Frühstart-Rente Was bringt die Altersvorsorge für Schulkinder?

Nadine Graf
Nadine Graf •
Expertin Geldanlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Frühstart-Rente ist eine neue staatliche Förderung für die Altersvorsorge von Kindern, die 2020 oder später geboren wurden.
  • Ab 2027 will der Staat für jedes Kind zehn Euro im Monat in einem speziellen Depot bis zur Rente anlegen. Eröffnen Eltern kein Depot für Ihr Kind, legt die Bundesbank die Förderung im Kollektiv an.
  • Das Gesetz für die Rente ist noch nicht final.

So gehst Du vor

  • Unabhängig von der staatlichen Förderung ist ein Juniordepot mit einem weltweiten Aktien-ETF die beste Möglichkeit, flexibel für Dein Kind vorzusorgen und ein finanzielles Polster für das Erwachsenenleben aufzubauen.
  • Eine einfache und günstige Lösung sind Kinderdepots unserer Depotempfehlungen Traders Place, Scalable Capital, Consorsbank, Flatex, Trade Republic, ING, Finanzen.net Zero, Comdirect und S Broker.

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  • Informiere Dich als Elternteil eines berechtigten Kindes über die Frühstart-Rente. In unserem Newsletter und unserer App halten wir Dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

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Was ist die Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente ist eine staatliche Unterstützung für die Altersvorsorge von Kindern in Deutschland ab dem Geburtsjahrgang 2020 und jünger. Du als Erziehungsberechtigter oder -berechtigte sollst bald ein individuelles Depot für Deine Kinder bei einem Anbieter Deiner Wahl eröffnen können. In dieses Konto fließen jeden Monat zehn Euro vom Staat. Auch die Familie kann freiwillige Beiträge leisten. Das Geld soll sich bis zur Rente des Kindes am Kapitalmarkt vermehren und erst dann zur Verfügung stehen.

 

Wie soll die Frühstart-Rente aussehen? 

Zehn Euro pro Monat soll jedes sechsjährige Kind bis zum Alter von 18 Jahren vom Staat für das Alter bekommen. Das Geld soll in ein spezielles Depot eingezahlt werden. Die Gestaltungs- und Preisregeln dieses Depots sollen sich an der Standardversion des neuen Altersvorsorgedepots, dem sogenannten Standarddepot, orientieren. Der Regierungsentwurf zur Frühstart-Rente vom August 2026 gibt zudem einige Regeln für die staatliche Förderung vor:

  • Zielgruppe: Minderjährige mit erstem Wohnsitz in Deutschland, ab dem Jahrgang 2020 oder jünger.
  • Staatliche Förderung: monatlich zehn Euro.
  • Eigene Einzahlungen der Familie: bis zu einem Höchstbetrag von 6.840 Euro pro Jahr möglich, aber nicht verpflichtend, um die Förderung zu erhalten.
  • Start: Voraussichtlich 2027, mit rückwirkenden Zahlungen ab dem 1. Januar 2026.  
  • Auszahlung: Wenn das Kind im Rentenalter ist. Vorher nicht vorgesehen.
  • Steuer: Erträge aus dem Depot sind bis Renteneintritt steuerfrei. Dann fallen Steuern auf Förderung und dessen Erträge an und auf die Erträge aus Einzahlungen der Familie. Eltern oder andere Personen können ihre Einzahlungen nicht von der Steuer absetzen.

     

Wann tritt die Frühstart-Rente in Kraft? 

Voraussichtlich tritt die Frühstart-Rente am 1. Januar 2027 in Kraft. 2020 geborene Kinder sollen die Zahlungen für das erste Jahr rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bekommen. 

Ein passendes Depot werden die Eltern der berechtigten Kinder wahrscheinlich ab 2027 eröffnen können.  

 

Wie weit ist das Gesetz zur Frühstart-Rente? 

Das Gesetz, das die Frühstart-Rente regelt, soll noch dieses Jahr beschlossen werden. Am Regierungsentwurf aus dem August 2026 kann es also noch Änderungen geben. In unserem Newsletter für Finanzverbesserer erfährst Du, sobald es Neuigkeiten zum Verfahren gibt. 

 

Wer erhält die Förderung? 

Berechtigt sind Kinder mit erstem Wohnsitz in Deutschland, jeweils zwischen sechs und 18 Jahren. Die Förderung fließt jeweils ab dem sechsten Geburtstag: Der Geburtsjahrgang 2020 beginnt. Jüngere Jahrgänge folgen Schritt für Schritt. Kinder, die vorher geboren wurden, bekommen keine Förderung. Bis zur Volljährigkeit können ihre Eltern aber ein spezielles Depot für die Frühstart-Rente für sie eröffnen, um dort eigene Einzahlungen zu machen. 

 

Was ist das Ziel der Frühstart-Rente? 

Die Frühstart-Rente soll junge Menschen schon zeitig an den Kapitalmarkt heranführen und die Finanzbildung stärken. Unabhängig vom Elternhaus soll der jungen Generation damit der frühe Zugang zur privaten Altersvorsorge erleichtert werden.  

Die Frühstart-Rente soll das deutsche Rentensystem entlasten, indem mehr Menschen dazu angeregt werden, privat vorzusorgen und ihre Rentenlücke zu schließen. Die staatlichen Einzahlungen allein werden jedoch nicht ausreichen, um individuelle Rentenlücken zu schließen. Sie sind vielmehr ein Startkapital für die private Vorsorge. 

Nadine Graf

Sich mit Geld vom Staat an den Aktienmarkt zu wagen, kann für viele junge Menschen und ihre Familien die Hemmschwelle senken, mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Soll es Schulunterricht zur Altersvorsorge geben?

Die Bundesregierung plant die Frühstart-Rente auch durch Bildungsmaßnahmen zu begleiten. In welchen Formaten Wissen über die Frühstart-Rente und Altersvorsorge allgemein vermittelt wird, ist noch nicht klar. Die Regierung will aber auf die Länder zugehen, um die Frühstart-Rente in den Schulunterricht aufzunehmen. 

Informationen und Analysen zur Wertentwicklung der kollektiven Anlage sollen quartalsweise veröffentlicht werden. Neben öffentlichen Stellen sollen auch die privaten Depotanbieter Eltern und Kinder über Kapitalmarkt und Vorsorge informieren. 

Wie beantragen Eltern die Frühstart-Rente?

Es gibt verschiedene Wege, die staatliche Förderung zu erhalten. Eröffnest Du als Elternteil für Dein Kind ein spezielles Depot für die Frühstart-Rente, sind private Einzahlungen möglich. Außerdem hast Du mehr Möglichkeiten, darüber zu entscheiden, wie das Geld investiert wird.

Eröffnen die Eltern im Kindesalter kein solches Depot für das Kind, kann es sich die Förderung und darauf angefallene Erträge auch im Erwachsenenalter sichern. Denn die Förderung wird dann von der Bundesbank im Kollektiv angelegt.

 

Welches Depot ist für die Frühstart-Rente nötig?

Wer für sein Kind die Frühstart-Rente eröffnen will, schließt damit einen zertifizierten Altersvorsorge-Vertrag ab. Das sind staatlich anerkannte Produkte, die es auch für Erwachsene gibt. Dazu gehört zum Beispiel das neue Altersvorsorgedepot, an das die Frühstart-Rente, wie bereits erwähnt, angelehnt ist.

Die Kinder erhalten also ein Depot in ihrem Namen bei einer Bank, einem Broker, einer Versicherung oder einem sonstigen privatwirtschaftlichen Anbieter. Die Eltern können dort zwischen bestimmten, zertifizierten Anlageprodukten wie zum Beispiel Aktien-ETFs wählen. Welche das genau sein werden, steht erst mit Veröffentlichung der Anlagerichtlinien fest.

Ein bereits eröffnetes, herkömmliches Juniordepot oder Kinderdepot lässt sich aktuell nicht zu einem Depot für die Frühstart-Rente umdeuten. Der Abschluss von passenden Depots ist erst ab dem 1. Januar 2027 möglich. Wahrscheinlich kannst Du dann für Dein Kind beides bei einem Anbieter abschließen, um die Altersvorsorge für Dein Kind für Dich übersichtlich zu halten. 

 

Wie weisen Eltern die Berechtigung nach?

Familien, deren Kinder die Frühstart-Rente bekommen, müssen dafür in der Regel keine Unterlagen oder Belege einreichen. Es soll automatisiert überprüft werden, wer die Förderung bekommt oder durch einen mehrjährigen Umzug ins Ausland zeitweise nicht bekommt.

Verantwortlich dafür ist vor allem das Zentralamt für Steuern. Die Daten stammen aus dem Verfahren für die Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM). Anders als im Eckpunktepapier von Ende 2025 beschrieben, soll die Frühstart-Rente nicht mehr an den Bezug von Kindergeld geknüpft sein.

 

Wie kann das Geld angelegt werden?

Nur wenn die Eltern für ihr Kind einen Altersvorsorge-Vertrag für die Frühstart-Rente abschließen, damit also ein spezielles Depot eröffnen, können sie entscheiden, in welche Anlageoptionen das Geld fließt. Es gelten allerdings Einschränkungen, da es sich um Standarddepot-Verträge (§ 1 Abs. 1c AltZertG) handeln soll.

Es gelten also dieselben Vorgaben wir für Standarddepots für Erwachsene. Kurz gesagt: Sie bestehen aus zwei Fonds mit unterschiedlichen Risikoklassen, die die Anbieter auswählen. Kunden können die Aufteilung des Geldes auf diese Fonds bestimmen. Eine Kapitalgarantie gibt es nicht. Mehr Details liest Du im Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

 

Welche Anlageprodukte sind sinnvoll für die Frühstart-Rente?

Eröffnest Du als Elternteil ein Depot für die Frühstart-Rente Deines Kindes, entscheidest Du, wie das Geld investiert wird. Das passiert allerdings im Rahmen des Standarddepots für die Altersvorsorge. Mehr Details liest Du im Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

Du solltest beachten, dass die Anlagedauer sehr lang ist. Dein Kind hat noch über 60 Jahre bis zur Rente und so lange soll auch das Geld angelegt bleiben. Das ermöglicht Dir mehr Risiko einzugehen als bei kürzeren Zeiträumen. Sichere Deinem Kind somit eine möglichst hohe Rendite.

Dafür empfiehlt Finanztip so viel Geld wie möglich in einen weltweiten Aktien-ETF zu stecken. Das kann zum Beispiel ein ETF auf den MSCI ACWI IMI sein. Einen Sicherheitsbaustein einzuplanen, halten wir für junge Anleger nicht für notwendig. Der Grund: Geld, was hier eingezahlt wird, ist für die Altersvorsorge gedacht und muss nicht in Notfällen angetastet werden. Schwankungen an der Börse kannst Du über einen längeren Zeitraum einfacher aushalten. Möglich wären aber auch Investments in andere Produkte von Versicherern oder aktiv gemanagte Fonds. Hierbei ist zu befürchten, dass die Kosten der Produkte hoch ausfallen und die Renditen schmälern.

 

Was passiert, wenn berechtigte Kinder volljährig werden?

Die staatliche Förderung soll für berechtigte Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt werden. Mit der Volljährigkeit sollen aus den Verträgen für die Frühstart-Rente Verträge für das Altersvorsorgedepot werden, sodass die jungen Erwachsenen dort beim selben Anbieter weitersparen können. Ein Wechsel des Anbieters ist aber auch möglich.

Sich das Fördergeld auszahlen zu lassen ist nicht möglich, da es für die Altersvorsorge gedacht ist und bis mindestens zum 65. Lebensjahr in einem Altersvorsorge-Vertrag bleibt.

Berechtigte Personen, die mit 18 Jahren keinen Vertrag für die Frühstart-Rente haben, können bei Volljährigkeit ihren Anspruch auf das Startkapital aus der Kollektivanlage geltend machen. Ihre Förderungen aus der Kindheit und die Erträge darauf können sie in einem selbst abgeschlossenen Altersvorsorgevertrag anlegen. Das funktioniert bis zum 35. Geburtstag, dann erlischt der Anspruch. Bis dahin bleibt die Förderung zu denselben Konditionen weiter angelegt, kann also noch weitere Erträge sammeln, obwohl keine Fördersummen mehr fließen.

 

Wie wird die Frühstart-Rente später ausgezahlt?

Die Förderung kann grundsätzlich nicht vor dem 65. Geburtstag ausgegeben werden. Vorher ist das Kapital gebunden, da es für die Rentenphase gedacht ist.

Du kannst Dir die Frühstart-Rente als monatliche Zusatzrente vorstellen. Je nach Renteneintritt, soll das angesparte Geld frühestens ab dem 65. Geburtstag und mindestens bis zum 85. Geburtstag ausgezahlt werden. Vorher soll das Kapital nicht verfügbar sein. Das bedeutet, dass bis zur Volljährigkeit nur die eigenen Einzahlungen der Familie aus dem Depot für die Frühstart-Rente entnommen werden können. Die genauen Konditionen hängen dabei vom Anbieter ab.

Danach gelten die Regeln des Altersvorsorgedepots. Du kannst dort Geld entnehmen, aber nur förderschädlich. Das heißt, dass nicht nur Dein Depotanbieter Gebühren für den Verkauf berechnen kann, sondern Du auch andere Nachteile hast: Förderbeträge musst Du zurückzahlen, nur die Erträge darauf kannst Du behalten. Auch für Steuerersparnisse durch eigene Einzahlungen als erwachsene Person werden Rückzahlungen fällig. Nur selbst eingezahltes Geld und Erträge darauf bekommst Du ausgezahlt. Auf alle Erträge zahlst Du dann Abgeltungssteuer.

Kann die Frühstart-Rente vererbt werden?

Verstirbt ein Kind, das die Frühstart-Rente enthält, bevor es 18 Jahre alt wird, geht die Förderung zurück an den Staat. Vererbbar sind allerdings die Erträge, die die Förderung bis dahin eingebracht hat, und eigene Einzahlungen der Familie samt ihren Erträgen. 

Auch wenn eine berechtigte Person nach dem 18. Geburtstag stirbt, müssen die Fördergelder zurückgezahlt werden. Es gelten dann dieselben Regeln wie bei anderen geförderten Altersvorsorgeverträgen (§ 93 EstG).

Was ist mit Kindern, die nicht berechtigt sind?

Kinder, die 2019 oder früher geboren sind, erhalten keine staatlichen Förderungen. Einen Vertrag über ein Altersvorsorgedepot können ihre Eltern trotzdem für sie abschließen und dort Geld einzahlen. 

Eine flexiblere Lösung, um für das Alter dieser Kinder vorzusorgen, wird aber ein gewöhnliches Juniordepot sein. Hier können Eltern frei wählen, welche Produkte sie besparen. Zum Beispiel bei einem Aktien-ETF können die Eltern oder später das Kind auch Geld aus dem Juniordepot entnehmen, um es für andere Zwecke als die Altersvorsorge einzusetzen. So lassen sich Führerschein, Ausbildung oder Studium bezuschussen. 

Verträge für die Frühstartrente ohne Förderungen haben den Vorteil, dass keine Vorabpauschale fällig wird. Auch wenn Du innerhalb des Depots umschichtest, fallen keine Steuern an. Also zum Beispiel, wenn Du Wertpapiere mit Gewinn verkaufst, um dafür ETF-Anteile zu kaufen, bleiben die Erträge steuerfrei. 

Im Juniordepot ist das nicht so. Du kannst allerdings den Sparer-Pauschbetrag des Kindes von 1.000 Euro jährlich nutzen oder für es eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegen, um so Steuern zu sparen.

Wie viel kostet ein Depot für die Frühstart-Rente?

Depots für die Frühstart-Rente haben bis zum 18. Geburtstag keine Abschluss- oder Vertriebskosten. Auch ein Wechsel des Vertrags oder Anbieters muss kostenlos sein. Es gibt einen gesetzlichen Deckel für die laufenden Kosten. Wie hoch sie tatsächlich sind, ist je nach Anbieter unterschiedlich. 

Was sollten Familien bei der Depoteröffnung beachten? 

Die Kosten für Depots für die Frühstart-Rente sind zwar staatlich gedeckelt, trotzdem sollten Eltern hier genau hinschauen und Angebote vergleichen. Gerade bei niedrigen Anlagebeträgen, die über einen sehr langen Zeitraum angelegt werden, können zu hohe Kosten über Jahrzehnte einen großen Teil der Rendite fressen.  

Neben den Kosten für das Depot ist aber auch die Wahl der Anlageprodukte darin entscheidend. Auch hier können laufende Kosten entstehen. Günstige, passive Aktien-ETFs zum Beispiel haben oft laufende Kosten unter 0,2 Prozent. Aktive Fonds kosten meist ein Vielfaches davon.  

Finanztip rät dazu, im Depot für die Frühstart-Rente genauso wie bei der Anlage für Erwachsene auf einen breitgestreuten und günstigen ETF wie zum Beispiel auf den Index MSCI ACWI IMI zu setzen. Empfehlungen dafür findest Du in unserem ETF-Finder.  

 

Wie viel müssen Eltern mindestens für die Frühstart-Rente einzahlen?

Der Gesetzesentwurf verpflichtet Familien nicht zu eigenen Einzahlungen. Das Kind bekommt die zehn Euro vom Staat pro Monat, auch, wenn nichts eingezahlt wird.  

Freiwillig und unabhängig von der Förderung können Eltern, andere Verwandte oder Angehörige aber in das Depot des Kindes einzahlen. Das geht bis zu einer Höchstsumme von 6.840 Euro im Jahr.  

Je nach Vertrag könnte es sein, dass einzelne Anbieter auf regelmäßige Einzahlungen der Familien bestehen. Darauf solltest Du bei Vertragsabschluss achten und Dir im Zweifelsfall besser ein Depot ohne Mindestbeiträge suchen.  

Kannst Du das Depot wechseln oder kündigen?

Familien können den Vertrag für die Frühstart-Rente kostenlos wechseln, allerdings immer nur mit dem kompletten Betrag. Teilübertragungen zu einem anderen Anbieter sind nicht möglich. 

Gekündigt werden kann das Altersvorsorgedepot für die Frühstart-Rente nicht komplett, da das Fördervermögen geschützt ist. Nur der Vertragsteil, der sich auf die Einzahlungen der Familien beziehen, kann gekündigt werden. 

Welche Vorgaben gibt es für Depots für die Frühstart-Rente?

Die Depots für die Frühstart-Rente sind keine herkömmlichen Junior- oder Kinderdepots, sondern zertifizierte Altersvorsorge-Verträge. Das sind staatlich anerkannte Produkte, die es so ähnlich auch für Erwachsene gibt. Du kennst sie unter anderem als Altersvorsorgedepot.

Die monatlichen zehn Euro vom Staat fließen vierteljährlich zu einem festgelegten Stichtag an die Anbieter der Altersvorsorgedepots. Die Anbieter müssen das Geld unverzüglich anlegen. 

 

Gibt es die Förderung auch ohne ein eigenes Depot? 

Ja. Aber wollen Familien zusätzlich zur Förderung des Staates eigene Einzahlungen machen und die Anlageprodukte selbst wählen, müssen sie dafür ein Depot eröffnen. Dabei handelt es sich um einen zertifizierten Altersvorsorge-Vertrag. 

Kinder, deren Eltern einen solchen Vertrag nicht abgeschlossen haben, gehen aber nicht leer aus: Die Bundesbank legt für diese berechtigten Personen die Fördersumme im Kollektiv an. Später können die Berechtigten sich Fördergeld und Erträge als Startkapital für die Altersvorsorge in einen eigenen Vertrag übertragen lassen. 

Auch Mittelwege sind möglich: Bis zur Volljährigkeit können Eltern für ihre berechtigten Kinder jederzeit ein Depot eröffnen und bekommen die bisherige Fördersumme plus Erträge darauf eingezahlt. 

Kollektivanlage: Was passiert, wenn Eltern kein Depot eröffnen?

Die staatliche Förderung wird nur in ein Altersvorsorgedepot für die Frühstart-Rente gezahlt. Dieses Standarddepot muss von den Erziehungsberechtigten eröffnet werden. Eröffnen sie das nicht oder nicht direkt, soll die Fördersumme im Kollektiv angelegt werden. Ihren Teil der Förderung und eventuelle Erträge sollen die Berechtigten später erhalten können.

Wie funktioniert die kollektive Anlage?

Fördergeld, das nicht abgerufen wird, legt die Deutsche Bundesbank gemeinschaftlich an. Dafür stellt das Finanzministerium Anlagerichtlinien auf, die regeln, in welche Anlageklassen investiert werden soll. Noch steht diese Anlagestrategie nicht fest, aber sie soll den Anlagegrundsätzen „Rendite, Sicherheit und Liquidität“ folgen und laufend überprüft werden. Wahrscheinlich wird ein Großteil in Aktienfonds angelegt sein.

Klar ist, dass in der Kollektivlösung keine individuellen Zuzahlungen oder Anlagepräferenzen berücksichtigt werden.

Wie können sich Berechtigte ihre Förderung nachträglich sichern?

Ein Depot für die Frühstart-Rente können die Eltern berechtigter Kinder jederzeit bis zum 18. Geburtstag des Kindes eröffnen. Die Fördergelder werden bis dahin über die gemeinschaftliche Anlage der Bundesbank angelegt. Förderung und Erträge können dann in das eröffnete Depot für die Frühstart-Rente übertragen werden.

Passiert das nicht bis das Kind 18 Jahre alt wird, kann es selbst handeln. Eröffnen die jungen Erwachsenen bis zum 35. Geburtstag ein Altersvorsorgedepot, können sie sich das Fördergeld und dessen Erträge aus der Kollektivanlage als Startkapital in das Depot übertragen lassen. Auch hier gilt: Dieses Geld soll für die Altersvorsorge genutzt werden und ist vor der Rente nicht verfügbar. Gab es bereits ein Depot für die Frühstart-Rente, geht dieses mit Volljährigkeit in eine Altersvorsorgedepot über.

Was bringt die Frühstart-Rente wirklich?  

Wer die Frühstart-Rente bekommt, kann allein dadurch mit fast 30.000 Euro mehr in Rente gehen. Vorausgesetzt, die staatliche Förderung wird zum Beispiel in einen Aktien-ETF mit durchschnittlich sechs Prozent Rendite pro Jahr angelegt und die Kosten liegen bei 0,2 Prozent jährlich. Bis zum Renteneintritt bleibt das Geld zu gleichen Konditionen angelegt. Dieses Endvermögen muss allerdings in der Rente versteuert werden. 

 

Wie viel zahlt der Staat für Kinder ein? 

Erhalten Kinder ab ihrem sechsten Geburtstag die Förderungen der Frühstart-Rente durchgängig bis zur Volljährigkeit, kommen über die monatlichen Einzahlungen für zwölf Jahre 1.440 Euro zusammen.  

Ab dem 18. Geburtstag gibt es keine staatlichen Einzahlungen mehr. Dann können allerdings schon etwa 2.000 Euro im Depot liegen. Das wäre der Fall, wenn das Geld in einen passiven Welt-Aktien-ETF angelegt wird, der die Ausschüttungen wiederanlegt und 0,2 Prozent Kosten hat. Laut Finanztip-Berechnungen bringt eine solche Anlage langfristig eine Durchschnittsrendite von sechs Prozent jährlich. 

Wie entwickelt sich das eingezahlte Geld?  

Wer über die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat hinaus kein weiteres Geld einzahlt, hat mit den genannten Annahmen zum 65. Geburtstag einen Depotwert von 29.200 Euro.  

Kommen jeden Monat zusätzlich beispielsweise 50 Euro private Einzahlungen hinzu, käme zum 65. Geburtstag ein Depotwert von 175.200 Euro zusammen. Auf Auszahlungen in der Rente werden allerdings Steuern fällig.  

Weil eine Auszahlung der Förderung nicht vor dem 65. Geburtstag möglich ist, läuft der Vermögensaufbau langfristig: Jede Person hat einen Anlagehorizont von über 60 Jahren.  

So kann der Zinseszinseffekt optimal genutzt werden. Er wirkt stärker, je länger das Geld angelegt wird. Ein weiterer Vorteil: Erträge sind bis zum Renteneintritt steuerfrei. Daher greift der Zinseszins bei der Frühstart-Rente im Vergleich zu anderen Anlagen ungebremst.   

Was sind die besten Anbieter für die Frühstart-Rente?  

Da die Frühstart-Rente frühestens 2027 eingeführt wird, gibt es erst wenige konkrete Angebote für die zertifizierten Standarddepots für die Altersvorsorge. Lass Dich bei der Auswahl eines passenden Depots nicht stressen. Du kannst die Förderung auch rückwirkend erhalten. 

Viele Anbieter bringen sich bereits mit herkömmlichen Juniordepots in Stellung. Dort kannst Du, unabhängig von der Frühstart-Rente, so früh wie möglich für Dein Kind sparen. 

Ein gutes Juniordepot findest Du mit dem Finanztip-Vergleich solcher Angebote. Bei vielen Anbietern ist die Depotführung kostenlos und ETF-Sparpläne gebührenfrei. Manche Depots werben sogar mit Prämien für Kinder. Auch wenn die Werbung dies suggeriert: Bislang gibt es noch keine staatlichen Förderungen für Juniordepots.  

Hinweis zum Depot-Vergleich

Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.

Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.

Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnet werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist. 

Wird ein Juniordepot durch die Frühstart-Rente überflüssig?

Ein herkömmliches Juniordepot für den Nachwuchs einzurichten und regelmäßig Geld in einen Welt-Aktien-ETF anzulegen, ist sinnvoll, unabhängig davon, wie es mit den Plänen der Regierung zur Frühstart-Rente weitergeht.

Nadine Graf

Egal, wie sich die Pläne der Regierung entwickeln: Ein Juniordepot fürs Kind einzurichten, wird sich lohnen – am besten so früh wie möglich.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Wer ein Kinderdepot unabhängig von der staatlichen Förderung eröffnet, ist flexibler: (Teil-)Verkäufe der Wertpapiere können bei der Frühstart-Rente kompliziert und teuer werden. Denn die staatliche Förderung und Steuervorteile im Erwachsenenalter musst Du zurückzahlen, wenn Du vor Renteneintritt an das Geld im Depot willst. 

Über ein Juniordepot können Familien auch Geld für andere Zwecke als die Altersvorsorge anlegen. Zum Beispiel für den Führerschein, die Ausbildung oder das Eigenkapital für einen Immobilienkauf. 

Einzige Einschränkung bei der Anlage in Aktien-ETFs: Das Geld sollte für mindestens 15 Jahre, gerne länger, angelegt werden, um zwischenzeitliche Kursschwankungen aussitzen zu können. Ist das Sparziel kurzfristiger, weil zum Beispiel der Führerschein in den nächsten Jahren ansteht, eignen sich andere Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder ein Geldmarkt-ETF. 

Welche weiteren Vorteile ein Juniordepot hat, liest Du in unserem Finanztip-Ratgeber zu Juniordepots. 

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