20.10.2026
Liebe Tomarcy monstermania Taust Bernd123 britty,
heute haben wir hier in Südfrankreich zum ersten Mal einen richtigen Regentag. Also Gelegenheit, wieder ins Forum zu schauen. Selbst das schlechte Wetter hat gelegentlich einen Nutzen.
Als alter Hase mit über 40 Jahren Börsenerfahrung war ich schon Kunde bei verschiedenen Vermögensverwaltern, als es weder Internet noch Onlinebanking gab. Banken, Privatbanken, unabhängige Verwalter – ich habe im Laufe der Jahre einiges kennengelernt und auch einiges an Gebühren bezahlt.
Damals waren Verwaltungsgebühren von 1 bis 2 % im Jahr keine Seltenheit. Schon seinerzeit habe ich meinen Beratern erklärt, dass diese kleinen Prozentzahlen wesentlich freundlicher aussehen, als sie sich auf meinen Ertrag auswirken.
Meine Rechnung war einfach:
Nehmen wir einmal 100.000 Euro Kapital und einen Jahresertrag von 4 % vor Kosten und Steuern. Das sind 4.000 Euro. Verlangt der Verwalter jährlich 1 % der Anlagesumme, bekommt er davon 1.000 Euro. Also ein Viertel des erwirtschafteten Ertrags.
Bei 2 % Verwaltungsgebühr bekommt er 2.000 Euro. Damit teilen wir uns den Ertrag bereits brüderlich. Wobei das Kapital vollständig von mir stammt.
Wenn ich damals sagte: „Dieses eine Prozent kostet mich ein Viertel meines Ertrags“, haben manche Berater erst einmal etwas irritiert geschaut. Dabei war das keine höhere Finanzmathematik. Das ging schon damals ohne Taschenrechner.
Natürlich sind die 4 % hier nur ein Rechenbeispiel. Bei höherer Rendite fällt der Gebührenanteil am Ertrag geringer aus, bei niedrigerer entsprechend höher. Und in einem Verlustjahr wird die übliche laufende Verwaltungsgebühr trotzdem fällig.
Für mich stellt sich deshalb immer die Frage: Welchen zusätzlichen Nutzen bekomme ich für dieses Geld?
Wer mit seiner Anlageleistung wirbt, muss sich nach Kosten an einem passenden Vergleichsindex messen lassen. Dessen Entwicklung kann ich heute über einen entsprechenden ETF zu geringen Kosten weitgehend mitnehmen. Für die zusätzliche Verwaltung möchte ich deshalb einen nachvollziehbaren Mehrwert erkennen können.
Und damit zurück zu den digitalen Vermögensverwaltern, Onlineangeboten und Robo-Advisorn – oder wie das heute alles heißt:
Lasst Euch von „nur null Komma irgendwas Prozent“ nicht vorschnell beeindrucken.
Auch 0,5 % der Anlagesumme entsprechen bei unserem Beispiel mit 4 % Jahresertrag immerhin 12,5 % dieses Ertrags. Zusätzliche Fondskosten können noch dazukommen.
Abgerechnet wird die Verwaltungsgebühr auf das Vermögen. Für meine Beurteilung rechne ich zusätzlich aus, wie viel sie vom Ertrag aufzehrt. Das sind zwei verschiedene Blickwinkel auf dieselbe Rechnung.
Gerade wer neu an der Börse ist, sollte sich deshalb jedes Angebot einmal in Euro ausrechnen:
Was kostet mich das insgesamt, welche Leistung bekomme ich dafür – und was bleibt voraussichtlich für mich übrig?
Ich habe für mich übrigens längst die Konsequenzen gezogen. Die Mandate bei meinen Vermögensverwaltern habe ich längst gekündigt und zunächst selbst in Dividendenaktien investiert.
In den letzten Jahren habe ich dann nach und nach in ausschüttende ETF umgeschichtet. Dabei habe ich auch die hohen Steuerzahlungen auf meine aufgelaufenen Kursgewinne bewusst in Kauf genommen.
Das ist meine kleine McProfit-Rechnung aus über 40 Jahren Börsenerfahrung.
80 Lebensjahr habe ich inzwischen auf dem Buckel – und offenbar immer noch zu gebrauchen.
Viele Grüße zur Zeit noch von der Cote d'Azur McProfit