Beiträge von ezzy_io

    Eine Geldanlagestrategie mit Stillhalteroptionen wäre grundsätzlich vorstellbar. Das müßte aber über einen ausländischen Broker erfolgen. Der sofortige Steuerabzug, wie in Deutschland praktiziert, verschließt diesen Weg für deutsche Anleger. Optionsscheinen, die bei Neobrokern häufig als Optionen bezeichnet werden, taugen wegen der Kosten nichts.

    Ja, wenn Stillhaltergeschäfte, dann über große Broker wie Interactive Brokers und dann vor allem in den USA. So mache ich das seit Jahren und ich wünschte, das Thema wäre im deutschsprachigen Raum etwas präsenter, gibt es hier schließlich sehr gute Möglichkeiten, auch in Seitwärtsphasen Rendite zu erzielen usw.

    Ich habe mehr Erfahrungen als gesund sind. Optionsscheine haben dafür gesorgt, dass ich einen gut gefüllten Verlusttopf und zusätzlich ein aktuelles Minus im Depot habe.


    Daher: lieber Finger weg davon.

    Stimme 100% zu. Optionsscheine sind einfach kein Anlageinstrument, in den USA wie übrigens CFDs verboten, das sollte schon alles sagen. Der Hauptgrund, warum Optionsscheine keinen Sinn machen ist aber folgender: Die Anleger können hier keine Stillhaltergeschäfte machen, aber genau das macht den echten Optionshandel - über eine echte Börse - so attraktiv. Ein einfaches Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 USD und ich wäre bereit, diese für 95 USD zu kaufen. Dann verkaufe ich einen Put (entspricht 100 Aktien) mit dem Ausübungspreis von 95 USD. Dafür bekomme ich vom Put-Käufer (der Gegenseite) je nach Schwankungsbreite der Aktie (Volatilität) und Laufzeit (z.B. 2 Monate) z.B. 2 USD Prämie. Also wäre mein Worst Case: ich muss die Aktie zu 95 kaufen, abzüglich meiner Prämie läge mein Breakeven Kurs bei 93 USD. Und jetzt kommt der Hauptvorteil: Läuft die Aktie nach oben, seitwärts oder sogar abwärts (verbleibt zum Verfallstermin aber oberhalb 95 USD), habe ich gewonnen. Allein schon wenn die Zeit vergeht, kann man Geld verdienen. Statt also OptionsSCHEINE zu kaufen, die Tag für Tag an Zeitwert verlieren, VERKAUFE ich echte Optionen. Weitere Strategien, die man mit Optionen bauen kann sind z.B.: bestehende Aktien im Depot nahezu kostenlos absichern, Zusatzrenditen auf Aktien im Bestand generieren ohne Zusatzrisiko oder auch auf Seitwärtsbewegungen setzen usw.

    Es gibt wohl auch den Trick sich US-ETFs über Optionshandel einbuchen zu lassen.

    Ich habe da keine Ahnung von und man braucht ein spezielles Depot, aber hier ist es beschrieben.

    Hi, in der Tat geht das und zwar relativ einfach, wir machen das immer wieder gerne. Angenommen du möchtest einen ETF der bei 100 USD notiert, dann verkaufst du einfach einen Put mit einem Strike bei 99 oder 100 und einer überschaubaren Laufzeit. Dafür bekommst du eine Prämie, die du in jedem Fall behalten kannst. Wenn es kurz vor oder eben zum Verfall der Option dazu kommt, dass der ETF leicht unter dem Strike notiert, bekommst du diesen ins Depot gebucht. Wie gesagt mit einem Discount in Höhe der eingenommenen Prämie. Danach kann man mit dem ETF ganz normal verfahren und diesen halten oder verkaufen wann man möchte. VG, David