Beiträge von Sakurei

    Ob die Investition in die Immobilie sich rechnet könnte auch eine Überlegung wert sein. Finanztip hat da einen hilfreichen Rechner dazu.

    Ich bin da schon diverse Kaufpreise mit diversen Eigenkapitalanteilen ausgerechnet. Im Großen und Ganzen scheint das Ganze vergleichbar zu sein. Manchmal ist der Kauf 3.000-4.000 € besser, manchmal Mieten. Da ich die Wohnung innerhalb von 10 Jahren abbezahlen möchte, mag der Rechner das Mieten häufig mehr, aber ich will mich nicht für 25 Jahre an die Bank binden, und mit 450 € Raten den Kredit abstottern. Aber insgesamt wird es tatsächlich auf den Einzelfall ankommen, der dann bei mir vorliegt. Ich hatte mir darüber halt auch schon viele Gedanken gemacht. In der Theorie könnte ich 50.000 € (wenn es denn langfristig sein soll) in den ETF stecken und die nächsten paar Jahre sehr aggressiv reinbuttern (so mit 1.500 € Sparraten), aber hatte mich dann doch für die Immobilie entschieden, weil ich langfristig gesehen mich mit Eigentum wohler fühle. Leider fällt bei Wohnungseigentum das Hausgeld an, sodass ich quasi noch "Miete" zahle, aber eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenhaus ist bei meinem Single-Gehalt einfach nicht drin.

    Wichtig für mich ist: Der Gürtel wird in der Zeit eng geschnallt, weil ich den ETF parallel auch weiter besparen möchte. Im schlimmsten Fall würde ich 100 € oder 200 € vom ETF abziehen, um besser über die Runden zu kommen, aber da ich schon 33 bin, ohne was für die Altersvorsorge getan zu haben, will ich da nicht jahrelang pausieren. Bei einer Volltilgung innerhalb von 10 Jahren kommen gerne 900 € Raten bei raus, auch wenn der Kredit verhältnismäßig gering ist. Wäre dann aber auch Ende 40 damit durch.

    Worst case scenario wäre wohl, wenn ich in 4-5 Jahren das Eigenkapital zusammen habe, und die Immobilienpreise oder Zinsen deutlich nach oben geschossen sind, sodass sich das Ganze dann nicht mehr lohnt, ich parallel aber mir dem Geld renditemäßig nichts gemacht habe.

    Vielen Dank für die Antworten.

    Moin Allerseits,

    habe ein paar Fragen zum mittelfristen Anlegen von meinem Geld. Kurz zu mir:

    Bin 33 Jahre, Vollzeit angestellt bei einem monatlichen Nettolohn von ca. 2.600,00 €. Mein eigener beruflicher Werdegang ist nicht ganz sauber abgelaufen. Nach dem Abi 2012 hatte ich 4 Jahre meine Zeit an einer Uni verschwendet, nur um das Studium sowieso nicht zu beenden. Habe dann 2017 meine Ausbildung gemacht und seit März 2020 bin ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Meine Gehaltsentwicklung lief hierbei sehr gut - bin bei 2.100 € brutto monatlich angefangen und jetzt bei 4.000 €. Auch dank der Fortbildung, die ich in der Zeit absolviert habe. Hat insgesamt so 7.000 € gekostet - da muss ich auch noch Steuererklärungen zu machen, was ich bisher nicht getan habe. Da müsste ich noch was zurückholen können.

    Leider habe ich in den letzten 6 Jahren (seit richtigem Arbeitsbeginn) mit um die Altersvorsorge nicht so richtig gekümmert. Vor 3 Jahren hatte ich mir zwei Versicherungsverträge (von der Allianz diese Invest Verträge) aufschwatzen lassen. Die hatte ich (zum Glück) nicht so stark bespart (150 € pro Vertrag), wie es bei einer vernünftigen Altersvorsorge sein sollte, und ich habe die jetzt im April auch gekündigt. Das Geld aus dem ersten Vertrag solle ich jetzt die Woche erhalten (so ziemlich genau 5.000,00 €). Wann die Kohle vom zweiten Vertrag kommt, weiß ich noch nicht. Ich musste die Dinger 2x kündigen, weil beim ersten Kündigungsschreiben das Datum auf 30.06.2025 gesetzt wurde, und ich Vollhorst nur die Vertragsnummer beim Unterschreiben überprüft hatte, und nicht das Jahr zu wann gekündigt wird. Zur 2. Kündigung wurde dann jeweils der 30.04.26 genommen. Das lief bei einem Vertrag gut, beim Anderen offenbar nicht. Frechheit hier ist, dass mir das Geld für Mai auch nochmal abgezogen wird, obwohl ich schon mitteilte, die Zahlungen bis zur Auflösung der Verträge auf 0 stellen will. Da muss ich nochmal schauen, ob ich die Lastschrift einfach zurückhole, oder mit meine Anwalt rangehe. In jeden Fall werde ich das Konto auflösen, wenn der ganze Kram durch ist.

    Ich habe mir ein Konto bei der DKB aufgemacht und da auch entsprechend mein Depot, durch welchen ich den SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF ab Mai 26 mit 700,00 € monatlich besparen werde. Der hat zwar nur ein Volumen von 5 Mrd. €, aber besteht schon seit 2011, weshalb ich davon ausgehe, dass der nicht demnächst aufgelöst wird. Und durch die Schwellenländer und Small Caps da drin dachte ich mir, ich wäre noch ein bisschen breiter aufgestellt, als mit dem klassischen MSCI World von IShares.

    Derzeit habe ich 51.000 € - 52.000 € liquide. dazu werden demnächst die beiden Beträge der Versicherungen kommen (zusammen ja dann so 10.000 €). Das Geld liegt größtenteils derzeit auf dem Tagesgeldkonto bei der DKB (mit Aktionszins, den ich zufällig Anfang April mitnehmen konnte) und stelle mir die Frage, was ich mittelfristig damit machen kann. Denn das Geld soll Eigenkapital für einen Wohnungskauf sein. Also Stand jetzt kein Geld, was ich langfristig in den ETF stecken will. Ziel ist es, pro Jahr ca. 10.000 € zusätzlich anzusparen (neben dem 700 € ETF). Das würde dann zusätzlich noch ca. 850 € im Monat bedeuten, die ich Beiseite legen muss. Das funktioniert, weil ich noch mit meiner Mutter zusammen wohne. Wir sind beide ganz froh mit dem Arrangement momentan, da meine Mutter aus dieser Wohnung nicht ausziehen will, sich die aber allein auch nicht leisten könnte. So ca. 90.000 - 100.000 € wollte ich als Eigenkapital einsetzen, da mein Ziel ist, die Wohnung auch innerhalb der ersten 10 Jahre vollständig abzubezahlen. Bei meinem Gehalt kann ich mir daher keine 1.300 € Tilgungsrate leisten und muss entsprechend mehr an Eigenkapital einbringen. bei mir in der Gegend sind die kleineren Wohnung auch schon so um die 150.000 € zu haben. Als Notgroschen würde ich nach dem Kauf erstmal so 10.000 € einbehalten.

    Ich hatte diverse Ideen. Sehr konservativ wäre halt das im Tagesgeld zu belassen. Da ich hier jedoch nur 1 % Zinsen p.a. rausbekommen würde, wollte ich schauen, ob das nicht auch besser geht, weil ich zumindest die Inflation schlagen möchte. ich will jetzt nicht 12 Konten aufmachen, um die besten Festgeld und Tagesgeldangebote mitzunehmen. Das wäre mir insgesamt zu viel Aufwand. Und Festgeld bei der DKB ist jetzt nicht so geil, dass ich da das Geld hirnlos reinschieben möchte. ich hatte daher ein paar weitere Ideen:

    1. das Geld in einen Geldmarkt-ETF stecken. Der würde sich der Zinslage zumindest anpassen, aber ob ich da die Inflation schlage, ist halt fragwürdig.

    2. Sichere Bundesanleihen kaufen: Jetzt nicht rumänische oder so. Deutsche Bundesanleihen sind nicht so stark verzinst, aber sind recht sicher im Gegenzug.

    3. P2P Kredite über Monefit oder so: Da ist die Rendite hoch, und man kommt recht schnell an das Geld ran, aber das Risiko ist auch entsprechend.

    4. Ich stecke es für die Jahre, bis ich mein Eigenkapital voll habe, in einen ETF. Problem hier wären jedoch, dass die Kurse in dieser kurzen Zeit (wir rechnen hier ja mit maximal 5 Jahren, bis ich mein Eigenkapital voll habe) runtergehen können. Aber auch, dass ich beim Verkauf die Steuern zahlen muss, auch wenn ich nur mein eingezahltes Geld wieder entnehme (davon gehe ich zumindest aus, dass der Staat die Erträge beim Verkauf zuerst zählt, und nur danach das Fundament kommt).

    Würde mich über Vorschläge und Ideen freuen. Auch gerne, wenn ihr meine Gedankengänge für bescheuert haltet. Ich bin da für Kritik völlig offen, da ich wirklich erst Anfang April mich angefangen habe mit Finanzen zu beschäftigen. Ist der ETF eine beknackte Wahl? Sind meine Ideen bescheuert? Was kann man da so machen?

    Vielen Dank! Sorry, dass das jetzt so eine Wand an Text geworden ist.

    Auch ich bin im SPDR MSCI ACWI IMI investiert. Ich frage mich allerdings bei diversen Bild-Beiträgen und dem ein oder anderen Beitrag in Foren, ob das wirklich eine gute Idee ist 🤔

    Ich glaube, dass du dir da nicht so große Sorgen machen musst. Die BILD jetzt als seriöses Blatt dahinzustellen, wäre schon sehr weit daher gegriffen. Solange der ETF weltweit gestreut ist (was dieser ja ist), macht man zumindest nichts grundlegendes falsch. Natürlich sind andere ETF in den letzten Jahren besser gelaufen (z.B. der IShares MSCI World), aber optimieren und weitere diversifizieren kann man immer noch.

    Besteht ja auch die Möglichkeit, mehrere ETFs zu besparen, um später auch Gewinne zu maximieren (Stichwort first in last out).

    Und man sollte ja zumindest davon ausgehen, dass die Empfehlungen von Finanztip nicht ganz daneben sind - denn der SPDR MSCI ACWI IMI ist auch einer der empfohlenen ETFs auf der Seite (wenngleich auch der, der in den letzten fünf Jahren am schlechtesten performt hat).

    Das ist kein Merkmal des Beamtentums sondern eine Folge dessen, dass der öffentliche Dienst seine Angestellten miserabel bezahlt.
    Es gibt Branchen, da wurde seit Ewigkeiten nicht mehr gestreikt.

    Gibt auch Branchen, in denen gar nichts gestreikt werden kann, weil die Angestellten keine Gewerkschaften haben, die sie unterstützen könnten (Wie zum Beispiel Angestellte sämtlicher Freiberufler (also Angestellt von Ärzten, Steuerberatern, Anwälten/Notaren, Architekten etc.)). Insoweit ist das Fehlen von Streiks kein Anzeichen dafür, dass die Konditionen stimmen. (auch wenn das hier natürlich nicht behauptet wurde)

    Ich kenne zwei Personen, die mit dieser Ausbildung inzwischen bei einer kommunalen Verwaltung im Finanzbereich arbeiten. Höheres Gehalt und Erfahrungsstufen nach TVÖD kommen auch noch.

    Derzeit finde ich meine Arbeit inhaltlich noch interessant genug, dass ich nicht wechseln möchte. Sicherlich könnte ich irgendwie bei der Stadt noch anfangen und da dann nach Tarifverträgen vergütet werden - was in jedem Fall mehr wäre, als das Gehalt beim Notar. Und das (oder ein ähnlicher Wechsel) wird auch sicherlich mal in den Karten stehen - aber halt noch nicht jetzt.

    Sakurei,hast du das studiert?

    D.

    Die Ausbildung zum Rechtsanwalt- und Notarfachangestellten ist eine gewöhnliche 3-jährige Ausbildung.

    Die Fortbildung zum Notarfachwirt war in meinem Fall ein 3-semestriges Fernstudium mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen zum Abschluss. Die Antwort ist also ein klares Jein.

    Bin übrigens Vollzeit beschäftigt. Hatte ich nicht mit erwähnt.

    Ich bin Notarfachwirt (33 Jahre alt). Bekomme jetzt 4.000,00 € Brutto. Das ist so nach meiner Recherche so ziemlich im Deutschlandweiten Median für meinen Beruf. Leider ist die Branche (ReNo und Konsorten) insgesamt nicht so gut bezahlt. Ob ich da noch mit weiteren Gehaltserhöhungen (außerhalb von Inflationsausgleich alle paar Jahre) rechnen kann, ist fraglich.

    Aber zumindest momentan bin ich noch ganz zufrieden damit.

    Moin,

    zum Thema Erbschein Folgendes:

    Ein Erbnachweis (ob das jetzt der Erbschein oder ein notarielles Testament ist) wird immer dann notwendig sein, wenn die Erbenstellung nachgewiesen werden muss. Das kann bei der Bank geschehen, oder aber vor irgendwelchen Behörden. Pauschal zu sagen, dass er insgesamt nicht gebraucht wird, ist da recht unüberlegt. Für die Bank vielleicht nicht - das Geld wird man sicherlich durch Vorlage der schriftlichen Vollmacht vom Konto bekommen - aber parallel sollte m.E. der Erbschein dennoch beantragt werden. Der schützt euch mehr als die Vollmacht, da er öffentlichen Glauben genießt.

    Denn wichtig hier ist: die Vollmacht ist nur solange gültig, bis einer der Erben sie widerruft! Sie ist transmortal, aber eben nicht unwiderrufbar. Wenn du und dein Bruder wirklich die Erben sind, ist das grundsätzlich alles sicher. Die (allgemeine) Gefahr bei einer Ausnutzung der Vollmacht ohne Erbschein ist, dass vielleicht irgendwann ein Erbschein auftaucht, der nicht auf dich und deinen Bruder ausgestellt ist. Wenn die Vollmacht dann widerrufen wird, stellt sich im nachhinein heraus, dass ihr euch schadenersatzpflichtig gemacht habt.

    Sollte eine transmortale Vollmacht vorliegen, wird diese im Regelfall ausreichen, um die Geschäfte des Verstorbenen zu erledigen, solange die notwendige Form eingehalten ist (z.B. müsste die öffentlich beglaubigt sein, wenn man mit dem Grundbuchamt verkehrt). Aber es besteht (theoretisch) die Gefahr, dass der Erbschein dennoch benötigt wird - oder aber dass die Vollmacht durch einen Erben widerrufen wird, von denen ihr nichts wusstest.