Bahncard

Günstig unterwegs mit der Bahn

Daniel Pöhler Stand: 17. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit der Bahncard erkaufen Sie sich ein Jahr lang Rabatt auf Ihre Tickets.
  • Sie zahlen dann weniger auf Tickets zum regulären Preis als auch auf Spartickets. Die Höhe des Rabatts hängt davon ab, welche Bahncard Sie haben.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie, wie oft Sie im Jahr mit der Bahn fahren. Wir haben ausgerechnet, welche Bahncard für Sie dann die richtige ist.
  • Schon ab drei oder vier einzelnen Fahrten lohnt sich die  Bahncard 25. Sie zahlen damit 25 Prozent weniger.
  • Fahren Sie häufig spontan mit der Bahn, rechnet sich die  Bahncard 50 ab etwa zehn Einzelfahrten im Jahr. Buchen Sie dagegen häufig Tickets zum Sparpreis, fahren Sie mit der Bahncard 25 günstiger.
  • Sind Sie fast täglich mit der Bahn unterwegs, kann die Bahncard 100 passen.
  • Kaufen können Sie eine Bahncard im Internet oder am Schalter – sie ist sofort gültig, verlängert sich aber nach einem Jahr automatisch.

Die Deutschen lieben ihre Bahncard – fünf Millionen Bundesbürger besitzen die Rabattkarte der Deutschen Bahn. Dabei ist das Konzept hinter der Bahncard eher ungewöhnlich: Kunden bezahlen zuerst einen bestimmten Betrag, um ein Jahr lang einen Nachlass auf jede Fahrkarte zu erhalten. Wir haben nachgerechnet, für wen sich die Bahncard 25, 50 oder 100 lohnt.

Bahncard 25 rechnet sich schnell

Wichtig: Im Februar 2020 sinken die Preise vieler Bahncards um rund ein Zehntel. Warten Sie mit dem Kauf also falls möglich bis dahin. Kunden, die bereits eine Bahncard 25 oder 50 mit erstem Geltungstag 1. Februar 2020 oder später gekauft haben, erhalten einen Gutschein über den Differenzbetrag. Die Bahn will auf die betroffenen Kunden zugehen, diese brauchen selbst nichts unternehmen.

Mit der Bahncard 25 erhalten Sie einen Rabatt von 25 Prozent. Egal, ob Sie zum Normalpreis buchen (der heißt offiziell Flexpreis) oder ob Sie Ihr Zugticket zum Sparpreis bekommen. Die Bahncard 25 kostet derzeit noch 62 Euro pro Jahr für die zweite Klasse und 125 Euro für die erste.

Sind Sie über 60 Jahre, beziehen Sie wegen voller Erwerbsminderung eine Rente oder sind Sie schwerbehindert (Grad der Behinderung mindestens 70), dann kostet Sie die Bahncard 25 für die zweite Klasse 41 Euro und für die erste Klasse 81 Euro. Dieser ermäßigte Preis gilt auch für Partner von Bahncard-25-Inhabern. Die können nämlich eine Partnerkarte kaufen. 

Für junge Menschen unter 27 gibt es eigene, vergünstige Bahncards: My Bahncard genannt.

Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren können für nur 10 Euro eine eigene Bahncard bekommen. Die Jugend-Bahncard 25 ist für die erste und zweite Klasse gültig, es gibt 25 Prozent Nachlass auf den Normal- oder Sparpreis. Das ist vor allem für Teenager von 15 bis 18 interessant, denn Kinder bis einschließlich 14 fahren in Begleitung eines Erwachsenen umsonst mit. Die Bahncard 25 Jugend erhalten Sie nur im DB-Reisezentrum oder in DB-Agenturen, sie ist nicht online bestellbar.

Achtung: Die Bahncard 25 ist wie die meisten Bahncards ein Abonnement. Es verlängert sich stillschweigend jährlich, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Sollten Sie mal genug von Ihrer Bahncard haben, können Sie ganz schnell per Mail an bahncard-service@bahn.de kündigen.

Stichprobe: So finden Sie die Richtige

Die Bahncard 25 für die zweite Klasse lohnt sich, wenn Sie mehr als rund 250 Euro im Jahr für Bahn-Fahrkarten ausgeben. Bei der Verbindung Frankfurt/Main–München war das in unserer Stichprobe beispielsweise bereits ab der dritten Fahrt der Fall. Allerdings gilt das nur dann, wenn man den Flexpreis von seinerzeit 101 Euro zugrunde legt. Ergattern Sie immer einen Sparpreis von 29 Euro, dann lohnt sich die Bahncard 25 in dem Beispiel erst ab der neunten Fahrt.

Für viele regelmäßige Bahnfahrer ist die Karte empfehlenswert. Ihre Vorteile sind der relativ geringe Anschaffungspreis und die Möglichkeit, den Rabatt von 25 Prozent auch auf bereits reduzierte Fahrkarten (Sparpreise) zu erhalten.

Nach wie vielen Fahrten sich eine bestimmte Bahncard lohnt, können Sie auch mithilfe des Bahncard-Beraters auf der Website der Bahn berechnen.

Bahncard 50 für spontane Vielfahrer

Einen Nachlass von 50 Prozent auf den regulären Fahrpreis (Flexpreis/Normalpreis) erhalten Kunden mit der Bahncard 50. Auf Sparpreise gab es lange Zeit keinen Rabatt. Seit 2016 erhalten jedoch auch Inhaber einer Bahncard 50 einen Nachlass von 25 Prozent auf den Sparpreis.

Die Bahncard 50 kostet 255 Euro in der zweiten Klasse und 515 Euro in der ersten. Ermäßigte Preise: 127 Euro für die zweite Klasse und 252 Euro für die erste. Auch hier gilt: Den ermäßigten Preis bekommen auch Partner von Bahncard-50-Inhabern, wenn sie eine Partnerkarte bestellen.

Die Bahncard 50 für die zweite Klasse rechnet sich, wenn Sie für mehr als rund 770 Euro im Jahr Fahrkarten zum Normalpreis kaufen. Geben Sie weniger aus, fahren Sie mit der Bahncard 25 günstiger. 770 Euro zum Normalpreis entsprechen zum Beispiel acht einfachen Fahrten Frankfurt/Main–München oder zehnmal Berlin–Hamburg.

Wir empfehlen Ihnen die Bahncard 50, falls Sie häufig spontan fahren und sich keine Gedanken um Sparpreise machen wollen. Außerdem ist die Karte sinnvoll, wenn Sie immer frei entscheiden wollen, in welchen Zug Sie einsteigen (keine Zugbindung). Sofern Sie aber meistens früh buchen und zum Sparpreis fahren, sind Sie mit einer Bahncard 25 deutlich besser beraten.

  • Bahncard 25 gewährt Rabatt auch auf Sparpreise und kann sich bereits ab wenigen Fahrten im Jahr lohnen
  • Bahncard 50 rechnet sich für spontane Vielfahrer
  • mit Bahncard 50 gibt es auch 25 Prozent Rabatt auf Sparpreise
  • Bahncard 100 ist deutlich günstiger als die Jahreskosten vieler Pkw

Bahncard 100 für Pendler

Unbegrenzt Bahnfahren zum Pauschalpreis ist mit der Bahncard 100 möglich. Sie kostet für ein Jahr 3.952 Euro in der zweiten Klasse und 6.685 Euro in der ersten. Die Karte verlängert sich nicht automatisch um ein weiteres Jahr, wenn Sie den Jahresbetrag auf einmal bezahlen.

Alternativ können Sie die Bahncard 100 monatlich bezahlen; die Mindestlaufzeit beträgt aber trotzdem ein Jahr. Das monatliche Bezahlen hat weitere Nachteile. Zum einen wird der Vertrag dann ein Abo, das sich automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn Sie es nicht rechtzeitig kündigen. Außerdem ist das monatliche Bezahlen deutlich teurer als die Einmalzahlung. 365 Euro monatlich für die zweite Klasse und 620 Euro für die erste kostet die Bahncard 100 dann. Aufs Jahr gerechnet sind das 4.380 Euro beziehungsweise 7.440 Euro – also rund 11 Prozent mehr als bei der Einmalzahlung. Der Vorteil ist, dass Sie den großen Betrag nicht auf einmal zahlen müssen. Entscheiden Sie sich dennoch, wenn möglich, für die jährliche Zahlweise.

Ehe- und Lebenspartner von Bahncard-100-Inhabern können eine Bahncard 25 oder 50 zum ermäßigten Preis kaufen.

Wenn Sie fast täglich Bahn fahren (in vielen Städten ist auch der Nahverkehr inklusive) und im Schnitt deutlich über 20 Euro am Tag für Fahrscheine ausgeben würden, lohnt sich eine Bahncard 100 für die zweite Klasse. Die normalen Kosten für Tickets müssen um die 8.000 Euro im Jahr erreichen, damit sie sich rechnet. Wenn Sie weniger ausgeben, lohnt sich stattdessen die Bahncard 50.

Übrigens: Die jährlichen Kosten eines VW Passat sind bei 15.000 Kilometern im Jahr mit rund 8.000 Euro etwa doppelt so hoch wie der Preis einer Bahncard 100.

Bahncards im Vergleich

 Bahncard 25Bahncard 50Bahncard 100

Preis 2. Klasse / ermäßigt bzw. Partnerkarte

62 € / 41 €255 € / 127 €ab 3.952 € / nicht erhältlich¹

Preis 1. Klasse / ermäßigt bzw. Partnerkarte

125 € / 81 €515 € / 252 €ab 6.685 € / nicht erhältlich¹

Rabatt auf Sparpreis

25 %25 %100 %
Rabatt auf Flexpreis25 %50 %100 %

¹ Aber: Partner von Bahncard-100-Inhabern können die Bahncard 25 oder 50 ermäßigt kaufen.
Quelle: Deutsche Bahn (Stand: 17. Januar 2020)

Probe-Bahncard lohnt sich kurzfristig

Alle Bahncards sind auch mit drei Monaten Erstlaufzeit erhältlich. Eine solche Probe-Bahncard verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens sechs Wochen vor Laufzeitende schriftlich gekündigt wird.

Eine Probe-Bahncard mit drei Monaten Laufzeit lohnt sich in der Regel nur, wenn Sie die Rabattkarte tatsächlich nur in einem kurzen Zeitraum benötigen. Dann können Sie sich damit einen großen Teil des regulären Jahrespreises sparen. Aufs Jahr hochgerechtet sind die Probe-Bahncards aber teurer als die regulären. Vergessen Sie nicht, die Probe-Karte rechtzeitig zu kündigen (Mail an bahncard-service@bahn.de oder nutzen Sie einen Kündigungsdienst).

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

  • Kündigungsdienste formulieren eine Kündigung für Sie, verschicken diese und liefern einen Versandnachweis.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Aboalarm, Volders

Zum Ratgeber

Autor
Daniel Pöhler

Stand: 17. Januar 2020


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