Beiträge von LuciferM

    Tomarcy oder andere, die mit maxblue Depotübertrag Erfahrung haben: ich hab jetzt die Depotprämie "abgestaubt".

    Das Buchungsdatum der ETFs war der 27.07. Als Einstandskurs wird (derzeit?) aber der Wert des ETFs des Einbuchungstages in Dollar(!) angezeigt, und nicht das Datum des eigentlichen Kauftages (Kaufabrechnung bei der alten Bank in Euro)

    Als Information steht bei maxblue noch: der Einstandskurs wurde durch einen Depotübertrag beeinflusst.

    Hattet ihr das auch und die Einstandskurse werden noch korrigiert?

    M.E. ist es so: Wer in der Entnahmephase jährlich entnehmen möchte kann guten Gewissens auf einen Entnahmerechner zurückgreifen der mit Jahresdaten arbeiten. Wer hingegen monatlich entnehmen möchte sollte auch einen entsprechenden Rechner mit Monatsdaten bemühen.

    Beim Rechner auf Jahresbasis ergibt sich eine höhere sichere Entnahmerate, da bei dieser Entnahmefrequenz ein impliziter Cashpuffer gebildet wird. Dies geht jedoch auf Kosten des geringeren Endvermögens im Vergleich zur monatlichen Entnahme.

    Bei der monatlichen Entnahme liegt die SER für einem langen Entnahmezeitraum (60 Jahre) bei ca. 2,8%, bei der jährlichen Entnahme kommt man hingegen über 3% SER.

    Danke für den reminder von Georgs Artikel..das hier macht für mich Sinn: "Zunächst die gute Nachricht: in allen meinen Artikeln berechne ich die sichere Entnahmerate auf monatlicher Basis. Damit ist gewährleistet, dass das worst-case Szenario große Depression ab September 1929 in Kombination mit 2. Weltkrieg auch garantiert berücksichtigt wurde."

    Georg hat auch ein Bild von jährlicher Entnahmerate im September im Vergleich zur monatlicher Entnahmerate. Der Unterschied ist 0.12% für lange Entnahmezeiträume.

    Die Granularität der Daten macht also schon ein Unterschied aus, der Impact ist aber überschaubar. (Das Thema Wechselkursrisiko für Anleger im Euro Raum mit einem signifikanten US Anteil im Depot wurde aber bislang nicht berücksichtigt)

    Wie habt ihr denn das Wechselkursrisiko berücksichtigt? Gar nicht? (Wie hat das Georg gehandhabt?)

    Micha-1 : bei deinen Ergebnissen gibt es bei der Vanguard Strategie eine minimale Entnahmerate (z.b.20.000€/a). In schlechten Phasen müsste doch der floor die ganze Zeit wirken und die Entnahmerate immer weiter nach unten drücken?

    Bei 35 Jahren ist halt die letzte historische Simulation die von 1990-2024. Danach gibt es noch keine Daten. (Kein Monte Carlo)

    Aber: der ficalc Rechner verwendet US Daten. Wir leben aber im Euro Raum, und haben ein Wechselkursrisiko, welches halt im ficalc Rechner überhaupt nicht enthalten ist. Für die Stagflationsphase ist das aber wohl ein zentraler Punkt und die 3,5% sichere entnahmerate (mit S&P 500 Daten) gelten v.a. für den US Bereich?

    Also den ficalc Rechner doch mit Vorsicht zu genießen, und sich erstmal schlauer machen bzgl Einfluss von Wechselkursrisiko auf die Entnahmestrategie?

    (Georg hat da auch mal was geschrieben, vielleicht hat Planschkuh da noch ein besseres Erinnerungsvermögen)

    Man müsste aber vergleichsweise schauen, ob das nicht genau der Zeitraum wäre, in dem eine fixe Entnahme dem SORR zum Opfer gefallen wäre. D.h. was wäre die Alternative? Wenn Du einen wirklich schlecchten Zeitraum erwischt hast, kann nie und nimmer ein großes Vermögen aus dem Depot erwachsen.

    Nein, erstaunlicherweise geht sogar 1969-2003 mit konstanten 3,5% gerade noch gut...(Komisch)

    Für diesen Zeitraum wäre also konstant 3,5% besser als dynamic spending mit deinen Parametern... Für die überwiegende Mehrheit der Simulationen ist aber dynamic spending überlegen. Ich finde diese Strategie ja auch sehr gut.

    Hier das Ergebnis mit den Parametern von 90 Prozent Aktien

    3.5% anfängliche Entnahmerate klingt ja sehr defensiv. Aber auch damit gibt es "saure Gurken" Zeitabschnitte von 35 Jahren. Z.b 1969-2003. Bei 3,5% in 1969 angefangen, dann geht es kontinuierlich bergab bis 1989 auf eine Rate von 2,1%


    Diese Sortierung ist auch interessant. Average spending für 1969-2003: 28k

    Wenn ich weiß,mit was ich im worst case (auf Basis von historischen Daten) rechnen muss, dann hilft das bei der Auswahl der perönlichen Entnahmestrategie.

    Das rechne ich lieber mal selber nach. Wenn du am Anfang das doppelte aus dem Depot entnimmst, dann nimmt entsprechend weniger am weiteren Wachstum teil. Das kann unmöglich dauerhaft gut gehen. Ist das Ziel dieser Strategie in den ersten Jahren bewusst mehr auszuschütten?

    Gerne! Bin gespannt.

    Ich hab mal ficalc bemüht. Ergebnis 

    ( 90 Prozent Aktien: Notgroschen hat in seinem YouTube Video in den Kommentaren auf die Frage bzgl asymmetrischer guardrails reagiert)

    Ich denke nicht. Mit dem Ende des Erwerbsleben sind die Optionen sehr eingeschränkt. Eben sparen oder Flaschen sammeln.

    Du kannst natürlich noch mehr sparen oder länger arbeiten. Aber das hat relativ wenig mit der Entnahme Strategie zu tun. Welche Strategie du verwendest hat erstaunlich wenig Einfluss, wenn die Höhe des Vermögen erstmal fix ist.

    Ob es wirklich "erstaunlich wenig" ist, bezweifle ich. Zwischen einer statischen Entnahmerate (z.b. 2.6% Safe withdrawal rate bei historischer Simulation mit S&OP500 ab ca 1920 (siehe Artikel von Georg von finanzen-erklärt), oder halt 3%, wenn man nur Msci world ab ca 1970 nimmt (siehe mein gepostes Bild von Notgroschen) und einer Entnahme gemäß Vanguard dynamic spending liegen Welten. (Anfängliche Entnahmerate bis max 6.4%, siehe Beispiel von Notgroschen)

    Und wie soll diese Vorsorge aussehen? Das würde mich interessieren.

    Tomarcys Yoga-Rentner, der die 1000€ monatlich unbedingt braucht(?), kann nicht mehr allzuviel machen. Hoffen, dass kein worst case eintritt. Oder halt Minijob...

    Ich bin Arbeitnehmer. Werde noch mind. 10 Jahre arbeiten. Mit 58 bin ich vielleicht FIRE, und werde dann ernsthaft rumrechnen. Evtl. kann ich dann aufhören(wenn ich denn möchte). Wenn nicht, dann arbeite ich noch ein, qzwei Jahre länger.

    Kann natürlich auch bis 65/67 weiterarbeiten, und muss mir dann keine Gedanken mehr machen, wie ich mein Depot plattmache😉

    Aber vielleicht will ich die 7-9 Jahre ja anders nutzen, und dazu will ich aber dann eine wasserdichte Finanzplanung haben. Wird sich zeigen.

    Wie gesagt, das ganze passt nicht ins finanztip Forum (bin mir auch nicht sicher, ob wir aneinander vorbeireden).

    Willst du wirklich davon ausgehen, das sich der Worst-Case realisiert? Und dann zur Sicherheit möglichst sparsam leben?

    Natürlich nicht. Aber ich will wissen, was im worst case bei der gewählten Strategie passieren könnte. (Wenn das Depot eh nur für den Luxus verwendet werden soll, dann kann man es natürlich etwas gröber angehen, und muss nicht optimieren. Wenn man aber wirklich für seinen Lebensunterhalt auf eine gewisse Entnahmerate angewiesen ist, dann will ich besser vorbereitet sein. Dieses Thema passt allerdings nicht so wirklich in dieses Forum, sondern eher in ein FIRE Forum)

    Das ist irgendwo Augenwischerei - du wirst ja in deinem Gesamtvermögen einen gewissen, sicheren Anteil haben wollen, oder? Dann mußt du diesen halt außerhalb des AVD halten. Oder willst du bis zu deinem Ableben 100% Aktienquote fahren?

    Also ich schon! Siehe cederburg paper.

    100% Aktienquote schlägt alle anderen Strategien. In einem andern Thread hier (siehe Beitrag 56 im ATH thread) ging es vor kurzem auch darum. Für einen gewissen Zeitraum vor und nach start der Entnahmephase würde ich aber einen Teil des Depots temporär umschichten, um dem Rendite Reihenfolge Risiko etwas zu entgehen.

    Hab das mal in ficalc eingegeben. (Jährliches rebalabcing von Aktien/Tagesgeld)

    Für das "verlorene Jahrzehnt" 2000-2012 sinkt das Depot von 300k auf 130k. Die jährliche Entnahmerate sinkt kontinuierlich von 12k/a auf 8,9k/a.

    Für mich die Botschaft: wenn der Rentner wirklich die 1000€/ Monat braucht, dann hat er Schwierigkeiten, wenn der Aktienmarkt beim Entnahmestart schlecht läuft.

    Wer mag, kann sich hier Details ansehen.

    Es ist halt die Frage wem Du mehr vertraust. Kennst du die Leute hinter ficalc und wie gewissenhaft die die Implementierung durchgeüfhrt haben?

    Ich kenne die Person, die ficalc entwickelt hat, nicht. Hab die KI Claude gefragt. Der Entwickler ist eine Einzelperson, Quellcode ist zugänglich, der Rechner wird in der fire Community intensiv genutzt. Im boglehead Forum wurde der Rechner intensiv studiert und keine groben Fehler gefunden.

    Für mich passt das.

    Der Rechner macht historische Simulationen mit den s&p 500 Daten (bzw einer Approximation)ab 1871. Da ist halt dann die große Depression ab 1929, oder die Stagflation ab 1966 drin, was ich für worst case Analysen (Pleiterisiko, sichere Entnahme,...), wichtig finde. Msci world Daten gibt es halt erst ab 1970. (Rückgerechnet)

    Wenn der Rentner die 1000€ monatlich wirklich braucht, dann würde ich perönlich sehr konservativ sein bei der Auswahl der Entnahmestrategie und Entnahmerate.

    Wenn man die Entnahme am Beginn eines verlorenen Jahrzehnts beginnt (ist l unwahrscheinlich aber Murphys law...), dann greift der floor sehr oft, und von einer hohen anfänglichen Entnahmerate bleibt im Lauf der Zeit nicht mehr viel übrig.

    Mit dem ficalc Rechner kann man da rumspielen, ein ki gebasteltes Modell würde ich nicht nehmen.

    Ich finde das Video prinzipiell auch gut aber etwas schade, dass hier immer nur mit identischen Guardrails (Obergrenze gleich Untergrenze) gerechnet wird. Vanguard selber schlägt ja meines Wissens + 5% und -2,5% vor...

    Siehe Notgroschens Feedback in den Kommentaren. Ist halt ein zusätzlicher Parameter, und so viel bringt es nicht...

    Klasse Video. Und ja, ich finde die Strategie "besser" als eine statische Entnahmestrategie (mit z.b. 3% Entnahmerate) die oft zu sehr hohen Depotendwerten führt und man damit unter seinen Möglichkeiten lebt.

    Mit Vanguard dynamic spending kann man seine anfängliche (!) Entnahmerate signifikant erhöhen, mit dem Preis einer schwankenden Entnahmerate (via den guardrails) über die Zeit. Das Depot wird effizienter entspart.

    Siehe Abbildung in Minute 17:00: (100% Aktien, Pleiterisiko 1%, 30 Jahre, Msci world Daten, bootstrap Simulation)

    - statische Entnahmerate: 3,04%, Depotendwert 455%.

    - Vanguard dynamic spending: Bei einer (schon recht heftigen) Streuung von knapp 30% hast du eine (anfängliche!) Entnahmerate von 4,6% bei einem guardrail von 5%. Depotendwert 223%.

    Eine "große" Rechnerei ist es nicht, für finanziell interessierte ist es Peanuts. (Andere kaufen halt Rentenversicherungen mit "Garantie". Jeder, wie er meint...)

    Dass die Pleite Wahrscheinlichkeit für 50 % Heimataktien / 50 % internationale Aktien am geringsten sein soll (8%), verstehe ich nicht.

    Maximale Diversifikation, also 100% in einen Welt ETF ist doch der heilige Gral??

    Nein, das hat keinen Vorteil, es sei denn, man hantiert von vornherein mit der maximalen Aufstockung. Andererseits glaube ich, dass man für ältere Kinder gar kein Frühstartrentenkonto eröffnen kann.

    Hier die Info von finanztip:

    Ein spezielles Depot für die Frühstart-Rente soll auch für Kinder verfügbar sein, die keine Förderung erhalten. Das gilt für die Jahrgänge, die vor 2020 geboren, aber noch nicht volljährig sind. Ihre Erziehungsberechtigten sollen dort freiwillige Einzahlungen tätigen können. So könnten die Familien von Steuerfreiheit bis zum Renteneintritt und denselben Konditionen bei den Anbietern profitieren.

    (Vielleicht ist sowas in Spezialfällen interessant, den ich mir grad nicht vorstellen kann)