Bahncard

Günstiger unterwegs mit der Bahncard

Daniel Pöhler Stand: 02. Dezember 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Für die Bahncard bezahlen Sie zuerst einen bestimmten Betrag, um ein Jahr lang einen Nachlass bei jeder Buchung zu erhalten. Das Bahncard-Abo verlängert sich um ein Jahr, wenn Sie es nicht kündigen.
  • Die Bahncard 25 kostet 62 Euro im Jahr und lohnt sich schon ab etwa drei, vier Fahrten. Sie erhalten damit 25 Prozent Nachlass auf Flexpreis (Normalpreis) und Sparpreis.
  • Die Bahncard 50 für 255 Euro im Jahr eignet sich für spontane Vielfahrer (ab etwa zehn einfachen Fahrten im Jahr). Mit ihr gibt es 50 Prozent Rabatt auf den Flexpreis oder 25 Prozent auf den Sparpreis.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie, wie oft Sie im Jahr mit der Bahn fahren.
  • In unserer Beispielrechnung mit der Strecke Köln–Berlin lohnte sich die Bahncard 25 für die 2. Klasse ab drei einfachen Fahrten, sofern Sie spontan zum Flexpreis buchen.
  • Buchen Sie im Voraus zum Sparpreis, rechnete sich die Bahncard 25 für die 2. Klasse ab neun einfachen Fahrten auf unserer Beispielstrecke.
  • Die Bahncard 50 lohnte sich im Beispiel ab der zehnten einfachen Fahrt zum Normalpreis (Flexpreis).
  • Wer fast täglich mit der Bahn unterwegs ist, für den kann sich die Bahncard 100 rechnen. Sie kostet mit über 4.000 Euro im Jahr immer noch deutlich weniger als die Jahreskosten eines durchschnittlichen Pkw.

Die Deutschen lieben die Bahncard – fünf Millionen Bundesbürger besitzen die Rabattkarte der Deutschen Bahn. Dabei ist das Konzept hinter der Bahncard eher ungewöhnlich: Kunden bezahlen zuerst einen bestimmten Betrag, um ein Jahr lang einen Nachlass auf jede Fahrkarte zu erhalten. Wir haben nachgerechnet, für wen sich die Bahncard 25, 50 oder 100 lohnt.

Bahncard 25 rechnet sich schnell

Mit der Bahncard 25 erhalten Fahrgäste einen Rabatt von 25 Prozent auf den Normalpreis (Flexpreis) oder Sparpreis. Die Karte kostet 62 Euro pro Jahr für die zweite Klasse und 125 Euro für die erste.

Die ermäßigten Preise betragen 41 Euro für die zweite Klasse und 81 Euro für die erste. Die Ermäßigung erhalten Personen über 60 Jahre und Menschen, die wegen voller Erwerbsminderung eine Rente beziehen sowie Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70. Zum ermäßigten Preis können auch Partner von Bahncard-25-Inhabern eine Partnerkarte kaufen. Für junge Menschen unter 27 gibt es eigene, vergünstige Bahncards: My Bahncard genannt.

Die Bahncard 25 für die zweite Klasse lohnt sich, wenn Sie mehr als rund 250 Euro im Jahr für Bahn-Fahrkarten ausgeben. Bei der Verbindung Frankfurt/Main–München war das in unserer Stichprobe beispielsweise bereits ab der dritten Fahrt der Fall. Allerdings gilt das nur dann, wenn man den Flexpreis von seinerzeit 101 Euro zugrunde legt. Ergattern Sie immer einen Sparpreis von 29 Euro, dann lohnt sich die Bahncard 25 in dem Beispiel erst ab der neunten Fahrt. Für viele regelmäßige Bahnfahrer ist die Karte empfehlenswert. Ihre Vorteile sind der relativ geringe Anschaffungspreis und die Möglichkeit, den Rabatt von 25 Prozent auch auf bereits reduzierte Fahrkarten (Sparpreise) zu erhalten.

Nach wie vielen Fahrten sich eine bestimmte Bahncard für Sie lohnt, können Sie auch mithilfe des Bahncard-Beraters auf der Website der Bahn berechnen.

Für nur 10 Euro können Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren eine eigene Bahncard bekommen. Die Jugend-Bahncard 25 ist für die erste und zweite Klasse gültig, es gibt 25 Prozent Nachlass auf den Normal- oder Sparpreis. Das ist vor allem für Teenager von 15 bis 18 interessant, denn Kinder bis einschließlich 14 fahren in Begleitung eines Erwachsenen umsonst mit. Die Bahncard 25 Jugend erhalten Sie nur im DB-Reisezentrum oder in DB-Agenturen, sie ist nicht online bestellbar.

Bahncard 50 für spontane Vielfahrer

Einen Nachlass von 50 Prozent auf den regulären Fahrpreis (Flexpreis/Normalpreis) erhalten Kunden mit der Bahncard 50. Auf Sparpreise gab es lange Zeit keinen Rabatt. Seit 2016 erhalten jedoch auch Inhaber einer Bahncard 50 einen Nachlass von 25 Prozent auf den Sparpreis.

Die Bahncard 50 kostet 255 Euro in der zweiten Klasse und 515 Euro in der ersten. Die ermäßigten Preise betragen 127 Euro für die zweite Klasse und 252 Euro für die erste. Zum ermäßigten Preis können auch Partner von Bahncard-50-Inhabern eine Partnerkarte bestellen.

Die Bahncard 50 für die zweite Klasse rechnet sich, wenn Sie für mehr als rund 770 Euro im Jahr Fahrkarten zum Normalpreis kaufen. Geben Sie weniger aus, fahren Sie mit der Bahncard 25 günstiger. 770 Euro zum Normalpreis entsprichen zum Beispiel acht einfache Fahrten Frankfurt/Main–München oder zehnmal Berlin–Hamburg.

Wir empfehlen Ihnen die Bahncard 50, falls Sie häufig spontan fahren und sich keine Gedanken um Sparpreise machen wollen. Außerdem ist die Karte sinnvoll, wenn Sie immer frei entscheiden wollen, in welchen Zug Sie einsteigen (keine Zugbindung). Sofern Sie aber meistens früh buchen und zum Sparpreis fahren, sind Sie mit einer Bahncard 25 deutlich besser beraten.

  • Bahncard 25 gewährt Rabatt auch auf Sparpreise und kann sich bereits ab zwei bis drei Fahrten im Jahr lohnen
  • Bahncard 50 rechnet sich für spontane Vielfahrer
  • mit Bahncard 50 auch Rabatt auf Sparpreise
  • Bahncard 100 ist deutlich günstiger als die Jahreskosten vieler Pkw

Bahncard 100 für Pendler

Unbegrenzt Bahnfahren zum Pauschalpreis ist mit der Bahncard 100 möglich. Sie kostet für ein Jahr rund 4.400 Euro in der zweiten Klasse und gut 7.400 Euro in der ersten. Die Karte verlängert sich nicht automatisch um ein weiteres Jahr.

Alternativ können Sie die Bahncard 100 monatlich bezahlen; die Mindestlaufzeit beträgt aber trotzdem ein Jahr. Außerdem handelt es sich dann um ein Abo, dass sich automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn Sie es nicht rechtzeitig kündigen. Der Vorteil ist, dass Sie nicht einen so großen Betrag auf einmal zahlen müssen. Die Preise betragen dann 406 Euro monatlich für die zweite Klasse und 689 Euro für die erste. Aufs Jahr gerechnet, ist das monatliche Abonnement deutlich teurer als die Einmalzahlung für ein Jahr. Wer es sich leisten kann, sollte sich also für die jährliche Zahlweise entscheiden.

Ehe- und Lebenspartner von Bahncard-100-Inhabern können eine Bahncard 25 oder 50 zum ermäßigten Preis kaufen.

Wenn Sie fast täglich Bahn fahren (und auch der Nahverkehr ist in vielen Städten inklusive) und im Schnitt deutlich über 20 Euro am Tag für Fahrscheine ausgeben würden, lohnt sich eine Bahncard 100 für die zweite Klasse. Die normalen Kosten für Tickets müssen rund 8.000 Euro im Jahr erreichen, damit sie sich rechnet. Wenn Sie weniger ausgeben, lohnt sich stattdessen die Bahncard 50. Übrigens: Die jährlichen Kosten eines VW Passat sind bei 15.000 Kilometern im Jahr mit rund 8.000 Euro fast doppelt so hoch wie der Preis einer Bahncard 100.

Bahncards im Vergleich

 Bahncard 25Bahncard 50Bahncard 100

Preis 2. Klasse / ermäßigt bzw. Partnerkarte

62 € / 41 €255 € / 127 €4.395 € / nicht erhältlich¹

Preis 1. Klasse / ermäßigt bzw. Partnerkarte

125 € / 81 €515 € / 252 €7.435 € / nicht erhältlich¹

Rabatt auf Sparpreis

25 %25 %100 %
Rabatt auf Flexpreis25 %50 %100 %

¹ Aber: Partner von Bahncard-100-Inhabern können Bahncard 25 oder 50 ermäßigt kaufen.
Quelle: Deutsche Bahn (Stand: 2. Dezember 2019)

Probe-Bahncard lohnt sich kurzfristig

Die verschiedenen Bahncards sind auch mit drei Monaten Erstlaufzeit erhältlich. Die Probe-Bahncard verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens sechs Wochen vor Laufzeitende schriftlich gekündigt wird.

Eine Probe-Bahncard mit drei Monaten Laufzeit lohnt sich nur, falls Sie die Rabattkarte tatsächlich nur in einem kurzen Zeitraum benötigen. Dann können Sie sich damit einen großen Teil des regulären Jahrespreises sparen. Aufs Jahr hochgerechtet sind die Probe-Bahncards aber teurer als die regulären. Vergessen Sie nicht, die Probe-Karte rechtzeitig zu kündigen (Mail an bahncard-service@bahn.de oder nutzen Sie einen Kündigungsdienst).

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

  • Kündigungsdienste formulieren eine Kündigung für Sie, verschicken diese und liefern einen Versandnachweis.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Aboalarm, Volders

Zum Ratgeber

Autor
Daniel Pöhler

Stand: 02. Dezember 2019


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