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letzte Aktualisierung am 15.12.2021

Kurz vor den Weihnachtsferien erhöht die Deutsche Bahn mal wieder ihre Preise. Die Corona-Situation trübt zwar gerade die Reisefreude. Aber die Einführung der 3G-Regel macht Bahnfahren selbst dann wieder interessant, wenn Du aktuell besonders vorsichtig unterwegs bist. Und damit stellt sich wie jedes Jahr die Frage: Lohnt sich eine Bahncard für mich? Und wenn ja, welche?

Punkt 1: Spontane Fahrer sollten die Bahncard 25 wählen

Wenn Du häufig mit der Bahn unterwegs bist und dabei auch mal längere Strecken zurücklegst, ist die Bahncard 25 eine gute Option für Dich. Mit dieser Rabattkarte erhältst Du einen Nachlass von 25 Prozent – egal ob Du zum Flexpreis buchst (früher Normalpreis) oder Dein Zugticket zum Sparpreis kaufst.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kosten von rund 57 Euro im Jahr holst Du recht schnell wieder rein. Wenn Du kurzfristig Flextickets ohne Zugbindung buchst, lohnt sich die Bahncard 25 schon nach zwei Fahrten auf längerer Strecke, zum Beispiel von Berlin nach Köln.

Punkt 2: Sparpreis-Liebhaber brauchen nicht so schnell eine Bahncard

Planst Du Deine Reisen länger im Voraus und kannst daher in der Regel Super-Sparpreise ergattern, dann musst Du schon regelmäßiger Bahn fahren, damit sich die Bahncard lohnt.

Reist Du in der Regel zum Super-Sparpreis von 18 Euro, dann lohnt sich die 25er-Rabattkarte für die 2. Klasse erst ab der 13. Fahrt.

Bahnticketautomat
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Punkt 3: Wenn Du viel und flexibel reist, nutze die Bahncard 50

Wer sich für die Bahncard 50 interessiert, übersieht leicht, dass deren Rabatt von 50 Prozent nur für die Flexpreis-Tickets gilt. Auf Sparpreise erhältst Du dagegen nur 25 Prozent Nachlass, wie bei der Bahncard 25. Daher lohnt sich die Karte nur, wenn Du flexibel und ohne Zugbindung reisen willst – und dafür auch entsprechend mehr Geld ausgibst.

Um es anschaulich zu machen: Die Bahncard 50 für die 2. Klasse rechnet sich, wenn Du 468 Euro im Jahr für Bahnfahrten ausgibst. Das entspricht etwa fünf einfachen Fahrten von Frankfurt am Main nach München oder siebenmal der Strecke Berlin-Hamburg – wenn Du jeweils den Flexpreis buchst.

Punkt 4: Für junge Leute zahlt sich die Bahncard schneller aus

Mittlerweile hat sich das Feld der Bahncard-Modelle weiter aufgefächert. Je nach Altersstufe kosten die Rabattkarten unterschiedlich viel. So bekommen junge Reisende unter 26 Jahren zum Beispiel die „My Bahncard 25“ für die 2. Klasse für nur 36 Euro im Jahr – das rechnet sich also sehr viel schneller.

Auch die Bahncard 25 für Senioren (ab 65 Jahren) ist im Jahr günstiger als die normale. In der Variante für die 2. Klasse lohnt sie sich ab jährlichen Bahnkosten von rund 152 Euro.

Punkt 5: Probe-Bahncards kombinieren

Wenn Du Dir noch unsicher bist, welche Bahncard für Dich die richtige ist, kannst Du alle Kartenvarianten auch mit einer vorläufigen Laufzeit von drei Monaten testen. Die Probe-Bahncard 25 für die 2. Klasse rechnet sich bei einem Preis von rund 18 Euro oft schon bei einer oder zwei Langstreckenfahrten im Jahr. Das gleiche gilt für die Variante für die 1. Klasse, die rund 36 Euro kostet.

Denke aber daran, dass die Probe-Bahncards aufs Jahr hochgerechtet teurer sind als die regulären – und dass sie sich automatisch um ein Jahr verlängern, wenn Du nicht sechs Wochen vor Ablauf kündigst. Mach das am besten sofort. Überhaupt ist die Probe-Bahncard nur praktisch, wenn Du einige wenige Fahrten planst.

Du kannst die Probe-Bahncards auch kombinieren, wenn Du Dich nicht längerfristig binden willst, also nacheinander die Probe-Bahncard 25 und dann die 50er-Probe-Bahncard bestellst.

Welche Bahncards es noch gibt, wie Du mit Partnerkarten sparen kannst und weitere Tipps findest Du in unserem Ratgeber.

Korrektur: In der ursprünglichen Fassung des Textes schrieben wir, die Senioren Bahncard 25 für die 2. Klasse lohne sich ab jährlichen Bahnkosten von 148 Euro. Das ist nicht richtig. Tatsächlich lohnt sich diese Rabattkarte erst ab 152 Euro Bahnkosten im Jahr. Der Fehler tut uns sehr leid, wir haben die Stelle im Text korrigiert.

Zum Ratgeber

Max Mergenbaum
Autor

Stand:

Max Mergenbaum geht nicht nur privat gerne auf Reisen, er schreibt auch darüber. Bis Sommer 2022 war er Experte für Reisethemen von Finanztip. Max hat bei Finanztip volontiert, inklusive Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion des RBB Inforadios. Vorher studierte er Politik, Wirtschaft & Gesellschaft sowie Germanistik in Berlin und Canterbury.

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