DB Sparpreis-Finder

So finden Sie günstige Bahntickets

Daniel Pöhler Stand: 18. September 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Tickets für den Fernverkehr der Deutschen Bahn (ICE, IC, EC) zu sogenannten „Sparpreisen“ und „Super-Sparpreisen“ ab 19,90 Euro können Sie frühestens sechs Monate vor dem Abfahrtstermin kaufen. Je früher Sie buchen, desto günstiger ist die Fahrkarte tendenziell.
  • Unterschiede zum teureren „Flexpreis“-Ticket (früher „Normalpreis“): Sie müssen die gebuchte Verbindung nutzen (Zugbindung). Außerdem sind beim Super-Sparpreis Umtausch und Erstattung ausgeschlossen. Beim Sparpreis ist das teuer und nur gegen einen Gutschein möglich.
  • Mit einem Super-Sparpreis-Ticket können Sie auch den Nahverkehr der Bahn zum Start- und vom Zielbahnhof nutzen, also RB, RE, IRE oder S-Bahn – nicht jedoch U-Bahn, Tram und Bus. Entsprechende Start- und Zielbahnhöfe müssen Sie bei der Buchung bereits angeben.
  • Mit einem Sparpreis-Ticket können Sie in vielen Städten hingegen auch U-Bahn, Tram und Bus nutzen (City-Option).
  • Ihre Kinder und Enkel bis einschließlich 14 Jahren können kostenlos mitreisen, Kinder unter 6 sogar ganz ohne Ticket. Kinder ab 6 Jahren müssen Sie bei der Buchung angeben und in die Fahrkarte eintragen lassen.
So gehen Sie vor
  • Am einfachsten finden Sie günstige Tickets mit dem Sparpreis-Finder der Bahn. Standardmäßig sind die Verbindungen nach dem Preis sortiert; praktischer ist es, Sie sortieren sie per Mausklick nach der Abfahrtszeit.
  • Buchen Sie so früh wie möglich, idealerweise sechs Monate im Voraus. Ab etwa vier Wochen vor Abfahrt ziehen die Preise deutlich an.
  • Wenn Sie flexibel sind, nutzen Sie die günstigen Reisetage Dienstag, Mittwoch und Samstag. Am teuersten ist tendenziell der Sonntag.
  • Für regelmäßige Bahnfahrer mit planbaren Fahrten lohnt sich die Bahncard 25. Mit ihr erhalten Sie einen Nachlass von 25 Prozent auf den Flex- und die Sparpreise.
  • Die Bahncard 50 rechnet sich vor allem für Reisende, die häufig spontan fahren und sich keine Gedanken über Sparpreise machen wollen. Auf den Flexpreis gibt es mit der Karte 50 Prozent Nachlass, auf Sparpreise 25 Prozent.

Trotz der billigen Fernbus-Konkurrenz fahren viele lieber mit der Bahn. Die Fahrzeiten sind kürzer, die Plätze komfortabler, und auf langen Fahrten kann man sich die Beine vertreten oder im Bordrestaurant essen. Doch das Preissystem der Bahn ist verwirrend. Keine Angst: Wir zeigen Ihnen, wie Sie im Tarifdschungel der Bahn durchblicken und an die günstigsten Fahrkarten kommen.

Wie bekomme ich die günstigsten Sparpreise?

Die wichtigste Regel fürs günstige Bahnfahren lautet: so früh wie möglich um Tickets kümmern. 180 Tage, also sechs Monate im Voraus schaltet die Bahn sogenannte Sparpreise und Super-Sparpreise frei. Solche Fahrkarten für die zweite Klasse sind ab 19,90 Euro zu haben, für die erste Klasse ab 29,90 Euro. Das Kontingent ist begrenzt. Falls noch nicht vergriffen, können Sie den Sparpreis theoretisch sogar noch am Tag der Abfahrt buchen.

Ein Beispiel: Eine Fahrkarte von Frankfurt am Main nach Berlin kostete auf der Website der Bahn am 5. September 2018 für den nächsten Tag zwischen 68 und 129 Euro in der zweiten Klasse. Die gleiche Verbindung in drei Monaten kostete zwischen 20 und 118 Euro, je nach Uhrzeit.

Viele Bahn-Kunden buchen Tickets zwei oder drei Wochen im Voraus. Da kann es schon zu spät sein, um die günstigsten Fahrscheine zu ergattern.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat für seinen Bahntest vor einiger Zeit untersucht, wie sich die Sparpreise verändern, je näher der angestrebte Reisetag rückt. Wer kurzfristig bucht, zahlt demnach im Durchschnitt zwei Drittel mehr als jemand, der sich drei Monate vorher um Tickets kümmert. Die Stichprobe umfasste 15 Strecken im deutschen Fernverkehr, insgesamt wertete der VCD 495 Fahrpreise aus.

Die Untersuchung zeigte außerdem, an welchen Wochentagen man mit der Bahn am günstigsten reist. Die finanziell besten Reisetage sind demnach Dienstag, Mittwoch und Samstag. Im Mittelfeld liegen Montag, Donnerstag und Freitag. Am teuersten sind Bahnfahrten im Durchschnitt am Sonntag.

Sparpreis-Finder nutzen

Einfacher als mit der normalen Suche auf bahn.de finden Sie günstige Fahrscheine mit dem sogenannten Sparpreis-Finder. Dabei handelt es sich um eine leicht abgewandelte Suchmaske, die alle Preise für einen bestimmten Reisezeitraum auflistet. Außerdem tauchen im Sparpreis-Finder manchmal günstige Tickets auf, die in der normalen Suchmaske auf bahn.de scheinbar bereits vergriffen sind.

Standardmäßig sortiert der Sparpreis-Finder die Strecken nach dem Preis, was dazu führen kann, dass absurde Uhrzeiten spät nachts oder früh morgens ganz oben angezeigt werden. Klicken Sie auf den Pfeil rechts neben dem Wort „Ab“, dann sehen Sie die Verbindungen nach der Abfahrtszeit sortiert. So können Sie leichter zwischen Uhrzeit und Preis abwägen.

Entfernen Sie den Haken bei „schnelle Verbindungen bevorzugen“. Dann zeigt der Sparpreis-Finder auch Verbindungen an, die zum Teil nur etwas länger dauern. Variieren Sie auch mal den Abfahrts- und Zielbahnhof. Vielleicht gibt es für Teilstücke besonders günstige Fahrscheine. Dann benötigen Sie allerdings für den Rest der Strecke ein gesondertes Ticket.

Über den Sparpreis-Finder können Sie auch den (Super-)Sparpreis Europa buchen. Damit können Sie ab 19,90 Euro in der zweiten Klasse in viele europäische Städte reisen. Klicken Sie hierzu in der Suchmaske auf „Start oder Ziel außerhalb Deutschlands“

Über den Sparpreis-Finder können Sie auch das Europa-Spezial-Ticket buchen. Damit können Sie für 39 Euro in der zweiten Klasse in viele europäische Städte reisen. Klicken Sie hierzu in der Suchmaske auf „Start oder Ziel außerhalb Deutschlands“.

Sitzplatzreservierung nur in der ersten Klasse gratis

Fahrscheine für die erste Klasse enthalten eine Sitzplatzreservierung. In der zweiten Klasse kostet ein vorgebuchter Sitzplatz 4,50 Euro pro Person extra. Falls absehbar ist, dass der Zug nicht voll wird, können Sie darauf verzichten und so für Hin- und Rückfahrt zusammen 9 Euro sparen.

Eine Familienreservierung für bis zu fünf Personen, davon mindestens ein Kind, kostet 9 Euro.

Der Zugang zum W-Lan ist in den ICEs der Deutschen Bahn in der ersten und zweiten Klasse gratis. Die Surfgeschwindigkeit soll knapp 1 Mbit/s betragen. Für Fahrgäste der zweiten Klasse wird das Internettempo ab einem genutzten Datenvolumen von 200 Megabyte gedrosselt. Das reicht für normales Surfen während einer Bahnfahrt aus.

Kinder fahren umsonst mit

Ihre Kinder und Enkel bis 14 Jahre können gratis mitfahren, bis 6 Jahre sogar ganz ohne Fahrkarte. Lassen Sie mitreisende Kinder über 6 beim Kauf der Fahrkarte eintragen beziehungsweise geben Sie sie bei der Online-Buchung an.

Welche Nachteile haben Sparpreis-Tickets?

Sparpreis-Tickets bringen einige Einschränkungen mit sich. So müssen Sie sich auf eine bestimmte Verbindung festlegen. Spontan einen anderen Zug zu nehmen, ist nicht erlaubt. Wenn die Bahn allerdings verspätet ist und Sie deshalb den Anschluss verpassen, ist die Zugbindung aufgehoben. Falls eine Verspätung von mindestens 20 Minuten angekündigt wurde, können Sie einen anderen Zug zu Ihrem Ziel nehmen. Sie können dann auch in höherwertige Züge wie den ICE einsteigen, selbst wenn Sie eigentlich nur einen IC gebucht hatten.

Außerdem sind Umtausch und Erstattung eines Sparpreis-Tickets eingeschränkt: Dafür wird bis zum Tag vor der Abfahrt eine Gebühr von 10 Euro fällig. Den verbleibenden Betrag erhalten Sie lediglich als Reisegutschein. Am Tag der Abreise ist keine Stornierung mehr möglich.

Für Fahrkarten zum Super-Sparpreis sind Umtausch und Erstattung ausgeschlossen.

Fahrscheine zum Flexpreis (Normalpreis) können Sie dagegen bis einen Tag vor Abfahrt kostenlos umtauschen oder zurückgeben. Sogar noch am Tag der Abreise ist ein Umtausch oder eine Erstattung noch möglich; allerdings gegen eine Gebühr von 19 Euro.

Kaum noch Sonderangebote auf Fernbus-Portalen

Um der Billig-Konkurrenz der Fernbus-Anbieter Kunden abzujagen, hatte die Bahn spezielle Sonderangebote ausschließlich auf Fernbus-Portalen angeboten. Die günstigen Bahn-Fahrkarten erschienen meist eine Woche vor dem Abfahrtstag zwischen den Suchergebnissen der Fernbus-Anbieter.

Damit ist seit Anfang 2016 allerdings fast Schluss. Die Bahn hat offenbar erkannt, dass diese Methode nicht fair ist gegenüber jenen Kunden, die direkt auf bahn.de buchen. Künftig wird es laut einem Bahn-Sprecher nur noch manchmal und zeitlich eingeschränkt Sonderangebote auf Fernbus-Portalen geben.

Lohnt sich für mich eine Bahncard?

Die Bahncard ist eine kostenpflichtige Rabattkarte: Sie geben Geld aus, um anschließend bei jeder Buchung einen Nachlass zu bekommen. Das ungewöhnliche Konzept kommt bei den Deutschen an: Weit mehr als 5 Millionen Menschen besitzen hierzulande eine Bahncard. Für wen lohnt sie sich?

Bahncard 25 - Mit der Bahncard 25 erhalten Fahrgäste einen Rabatt von 25 Prozent auf den Normal- oder Sparpreis. Kosten: 62 Euro im Jahr für die 2. Klasse oder 125 Euro für die 1. Klasse. Die Karte rechnet sich oft bereits ab zwei oder drei Bahnfahrten im Jahr.

Jugend Bahncard 25 - Für 10 Euro erhalten Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren eine eigene Bahncard. Sie ist für die erste und zweite Klasse gültig. Das ist vor allem für Teenager von 14 bis 18 interessant, denn Kinder bis einschließlich 14 Jahre fahren mit einem Erwachsenen umsonst mit.

Bahncard 50 - Einen Nachlass von 50 Prozent auf den Normalpreis und 25 Prozent auf die Sparpreise erhalten Kunden mit der Bahncard 50. Die Karte lohnt sich vor allem, wenn Sie häufig und spontan mit der Bahn fahren. Die Bahncard 50 kostet 255 Euro für die 2. Klasse und 515 Euro für die 1. Klasse.

Bahncard 100 - Unbegrenzt Bahn fahren zum Pauschalpreis von rund 4.000 Euro ist mit der Bahncard 100 möglich. Das lohnt sich nur bei fast täglichen, weiten Reisen. Immerhin liegt der Preis deutlich unter den jährlichen Kosten der meisten Autos.

Weitere Informationen über die Bahncard lesen Sie in unserem Ratgeber Bahncard.

  • Bahncard 25 gewährt Rabatt auch auf Sparpreise und kann sich bereits ab zwei bis drei Fahrten im Jahr lohnen
  • Bahncard 50 rechnet sich für spontane Vielfahrer
  • mit Bahncard 50 auch Rabatt auf Sparpreise
  • Bahncard 100 ist deutlich günstiger als die Jahreskosten vieler Pkw

Bahncard kündigen

Abgesehen von der Bahncard Flex, welche die Bahn gelegentlich anbietet, verlängern sich die meisten Bahncard-Abos automatisch um ein Jahr. Kündigen Sie die Karte daher einfach vorsorglich, um es später nicht zu vergessen. Die Bahn macht auch immer wieder vergünstigte Sonderangebote, von denen nur Neukunden profitieren. Die Kündigung können Sie per Online-Kontaktformular einreichen, oder Sie nutzen einen Kündigungsdienstleister.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

  • Kündigungsdienste formulieren eine Kündigung für Sie, verschicken diese und liefern einen Versandnachweis.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Aboalarm, Volders

Zum Ratgeber

Autor
Daniel Pöhler

Stand: 18. September 2018


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