Beiträge von Leopard

    Ich höre mir das nicht mehr an.
    Hauptsache meine Allianz erhöht die Dividende auf 17,10 Euro und die Münchner Rück auf 24 Euro.


    Guten Abend Tomarcy,

    das funktioniert allerdings nur dann, wenn möglichst viele Menschen möglichst viele Versicherungen abschließen, die sie dann idealerweise nie in Anspruch nehmen.

    Randnotiz: Die Outperformance von Allianz und Münchener Rück gegenüber einer sinnvoll gewählten Benchmark (z. B. DAX) steht in einem nicht sonderlich attraktiven Verhältnis zu dem Risiko, das von einer Einzelaktie ausgeht.;)

    Liebe Finanztip-Community,

    2.500 Zugriffe und 68 Antworten in nur 2 Tagen - das zeigt, dass das Thema nicht ganz so trivial ist, wie es manche Forist:innen durch ihre Herabwürdigung darstellen wollten.

    Mein (vorläufiges) Fazit:

    Wenn man als MIETER:

    - achtsam im Alltag handelt (dazu gehört auch, sich zu vergewissern, dass elektronische Geräte sowie Wasserhähne bei Verlassen der Wohnung ausgeschaltet sind) und

    - vorwiegend zu Fuß und manchmal mit dem ÖPNV unterwegs ist,

    dann geht das Risiko eines größeren Schadenereignisses gegen null.

    Trotz mehrfacher Nachfrage konnte außer dem in Beitrag Nr. #67 dargestellten Sachverhalt (bei dem die näheren Umstände leider nicht bekannt sind) kein existenzbedrohliches Schadenereignis genannt werden, dass die Sinnhaftigkeit einer PHV rechtfertigt.

    Wenn man als Teil eines Versichertenkollektivs die (grobe) Fahrlässigkeit seiner häufig nicht ganz so achtsamen Mitmenschen mitfinanzieren möchte, ist dies selbstverständlich jedem Menschen gestattet.


    Ok, verstanden.

    In derartigen Fällen würde die PHV also gar nicht zur Anwendung kommen, da eine "Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung" zuständig wäre.

    Wie oft gab es denn in deinem sozialen Umfeld Schadenereignisse, bei denen die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung zur Anwendung gekommen ist? Wie hoch war die regulierte Schadenhöhe in etwa?

    Zweites Zwischenfazit:

    Wenn ich Jesus folge (Demut, Verzicht, Bescheidenheit) und Hobbys wie Skifahren und andere von spätrömischer Dekadenz triefenden Aktivitäten unterlasse, geht das Risiko eines existenziell bedrohlichen Schadenereignisses gegen null.

    Konkrete Schadenereignisse, die die eigene wirtschaftliche Existenz hätten zerstören können und dank einer PHV reguliert werden konnten, sind nach der bisherigen Diskussion nicht bekannt.

    Recherche über eine einschlägige Vergleichs-App:

    PHV ohne Selbstbehalt, inkl. mind. 10 Mio. Euro Deckungssumme + Ausfalldeckung + Gefälligkeitsschäden + Schlüsselverlust Miete + Gemietete oder geliehene Sachen: Ab ca. 33 Euro/Jahr

    PHV mit 1.000 Euro Selbstbehalt, inkl. mind. 10 Mio. Euro Deckungssumme + Ausfalldeckung + Gefälligkeitsschäden + Schlüsselverlust Miete + Gemietete oder geliehene Sachen: Ab ca. 15,50 Euro/Jahr

    An dieser Stelle sollte auch jedem:r Nicht-Mathematiker:in klar sein, dass ganz offensichtlich ein Großteil der regulierten Schäden in einem Bereich unterhalb von 1.000 Euro liegt.

    Ich finde, dass die PHV zum Schutz der Geschädigten eine Pflichtversicherung sein sollte, so wie es bei der KFZ Haftpflich und (teilweise) Tierhalterhaftpflicht ist. Denn die stehen im Zweifel ziemlich dumm da, wenn der Schädiger nicht zahlen kann und keine PHV hat. Da kann das Leben des Geschädigten unverschuldet ruiniert sein. Und dass das durchaus passieren kann, sieht man am TE.


    In meinem konkreten Fall müsste ich wohl ein Leben lang an die geschädigte Person bezahlen...

    Derartige Fälle sind mir jedoch nicht bekannt. Vielleicht kennt ja jemand einen entsprechenden Fall, bei dem eine Person ohne PHV seit geraumer Zeit an die geschädigte Person zahlen muss?

    Hmm, welche Versicherung soll denn so einen Waschmaschinen Schaden bezahlen, unsere ist auch kaputt gegangen, also suche ich mir Frau Mustermann, diese hat ihre Schlüppis darin gewaschen und dabei ging diese kaputt. Das gute Stück ist 8 Jahre alt und hat hunderte Programme gewaschen, da soll dann eine Haftpflicht bezahlen? Schon merkwürdig, diese Einstellung.


    Nein, diese Einstellung ist nicht merkwürdig.

    Als Konsument:in geht es immer darum, die Konsumentenrente zu maximieren. Das ist VWL I.

    Das ist sicher nicht der Normalfall. Da sollte man mal selber die Bedingungen prüfen - evtl. hat man eine Billigpolice mit zu vielen Ausschlüssen abgeschlossen.


    Möglicherweise doch:

    Ein von mir erfolgter Anruf bei einer örtlichen Versicherungsagentur eines großen, namhaften Versicherers hat bestätigt, dass scheinbar elektronische Geräte bei einer PHV grundsätzlich nicht inkludiert sind, sondern hierfür eine Elektronikversicherung zuständig sei.

    Die PHV deckt doch die schwarzen Schwäne des Alltags ab. Genau die Fälle, an die man niemals im Leben denkt, dass einem ein sooo dämliches und gleichzeitig teures Missgeschick jemals passiert. Im besten Fall passiert dir niemals so ein Missgeschick. Falls es aber doch passiert, bist du nicht ruiniert.

    Die PHV ist eine der wenigen Versicherungen, die ich wirklich gerne bezahle. Sie ist günstig und deckt riesige Schäden ab. Und wenn ich auf meinem Sterbett Fazit ziehe und feststelle, dass ich die PHV mein ganzes Leben umsonst bezahlt habe, weil nie in Anspruch genommen, werde ich trotzdem zufrieden sein.

    Bei deinem Waschmaschinenbeispiel hab ich das Gefühl, dass ihr die PHV mit einer Hausratversicherung verwechselt (und auch da sollte man gründlich die Bedingungen studieren). Oder du müsstest mal die ganze Geschichte erzählen, was genau passiert ist.


    Hallo Mittvierziger,

    danke für deine theoretische Antwort.

    Welche "schwarzen Schwäne" sind dir oder Menschen aus deinem sozialen Umfeld denn widerfahren?


    Hallo Wanderslust,

    besten Dank für deine Beispiele.

    Welche davon sind dir oder Menschen in deinem sozialen Umfeld konkret passiert?

    Mögliche theoretische Ereignisse kann man sich immer gut herleiten.

    Butter bei die Fische! Erzähle jetzt mal die ganze Geschichte!


    Scheinbar hat die Sache mit der Waschmaschine Näheres Interesse geweckt, daher nun ausführlicher:

    Die in einer WG lebende Freundin hat die Waschmaschine ihres Mitbewohners genutzt. Nach der Nutzung war die Waschmaschine kaputt. Der Mitbewohner wollte, dass die Freundin eine neue Waschmaschine bezahlt. Dies wurde von der Freundin zunächst verneint, da sie die Waschmaschine ordnungsgemäß bedient habe.

    Im weiteren Verlauf hat man sich darauf geeinigt, dass die Freundin an ihre Versicherung herantritt. Sie ist ja schließlich privat haftpflichtversichert und hat aus Versehen die Waschmaschine kaputt gemacht. Dieser Auffassung ist die Versicherung nicht gefolgt, da es hieß, elektronische Geräte seien bei einer PHV grundsätzlich nicht inkludiert.

    Der Mitbewohner hat recherchiert und sich schließlich für eine Reparatur entschieden. Diese hat ca. 80 Euro gekostet. Freundin und Mitbewohner haben sich darauf geeinigt, die Kosten 50:50 zu teilen.

    Learning der Freundin: Wenn es in über 25 Jahren einmal drauf ankommt, wird nicht gezahlt.

    Als ÖPNV Nutzer steigst du aus dem Bus aus, läufst direkt vor ein Auto, das weicht aus und crasht in einen Tanklaster mit Chemieprodukten. Folge, Kosten, die du allein nicht übernehmen kannst ...


    Das sind exakt die konstruierten Fälle, die ich meine: Theoretisch möglich, praktisch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit nahe null.

    Ist dir oder einer Person aus deinem Bekanntenkreis Vergleichbares widerfahren?


    Hallo Tomarcy,


    danke für deine ausführliche Rückmeldung.

    Welche dieser Fälle sind denn konkret in deinem Umfeld passiert?

    Liebe Finanztip-Community,


    immer wieder wird gesagt, dass eine Private Haftpflichtversicherung („PHV“) absolut essenziell sei.


    Die Praxis zeigt mir: Entweder brauche ich diese Versicherung nicht oder wenn ich sie brauche, dann heißt es, dass in einem solchen Falle die PHV nicht bezahlen würde.


    Konkretes Beispiel: Bei einer Freundin, die in einer WG wohnt, ging die Waschmaschine des Mitbewohners kaputt. Kein Problem, dachte die Freundin, da sie eine PHV hat. Antwort der Versicherung: Bei elektronischen Geräten zahlt die PHV grundsätzlich nicht.


    Ein weiteres Beispiel: Eine Freundin, die zur Miete wohnt, hat ihren Schlüssel verloren. Kein Problem, dachte sich die Freundin: Sie hat ja schließlich eine PHV und Schlüsselverlust ist mitversichert. Die konkrete Antwort der Versicherung bestand darin, ob der mögliche Finder des Schlüssels den Schlüssel der Wohnung zuordnen könne. Dies hat die Freundin natürlich verneint. Die Versicherung hat darauf erwidert, dass das Risiko, dass sich der mögliche Finder des Schlüssels Zugang zum Haus bzw. zur Wohnung verschaffen könnte, äußerst gering sei und daher die Schließanlage nicht durch eine neue ersetzt werden müsste. Der neue Schlüssel, den sie mit Zustimmung des Vermieters anfertigen musste, war wertmäßig unterhalb ihres Selbstbehalts.


    Ansonsten sind mir aus meinem sozialen Umfeld keine konkreten Schadenereignisse bekannt, bei denen jemals eine PHV bezahlt hat.
    Besonders interessant ist, dass mir die Verivox-App im Falle eines Selbstbehaltes von 1.000 Euro einen Beitrag anzeigt, der ca. 3-mal so niedrig ist wie im Falle eines Selbstbehaltes von 0 Euro.


    Ich schließe hieraus, dass die meisten Schadenereignisse einen Wert von weniger als 1.000 Euro haben. Da man eine PHV jedoch vorwiegend abschließt, um vor größeren (existenziellen) Schäden geschützt zu sein, frage ich mich, wie groß das Risiko tatsächlich ist.


    Hier kommt ihr ins Spiel: Welche konkreten Fälle sind euch aus eurem sozialen Umfeld bekannt, bei denen die Versicherung im Rahmen der PHV einen Schaden von mehr als 1.000 Euro bezahlt hat?

    Versicherungen scheuen Risiken. Da, wo man sich gegen vermeintlich große Risiken zu einem maximal günstigen Preis versichern kann, sollte man sich fragen, inwieweit die Rechnung nicht eher zugunsten der Versicherungswirtschaft ausfällt.

    Ich weiß nicht, wie oft ich es noch wiederholen soll: Es gibt nicht DIE langfristig beitragsstabil(st)e Gesellschaft, die man dann aufgrund einer Forendiskussion oder meiner Einschätzung auswählt. Alle Annahmen dazu - basierend auf Historie, Kennzahlen etc. - sind Momentaufnahmen und bieten keine Gewähr für die Zukunft.

    Deshalb sind die dauerhaft garantierten tariflichen Leistungen das deutlich verlässlichere Kriterium bei der Entscheidung für diese oder jene PKV.


    Ok, wunderbar.

    Summa summarum bedeutet dies somit, dass lediglich die Ecke "Leistungsumfang" des "magischen Dreiecks" der PKV wirksam optimiert werden kann.

    Ihre Aussage unter Beitrag Nr. #85, wonach "die bisherigen 84 Beiträge in diesem Thread dann immerhin für andere Ratsuchende den Nutzen [haben], sich lieber von Anfang an leistungsstärkere und beitragsstabilere [eig. Hervorhebung] Gesellschaften / Tarife als die Debeka zu suchen", wird damit ad absurdum geführt.

    Eine PKV-Optimierung durch einen Versicherungsmakler oder alternativ die Honorarberatung macht Sinn, wenn der Leistungsumfang im Vordergrund steht. Alles andere kann ex ante nicht wirksam prognostiziert werden.

    Vielen Dank, liebe Finanztip-Community!!!

    Eine Tarifhistorie über 15 Jahre ist gerade aufgrund der Turbulenzen in den vergangenen ca. 5 Jahren meiner Ansicht nach zu wenig aussagekräftig, was ich auch mit den Aussagen in meinen letzten Beiträgen vermitteln wollte. Man sollte schon die Entwicklung der letzten 20-30 Jahre betrachten. Da du in einem Unisex-Tarif bist, solltest du einfach bis zur Einführung der Unisex-Tarife die Entwicklung des vergleichbaren Vorgängertarifs der Bisex-Welt betrachten.


    Guten Abend Felice,

    vielen Dank für deine zahlreichen und hochqualitativen Beiträge von heute (und selbstverständlich auch der vergangenen Tage)!

    Wenn man nun genau das tut, was du hier in dem Zitat geschrieben hast: Welche Versicherer haben sich denn in der Vergangenheit als beitragsstabiler als der Marktdurchschnitt gezeigt?


    Guten Abend Herr Dr. Schlemann,

    zunächst danke für Ihre drei weiteren Beiträge von heute.

    Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie auf meine konkreten Fragen (Frage 2 dürfte sich dank der Anmerkung von mirsan unter Beitrag Nr. #87 bereits erledigt haben) nicht geantwortet haben. Dies ist selbstverständlich Ihr gutes Recht.

    Das kann ich verstehen. Hoffentlich haben die bisherigen 84 Beiträge in diesem Thread dann immerhin für andere Ratsuchende den Nutzen, sich lieber von Anfang an leistungsstärkere und beitragsstabilere Gesellschaften / Tarife als die Debeka zu suchen.


    Guten Abend Herr Dr. Schlemann,

    zunächst einmal vielen herzlichen Dank, dass Sie sich so engagiert in die Diskussion eingebracht haben.

    Aktuell 5.500 Zugriffe nach 11 Tagen sind eine ansehnliche Bilanz. Die Leser:innen hatten in dieser Zeit die Gelegenheit, sich auch ein Bild über Ihre Beiträge zu machen. Besonders mehrwertstiftend fand ich Ihren Beitrag Nr. #73. Vielleicht hilft dies der einen oder anderen Person, Geld zu sparen.

    Ich kann lobend hervorheben, dass der kostenfreie Content, den Sie auf Ihrer Internetseite liefern, seinesgleichen im deutschsprachigen Raum sucht. Auch der Aspekt, dass Sie sich hier bei Finanztip seit geraumer Zeit aktiv in die Diskussion einbringen, zeigt, dass Sie deutlich mehr machen als Ihre Berufskolleg:innen.

    Meiner Kenntnis nach wird bei Ihnen gut und gern die Barmenia empfohlen. Aus Leistungssicht ist dies nachvollziehbar. Inwieweit es sich hierbei um "beitragsstabilere Gesellschaften / Tarife als die Debeka" handelt, darf auf der Grundlage des hier vorliegenden Threads bezweifelt werden (ich empfehle hierzu Beitrag Nr. #17).

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich zu folgenden Fragen äußern könnten:

    1. Wie viele Monatsbeiträge an Abschlussprovision erhalten Sie bei der Barmenia?

    2. Wie viele Monatsbeiträge an Abschlussprovision erhalten Sie bei der LVM (Rang 1 im aktuellen MAP-Report)?

    3. Wie viele Monatsbeiträge an Abschlussprovision erhalten Sie bei der Signal Iduna (Rang 2 im aktuellen MAP-Report)?

    (Falls relevant: Jeweils in Bezug auf Beamten-Tarife.)