schlau bei finanztip, Kauf dir evtl. das Buch, oder ließ Artikel von Professor Walz oder schaue YouTube Videos von capscale.

    Mach keine Anfängerfehler, stecke weiterhin Geld, dass du nicht brauchst, in dein Depot und schiebe ansonsten deine Hände in die Hosentaschen 😉

    Hallo fliegerbulli,

    schön, dass die Idee mit Wohnriester auch für dich eine Option ist. Ich habe mittlerweile das Geld ausbezahlt bekommen und verwende das Geld für die Endtilgung in 2 Wochen. Ich konnte leider nicht warten bis nächstes Jahr, wo die Konditionen nochmal deutlich besser sind (0% Zinsen, Beobachtungszeitraum nur 5 Jahre)

    (Irgendwie freue ich mich auch, dass ich nun nicht mehr der Oberdepp bin, und der zurich Versicherung eins auswischen kann)

    Abwarten auf 2027 macht definitiv Sinn, wenn zeitlich möglich.

    Ich muss halt mit dem alten Recht bis 85 versteuern. Ich würde vermutlich aber vorher die gesamte Summe versteuern, und den 30% Rabatt mitnehmen (z.b. mit 67, wenn ich kein Arbeitseinkommen mehr habe und mein Steuersatz niedriger ist). Ich nehme mal stark an, dass dann das Thema erledigt ist, selbst wenn ich dann mit z.b. 84 vorzeitig mein Eigenheim nicht mehr nutze. Aber vielleicht denke ich ja dann doch noch dran, die ZfA zu informieren, dass ich meinen 30% Steuerrabatt zurückgeben möchte...😉

    Muss aber sagen, dass ich bei Wohnriester kein Experte bin, und mich nur für meinen Recht einfachen Fall schlau gemacht habe.

    Ein Anruf bei der ZfA würde für Detailfragen sicher helfen.

    So hab mich jetzt etwas eingelesen und damit sind meine Fragen oben geklärt.

    Wenn ich das richtig sehe, müsste die optimale Variante sein, das Depot zur Immobilienfinanzierung zu nutzen. Also bei uns läuft 2031 und 2041 jeweils ein Kredit aus.

    Ja, man muss es nachgelagert besteuern. Aber das ist ja ein geschenkter Kredit, weil es kein Wohnförderkonto gibt, auf dem das verzinst wird.

    Wenn ich das Geld aus dem Vorsorgedepot dafür aufwende, hab ich die Förderung bis zur der Zeit max. abgegriffen, spare mir Einkommenssteuer auf die Gewinne zwischen Immobilienablöse und Rentenzeit. Und habe das Problem der Zwangsverrentung und der Förderschädlichkeit bei meinem Tod für meine Erben gelöst.

    Die Immobilienkreditablösung erscheint mir der Killer Move für das AV Depot. Oder sehe ich das falsch?

    Sieht so aus, als ob die 2% Verzinsung des Wohnförderkontos abgeschafft wird, siehe Gesetzentwurf 

    Zitat:

    Zudem werden bei der Eigenheimrenten-Förderung die gesetzlichen Regelungen und die nachgelagerte Besteuerung vereinfacht, so dass lange Überwachungszeiträume und vor allem die jährliche Erhöhung des Wohnförderkontos entfallen können

    (Verkürzt von 20 auf 5 Jahre)

    Du müsstest dann aber einen Vertrag wählen, der das explizit vorsieht, und damit vermutlich teurer wird.

    Weiss man schon, ob sich bei der neuen Altersvorsorge etwas bzgl. des Einsatzes der Summe bzgl. Finanzierung selbstgenutzter Immobilien ergibt? Oder bleibt es bei der unattraktiven Altregelung (Wohnförderkonto und 2%-ige Erhöhung pro Jahr)?

    Das ändert sich wohl, siehe Gesetzentwurf 

    Zitat:

    Zudem werden bei der Eigenheimrenten-Förderung die gesetzlichen
    Regelungen und die nachgelagerte Besteuerung vereinfacht, so dass lange Überwachungszeiträume und vor allem die jährliche Erhöhung des Wohnförderkontos entfallen können

    Ja, hab einen EIgenheimkredit.

    Wohnriester finde ich sehr kompliziert und die Bedingungen wie langfristige Eigennutzung der Immobilie etc nicht so prickelnd. Ich denk aber mal drüber nach.

    Ich hab es tatsächlich so gemacht. Aber ja, mit den Bedingungen muss man leben können. Bitte auch bedenken, dass bei dir dann auch die Kleinbetragsrente relevant wäre. (Z.b. 26T€ via Wohnriester, die fehlenden 10T€ dann zu Rentenbeginn als Kleinbetragsrente als eine Summe)

    Die Garantie gilt nur zum Vertragsende. Es wird also nur der momentane Stand übertragen.

    Du kannst diesen Riester Vertrag auch weiterhin ruhend lassen und dann am Vertragsende das Garantiekapital erhalten.

    Mit der Altersvorsorge-Reform sind maximal zwei Riesterverträge erlaubt. Du kannst also neu anfangen. Je nach familiärer und finanzieller Situation kann aber auch ein ganz normales ETF Depot Sinn machen.

    Evtl. Macht es aber trotzdem Sinn, den Riester Vertrag zu kündigen. Je nach Laufzeit könnten sich auch 26T€ (abzüglich erhaltener Zulagen) so vermehren, dass die 36T€ wieder eingeholt werden.

    Siehe Info von blaubeere "Der Sparerpauschbetrag ist ausgeschöpft"

    Bei einem Ausschütter fällt auf die Dividende also die Kapitalertragsteuer an. Bei einem Thesaurierer nicht, der also in der Ansparphase Steuern stunden kann (abzüglich Steuer auf Vorabpauschale) und damit etwas besser ist... (Ist aber schon ein spezielles Nerd Thema für Leute mit Finanzen als Hobby(also wir alle😉). Wurde woanders schon diskutiert. In der Entnahmephase sind dann die Ausschütter wieder im Vorteil, oder so ähnlich)

    Aber prinzipiell ja: auch ein Wechsel auf einen Ausschütter vom FTSE all world ist rational gesehen nicht verkehrt. Und wenn es psychologisch was bringt, umso besser.

    Was bietet eigentlich die neue Riestervariante für nicht berufstätige Ehepartner?

    Hier mal ein komplett unpolitische Antwort (in diesem teilweise recht aufgeladenen Thread) auf die obige Frage: aus den FAQ  vom BMF:

    Mittelbar zulageberechtigte Ehegattinnen oder Ehegatten, die keine eigene Förderberechtigung haben, müssen ebenfalls jährlich mindestens 120 Euro in ihre Altersvorsorgeverträge einzahlen, um eine Grundzulage zu erhalten. Die Höhe der Grundzulage richtet sich nach den Beitragszahlungen der unmittelbar förderberechtigten Ehegattinnen oder Ehegatten, beträgt jedoch maximal 175 Euro.

    blaubeere: bitte aber beachten, dass mindestens mcprofit in einer anderen Liga spielt (du hast ja geschrieben, dass du mit einer mittleren 4-stelligen Summe angefangen hast).

    Mcprofit zahlt vermutlich mehr Steuern als dein Depot groß ist, und kann sich mit einer Dividendenstrategie alles leisten, was er braucht.

    Aber du hast ja bereits geschrieben: "Natürlich ist mir klar, dass ich auch den thesaurierenden irgendwann in Zukunft /Rente "anknabbern" werde, dafür ist er ja gedacht."

    Von daher ist dir bereits bewusst, dass du ums verkaufen nicht herum kommst. (Und wenn es dann soweit ist: wenn man will, kann man das steueroptimiert mit ein bisschen Aufwand hinkriegen (Stichwort FIFO/LIFO), z.b. mit Unterdepots bei der gleichen Bank,...)

    Wenn du auf einen Ausschütter wechseln willst: kann dein Broker die Ausschüttungen automatisch wieder anlegen (egal, wie hoch die Ausschüttung ist)?

    Für mich persönlich ist auch entscheidend, dass meine Anlagestrategie möglichst einfach ist (KISS). Der Wunsch nach Ausschüttungen in 15-20 Jahren wäre für mich persönlich jedenfalls nicht ausreichend, um meine Strategie anzupassen.

    Vielleicht magst du auch mal Hier reinschauen

    (Capscale macht wirklich hochwertigen content)

    Die Kosten des neuen AVD im Vergleich zu Riester sind hoffentlich nicht miteinander vergleichbar, mit dem Wettbewerb der neo Broker ist die Wahrscheinlichkeit schon da, dass das kommende AVD auch attraktiv im Vergleich zu einem normalen ETF Depot wird (keine Vorabpauschale, steuerfreies umschichten, staatl. Förderung plus evtl. Steuer sparen in der Ansparphase). Warten wir's ab.

    Frage: warum ist das mit dem Wohnförderkonto so dermaßen steuerlich unattraktiv? Es wird halt mit 2% fiktiv verzinst und muss halt im Rentenalter mit dem dann gültigen persönlichen (niedrigeren ?) Steuersatz versteuert werden (oder man löst es auf einen Schlag mit Rabatt ab)

    blaubeere: hier meine Gedanken:

    Für dich war damals die Lösung mit dem Brot und Butter ETF auf den Msci world eine passende Lösung. Damit hast du auch sehr viel richtig gemacht. "Schnickschnack" wie Schwellenländer, small caps fandest du nicht ausschlaggebend.

    Jetzt möchtest du deine Strategie anpassen, weil du fürchtest, dass das Drücken des "Verkaufen-Knopfs" irgendwann in der Zukunft eine zu große Überwindung wäre. Aber du hast es ja damas schon geschafft, den "Kaufen-Knopf" zu betätigen. Ich denke, du würdest auch das schaffen!

    Mathematisch gesehen ist es gleich, ob du Geld aus deinem Depot über Dividenden oder über Verkauf entnimmst.

    Je nach Höhe deines Depots und zukünftig gewünschter Auszahlung ist das Besparen eines ausschüttenden ETFs wahrscheinlich gar nicht die Lösung, die 100% funktionieren würde.

    Meine Empfehlung wäre, an deiner damals gewählten, sehr einfach umsetzbaren Strategie festzuhalten und keinen zweiten ETF aus dem high Dividend Universum zuzukaufen. Mache dir klar, dass das Verkaufen von ETF Anteilen v.a. eine psychologische Schwierigkeit ist, aber rational eine sehr einfache Möglichkeit ist, den gewünschten Cash flow zu erhalten.

    Lieber McProfit ,

    herzlichen Dank für deine interessanten und sehr lesenswerte Beiträge! Herzlichen Glückwunsch zu dem, was du alles erreicht hast.

    Eine kleine Bemerkung zu First in, First Out (FIFO):

    das ganze lässt sich über ein zweites Depot (z.b. bei der gleichen Bank als Unterdepot) sehr leicht zu LIFO (Last in, First Out) drehen. Bsp: 95% einer Position im Hauptdepot via Depottransfer ins Unterdepot gemäß FIFO schieben. Übrig bleiben im Hauptdepot 5% Anteile, die zuletzt gekauft wurden, und dann effektiv als LIFO verkauft werden können. Ok,das ganze ist etwas Mehraufwand, aber so oft wird man diese Übung auch nicht machen. Und nicht immer sind die neuesten Anteile auch die mit dem höchsten Kurs...

    Sehr pointiert formuliert! Gibt es da irgendwelche Stolperfallen oder funktioniert das uneingeschränkt?

    Also, so wie ich das verstehe, sollte das uneingeschränkt funktionieren. Siehe auch die FAQ vom BMF und Suche nach "nicht gefördert".

    Irgendwo stand auch im Referentenentwurf, dass die Einzahlung ins AVD begrenzt ist, um "missbräuchliche" Verwendung zu vermeiden. Also sind die 2*6840€ (pro Person), das was akzeptiert wird.

    Bin aber nur interessierter Laie, und kein Profi.

    Bin mir aber sicher, dass dieses Thema im Lauf der Zeit noch in diversen Threads weiter diskutiert wird...