Beiträge von Julian-2

    Zitat aus dem Artikel:

    Zitat

    "Die Anleger unterschätzen ganz massiv, dass der MSCI World Index mittlerweile massiv übergewichtet ist in den USA", betont Kapitalmarktstratege Stefan Riße vom Vermögensverwalter Acatis im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. "Wir reden über einen Anteil von 72 Prozent, mit denen man an US-Aktien hängt - und damit auch am Dollar."

    Also mein FTSE All-World ist gerade bei ca. 60% USA-Gewicht. Als Vermögensverwalter bist du natürlich daran interessiert, dass weniger Kunden zum Do-It-Yourself-Anleger werden, sondern aufgrund von Angstverbreitung zu dir als "Profi" in die Vermögensverwaltung kommen.

    Wenn ich die Grafik vom USD/EUR in dem Artikel auf 10 Jahre stelle, ist der Wechselkurs im soliden Mittelfeld. Er war schon deutlich niedriger und deutlich höher. Die Frage die man sich immer stellen sollte: Was sind deine Alternativen?

    • Die letzten 20 Jahre nicht in US-Aktien investiert gewesen zu sein, ...
    • Mein Geld unter das Kopfkissen legen und zuschauen wie es von der Inflation aufgefressen wird, ...
    • Dem Bankverkäufer in Rachen werfen und seinen Premium-Kaffee finanzieren
    Zitat

    Die US-Börse repräsentiert nicht mehr die US-Wirtschaft, sondern nur noch den Technologiesektor." Dabei drehe sich alles um ein Thema - Künstliche Intelligenz.

    Technologie ist eben die letzten Jahr und vermutlich auch weiterhin der Trend. Dass die Wachstumsraten so nicht für die nächsten 30 Jahre aufrecht bleiben, ist wohl logisch. Dennoch wird die KI unseren Alltag, unsere Abläufe und Prozess grundlegend verändern. Entweder man geht als Land, Region und Industrie mit der Zeit, oder man geht mit der Zeit.

    Wie wenn unser DAX (MDAX, SDAX) die deutsche Wirtschaft widerspiegelt ...

    Das ist der entscheidende Abschnitt im Artikel:

    Zitat

    Diversifizierung lautet deshalb das Zauberwort, also die Risiken im Depot breiter streuen - über Regionen, Branchen, Währungen und Anlageklassen hinweg. ETF-Anleger können über Alternativen zum MSCI World nachdenken. So enthalten etwa der MSCI ACWI oder auch der FTSE All-World neben Industrieländern auch Schwellenländer - und decken damit einen größeren Teil des globalen Aktienmarktes ab. Noch breiter aufgestellt ist der MSCI ACWI IMI, der zusätzlich kleinere Unternehmen umfasst.

    Anlegerinnen und Anleger können aber auch in Anleihen investieren - oder in Edelmetalle. "Gerade vor dem Hintergrund der hohen Verschuldungszuwächse in der Welt, aber insbesondere auch in den USA, ist eine gewisse Goldbeimischung sicherlich nicht falsch", betont Acatis-Experte Riße.

    Ich habe den IMI seit ca. 3 Jahren und bin zufrieden aber trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob dieses "mehr" an Unternehmen dann auch unbedingt mehr Sicherheit bringt. Gerade bei Small Caps ist doch so, dass diese ggf. nicht langfristig bestehen.

    Small Caps sind risikobehafteter, also das Gegenteil von Sicherheit. Small Caps haben eine erhöhte Volatilität, aber i.d.R. auch eine erhöhte Rendite. Emerging Markets haben im Vergleich zu Industrienationen eine erhöhte Volatilität.

    Zu sagen: "Nimm den ACWI IMI anstatt dem MSCI World", weil du dadurch weniger Volatilität im Depot hast, halte ich für ein absolut schwachsinniges, unseriöses Argument. Beides ist in Aktien und innerhalb der Aktien hast du überwiegend eine Korrelation von (aktuell) 0,8 zueinander (z.B. EMs zu Industrie).

    Wer mehr Sicherheit und weniger Volatilität möchte, sollte über Assetklassen diversifizieren, anstatt innerhalb der Anlageklasse Aktien herumschrauben. Am einfachsten geht es über Cash (Tagesgeld, Festgeld, Geldmarkt-ETF, beste Staatsanleihen, ...) - es gibt aber noch andere Möglichkeiten.

    Deswegen stelle ich den Mehrwert (an Unternehmen) eines IMI zu einem World oder All World ETF, bezogen auf mehr Sicherheit, in Frage.

    Wenn du dein Investment von ACWI IMI vs. FTSE All World bezüglich Sicherheit in Frage stellst, solltest du eher eine Ebene höher gehen: Wie viel % vom Vermögen möchte ich in der Assetklasse Aktien haben?

    Ob du den ETF Y oder ETF X (im Bereich der Welt-ETFs) nimmst, spielt in Bezug auf Sicherheit keine Rolle. Diese laufen alle so gleich, bzw. sind sehr stark miteinander korreliert.

    ich habe ein ETF Portfolio bestehend u.a. aus FTSE Allworld, World Small Cap und MSCI Emerging Markets IMI.

    Aufgrund Taiwan und Südkorea ist zuletzt ja der MSCI Emerging Markets IMI super gelaufen, jedoch machen nun Taiwan und Südkorea etwa je 7-8% Länderanteil in meinem Gesamtportfolio aus.

    Portfolio aus mehreren ETFs mit Überschneidungen. Da wird es eben komplizierter.

    Wenn dir das Kopfzerbrechen bereitet, vielleicht nur noch den FTSE All-World besparen und die Emerging Marktes liegen lassen? Schließlich gewichtest du diese gerade über und je nach Verhältnis der beiden ETFs hast du eben ein größeres Exposure gegenüber EMs. Daher ist es mehr als logisch, dass Regionen wie Taiwan und Südkorea durch ihre grandiose Performance höher gewichtet werden.

    Gegenfrage: Warum siehst du es als etwas negatives? Sieh' es doch positiv, dass du mit deinem Portfolio in diesen Bereichen/Regionen stärker investiert bist (als ein normaler FTSE-All-World'ler) und du dadurch mehr von der Rendite mitgenommen hast.

    Du wirst niemals einen statischen Zustand von Ländern oder Sektoren haben. Es ist ein ständiger Wandel. Heute ist das der Trend, morgen dieser. Es schwankt ständig, aber du versuchst einen "Fixwert" von den Ländern zu halten. Wenn das dein Ziel ist, wirst du zwangsläufig öfters Rebalancen müssen, was dich wiederum kostet (Steuern, Ordergebühren). Weiterhin setzt du damit eine gegenläufige Meinung zu dem großen Markt, also den unzähligen Millionen von Anlegern. Das ist für mich das gleiche, wie jeder wegen USA-Gewicht rumdoktert.

    Ansonsten kann ich mich diesem Abschnitt nur anschließen:

    Ein Rebalancing zwischen dem EM IMI und den anderen ETFs kannst du machen. Ich würde es aber aus Steuer- und Kostengründen mit einer recht großen Toleranz-Bandbreite durchführen. Sprich, nur wenn die Abweichung wirklich relativ groß geworden ist. Zumal bei dir der All-World ja auch Emerging Markets enthält und somit der Drift zwischen den ETFs sich in Grenzen halten sollte. Und Rebalancing dabei immer möglichst stark über Cash-Flow basiertes Rebalancing, sprich über Einzahlungen und Entnahmen.

    Ich habe auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, obwohl ich einen Bürojob habe (würden viele sagen). Der Grund dafür ist für mich ganz einfach: Mein Humankapital ist mein größter Vermögensblock und den möchte ich zu einem gewissen Grad abgesichert haben.

    Bei Berufsunfähigkeit denken die meisten an Sachen wie "Fahrradsturz" (Beispiel von weiter oben), aber tatsächlich sind die inneren Krankheiten (z.B. Psyche, Nervenkrankheiten, Herz-Kreislauf, ...) die Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit. Wer behauptet, dass er das vorbeugen und einschätzen kann, dass er es niemals bekommt, ... Bei Unfällen - du musst sie nicht verursachen. Dich kann auch jemand umfahren.

    In meiner Zeit im Rettungsdienst habe ich so einiges gesehen. Von verschleppter Grippe, welche irreversible Hirnschäden verursacht hat und damit die Person für ihren Rest des Lebens ans Bett gefesselt ist, bis hin zu schweren Unfällen bei denen Personen Gliedmaßen o.ä. verloren haben (z.B. weil einer überholt hat und den Gegenverkehr übersehen...) über Schlaganfälle / Herzinfarkt bei jüngeren Menschen. Niemand ist davor geschützt und wer glaubt ihn treffe es nicht, ... Weiterhin nehmen die psychischen Erkrankungen rapide zu - wobei ich das Gefühl habe, dass das von der Politik und Gesellschaft weiterhin als "Lappalie" abgetan wird.

    Ich hatte mich da mal eingelesen und da war zu lesen das zum Beispiel eine BU auf eine evtl. Grundsicherung angerechnet wird und wenn die nicht ensprechend hoch ist so fast gar nix bringt (sollte mindestens 80% vom Netto betragen).

    Die BU-Rente sollte sinnvollerweise auch eine gewisse Höhe haben. Die meisten machen das nicht, weil damit der monatliche Beitrag eben steigt. Meine BU-Rente ist so gewählt, dass ich mit Erwerbsminderungsrente + BU-Rente (nach Steuern) meine Fixkosten problemlos tragen kann, mir dennoch sowas wie Urlaub leisten könnte und weiterhin einen kleinen Beitrag für Altersvorsorge finanziert. Die BU-Rente endet mit 67 Jahren und da möchte ich keinesfalls in der Altersarmut landen...

    Wenn ich mir meine Beiträge inkl. Dynamik über die Laufzeit meinem Humankapital gegenüberstelle, ist das in Relation ein überschaubares Verhältnis.

    Viele vergessen es: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung. Wie deine Haftpflicht oder Vollkasko fürs Auto.

    Ja, die GRV würde bei Arbeitsunfähigkeit zahlen, das ist ein Notfall, warum sollte die die Zahlung der Rente verweigern ?

    Das Krankengeld endet nach 72 Wochen und ist nur 60% vom letzten Brutto. Danach Erwerbsminderungsrente.

    Ein Artikel von Finanzfluss: Thema BU von Finanzfluss

    Nur bei mir ist der Zug ja abgefahren

    Anstatt einer BU und du dich trotzdem gegen manche Risiken absichern willst, könnte sowas wie eine Unfallversicherung eine Möglichkeit sein.


    In meinem Umfeld kenne ich viele, bzw. die meisten, die keine Berufsunfähigkeit haben - meistens weil "brauch ich eh nicht" oder "kostet doch eh nur". Letztendlich muss es jeder für sich entscheiden, denn jeder fühlt und sieht Risiko anders.

    Wenn bei einem Fonds trotz 2,5% Kosten rund 6,8% bei dir ankommen, dann hast du KEINEN weiteren Gewinn auf deiner Seite!

    Deine Aussage ist insofern korrekt, wenn nach Kosten beides mal 6,8% Rendite ankommen.
    => Gegenfrage: Woher soll die 2,3% Überrendite p.a. (2,5% - 0,2%) bei gleichem Risiko gegenüber dem Weltmarkt herkommen? Nicht, wenn beides mit Aktien auf "Buy & Hold"-Basis arbeitet. Mit anderen Strategien ist sowas machbar, aber nicht mit dem was die Finanztip-Community als "investieren" ansieht.

    Du hast das Problem nicht verstanden. Du hast 7% Marktrendite vor Kosten. Nach Kosten ergibt sich dann 6,8% Rendite (ETF) und 4,5 % Rendite (Fond). Idealisierter Vergleich:

    Bei 6,8% Rendite p.a.:

    zu 4,5% Rendite p.a.:

    Das ist ein Unterschied von 50% über 30 Jahre Laufzeit oder anders ausgedrückt: Bei gleicher Marktrendite erhält der Investor beim Fond nur halb so viel Vermögen. Den Rest verdient die Bank.

    Du hast das Problem der Kosten nicht verstanden, denn es spiegelt sich auch hier wieder:

    Der von mir weiter zitierte UniFavorit:Aktien-net ist über die 5 Jahre ungefähr wie der FTSE All world gelaufen. Höheres Risiko, aber keine schlechtere Rendite.

    Gleiche Rendite bei höherem Risiko und du sagst, das ist nicht problematisch? :rolleyes: Du darfst Rendite nicht ohne Risiko betrachten, genau genommen musst du die risikoadjustierte Rendite (Sharpe Ratio) miteinander vergleichen.

    • Würdest du dein Sicherheitsbaustein, deinen Notgroschen auf ein Bankkonto in Rumänien oder Kachsachstan legen, wenn du dort den gleichen Zinssatz wie hier in Deutschland bekommst?
    • Oder: Wählst du das A) 0%-Zinstagesgeld oder das mit B) 2% Zinssatz? Beides in DE, beides die gleiche Bank.

    Diese Hebelei gab es schon lange bevor es ETFs gab.

    Ja, das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass du ein gehebeltes Produkt mit einem ungehebelten vergleichst und dabei die gleiche Rendite erwirtschaftest. Risikoadjustiert ist der Fond deutlich schlechter. Dann kannst du den Uniglobal:Aktien mit einem S&P500 vergleichen.

    Ich merke hier und auch in anderen Foren, dass nur auf die Rendite geachtet wird, aber das Risiko dabei komplett außen vorgelassen wird. Der Uniglobal:Aktien ist ein in sich gehebeltes Produkt!

    Jeder der Barvermögen hat und dort investiert ist, sollte ernsthaft sein Investment hinterfragen! Aus ökonomischer Sicht ist das absoluter Hirnriss...

    Als faire Benchmark müsstest du wie gesagt:

    Vergleichsindex aus 80% MSCI-World und aus 20% x2-MSCI-World

    ...hernehmen und dann sieht der Renditevergleich vom Fonds vs. dieser Kombination deutlich schlechter aus.

    Es geht nicht ums Nehmen, sondern hier geht es darum dass man ihn schon hat!

    Einfache Antwort: Verkaufen und Umschichten. Jeden Börsentag möglich. Man ist mit dem Produkt nicht verheiratet.

    Andernfalls sich überlegen, was für einen persönlich es bedeutet, wenn 20% vom investieren Fondvolumen gehebelten am Markt investiert ist und man trotzdem nur die Rendite (nicht risikoadjustiert) wie einen marktkapitalisierten ETF bekommt. D.h. die Rendite durch das Fremdkapital verdient jemand anderes, nur nicht du. Du trägst nur das Risiko.

    Dieses Meisterwerk schaffen viele Fonds und auch Etfs, ohne Probleme.

    Das bezweifel ich doch gar nicht. Nur schafft es eine kostengünstige, risikogleiche Anlage genauso. Also warum das teure Produkt kaufen?

    Das ist wie im Supermarkt: Markenprodukt oder No-Name Eigenmarke? Beides im gleichen Werk abgefüllt, beides gleiche Inhalt, nur der Preis um Faktor 3 unterschiedlich ... ;) Da nehmen die meisten das No-Name Eigenmarkenprodukt, aber hier ...


    Trotzdem sollten wir auf den ursprünglichen Punkt des Threads kommen. Dem Threadersteller kann ich nur ans Herz legen: Prüf' deine Anlagen genau! Schau in den Jahresbericht!

    Aufgrund der Kosten wird es nicht lange dauern, bis sich eine steuerschädliche Umschichtung amortisiert hat. Ich würde wie geschrieben das Depot komplett auf eine kostengünstige ETF-Struktur umstellen. Es mag sich aktuell falsch anfühlen, aber die Fakten sprechen absolut dafür. In einigen Jahren wirst du es deutlich merken, wie die Mehrrendite durch die geringeren Kosten deinen Vermögensaufbau voran bringt.

    Der Haken hier an der Rechnung: Durch minimierung der TER habe ich diese Minderkosten nicht automatisch auf der finanziellen Gewinnseite.

    Doch hast du. Kosten sind direkte Rendite. Du musst abstrakter denken. Du vergleichst ein Asset 1 und Asset 2 mit der gleichen Marktrendite und dem gleichen Marktrisiko. Daher sind deine Kosten direkte Rendite ohne zusätzliches Risiko, also hast du es direkt auf der Gewinnerseite. Beispiel bei 7% Marktrendite

    • ETF: 0,2% Kosten -> 6,8 % kommen bei dir an
    • Fond: 2,5 % Kosten -> 4,5 % kommen bei dir an

    Als Beispiel: Das ist wie an der Tankstelle. Tankstelle A verkauft dir den Liter Super für 2€. Die Tankstelle B für 3€. Tankst du bei Tankstelle A hast du direkt 1€ pro Liter Ersparnis. Am Ende hast du beides Mal Super getankt. So ist es hier auch: Beides kauft die Assetklasse Aktien.

    Deine Grafik sind die Renditen p.a. angezeigt, also nicht die Gesamtrendite über die Laufzeit. Korrekt zu lesen:

    • Uniglobal Dividende hat auf 5 Jahressicht eine jährliche Rendite von 6,68 % geliefert.
    • Der FTSE All World ... von 12,24 %

    Der Uni Favorit und der DNB Fund haben sich trotz der Kosten nicht schlecht entwickelt. Trotz höherer Kosten und höherer Risiken können die mit Welt-ETFs mithalten im Ertrag.

    Ja, meine Vergleichsrechnung ist eine einfache Überschlagsrechnung. Deine Aussage ist fehlerhaft, da du eine falsche Benchmark verwendest. "nicht schlecht entwickelt" - ja, wenn der gesamte Markt auf Wolke 7 schwebt und nach oben geht, wäre es schon ein Meisterwerk das nicht hinzubekommen.

    In deinem Screenshot hat der UniGlobal Dividende ca. 50% pro Jahr weniger (5-Jahressicht) erwirtschaftet als der FTSE All-World (ich nehme an: Dividenden sind berücksichtigt). Ich hoffe, dass die Kosten in der Performance mitberücksichtigt sind.

    Den DNB Technology müsstest du als korrekte Benchmark nicht den FTSE All World wählen, sondern einen ETF in Richtung Technology. Beim Vergleich ist es wichtig die korrekte Benchmark zu wählen. Mit ca. 63% Technologie DNB Fund Technology ist er deutlich stärker in diesem Sektor investiert als ein FTSE All World, was die Überrendite erklärt. Allerdings geht man damit zusätzliche Risiken ein, welche deutlich sichtbar sind: Höherer MaxDrawdown, höhere Volatilität.

    Kein korrekter Vergleich, aber nur mal um ein Gespür dafür zu geben. Der MSCI World Informationtechnology-ETF hat auf 3 Jahre eine Performance von +113% (auch bei höheren Risiken) - der DNB Fund Technology hingegen nur +107%. (siehe auch hier von Stiftung Warentest)

    DNB Fund Technology

    FTSE All World

    MSCI World Information Technology

    Bei dem UniFavorit:Aktien-net und dem dnb fund würde ich mir noch überlegen was ich damit tun will.

    Verkaufen. Warum diese unnötig hohen Kosten zahlen, wenn es dafür deutlich kostengünstigere Produkte auf dem Markt gibt? Die Kostenersparnis hast du direkt als Mehrrendite ohne zusätzliches Risiko. Vorausgesetzt du investierst in ein vergleichbares Produkt / Asset.

    Ich möchte nochmals betonen, dass jeder diese Sachen für sich selbst ausrechnen kann. Die Informationen dafür sind öffentlich zugänglich und am Ende darf und muss der Thread-Ersteller (und jeder andere Anleger) für sich entscheiden was er machen möchte.

    Der Uni Favorit

    ...hat fast die gleiche Performance wie ein FTSE All World geschafft. Möchtest du wissen, warum das so ist? Der Fond ist mit ca. 122% investiert, d.h. 22% vom Fondvolumen sind als Leverage aufgenommen worden. Ein deutliches zusätzliches Risiko! Jeder Investor in diesen Fond, der gleichzeitig noch Barreserven (Tagesgeld, Festgeld, Geld auf dem Girokonto) hat, ist das ein absolut schlechtes Investment. Du hast Investierbares Geld verfügbar, aber leihst dir zu hohen Zinsen Fremdkapital, um am Ende gerade so die Rendite eines einfachen Welt-ETFs zu erreichen. Darum wiederhole ich mich: Du solltest deine Benchmark korrekt wählen! Wenn du den UniFavori:Aktien mit dem FTSE-AllWorld vergleichst, müsstest du korrekterweise diesen ebenfalls mit Faktor 1,2 hebeln, damit der Vergleich fair ist.

    Ich rate wirklich jedem dazu, sich mit seinen Produkten zu beschäftigen. Hier wird teilweise wegen "250 € Steuerstundung" sich Gedanken gemacht, aber wenn das eigene Vermögen mit einem 1,2-fachen Hebel am Markt unterwegs ist ...

    Es ist hier nachzulesen:

    Jahresbericht von UniFavorit:Aktien: Hier (Seite 22)

    Korrekterweise wäre hier ein Vergleichsindex aus 80% MSCI-World und aus 20% x2-MSCI-World passender. Würde man es so machen, wäre dieser Fond noch schlechter im Vergleich. Ich würde hier schon von Kundentäuschung sprechen.

    Bist du irgendwie Profi?

    Nö. Ich rechne nur mit den Zahlen, die öffentlich einsehbar sind. In dem Fall sind es zwei Szenarien, die gegenüber gestellt werden können.

    Ich bin ein zufälliger Mensch im Internet, der auch schon die ein oder anderen Erfahrungen gemacht hat. Ein Profi wäre sowas wie ein Honorarberater oder eine Vermögensverwaltung. Ob das für das jeweilige Anliegen besser ist, muss jeder für sich entscheiden. Die Fonds der Filialbanken mit dem Bankprodukteverkäufer zähle ich nicht zu den "Profis", da diese aufgrund der Provisionsbasis nicht unabhängig sind und einem Interessenskonflikt unterliegen. Die letzte Situation liegt hier uns vor und da der Staat diesbezüglich keinerlei Rahmenbedingungen (wie in anderen EU-Ländern) zum Wohle des Verbrauchers/Bürgers schafft, können wir uns nur gegenseitig mit Erfahrungen und Wissen helfen.

    Die letztendliche Entscheidung sollte der Thread-Ersteller für sich Treffen. Er ist für sein Geld verantwortlich.

    Danke für die freundlichen Erläuterungen

    Gerne! Oft ist ein einfaches, anschauliches Beispiel sehr hilfreich.

    Deine Aktienverluste kannst du nur mit Aktiengewinnen verrechnen. D.h. du brauchst bei einer Bank A z.B. einen gewinnbringenden Verkauf von einer Aktie, um den Aktienverlust von Bank B in der Steuererklärung gegenrechnen zu lassen.

    Das Finanzamt bekommt i.d.R. von den Banken sowieso die Mitteilungen. Bei mir hatten sie 2024 allerdings alle Steuerbescheinigungen der Banken angefordert gehabt - nachgereicht - 1 Woche später Steuerbescheid vorhanden, so wie initial eingetragen.

    Das übersteigt leider meine Rechenkünste, aber sind die Opportunitätskosten so viel höher als die Steuerersparnis, wenn man zumindest einen Teil dee Depots erst in einem halben Jahr verkauft?

    Der Sparerpauschbetrag ist ein nettes Gimmick. Ich finde es erstaunlich, dass sich so viele daran aufhängen und dafür über Jahre strukturelle Prozesse schieben. Wenn er den Fond mit 2,8% TER um 1 Jahr später verkauft.

    Bei 14.800 € Volumen und 2,8% TER = 414 € Gebühren p.a. (kein Wertzuwachs berücksichtigt ; Gebühren steigen im gleichen Maß mit der Rendite mit), um in deiner Theorie 250 € Steuern zu sparen. Letztendlich spart er sich diese auch nicht, denn über die Ausschüttungen und ggfs. anderen Anlagen wird dieser Betrag sowieso schon ausgeschöpft sein.

    Beim Verkauf des Immofonds an der Börse sind Opportunitätskosten dann gut?

    Wir sollten erstmal den Begriff "Oppertunitätskosten" erklären, denn ich habe den Eindruck du hast diesen Begriff nicht verstanden.

    Opportunitätskosten (auch Alternativkosten) sind der entgangene Gewinn oder Nutzen, der entsteht, wenn man sich bei mehreren Möglichkeiten für eine Option entscheidet und dadurch auf die nächstbeste Alternative verzichten muss.

    Das Geld im Immofond hat auf 3 Jahre -18% Performance hingelegt. Wäre das Geld im Welt-ETF gelegen, hätte er +56% Gewinn gemacht. Vereinfacht gerechnet nehmen wir 10.000 € Invest vor 3 Jahren an und vernachlässigen Gebühren!

    UniImmo (-18% in 3 Jahren): 10.000 € * (1-0,18) = 8.200 € Vermögen (da Verlust, keine Steuern)

    Welt-ETF (+56% in 3 Jahren): 10.000 € * (1+0,56) = 15.600 € Vermögen (Brutto, da Gewinne)

    In diesem Szenario sind ohne Betrachtung der zusätzlichen Fondgebühren die Oppertunitätskosten bei 15.600 € - 8.200 € = 7.400 €. Auf 3 Jahre heruntergebrochen sind das ca. 2.500 € pro Jahr, die er "verloren" hat, aufgrund seiner Entscheidung in den UniImmo zu investieren anstatt einem Weltweit gestreuten ETF. Da er ein höheres Anlagevolumen hat, sind seine Kosten noch höher zzgl. den Fondkosten.

    D.h. den 2.500 € Oppertunitätskosten stehen 250 € Steuerersparnis gegenüber. Ich überlasse jedem selbst die Entscheidung, was er machen will.

    Das psychologische Thema wie beim Threadersteller sowie bei dir fabioso sind die unsichtbaren Risiken. Du siehst diese Oppertunitätskosten nicht, aber den Steuerabzug beim Verkauf im Wertpapierdokument sehr wohl. Daher nimmt dein Gehirn diesen Wert als deutlich schmerzhafter wahr. Zusätzliche gehe ich davon aus, dass der Sparerpauschbetrag durch Ausschüttungen (v.a. durch den Fond mit Dividendenfokus) sowieso ausgeschöpft ist.

    Der eigentlich einzige Grund für solch eine 2-ETF-KISS-Lösung ist das manuelle „Ausregeln“ des USA-Anteils in einem Portfolio.

    • Das schon - also eine aktive Marktmeinung zu haben. Die Frage stellt sich dann mir immer: Warum 50% USA, warum 40%, warum nicht 37,8%? An was mache ich das fest? Ich investiere stur nach dem Marktkapitalisierungs-Ansatz und der ETF-Anbieter übernimmt für mich das Balancieren. Letztlich sind wir als Marktteilnehmer diese, welche die Marktkapitalisierung festlegen - also die Marktmeinung aller Teilnehmer. Aber ich verstehe deinen Gedanken und kenne auch die Argumentationen. Das darf jeder für sich entscheiden und umsetzen und umso schöner, dass es diese Möglichkeiten an der Börse für doch sehr günstiges Geld gibt. Dieses Thema ist allerdings nicht Gegenstand dieses Threads und wurde in diversen anderen Bereichen unendlich viel diskutiert mit dem Ergebnis: Es gibt keinen einen richtigen Weg, sondern viele verschiedene.
    • Die Eingangsfrage war allerdings diese, dass man aufgrund der TER Gebühren aus der 2-ETF-Struktur sich einen Welt-ETF mit gleicher Gewichtung nachbauen könnte.

    Für mich sind das zwei ganz unterschiedliche Ansätze.

    Wie einige Vorredner geschrieben haben, ist es wichtig sich einen Fahrplan aufzustellen wie du weiter vorgehen willst. Ohne den UniImmo-Fond hast du ca. 18.000 € Gewinne, d.h. 3.300 € Steuerlast (30% Teilfreistellung berücksichtigt).

    Psychologisch ist wichtig zu sehen, die Kosten die du in der Laufzeit bezahlt hast sind weg. Sie kommen nicht wieder. Dein Stand ist heute dieser, was dir dein Depot anzeigt - nicht was du eingezahlt hast.

    Vereinfacht habe ich alle deine 4 Fonds zusammengerechnet:

    • Vermögen: 68.000 €
    • Gewinne: ca. 14.200 € (wenn ich den UniImmo mit einbeziehe)
    • Gewichtete Durchschnittliche Kosten: 2,07 % p.a. (= ~ 1.400 € p.a.)

    Für den überschlägigen Vergleich nehme ich folgendes an:

    • UniImmofond zähle ich wie einen Aktienfond
    • neue Welt-ETF mit 0,2% TER
    • keine Orderkosten
    • Steuer berücksichtigt (30% Teilfreistellung) ; kein Pauschbetrag
    • deine aktuellen Fonds haben die gleiche Rendite wie ein Welt-ETF

    https://www.finanzfluss.de/rechner/etf-wechseln/

    D.h. trotz gezahlten Steuern würde sich die Umschichtung nach 2 Jahren bereits amortisiert haben. Du hast dir den Entschluss gefasst, dass du umschichten möchtest. Baue dir deine Struktur auf: Neues Depot, Auswahl eines Welt-ETFs. Wenn das steht, würde ich alle Fonds verkaufen (auch den Immo Find über die Börse) und das frei gewordene Kapital ohne Zögern in den Welt-ETF stecken.

    UniImmo: Global
    DE0009805556 , 615 Stück, Preis 40,39, aktuell Verlust -3814 (-13,4%)

    - für den Großteil (577St) ist die Sperrfrist vorbei und ich könnte in 12 Monaten zurückgeben, weiss aber dann eben nicht den Preis. Angelegt ist der seit 06/23

    Die 12 Monate Sperrfrist zählt nur, wenn du die Anteile an die Fondgesellschaft zurückgeben willst. Andernfalls über die Börse mit Abschlag.

    Hättest du am Freitag die 1 Jahr Kündigungsfrist hinter dir gehabt:

    • Börsenpreis: 34,60 € (= ca. 16,7 % Abschlag)
    • Fondgesellschaft: 40,38 €

    Auf der anderen Seite ist die Wertentwicklung des Fonds katastrophal. D.h. entscheidest du dich für den Verkauf an der Börse weißt du genau welchen Betrag du "morgen" auf dem Konto hast und du wo anders renditestärker investieren kannst.

    Beim Verkauf über die Fondgesellschaft kennst du erst in 12 Monaten den Preis und wenn davor ein freier Fall wie im Nov. 2024 eintritt (-20%) und zzgl. den Oppertunitätskosten einer alternativen Anlage.

    Während der UniImmo-Global rund -18% in 3 Jahren erzielt hat, hat der Weltmarkt +56% gemacht. Das sind deine Oppertunitätskosten.

    Portfolio A: 100% Xtrackers oder Vanguard FTSE All-World ETF (TER 0,12 bis 0,19%)
    Portfolio B: Kombination aus einem beliebigen USA-ETF (TER 0,03%) und dem Xtrackers FTSE All-World ex-USA ETF (TER 0,15%)

    61,6% USA. Und den Rest von 38,4% in den ex-USA ETF

    Ich finde es spannend sich über sowas in der Theorie einfach mal Gedanken zu machen.

    Du meintest, dass du anhand der heutigen Gewichtung initial das Verhältnis USA zu Ex-USA einstellst und dann ohne Rebalancing es laufen lässt. Mein Gedanke ist nun: Die meisten arbeiten mit Sparplänen aufgrunddessen, dass ihr Gehalt über die Lebenszeit in Tranchen gezahlt wird :S. D.h. du könntest die das Rebalancing sparen, müsstest quartalsweise dir die Gewichtung USA zu Ex-USA anschauen und entsprechend deine Sparpläne neu gewichten. Nichts anderes passiert im FTSE, denn:

    ...wenn dort die USA plötzlich nur 40% hat, geht die Sparrate ja auch nur zu 40% in USA.

    Das wäre der Punkt, der mir einfällt ansonsten sehe ich keinen Grund ein Rebalancing durchführen zu müssen - oder? In der Theorie sollten sich beide ähnlich einem Welt-ETF entwickeln (hier dann z.B. MSCI-World oder FTSE Developed World).

    In der Praxis sehe ich den Ansatz eher relevant, wenn jemand aktiv eine Marktmeinung hat: weniger USA / mehr Europa und somit entgegen der Marktkapitalisierung gewichten möchte. Für jemand der genau den Industrie-Index nachbauen will, würde ich sagen: Die paar € ist der Aufwand, das Risiko von Anwendungsfehlern, ... nicht wert.

    Ich bin ja selbst erstaunt, wie gut sich das Depot entwickelt hat trotz der zeitweise turbulenten Talfahrten. Aber die Kurse haben sich ja tatsächlich schnell wieder erholt.

    Rendite ist das Schmerzensgeld für das Tragen des Risikos / Schwankung. Ohne Volatilität, ohne die Bereitschaft das Risiko einzugehen, wirst du keine Rendite erhalten. Die Vergangenheit zeigt, dass Aktien/Wertpapiere langfristig realen Vermögenszugewinn erwirtschaften.

    Würdest du jeden Tag die Zick-Zack-Kurs der Inflation sehen oder jeden Tag den Betrag X vom Konto abgebucht bekommen, den die Inflation heute "vernichtet" hat...

    https://de.statista.com/statistik/date…vorjahresmonat/

    Laut Statista sind wir bei 2,9 % Inflation (April '26) angekommen - Tendenz steigend. D.h. du bräuchtest aktuell dauerhaft mind. 4% auf ein Tagesgeld, Festgeld oder andere Cash/Zinsprodukte, um nach Steuern dein Vermögen gleich zu halten. Zinssätze darunter heißt Realen Vermögensverlust - nur eben nicht sichtbar (unsichtbares Risiko).

    Noch eine Ergänzung. Ob es für dich sinnvoll ist oder relevant:
    Bei der Steuererklärung die Günstigerprüfung anwählen, sodass die Kapitalerträge als Einkommen gewertet und mit dem pers. Steuersatz verrechnet werden.

    Das mit den 'nach 15 Jahren ist Alles sicher' sollte man zumindest bei einem Sparplan durchaus kritisch hinterfragen.

    ... jede Sparrate 15 Jahre :thumbup:Nicht mit dem Start der ersten Anlage 15 Jahre für jede Einzahlung. Soweit zumindest die Statistik der 15 Jahre, welche zutrifft. Es gab keinen 15-Jahreszeitraum in dem man negativ rentiert hat.

    D.h. einen Sparplan den ich heute in den ETF schiebe, benötige >15 Jahre Zeit, worum die Sparrate vor 15 Jahren heute ihren Soll erfüllt hat.

    Erwähnungen vom „Klumpenrisiko“ bei der langfristigen Altersvorsorge

    An was machst du ein Klumpenrisiko fest? Wenn ich den "Klumpen" vermeide, schneide ich meine Gewinner und kaufe Verlierer. Die Statistik zeigt, dass die Rendite oft nur von wenigen Unternehmen getragen wird, während die anderen Null oder Negativ laufen. Nur weiß ich eben nicht, welche das sind, darum kaufe ich den Markt. Das schöne am Welt-ETF ist ja, dass er nach den Regeln der Marktkapitalisierung ausbalanciert. Ich kenne die Regeln und wenn diese vom Konzept mir nicht zu sagen, muss ich mir eben etwas anderes suchen. Die Frage ist nur: Welche Risiken hat die Alternative? :thumbup:

    Ich denke, dass bei sehr vielen Menschen ein großer Klumpen in Deutschland steckt (Arbeit, Leben, Wohnen, Altersvorsorge)

    ... und wenn man dann das mit berücksichtigt und nicht nur die blickende Anzeige im Depot. Dann haben die meisten einen ganz anderen Klumpen, inkl. geopolitischen Risken. Die Frage muss jeder für sich beantworten und sich entsprechend aufstellen.

    Ich nutze die kostengünstige Möglichkeit eines Welt-ETFs. Emotionslos, regelbasiert. Nicht die Börse ist dein Feind, sondern du selbst bist deine größte Stolperfalle im Vermögensaufbau.

    Oder doch nur ein Teil dem Depot entnehmen und hoffen, dass ich noch was davon habe?

    Du hast ca. 35% in Aktien/ETFs investiert - gegenüber stehen 65% in liquiden Geldanlagen (Tages-/Festgeld). Du argumentierst ein wenig damit, dass du wegen der Steuernachzahlung nun verkaufen willst, aber ...

    Ich habe Tages-und Festgeldkonten überwiegend in Schweden. Daher werden diese Zinsen erst bei der Steuererklärung berücksichtigt.

    ...du keine automatische Steuerabfuhr hast und über die Steuererklärung deinen notwendigen Beitrag entrichten musst. zzgl. zu dem was Tomarcy zur Rente geschrieben hat.

    Beim Depot merke ich aber, dass mich das ganze hin- und her (Politik) mit zum Teil stark fallenden und dann doch wieder steigenden (jetzt sogar höher als vorher) Kursen nervös macht.

    ...wenn du daher deine Risikotoleranz reduzieren willst/musst, solltest du dir eben auch die Frage stellen: Was sind / ist meine Alternative? Mit Cash-Anlagen (Tages-/Festgeld, ...) wirst du langfristig niemals oberhalb der Inflation nach Kosten/nach Steuern liegen. D.h. du verlierst jeden Tag Vermögen, nur ist es unsichtbarer als an der Börse. Daher als Tipp: Recherchiere sichtbare & unsichtbare Risiken am Kapitalmarkt ;) Ein politisches Risiko ist übrigens auch die gesetzliche Rentenversicherung.

    Mit der groben 72er Regel als Annäherung kannst du abschätzen, wie lange es dauert bis sich deine Anlage verdoppelt oder halbiert. 72 geteilt durch Rendite bzw. Inflation.

    • 6% Rendite => 72 / 6 = 12 Jahre bis sich dein Vermögen verdoppelt hat
    • 3% Inflation => 72 / 3 = 24 Jahre bis sich dein Vermögen halbiert hat

    Ich habe interessanterweise vorher eine gute Grafik gesehen. Was du darin erkennen kannst, überlasse ich dir.

    Ich weiß nicht, ob es irgendwo in den Beiträgen schon stand.

    Wenn das Einkommen (Gehalt + Kapitalerträge) sehr niedrig ist, lohnt sich in der Steuererklärung die Günstigerprüfung anzuwählen. Das Finanzamt rechnet dann zwei Modelle:

    1) Gehalt und Kapitalerträge getrennt -> KapSt + Soli + Kirchensteuer

    2) Gehalt und Kapitalerträge als Einkommen -> persönliche Steuersatz

    Aufgrund privater Umstände hatte ich für 2025 die Günstigerprüfung nutzen können und bin etwas besser weggekommen als in 1).

    Julian-2 Vielen Dank für die Auflistung - also macht es doch eher Sinn diesen Vertrag bei der Axa zu kündigen ?!

    Auf den ersten Blick würde ich den Vertrag nicht komplett als "Müll" einstufen. Eine Netto-Police gegenüber einem privaten Depot wird sicherlich vertraglich auch Vorteile mit sich bringen - abgesehen das Thema Steuern. Langlebigkeitsrisiko, Schutz vor Pfändung/Sozialleistungen, Bestandsschutz bei steuerrechtlichen Änderungen, ...? Emittentenrisiko, also was ist wenn der Anbieter z.B. Axa pleite gehen würde = Sondervermögen?

    Ich bin definitiv kein Experte im Bereich der Netto-Police und habe nur anhand einer angegebenen Kosten und unter der Annahme der gleichen Marktrendite eine überschlägige (Kosten-)Vergleichsrechnung angestellt. Diese sollte keinesfalls dein einziger Grund für eine Veränderung der Situation sein (Kündigung, Weiterlaufen, Beitragsfreistellen).

    Für mich persönlich - es gibt sicherlich auch gute Verträge was Netto-Policen angeht, allerdings möchte ich über mein Kapital verfügen können. Alles Vor- und Nachteile, die jeder für sich abwägen muss.

    ich bin ein Neuling im Finanzsegment und wollte sobald wie möglich anfangen Rücklagen in Form von Sparplänen in ETF zu bilden.

    Viele Vorredner haben sehr viel wichtiges bereits erwähnt. Neben den ETFs ist vielleicht ein Investment in deine Finanzbildung auch sehr renditestark. Für Einsteiger kann ich das Buch von Finanztip, Finanzfluss oder z.B. Gerd Kommer ("Souverän investieren für Einsteiger: Wie Sie mit ETFs ein Vermögen bilden") empfehlen. Einen Überblick über die gesamte Materie, sowie grundlegende Begriffe zu bekommen.

    Die Vorredner haben schon viele gesagt und ich ergänze nur folgendes. Stelle dir die Fragen und überlege dir deine Antworten dazu:

    • Warum möchte ich Regionen selbst zueinander gewichten?
    • Welchen Vorteil sehe ich in der eigenen Gewichtung und aufgrund welcher Datenlage wähle ich die Gewichtung?
    • Bei höheren Kosten (die ETFs sind teurer als ein einfacher Welt-ETF), muss ich mehr Rendite erwirtschaften, allerdings beinhalten deine ETFs das gleiche wie der kostengünstige Welt-ETF. Warum also den Aufwand?
    • Wie gestalte ich das Rebalancing? Bei welchen Grenzwerten? Warum? Negativeinfluss des Rebalancing durch Steuerereignisse, schmälern den Zinses-Zins und somit auch deine Rendite. Das muss gegenüber dem Welt-ETF berücksichtigt werden.
    • Was erhoffe ich mir mit den Sektorwetten, und warum erreichen genau diese Sektoren eine Outperformance gegenüber dem Markt? Was ist mein Investmentcase? Gewichtung der Sektorwetten im Depot? (Laut deiner Übersicht = 30% in Sektorwetten)
      Weiterhin - wenn die Sektoren eine stärkere Performance als andere hinlegen, werden sie im marktkapitalisierten Welt-ETF automatisch höher gewichtet.
    • 4% Gold? Eher homöopathische Wirkung. Ich gehe davon aus, dass du das Gold als Zertifikat erwerben willst, also als strategisches Investment. Was erwartest du bei dieser Gewichtung vom Gold-Asset? Bei Physischem Gold sehe ich andere Gründe noch als valide, wodurch eine "geringere" Gewichtung im Gesamtvermögen auch sinnvoll ist.

    Abschließend würde ich sagen, dass du im Bereich des Overengineering bist. Du setzt rein auf marktkapitalisierte ETFs, welche Regionen bzw. Sektoren abdeckt, d.h. aus meiner Sicht wirst du mit einem normalen Welt-ETF (z.B. inkl. Schwellenländer und ggfs. inkl. SmallCaps) nach Kosten, nach Steuern deutlich besser abschneiden. Dein größtes Problem sehe ich im Rebalancing und ständiger Gewichtung der Regionen zueinander.

    Mögliche Welt-ETFs auf einen der folgenden Indizes sollte deine oben genannten Aufteilungen erfüllen:

    • FTSE All World
    • ACWI / ACWI IMI
    • Prime All Country World

    Zu diesen Indizes wirst du jeweils verschiedene ETFs von verschiedenen Anbietern finden. Dann kannst du immer noch moderat deine Sektor-ETFs dazu mischen, wenn du der Meinung bist. Ich würde allerdings deren Gesamt-% auf max. 20% vom Depot & max. 5% Einzelgewicht begrenzen, denn wie gesagt: i.d.R. sind diese bereits im Welt-Index enthalten.

    IE00BGPP6697

    Link zu extra-ETF von IE00BGPP6697

    Der ETF beinhaltete US-Bonds (also US-Anleihen) mit einer Laufzeit von 7 - 10 Jahren. Dort hast du ein starkes Zinsänderungsrisiko und zudem ein Wechselkursrisiko (USD-EUR). Der USD hat gegenüber dem EUR abgewertet, somit sinkt der Kurs deiner Anleihen (in EUR gesehen). Edit: Die US-Treasuries sind EUR-hedged.

    Ich selbst kenne mich in dem Thema Anleihen nicht sonderlich aus. Kurzlaufende Staatsanleihen (max. 2 Jahre, in €) wie sie in Geldmarkt-ETFs vorkommen sind das einzige, das ich grob überblicke (Ersatz für Tagesgeld). Ansonsten finde ich das Thema Anleihen sehr komplex und hat andere Risiken als Aktien. Eine grobe Faustformel ist:

    Prozentuale Kursänderung = Duration * Zinsänderung

    D.h. wenn der Marktzins (z.B. FED) von 3,5 % auf 4,5% steigt und du eine Duration von 10 Jahren hast. Kursverlust von -> -10% = 10 Jahre * 1 %
    (Also bezogen auf eine 3,5%-ige Anleihe die du aktuell hast und sich das Zinsumfeld ändert)

    In den USA steigen, bzw. halten sich die Zinsen. Senkung eher nicht in Aussicht. Mit diesen mittellanglaufenden Staatsanleihen der USA spielst du ein wenig mit der Zinskurve. Ich selbst kratze mit meinem Wissen nur an der Oberfläche und es gibt hier sicherlich viel kompetentere Personen, die zu dem Thema Anleihen mehr sagen können. Ich kürze es ab: Verstehst du es voll umfänglich? Deine Risiken?

    Habe da nun ein paar Rohstoffe und Rentenfonds

    Wichtig ist es, immer in der gesamt Allokation zu betrachten. Sowohl deine liquiden Rücklagen (wie TGs, FGs, ...) und dein Gesamtdepot betrachten. Die Frage ist dabei auch: Was ist dein Ziel mit den Rohstoffen, sowie Rentenfonds? Warum hast du die in dein Depot mit aufgenommen?

    (Als Erinnerung: Das Wort "Rente" in diesem Kontext meint festverzinsliche Anleihen (Staats-/Unternehmensanleihen))

    Ein Investmentgrund muss es gegeben haben, dass du es gekauft hast. Mit ISINs würde es sich einfache arbeiten lassen, was du in deinem Depot liegen hast.