Immobilienindizes werden von den Vertretern der Immobilienbranche in ihrem Marketing-Material routinemäßig präsentiert, um das Publikum glauben zu machen, Immobilienpreise stiegen im Zeitablauf fast kontinuierlich und unterlägen dabei kaum kurz- oder mittelfristigen Schwankungen. In diesem Blog-Beitrag haben wir gezeigt, dass und warum die These von dem dauernden Anstieg und der hohen Stabilität von Immobilienpreisen, die in nominalen Hauspreisindizes zum Ausdruck kommt, eine Fata Morgana ist.
Dass diejenigen, die an Finanzierung sowie Kauf und Verkauf von Immobilien verdienen – Banken, Makler, Bauträger, Immo-Coaches und Immo-Finfluencer – diese Indexfiktion immer wieder neu verbreiten, sollte niemanden verwundern – ebensowenig, dass Finanzjournalisten die verstaubte Fiktion unkritisch nachplappern, weil sie einem immer noch populären Narrativ entspricht (also nirgendwo Widerspruch auslöst) und nebenbei auch noch die Anzeigenkunden aus der Immobilienbranche happy macht.
Direktinvestments in deutsche Wohnimmobilien waren für Selbstnutzer in den zurückliegenden fünfeinhalb Jahrzehnten in Deutschland und anderen Ländern im Mittel deutlich weniger profitabel als Mieten in Kombination mit einem global diversifizierten Aktieninvestment auf ETF-Basis (das dokumentieren wir hier). Sehr ähnlich sieht es auch in einer Reihe anderer westlicher Länder aus. Ganz allmählich scheint sich diese Erkenntnis hierzulande in der Öffentlichkeit zu verbreiten.
Dass Immobiliendirektinvestments zudem nicht risikoärmer sind als ein globaler, breit diversifizierter Aktien-ETF, das ist jedoch noch kaum bekannt. Einer der maßgeblichen Gründe dafür besteht in der durch die Immobilienbranche geförderten Missinterpretation von Hauspreisindizes.