Beiträge von Dr. Schlemann

    Allianz Start Police

    Das Produkt finde ich aus mehreren Blickwinkeln nicht so gelungen.

    Bezüglich des BU Teils stellt sich zunächst die Frage, ob Ihre Kinder noch gesund genug für eine neue BU sind. Wenn ja, werden Sie bei einem fachkundigen Vergleich ggf. feststellen, dass Sie für gleiche Parameter (BU Rente, Endalter, Leistungsdynamik) bei einem Neuabschluss weniger zahlen, teils mit besseren Tarifbedingungen. Dabei können Sie die abgesicherten Leistungen gleich an die aktuelle Lebenssituation anpassen. Möglicherweise ist jetzt z.B. eine höhere BU Rente möglich und nötig.

    Wichtig: Eine alte BU bitte immer erst kündigen wenn der Neuabschluss sicher ist!

    Hallo Felice , Sie sprechen einen wichtigen Punkt an und Ihre Überlegungen zu Rechnungszins und Überzinsen haben Hand und Fuß. Niedrigzinsen haben die PKV-Gesellschaften inzwischen eingepreist. Das war Ursache einiger stärkerer Beitragsanpassungen. Insofern sehe ich für die Zukunft eine asymmetrische Wahrscheinlichkeitsverteilung, d.h. eher das Potential für beitragsentlastende Effekte durch steigende Zinsen.

    Für die Beitragsentwicklung eines Rentners sind neben Rechnungszins und Überzins noch einige weitere Faktoren relevant:

    Altersrückstellungen & Kapitalerträge

    Tarifliche Altersrückstellungen plus gesetzlicher Zuschlag sind der größte Vermögensposten der PKV (~344 Mrd. € in der Branche, siehe https://www.zukunftsuhr.de/). Ihre Verzinsung trägt maßgeblich zur Stabilisierung der Beiträge im Alter bei. Dazu kommen stille Reserven und Neubewertungsgewinne aus Kapitalanlagen.

    Kosten- und Leistungsentwicklung

    Der wichtigste Faktor ist die Entwicklung der Leistungskosten. Inwieweit der Anstieg durch Kostendämpfungsmaßnahmen der Versicherer (Netzwerke, Leistungsmanagement, Digitalisierung) gebremst werden kann wird sich zeigen.

    Begrenzung von Beitragssteigerungen im Alter

    Einerseits reduziert § 150 VAG (Beitragsentlastung durch Überzinsen) Anpassungen. Planbarer für den Versicherten sind Beitragsentlastungstarife. Dazu gibt's noch Optimierungsmöglichkeiten über das Tarifwechselrecht nach § 204 VVG.

    Fazit: Rechnungs- und Überzins sind wichtig, aber nicht alles. Ein pauschaler Ansatz, wie die Annahme einer durchschnittlichen Beitragssteigerung von 3,5 % pro Jahr, auch im Rentenalter, kann als grober Richtwert für den Durchschnitt der privaten Krankenversicherer dienen. Der PKV Verband errechnet von 2005 bis 2025 sogar nur 3,1% (vs. 3,8% in der GKV). Die von mir genannten 3,5% sind also schon etwas pessimistisch geschätzt. Natürlich berücksichtigt eine solche Faustformel nicht alle individuellen Feinheiten. Es gibt Gesellschaften / Tarife, die liegen in der Vergangenheit darunter, andere liegen drüber.

    Wären Sie mit dieser Sichtweise einverstanden Felice ?

    Danke Hoffe , so konnte ich gleich einen Rechtschreibfehler ausmerzen ("die die" ersetzt durch "der"). :)

    Die Aussage gilt über den Fall der Debeka hinaus. "Vergreisung" bei geschlossenen Tarifen ist ein Ammenmärchen. Fehlender Neuzugang ist kein Indiz für stärkere Beitragsanpassungen. Im Extremfall ist irgendwann nur noch eine Person in dem Tarif versichert. Ist diese Person über- oder unterdurchschnittlich oft krank, wirkt sich das natürlich stärker negativ oder positiv auf die Beitragsstabilität aus.

    da wird die Barmenia doch teurer im Marktvergleich

    Hallo Alex99, hat man Ihnen beim Abschluss die Leistungen des Tarifs ausführlich erklärt und mit anderen Tarifen verglichen? Passen diese zu Ihren Anforderungen, insbesondere wenn sie krank sind? Dann würde ich nichts ändern nur weil der Beitrag dann auf ein normales Niveau steigt, das zu den Leistungen passt.

    Anwärtertarife werden häufig erstmal etwas subventioniert, die spätere Erhöhung ist. vorprogrammiert. Das hat man ihnen beim Abschluss vermutlich schon gezeigt?

    4 Buchstaben legen den Schluss nahe, dass das Produkt suboptimal ist.

    Diese Faustregel stimmt leider meistens.

    Die BU wird z. B. Dr. Schlemann bewerten können, das macht er nicht zum ersten Mal. ;)

    Danke - gerne. :)

    Hallo us_gli , sehen Sie es positiv, Sie haben noch rechtzeitig gemerkt, dass Sie suboptimal aufgestellt sind. Die Generali BU ist nach unserer Terminologie wie auf unserer Website beschrieben ein "Dacia" - nur 3 Sterne im NCAP Crashtest, damit möchte man lieber keinen Unfall haben (= BU werden).

    Wenn bei Ihnen seit dem Abschluss 2021 keine ernsteren gesundheitlichen Themen dazu gekommen sind, lässt sich das alles noch ganz vernünftig korrigieren. Möglicherweise sollten Sie die BU bei dieser Gelegenheit auch an Ihr Nettoeinkommen anpassen, um ausreichend abgesichert zu sein.

    Immer gut zu sein ist ja auch unser Credo. 🙂 Über unsere Website wenden sich glaube ich schon überproportional viele anspruchsvolle Kunden an uns. Denen gerecht zu werden macht uns tatsächlich Freude - noch mehr wenn sie dann auch schöne Bewertungen schreiben. So wächst das Spendenvolumen. Erst letzte Woche durften wir der Christoffel Blindenmission wieder einen schönen Scheck für viele Kundenbewertungen überreichen. Findet man bei den Pressemitteilungen der CBM. 8) :)

    Gem. meiner Recherche lag die BMG in 1995 bei 2.684€ brutto bei einem GKV-Satz von 13,5% (macht 362€). Heute liegt die BMG bei 5.5124€ brutto bei einem GKV-Satz von 14,6% (macht 805€). Dies ergibt eine Steigerungsrate p.a. von 2,7%. Habe ich etwas übersehen?

    Sie versuchen > 50 Jahre Zukunft zu prognostizieren. Dann würde ich als Basis auch >50 Jahre zurück in die Vergangenheit schauen. Haben Sie unsere Website mit den konkreten Zahlen zur Beitragsentwicklung der GKV seit 1970 gefunden?

    Ich verspüre ein starkes Ungerechtigkeitsgefühl, wenn jemand mit PKV eine Psychotherapie nach 2 Wochen bekommt, während der GKV-Versicherte mit der gleichen Erkrankung 3 Jahre auf einer Warteliste steht.


    Einkommensverursachte Ungleichheiten bei Konsumverhalten / Größe der Wohnung etc. rufen bei mir ein weniger starkes Ungerechtigkeitsgefühl hervor.

    Ihre Entscheidung GKV oder PKV wird an dieser Ungleichbehandlung nichts ändern.

    Viele Ärzte können sich die mit GKV Patienten verbrachte Zeit (= einmal ein geringer Betrag pro Quartal, unabhängig davon, wie oft der Patient untersucht oder behandelt wird) nur leisten, weil PKV Patienten das querfinanzieren. Mehr Infos dazu auf unserer Seite, die Sie beim Googeln nach "ist die PKV unsolidarisch?" gut finden.

    Ehrlich gesagt finde ich es noch etwas schlimmer, wenn jemand nicht genügend zu essen oder kein Dach über dem Kopf hat. GKV oder PKV ist für diese Menschen ein Luxusproblem. Wenn schon Ungerechtigkeitsgefühl, dann richtig. ;)

    um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die Entscheidung ein No-Brainer in die eine oder andere Richtung ist:

    Die Entscheidung pro oder contra PKV ist so gut wie nie ein "No-Brainer". Dabei sind eine ganze Reihe von Kriterien, Annahmen und Zukunftsszenarien zu berücksichtigen. Mit Hilfe eines Profis könnten diese Überlegungen leichter fallen. :)

    - Beitragssteigerung GKV: 3% pro Jahr

    Wie kommen Sie darauf, dass die GKV künftig jährlich nur halb so viel teurer wird wie in der Vergangenheit? Ganz im Gegenteil - Stichwort Demographie wie oben von DancingWombat sch angesprochen! Nachzulesen auf unserer Website, die Sie beim Googeln nach "PKV im Alter" gut finden (und hier für andere gerne verlinken dürfen).

    Kosten für Tarif PKV: 700€ p.m.

    Für einen "guten" PKV Tarif ist das zu billig. Wie es so schön heißt: "Wer billig kauft, kauft doppelt."

    - Ich hab eine grundsätzliche Abneigung gegen das 2-Klassen-System

    Wenn Sie > 100 TEUR verdienen, dann ist Ihr ganzes Leben im Vergleich zu "armen" Menschen in Deutschland und in Entwicklungsländern erster Klasse. Wieso stört Sie ausgerechnet eine bessere Gesundheitsversorgung?

    - Ich empfinde das Vorstrecken und Einreichen von Rechnungen als lästig

    Krankenhäuser rechnen direkt mit der PKV ab. Beim Arzt haben Sie gem. § 286 BGB 30 Tage Zeit die Rechnung zu bezahlen. Wenn Sie Rechnungen also direkt per App scannen und einreichen, haben Sie bei Erstattung nach ca. 1-2 Wochen sogar ggf. noch einen Liquiditätsvorteil!

    - Ich bin (zumindest derzeit, aber bin halt auch jung und gesund) mit den Leistungen der GKV zufrieden

    Solange Sie gesund sind, spielt es keine Rolle wie Sie krankenversichert sind. Die einzige "Dienstleistung", die Sie in Anspruch nehmen, ist das Abbuchen von Beiträgen. Das beherrschen GKV und PKV ähnlich perfekt. "Spannend" wird es bei ernsteren Erkrankungen. Kennen Sie den weisen Spruch: "Ein gesunder Mensch hat 1.000 Wünsche, ein Kranker nur einen."?

    Es wird Zeit für eine DBV Analyse auf Ihrer Webseite, Dr. Schlemann ! (ernst gemeint 😃)

    Danke für die Anregung Tempus8 .

    Wir sind dabei, einige weitere Gesellschaften und Tarife zu analysieren. Auf unserer Website finden sich bereits ausführliche Beiträge zu Debeka, Ottonova, Allianz und Universa.

    In Arbeit sind Alte Oldenburger und Concordia. Es soll Berater geben, die deren Tarife wegen vermeintlicher Beitragsstabilität favorisieren und deutliche Leistungsschwächen als irrelevant abtun. Da tut Aufklärung Not!

    DBV nehmen wir gerne auch mal in unsere ToDo Liste auf. :thumbup:

    Sollte ich jetzt für 2 Jahre eine BU vermutlich mit Risikozulage abschließen und dann nach Beendigung wieder eine neue BU suchen OHNE Risikozulagen oder kann man bei einer Verbesserung der Bedingungen (Risiko entfällt in der Zukunft) die neue BU einfach korrigieren und die Risikozulage streichen lassen? Oder gibt es noch andere Optionen welche ich nicht sehe?

    Wie auf unserer Seite nachzulesen (findet man beim Googeln nach "Kostet meine Berufsunfähigkeitsversicherung bei gefährlichen Hobbies mehr?") können Risikozuschläge wegen gefährlicher Sportarten grds. gem. § 41 VVG überprüft werden und entfallen wenn der Sport nachweislich nicht mehr betrieben wird. Außerdem wissen Sie ja nicht, welche weiteren problematischen Erkrankungen in den nächsten zwei Jahren ggf. noch dazu kommen. Daher würde ich mich jetzt absichern und den Mehrbeitrag für zwei Jahre in Kauf nehmen.

    Selbst bei sehr guter Vorbereitung gibt es soviele Variablen, die große Auswirkungen, insbesondere auf die Kosten haben können und über einen so langen Zeitraum nur schwer vorhersagbar sind. Das gilt aber in beide Richtungen.

    Richtig. Die größte Blackbox ist nebenbei die GKV, insbesondere angesichts des auf sie zurollenden demographischen Tsunamis und politischer Sparzwänge.

    Ich würde so ein Ding einfach nicht abschließen wenn ich nicht genau gezeigt bekomme wieviel Kosten darin versteckt sind.

    Ich befürchte es ist eine Illusion, dass man bei jeder Ware oder Dienstleistung, die man erwirbt, sämtliche kalkulatorischen Details offen gelegt bekommt.

    Um die Rentabilität zu kalkulieren hilft es doch grundsätzlich schon zu wissen was man zahlt und was man bekommt.