Was verdient ihr & seid ihr zufrieden?

  • Ich kenne zwei Personen, die mit dieser Ausbildung inzwischen bei einer kommunalen Verwaltung im Finanzbereich arbeiten. Höheres Gehalt und Erfahrungsstufen nach TVÖD kommen auch noch.

    Derzeit finde ich meine Arbeit inhaltlich noch interessant genug, dass ich nicht wechseln möchte. Sicherlich könnte ich irgendwie bei der Stadt noch anfangen und da dann nach Tarifverträgen vergütet werden - was in jedem Fall mehr wäre, als das Gehalt beim Notar. Und das (oder ein ähnlicher Wechsel) wird auch sicherlich mal in den Karten stehen - aber halt noch nicht jetzt.

  • Beamter, mittlerer Dienst (derzeit), ca. 3200-3300 € netto nach Abzug KV.

    Warum zieht man die KV ab? Folgerichtig müsstest du dann auch die RV dazupacken. Grade in einem Forum von finanztip, in dem es ja wesentlich um den Umgang mit Geld und die Altersvorsorge geht.

    Was Beamte verdienen ist schon krass. Als Jugendlicher hatte ich das nicht im Blick. Sonst wäre ich zu 100% ins Beamtentum gegangen.

    Freut mich auf jeden Fall für alle Beamten

  • Warum zieht man die KV ab? Folgerichtig müsstest du dann auch die RV dazupacken. Grade in einem Forum von finanztip, in dem es ja wesentlich um den Umgang mit Geld und die Altersvorsorge geht.

    Was Beamte verdienen ist schon krass. Als Jugendlicher hatte ich das nicht im Blick. Sonst wäre ich zu 100% ins Beamtentum gegangen.

    Freut mich auf jeden Fall für alle Beamten

    Guten Morgen,

    Beamte sind in der Regel in der privaten Krankenversicherung und müssen die Beiträge davon selbst aus ihrem Netto (=das was auf dem Konto landet) zahlen. Und RV-Beiträge fallen nicht an, weil Beamte über die Pension abgesichert sind.

  • Ja, das haben auch schon einige Verwaltungs- und Verfasdungsrichter festgestellt...


    https://www.verdi.de/ikt/themen/bea…neue-massstaebe

    Danke!

    Ich bin kein Beamter, aber wer sich über "hohe" Beamtengehälter beschwert, vergisst gerne mal die zugehörigen Nachteile. Nicht streiken oder das Gehalt verhandeln dürfen, versetzt werden wohin es dem Dienstherrn passt (damit auch keine freie Wahl des Wohnorts), nicht den Arbeitgeber wechseln können, egal wie ätzend der Chef ist usw...

    Ich stand zu Beginn meines Berufslebens vor dieser Wahl und habe mich bewusst dagegen entschieden.

  • Ich bin kein Beamter, aber wer sich über "hohe" Beamtengehälter beschwert, vergisst gerne mal die zugehörigen Nachteile. Nicht streiken oder das Gehalt verhandeln dürfen, versetzt werden wohin es dem Dienstherrn passt (damit auch keine freie Wahl des Wohnorts), nicht den Arbeitgeber wechseln können, egal wie ätzend der Chef ist usw...

    Na ja, die Realität sieht anders aus...

    Ich bin seit über 20 Jahren berufstätig als Angestellter und habe noch keinen einzigen Tag meines Berufsleben gestreikt. Beamte überlassen das Streiken den Angestellten im ÖD aber profitieren gleichermaßen von den Ergebnissen.

    Viele Angestellte können ihr Gehalt auch nicht frei verhandeln sondern sind einem Tarifvertrag unterworfen. Verhandeln dürfen heißt im übrigen nicht, dass man auch bekommt was man sich wünscht.

    Dass Beamte nun ständig zwangsversetzt werden ist auch eher ein Mythos. In der Privatwirtschaft ist insgesamt mehr Flexibilität erforderlich.

    Wieso sollten Beamte nicht den Arbeitgeber wechseln dürfen? Es steht ihnen doch frei zu kündigen...

  • Wieso sollten Beamte nicht den Arbeitgeber wechseln dürfen? Es steht ihnen doch frei zu kündigen...

    Wenn es nun auch in diesen Zufriedenheits-Thread wieder um Beamt:innen gehen soll, dann ein kleiner Hinweis.
    Die können überhaupt nicht kündigen, sondern um Entlassung bitten. Einen Arbeitgeber haben sie auch nicht, sondern einen Dienstherrn. Wechsel gehen nur im Rahmen einer Versetzung oder theoretisch im Rahmen einer sogenannten „Raubernennung.“.

  • Wenn es nun auch in diesen Zufriedenheits-Thread wieder um Beamt:innen gehen soll, dann ein kleiner Hinweis.
    Die können überhaupt nicht kündigen, sondern um Entlassung bitten. Einen Arbeitgeber haben sie auch nicht, sondern einen Dienstherrn. Wechsel gehen nur im Rahmen einer Versetzung oder theoretisch im Rahmen einer sogenannten „Raubernennung.“.

    Mir geht es nicht um Begrifflichkeiten sondern um die Lebenswirklichkeit...

  • Die können überhaupt nicht kündigen, sondern um Entlassung bitten.

    Das ist z.B. bei gewünschtem früheren Ruhestand nicht ganz trivial. Ein Arbeitnehmer kann kündigen, muss dann eben ein paar Jahre bis zur Rente finanziell überbrücken, aber kein Arbeitgeber kann ihn zwingen, länger als die vereinbarten (üblicherweise 3-6 Monate) Kündigungsfrist zu bleiben. Das ist bei Beamten anders.

    Na ja, die Realität sieht anders aus...

    Ich habe mich gerade aufgrund von realen Erfahrungen in meinem Umfeld gegen das Beamtenleben entschieden.

    Natürlich kann man als Beamter Glück haben, den Traumjob am Traumort bekommen und das gesamte Berufsleben jeden Tag mit Freude zur Arbeit gehen und nur tolle Chefs und Kollegen haben und auf der Karriereleiter aufsteigen. Aber es kann eben auch anders laufen. Und dann hat man in der freien Wirtschaft sehr viel mehr Optionen.

    Wieso sollten Beamte nicht den Arbeitgeber wechseln dürfen? Es steht ihnen doch frei zu kündigen...

    Ja, aber dann verlieren sie ihren Pensionsanspruch. Selbst wenn man als Beamter absolut unzufrieden ist, überlegt man sich das dreimal, ob es einem das wirklich wert ist.

    Wenn Du in der freien Wirtschaft den Arbeitgeber wechselst, weil Du mit Deinem Job / dem Chef / dem Gehalt / dem Arbeitsplatz / dem Arbeitsort unzufrieden bist, passiert mit Deinen Rentenansprüchen gar nichts. Du zahlst im neuen Job nahtlos weiter ein.

  • Beamte überlassen das Streiken den Angestellten im ÖD aber profitieren gleichermaßen von den Ergebnissen.

    Es gibt mehr als genug Beamte, die sich in ihrer Freizeit (Urlaub / gegen Abzug der Arbeitszeit) solidarisieren und entsprechende "Events" beiwohnen.

    Und "profitieren gleichermaßen" ist gerade in den letzten Jahren auch nicht wirklich gegeben.

  • Glück haben, den Traumjob am Traumort bekommen und das gesamte Berufsleben jeden Tag mit Freude zur Arbeit gehen

    Wenn einem das passiert ist es wahrscheinlich total egal ob man angestellt, verbeamtet oder selbstständig ist.

    Ich behaupte mal wenn man an 80% der Arbeitstage mit Freude nachgeht ist man schon deutlich zufriedener wie die meisten die einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

  • Ja, aber dann verlieren sie ihren Pensionsanspruch. Selbst wenn man als Beamter absolut unzufrieden ist, überlegt man sich das dreimal, ob es einem das wirklich wert ist.

    Seltsame Logik. Beamter sein ist schlimm, weil wenn ein Beamter sich aktiv dafür entscheidet kein Beamter mehr zu sein hat er nicht mehr die Privilegien eines Beamten...

  • Beamter zu sein, ist ein völlig anderes Lebensmodel, viele Vergleiche hinken erheblich.

    Ja, das stimmt. Ich habe die ersten Jahre meines Berufslebens als Angestellter im ÖD gearbeitet und konnte entsprechende Erfahrungen sammeln. Bspw. hat meine damalige Chefin (Beamtin, A16) mit Anfang 50 auf bekloppt gemacht ("Burnout") und lebt seit dem als Luxussozialhilfeempfängerin ("Frühpensionärin"). Was man so hört, verbringt sie die Wintermonaten gerne auf Teneriffa. Macht aber nix, Geld kommt vom Steuerzahler...:thumbup:

  • Mir geht es nicht um Begrifflichkeiten sondern um die Lebenswirklichkeit...

    Die Lebenswirklichkeit ist, dass sich Kündigungsschutz und Arbeitnehmerrechte generell für Beschäftigte in D schon auf ein recht hohes Niveau entwickelt haben (was ich auch nicht schlecht finde), so dass aber ein "Vorwurf" der Unkündbarkeit an Beamte so einfach auch wieder nicht funktioniert.

    Die Lebenswirklichkeit ist:

    Beamter zu sein, ist ein völlig anderes Lebensmodel, viele Vergleiche hinken erheblich.

    Lebensmodell ist etwas übertrieben, den meisten Beamten merkst du ihren Beschäftigungsstatus im Freizeitbereich i.d.R. nicht an ;) Aber dass die Systeme sich komplett unterscheiden, und viele Vergleiche daher zwangsläufig hinken, ist schlichtweg Fakt. Es ist eigentlich grundsätzlich Nonsens, sich ein, zwei Aspekte rauszusuchen oder diese gar zu vermischen, und daraus einen generellen Vor- oder Nachteil der einen Welt zu schlussfolgern.

    Dass Beamte nun ständig zwangsversetzt werden ist auch eher ein Mythos. In der Privatwirtschaft ist insgesamt mehr Flexibilität erforderlich.

    Wenn man einfach mal alle Lehrer und Soldaten ausblendet, mag das so sein. Bei dir habe ich gerade den Eindruck, dass die ein oder andere anekdotische Evidenz deine "Lebenswirklichkeit" auch etwas arg mythologisiert. Ich glaube z.B. nicht, dass das hier alles nur hochbezahlte Beamte sind.

  • Wenn einem das passiert ist es wahrscheinlich total egal ob man angestellt, verbeamtet oder selbstständig ist.

    Ich behaupte mal wenn man an 80% der Arbeitstage mit Freude nachgeht ist man schon deutlich zufriedener wie die meisten die einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

    Das stimmt!

    Bei mir trifft das zu - in der weit überwiegenden Zahl der Arbeitstage gehe ich gerne zur Arbeit, mag meine Kolleg:innen, finde meine Arbeit spannend. Natürlich gibt es immer mal blöde Tage und Aufgaben, auf die man keine Lust hat. Aber alles in allem habe ich es da sehr gut getroffen.

    Ich weiß aber auch, wie es sich anfühlt, wenn man jeden Tag mit Bauchschmerzen zur Arbeit geht, keinen Spaß mehr daran hat, einen Chef der nur nach Gründen sucht, einem Fehler nachzuweisen. Auch so einen Job hatte ich schon, inzwischen zum Glück lange her, aber als ich dort gekündigt hatte, war ich so unglaublich froh, dass ich in der freien Wirtschaft unterwegs bin und nicht in einem Beamtenverhältnis stehe. Denn ich konnte einfach kündigen. Klar, "einfach" ist relativ, natürlich überlegt man sich das gut, man hat die Ungewissheit, wie es weitergeht, muss sich einen neuen Job suchen usw..., aber alles in allem war der Wechsel eben doch problemlos und ohne größere finanzielle Nachteile möglich.

  • Wenn man einfach mal alle Lehrer und Soldaten ausblendet, mag das so sein. Bei dir habe ich gerade den Eindruck, dass die ein oder andere anekdotische Evidenz deine "Lebenswirklichkeit" auch etwas arg mythologisiert. Ich glaube z.B. nicht, dass das hier alles nur hochbezahlte Beamte sind.

    Von Lehrern kenne ich das weniger mit den Versetzungen. Bei Soldaten ist es sehr häufig aber auch junge Polizisten sind stark davon betroffen. Relativ wenig Angst vor regionalen Versetzungen muss man haben bei Verbeamtung in Kommunen.

    In der zitierten Umfrage dürften fast keine Beamte enthalten sein, weil es sich um Zahlen von AOK Mitgliedern handelt. Früher hatten Menschen mit Burnout üblicherweise das Prädikat "Depression". Langer Rede kurzer Sinn: diese Statistik ist für die Tonne!

  • ...Bspw. hat meine damalige Chefin (Beamtin, A16) mit Anfang 50 auf bekloppt gemacht ("Burnout") und lebt seit dem als Luxussozialhilfeempfängerin ("Frühpensionärin"). Was man so hört, verbringt sie die Wintermonaten gerne auf Teneriffa. Macht aber nix, Geld kommt vom Steuerzahler...:thumbup:

    Und das kann man einfach so machen? ...einen auf bekloppt?

    Eventuell wäre das auch etwas für mich. Kannst Du uns das Näheres zur Vorgehensweise schreiben? Wie hat die das gemacht?

    Muss man jeden morgen unangemeldet beim Chef im Büro erscheinen mit Speichelfluss und der Urin läuft aus dem Hosenbein? Und dann geht man wortlos wieder?

    Oder wie läuft das?

  • Und das kann man einfach so machen? ...einen auf bekloppt?

    Eventuell wäre das auch etwas für mich. Kannst Du uns das Näheres zur Vorgehensweise schreiben? Wie hat die das gemacht?

    Muss man jeden morgen unangemeldet beim Chef im Büro erscheinen mit Speichelfluss und der Urin läuft aus dem Hosenbein? Und dann geht man wortlos wieder?

    Oder wie läuft das?

    Da führen ganz viele Wege nach Rom. Die beste Variante gibt es so nicht, das ist individuell sehr verschieden. In einem anderen mit bekannten Fall hat derjenige während der Arbeitszeit im Büro auf seinem Musikinstrument geübt (Trompete). Das war auch sehr zielführend...

    Also einfach ein bisschen überlegen & ausprobieren, ich drück die Daumen! :thumbup:

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