Moin Allerseits,
habe ein paar Fragen zum mittelfristen Anlegen von meinem Geld. Kurz zu mir:
Bin 33 Jahre, Vollzeit angestellt bei einem monatlichen Nettolohn von ca. 2.600,00 €. Mein eigener beruflicher Werdegang ist nicht ganz sauber abgelaufen. Nach dem Abi 2012 hatte ich 4 Jahre meine Zeit an einer Uni verschwendet, nur um das Studium sowieso nicht zu beenden. Habe dann 2017 meine Ausbildung gemacht und seit März 2020 bin ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Meine Gehaltsentwicklung lief hierbei sehr gut - bin bei 2.100 € brutto monatlich angefangen und jetzt bei 4.000 €. Auch dank der Fortbildung, die ich in der Zeit absolviert habe. Hat insgesamt so 7.000 € gekostet - da muss ich auch noch Steuererklärungen zu machen, was ich bisher nicht getan habe. Da müsste ich noch was zurückholen können.
Leider habe ich in den letzten 6 Jahren (seit richtigem Arbeitsbeginn) mit um die Altersvorsorge nicht so richtig gekümmert. Vor 3 Jahren hatte ich mir zwei Versicherungsverträge (von der Allianz diese Invest Verträge) aufschwatzen lassen. Die hatte ich (zum Glück) nicht so stark bespart (150 € pro Vertrag), wie es bei einer vernünftigen Altersvorsorge sein sollte, und ich habe die jetzt im April auch gekündigt. Das Geld aus dem ersten Vertrag solle ich jetzt die Woche erhalten (so ziemlich genau 5.000,00 €). Wann die Kohle vom zweiten Vertrag kommt, weiß ich noch nicht. Ich musste die Dinger 2x kündigen, weil beim ersten Kündigungsschreiben das Datum auf 30.06.2025 gesetzt wurde, und ich Vollhorst nur die Vertragsnummer beim Unterschreiben überprüft hatte, und nicht das Jahr zu wann gekündigt wird. Zur 2. Kündigung wurde dann jeweils der 30.04.26 genommen. Das lief bei einem Vertrag gut, beim Anderen offenbar nicht. Frechheit hier ist, dass mir das Geld für Mai auch nochmal abgezogen wird, obwohl ich schon mitteilte, die Zahlungen bis zur Auflösung der Verträge auf 0 stellen will. Da muss ich nochmal schauen, ob ich die Lastschrift einfach zurückhole, oder mit meine Anwalt rangehe. In jeden Fall werde ich das Konto auflösen, wenn der ganze Kram durch ist.
Ich habe mir ein Konto bei der DKB aufgemacht und da auch entsprechend mein Depot, durch welchen ich den SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF ab Mai 26 mit 700,00 € monatlich besparen werde. Der hat zwar nur ein Volumen von 5 Mrd. €, aber besteht schon seit 2011, weshalb ich davon ausgehe, dass der nicht demnächst aufgelöst wird. Und durch die Schwellenländer und Small Caps da drin dachte ich mir, ich wäre noch ein bisschen breiter aufgestellt, als mit dem klassischen MSCI World von IShares.
Derzeit habe ich 51.000 € - 52.000 € liquide. dazu werden demnächst die beiden Beträge der Versicherungen kommen (zusammen ja dann so 10.000 €). Das Geld liegt größtenteils derzeit auf dem Tagesgeldkonto bei der DKB (mit Aktionszins, den ich zufällig Anfang April mitnehmen konnte) und stelle mir die Frage, was ich mittelfristig damit machen kann. Denn das Geld soll Eigenkapital für einen Wohnungskauf sein. Also Stand jetzt kein Geld, was ich langfristig in den ETF stecken will. Ziel ist es, pro Jahr ca. 10.000 € zusätzlich anzusparen (neben dem 700 € ETF). Das würde dann zusätzlich noch ca. 850 € im Monat bedeuten, die ich Beiseite legen muss. Das funktioniert, weil ich noch mit meiner Mutter zusammen wohne. Wir sind beide ganz froh mit dem Arrangement momentan, da meine Mutter aus dieser Wohnung nicht ausziehen will, sich die aber allein auch nicht leisten könnte. So ca. 90.000 - 100.000 € wollte ich als Eigenkapital einsetzen, da mein Ziel ist, die Wohnung auch innerhalb der ersten 10 Jahre vollständig abzubezahlen. Bei meinem Gehalt kann ich mir daher keine 1.300 € Tilgungsrate leisten und muss entsprechend mehr an Eigenkapital einbringen. bei mir in der Gegend sind die kleineren Wohnung auch schon so um die 150.000 € zu haben. Als Notgroschen würde ich nach dem Kauf erstmal so 10.000 € einbehalten.
Ich hatte diverse Ideen. Sehr konservativ wäre halt das im Tagesgeld zu belassen. Da ich hier jedoch nur 1 % Zinsen p.a. rausbekommen würde, wollte ich schauen, ob das nicht auch besser geht, weil ich zumindest die Inflation schlagen möchte. ich will jetzt nicht 12 Konten aufmachen, um die besten Festgeld und Tagesgeldangebote mitzunehmen. Das wäre mir insgesamt zu viel Aufwand. Und Festgeld bei der DKB ist jetzt nicht so geil, dass ich da das Geld hirnlos reinschieben möchte. ich hatte daher ein paar weitere Ideen:
1. das Geld in einen Geldmarkt-ETF stecken. Der würde sich der Zinslage zumindest anpassen, aber ob ich da die Inflation schlage, ist halt fragwürdig.
2. Sichere Bundesanleihen kaufen: Jetzt nicht rumänische oder so. Deutsche Bundesanleihen sind nicht so stark verzinst, aber sind recht sicher im Gegenzug.
3. P2P Kredite über Monefit oder so: Da ist die Rendite hoch, und man kommt recht schnell an das Geld ran, aber das Risiko ist auch entsprechend.
4. Ich stecke es für die Jahre, bis ich mein Eigenkapital voll habe, in einen ETF. Problem hier wären jedoch, dass die Kurse in dieser kurzen Zeit (wir rechnen hier ja mit maximal 5 Jahren, bis ich mein Eigenkapital voll habe) runtergehen können. Aber auch, dass ich beim Verkauf die Steuern zahlen muss, auch wenn ich nur mein eingezahltes Geld wieder entnehme (davon gehe ich zumindest aus, dass der Staat die Erträge beim Verkauf zuerst zählt, und nur danach das Fundament kommt).
Würde mich über Vorschläge und Ideen freuen. Auch gerne, wenn ihr meine Gedankengänge für bescheuert haltet. Ich bin da für Kritik völlig offen, da ich wirklich erst Anfang April mich angefangen habe mit Finanzen zu beschäftigen. Ist der ETF eine beknackte Wahl? Sind meine Ideen bescheuert? Was kann man da so machen?
Vielen Dank! Sorry, dass das jetzt so eine Wand an Text geworden ist.