DB Sparpreis-Finder

So findest Du günstige Bahntickets

Max Mergenbaum
Finanztip-Experte für Reise
15. Oktober 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Je früher Du buchst, desto günstiger sind Fahrkarten tendenziell. Die Deutsche Bahn unterscheidet verschiedene Arten von Tickets.
  • Die günstigen sogenannten Sparpreise und Super-Sparpreise lassen sich ab sechs Monate vor Reisebeginn buchen. Anders als bei den teureren Flexpreis-Tickets musst Du dann aber eine festgelegte Verbindung nutzen.
  • Alle weiteren Vor- und Nachteile der einzelnen Ticket-Kategorien erklären wir Dir in diesem Ratgeber.
So gehst Du vor
  • Am einfachsten findest Du günstige Tickets mit dem Sparpreis-Finder der Bahn.
  • Buche so früh wie möglich, idealerweise einen Monat im Voraus. Wenn Du flexibel bist, nutze die günstigen Reisetage Mittwoch und Samstag.
  • Für regelmäßige Bahnfahrer mit planbaren Fahrten lohnt sich die Bahncard 25. Mit ihr erhältst Du einen Nachlass von 25 Prozent auf den Flex- und die Sparpreise.
  • Die Bahncard 50 rechnet sich vor allem für Reisende, die häufig spontan fahren und sich keine Gedanken über Sparpreise machen wollen.

Trotz der billigen Fernbus-Konkurrenz fahren viele lieber mit der Bahn. Die Fahrzeiten sind kürzer, die Plätze komfortabler, und auf langen Fahrten kann man sich die Beine vertreten oder im Bordrestaurant essen. Doch das Preissystem der Bahn ist verwirrend. Keine Angst: Wir zeigen Dir, wie Du im Tarifdschungel der Bahn durchblickst und an die günstigsten Fahrkarten kommst.

Wie bekommst Du die günstigsten Sparpreise?

Falls Du Deine Reisepläne bereits lange im Voraus machst, solltest Du früh mit der Suche nach günstigen Bahnverbindungen beginnen. 180 Tage, also sechs Monate im Voraus schaltet die Bahn besonders günstige Tickets frei. Dabei gibt es verschiedene Ticketarten: Super-Sparpreise bekommst Du ab rund 18 Euro. Allerdings kannst Du diese Tickets weder umtauschen noch stornieren. Normale Sparpreis-Tickets gibt es ab rund 22 Euro. Sie enthalten ein City-Ticket, mit dem Du am Reisetag in 130 Städten kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel zum Bahnhof und zu Deinem Zielort nutzen kannst. Mit beiden Spartickets kannst Du übrigens auch den Nahverkehr (RB, RE, IRE oder S-Bahn) nutzen, wenn Du die entsprechenden Start- und Zielbahnhöfe bei der Buchung angibst.

Das Kontingent an (Super-)Sparpreisen ist begrenzt. Es ist aber keineswegs so, dass nur Frühbucher günstiger wegkommen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat für seinen Bahntest 2019/2020 untersucht, wie sich die Sparpreise verändern, je näher der angestrebte Reisetag rückt. Die überraschende Erkenntnis: Auch einen Tag vor dem Abreisetermin sind für die Mehrheit der Bahnfahrten noch günstige Tickets erhältlich. Es scheint, als stelle die Deutsche Bahn immer wieder neue Sparpreis-Tickets in ihr Buchungssystem ein. Laut der Erhebung des VCD ist einen Monat vor Abfahrt der ideale Zeitpunkt, um ein günstiges Bahnticket zu buchen.

Einen Nachteil haben Kurzentschlossene aber doch: Die Rabatte auf den Flexpreis, also auf Tickets ohne Zugbindung, sinken mit der Zeit. Laut der Untersuchung des VDC liegt der Rabatt zwei Wochen vor Abreise durchschnittlich noch bei über 50 Prozent – einen Tag vor der Reise bekommst Du dagegen im Schnitt nur noch 33 Prozent Nachlass.

Die Stichprobe umfasste 30 Verbindungen im deutschen Fernverkehr, insgesamt wertete der VCD über tausend Fahrpreise aus.

Die Untersuchung zeigte außerdem, an welchen Wochentagen die Deutsche Bahn besonders viele Sparpreise anbietet. Die finanziell besten Reisetage sind demnach Mittwoch und Samstag. Mittwochs sind im Schnitt auch die Rabatte auf Flexpreis-Tickets am höchsten. Die wenigsten Sparpreise lassen sich dagegen an Freitagen und Sonntagen finden – also den Tagen, an welchen laut VCD deutlich mehr Menschen den Fernverkehr nutzen. Auch der Preisnachlass auf Flex-Tickets fällt dann geringer aus.

Sparpreis-Finder nutzen

Einfacher als mit der normalen Suche auf bahn.de findest Du günstige Fahrscheine mit dem sogenannten Sparpreis-Finder. Dabei handelt es sich um eine leicht abgewandelte Suchmaske, die alle Preise für einen bestimmten Reisezeitraum auflistet. Außerdem tauchen im Sparpreis-Finder manchmal günstige Tickets auf, die in der normalen Suchmaske auf bahn.de scheinbar bereits vergriffen sind.

Standardmäßig sortiert der Sparpreis-Finder die Strecken nach dem Preis, was dazu führen kann, dass absurde Uhrzeiten spätnachts oder frühmorgens ganz oben angezeigt werden. Klicke auf den Pfeil rechts neben dem Wort „Ab“, dann siehst Du die Verbindungen nach der Abfahrtszeit sortiert. So kannst Du leichter zwischen Uhrzeit und Preis abwägen.

Entferne den Haken bei „schnelle Verbindungen bevorzugen“. Dann zeigt der Sparpreis-Finder auch Verbindungen an, die zum Teil nur etwas länger dauern. Variiere auch mal den Abfahrts- und Zielbahnhof. Vielleicht gibt es für Teilstücke besonders günstige Fahrscheine. Dann benötigst Du allerdings für den Rest der Strecke ein gesondertes Ticket.

Mittlerweile bietet die Deutsche Bahn mit der Bestpreissuche noch ein weiteres Tool an, mit dem Du die Preise vergleichen kannst. Dazu gibst Du in der Suchmaske auf bahn.de oder in Deiner Bahn-App wie gehabt Deine Wunschstrecke ein. In der Ergebnisliste setzt Du dann oben über den Verbindungen ein Häkchen bei „Unsere Bestpreise anzeigen“. In der App wischst Du stattdessen einen Regler nach rechts.

Sitzplatzreservierung nur in der ersten Klasse gratis

Fahrscheine für die erste Klasse enthalten eine Sitzplatzreservierung. In der zweiten Klasse kostet ein vorgebuchter Sitzplatz 4 Euro pro Person extra. Mithilfe der Auslastungsanzeige kannst Du für jede Verbindung prüfen, ob sich das lohnt. Falls absehbar ist, dass der Zug nicht voll wird, kannst Du auf das Geld für eine Reservierung verzichten und so für Hin- und Rückfahrt zusammen 8 Euro sparen. Sollte die Verbindung dann kurzfristig doch ausgelastet sein, kannst Du eine Reservierung extra dazubuchen.

Eine Familienreservierung für bis zu fünf Personen, davon mindestens ein Kind, kostet 8 Euro.

Deine Kinder und Enkel bis 14 Jahre können gratis mitfahren, bis sechs Jahre sogar ganz ohne Fahrkarte. Kinder von sechs bis 14 Jahren musst Du bei der Buchung mitangeben beziehungsweise sie am Schalter auf der Fahrkarte eintragen lassen. Falls Deine Kinder alleine reisen, erhalten sie einen Rabatt von 50 Prozent auf den regulären Preis.

Der Zugang zum W-Lan ist bei der Deutschen Bahn sowohl in der ersten als auch in der zweiten Klasse kostenlos. Surfen ist in allen ICEs der Deutschen Bahn möglich, zum Teil auch in Intercity-Zügen. Nach und nach sollen alle Fernverkehrszüge über W-Lan verfügen.

Zusätzliche Rabatte der Bahncards nutzen

Wenn Du eine Bahncard besitzt, kannst Du deren Rabatt mit dem auf die (Super-)Sparpreise kombinieren. Sowohl mit der Bahncard 25 als auch mit der Bahncard 50 kannst Du zusätzlich auf den Sparpreis noch einmal 25 Prozent Nachlass bekommen. Ob und wann sich das für Dich lohnt, liest Du im Abschnitt zu Bahncards.

Welche Nachteile haben Sparpreis-Tickets?

Sparpreis-Tickets bringen einige Einschränkungen mit sich. So musst Du Dich auf eine bestimmte Verbindung festlegen. Spontan einen anderen Zug zu nehmen, ist nicht erlaubt. Wenn die Bahn allerdings verspätet ist und Du deshalb den Anschluss verpasst, ist die Zugbindung aufgehoben. Falls eine Verspätung von mindestens 20 Minuten angekündigt wurde, kannst Du einen anderen Zug zu Deinem Ziel nehmen. Du kannst dann auch in höherwertige Züge wie den ICE einsteigen, selbst wenn Du eigentlich nur einen IC gebucht hattest. Mehr Infos findest Du in unserem Ratgeber zum Thema Fahrgastrechte bei der Bahn.

Außerdem sind Umtausch und Erstattung eines Sparpreis-Tickets eingeschränkt: Dafür wird bis zum Tag vor der Abfahrt eine Gebühr von 10 Euro fällig. Den verbleibenden Betrag erhältst Du lediglich als Reisegutschein. Am Tag der Abreise ist keine Stornierung mehr möglich. Für Fahrkarten zum Super-Sparpreis sind Umtausch und Erstattung sogar ausgeschlossen.

Fahrscheine zum Flexpreis kannst Du dagegen bis einen Tag vor Abfahrt kostenlos umtauschen oder zurückgeben. Sogar noch am Tag der Abreise ist ein Umtausch oder eine Erstattung noch möglich; allerdings gegen eine Gebühr von 19 Euro im Fernverkehr. Im Nahverkehr musst Du am Tag der Reise 17,50 Euro an Stornogebühren zahlen.

Wann lohnt sich eine Bahncard?

Die Bahncard ist eine kostenpflichtige Rabattkarte: Du gibst Geld aus, um anschließend ein Jahr lang bei jeder Buchung einen Nachlass zu bekommen. Das Konzept kommt gut an: Weit mehr als vier Millionen Menschen besitzen hierzulande eine Bahncard. Für wen lohnt sie sich?

My Bahncard 25 - Mit der My Bahncard 25 erhalten junge Reisende zwischen sechs und 26 Jahren 25 Prozent Rabatt auf den Flex- oder Sparpreis. Die Karte kostet 34,90 Euro für die 2. Klasse und 72,90 Euro für die 1. Klasse. Sie rechnet sich oft schon nach wenigen Bahnfahrten im Jahr.

Bahncard 25 - Mit der Bahncard 25 erhalten Fahrgäste einen Rabatt von 25 Prozent auf den Flex- oder Sparpreis. Kosten: 55,70 Euro im Jahr für die 2. Klasse oder 112 Euro für die 1. Klasse. Auch diese Karte rechnet sich bereits ab zwei oder drei Bahnfahrten im Jahr.

Jugend Bahncard 25 - Für 9 Euro erhalten Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren eine eigene Bahncard. Sie ist für die 1. und 2. Klasse gültig. Das ist vor allem für Teenager im Alter von 14 bis 18 interessant, denn Kinder bis einschließlich 14 Jahren fahren mit einem Erwachsenen umsonst mit.

Bahncard 50 - Einen Nachlass von 50 Prozent auf den Flexpreis und 25 Prozent auf die Sparpreise erhältst Du mit der Bahncard 50. Die Karte lohnt sich vor allem, wenn Du häufig und spontan mit der Bahn fährst. Die Bahncard 50 kostet 255 Euro für die 2. Klasse und 515 Euro für die 1. Klasse.

Bahncard 100 - Unbegrenzt Bahn fahren zum Pauschalpreis von rund 4.000 Euro ist mit der Bahncard 100 möglich. Das lohnt sich nur, wenn Du beinahe jeden Tag weite Zugreisen unternimmst. Immerhin liegt der Preis deutlich unter den jährlichen Kosten der meisten Autos.

Weitere Informationen findest Du in unserem Ratgeber Bahncard.

  • Bahncard 25 gewährt Rabatt auf Flex- und Sparpreise und kann sich bereits ab wenigen Fahrten im Jahr lohnen
  • Bahncard 50 rechnet sich für spontane Vielfahrer
  • mit Bahncard 50 gibt es 50 Prozent auf Flex- und 25 Prozent Rabatt auf Sparpreise
  • Bahncard 100 ist deutlich günstiger als die Jahreskosten vieler Pkw

Bahncard kündigen

Abgesehen von der Bahncard Flex, welche die Bahn gelegentlich anbietet, verlängern sich die meisten Bahncard-Abos automatisch um ein Jahr. Kündige die Karte daher einfach vorsorglich, um es später nicht zu vergessen. Die Bahn macht auch immer wieder vergünstigte Sonderangebote, von denen nur Neukunden profitieren. Die Kündigung kannst Du per Online-Kontaktformular einreichen.

Wie Du schnell aus teuren Verträgen rauskommst, erfährst Du auch in unserem Ratgeber zum Thema Kündigung.

Gibt es Alternativen zur Bahn?

Besonders im Fernverkehr genießt die Deutsche Bahn weiterhin quasi eine Monopolstellung. Immerhin konnten Wettbewerber 2019 erstmals ihre Marktanteile ausbauen: Konkurrent Flixtrain bietet mittlerweile sechs Strecken in Deutschland mit Stopps in 40 Städten an. Die Züge verfügen über keine 1. Klasse. Tickets kannst Du bis 30 Tage vorher kostenlos stornieren, danach können Gebühren anfallen. Wie bei der Bahn erhältst Du den Restbetrag als Gutschein ausgezahlt. Meist bist Du länger unterwegs als mit den Zügen der Deutschen Bahn. Die Preise können sich dagegen sehen lassen. Wenn Du einen Monat im Voraus buchst, kommst Du für knapp 10 Euro von Berlin nach Köln und für rund 14 Euro von München nach Berlin.

In Nordrhein-Westfalen legt der Thalys einige Stopps ein, unter anderem in Aachen, Dortmund, Düsseldorf und Köln. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) halten ebenfalls in einigen deutschen Städten, waren in unseren Stichproben aber nicht günstiger als die Deutsche Bahn.

Im Vergleich zur Bahn bist Du mit Fernbussen günstiger unterwegs. In diesem Markt hat Flixbus die stärkste Stellung inne. Weitere Anbieter sind Eurolines, Blablabus, Regiojet und Pinkbus.

Darüber hinaus kannst Du nach Mitfahrgelegenheiten suchen oder mit Freunden oder Kollegen Fahrgemeinschaften bilden. Falls Du gerne selbst am Steuer sitzt, kannst Du natürlich auch schauen, ob es gerade ein günstiges Angebot für einen Mietwagen gibt.

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