Beiträge von Faktensucher

    In der Presse wurde gesagt, dass dies nicht für Rentner angewendet werden soll und auch nicht für diejenigen kurz vor der Rente. Ich vermute ganz stark, dass dieser Fall raus ist. Die genaue Regelung ist mir noch nicht bekannt.

    Stimmt nicht, Eintrittsalter ist 66 Jahre und ein paar Monate. Bitte informiere Dich entsprechend, wir leben in DE. Es wird bei uns also voll angewandt, und Jobs gibts derzeit nur für Jüngere.

    Bei uns werden sich die Kosten auf NETTO ca. 5600 € pro Jahr belaufen, also in unserem Fall erheblich über einem Monatsgehalt. Das hochgerechnet auf die Jahre bis zur Rente geht in Richtung "kann mir leider kein deutsches Auto leisten, es muss daher der Chinese werden". Auf jeden Fall werden keine neuen Möbel mehr gekauft, keine Restaurants besucht, keine Spenden mehr getätigt, Handwerker nicht mehr angefragt, Urlaube abgesagt. Anders bekommst Du so eine Summe nicht zusammen.

    Und bitte nicht vergessen: wir bekommen schon jetzt keine Geschenke beim Kauf eines E-Autos, keinen zusätzlichen Wärempumpeneinkommensbonus, keine Wohnungsbauprämie, keine Solidaritätszuschlag-Befreiung, kein KfW-Programm "Jung kauft Alt" (308)... also es ist ja nicht so, dass wir nicht schon jetzt mehr zum Staat beitragen würden als andere. Jetzt kommt halt die Reform oben drauf, die uns aus dem Konsum drängt, und das dauerhaft und umfangreich. Ironie: wenn ich meine Arbeit so weit verringere (z.B. 4 Tage-Woche), dass ich kein Gutverdiener mehr bin, scheine ich am Ende finanziell besser da zu stehen, als wenn ich weiter voll arbeite. Also wäre die Reform wohl auch ein Anreiz, weniger zu arbeiten. So ist das halt mit dem Silo-Denken von Experten und Politikern und Lobbyarbeitern.

    Nicht dass ich nicht betragen wollte zur Reform - aber 5600 Netto ist schon ein großer Batzen, und wir fangen bereits jetzt mit dem Sparen an, um Geld zurückzulegen.

    Die 3,5 % dürften in der Regel nicht kostendeckend sein und der Arbeitgeber des berufstätigen Partners ist nicht involviert.

    Also dazu habe ich von meinem AG folgende Ansage: "Wir werden die freiwilligen sozialen Leistungen solcher betroffener Mitarbeiter künftig so justieren, dass für uns keine Mehrkosten durch diese Reform entstehen". Das sind Umsatzbeteiligungen etc., manche haben so was. Will sagen: "Diese 3,5 % wirst auf jeden Fall DU ALLEIN tragen, wir finden schon Wege das zu umgehen." Es ist also egal ob der AG einen formalen Beitrag leistet oder nicht - rechts unten auf dem Gehaltszettel steht, dass der AN das alleine zahlt, Ende Ansage.

    Und da ich erst jetzt einsteige und die 17 vorigen Seiten nicht alle gelesen habe: finde nur ich es merkwürdig, dass 2 Themen irgendwie wenig Beachtung finden, auch bei den Beiträgen von Herrn Tenhagen im Spiegel? Erstens, wie viele Personen von einem "Gutverdiener-Einkommen" abhängen - 2 oder 5 machen doch wohl einen Unterschied, oder? Der Gesetzesentwurf schweigt dazu, das finde ich inkompetent vom Expertenkreis. Zweitens: diese Abschaffung wird in meinem Fall konkret dazu führen, dass wir recht genau das weniger konsumieren werden, was mir an Lasten auferlegt wird. Schließlich kann ich jeden Euro nur einmal ausgeben. Wenn die KI Gemini recht hat, fallen bei Eintritt obiger Ansage ud der aktuellen Reform jährliche Mehrkosten von 3000 bis 4000 Euro netto an (Beitrag für Partner, Beitragserhöhung durch Erhöhung der BBG, faktische Lohnkürzung durch AG). Also abgesehen davon, dass ich die von Herrn Tenhagen genannten Zahlen für unvollständig und somit für realitätsfern halte: man entzieht diese Milliarden doch 1:1 dem eigentlichen Wirtschaftskreislauf. Also eine Konjunkturbremse. Oder wo genau liegt hier mein Denkfehler?

    Viele der Betroffenen gelten übrigens wegen "über 55" als nicht mehr vermittelbar und auf dem Arbeitsmarkt als chancenlos in der Krise, also nix mit "such Dir nen Job" - es gibt grade nicht genug, egal was Experten daherreden. Also kann man sich auch oft nicht selbst helfen, wir sind wieder bei der Konjunkturbremse.

    Und es sei noch angemerkt: viele der Mitversicherten tragen über Ehrenamt wie Nachbarschaftshilfe für Senioren sehr wohl zum Staat bei, und diese Arbeit wird grade als wertlos erklärt. Kann man gut finden, muss man aber nicht. Sollte mein Partner mit 63 doch noch einen Job finden, um den Verlust etwas zu lindern, ist es damit natürlich vorbei. Bitte hinterher nicht sagen "das haben wir nicht gewußt" oder "wer konnte das ahnen" - doch, konnte man.

    Gibt es beim geplanten AV-Depot schon Informationen, wie ein Anbieter die Auszahlung umzusetzen hat? Fiktiver Fall: ich möchte das Modell Auszahlung bis 85. Gehe ich mit 67 in Rente, erwarte ich, dass der Anbieter einen Auszahlungsplan aufstellt und eine monatliche Rente ermittelt. Frage #1: stimmt diese Erwartung überhaupt, also bekomme ich eine konstante monatliche Rente oder nicht? Frage #2: wie wird die monatliche Rente durch den Anbieter ermittelt? Hängt das nicht stark vom Börsenklima zu meinem Rentenbeginn ab? Frage #3: was passiert, wenn mein Depot in diesen 18 Jahren trotz Entnahme durch die Decke geht - bekomme ich dann mit 85 eine Schlusszahlung? Umgekehrt: was passiert, wenn sich die Börse schlecht entwickelt?