Ist ja nicht zu fassen... genau in meine Sorgeüberlegungen hinein bekomme ich die Rentenauskunft.
Aus irgendeinem Grund habe ich mich deutlich zu schlecht berechnet. Ich glaube ich habe eine alte Zahl bei einem alten Verdienst im Kopf und zu meinen Ungunsten unterschlagen, dass die immer 5 Jahre brauchen um die Berechnungen anzupassen auf den Iststand. Momentan bekomme ich nahezu 2 Rentenpunkte im Jahr (die Prämien werden was ich nicht wusste hinzugezählt zum Jahresverdienst und die fielen wohl höher aus als mir bewusst war).
Ist zwar keine feste Hausnummer aber immerhin habe ich die letzten 4 Jahre satte Prämien erhalten was sich auswirkt und auf nahezu 2 Rentenpunkte im Jahr ausschlägt.
So erhalte ich etwa wenn das so weiter geht dann bei Berechnung der ganzen Garantiebeträge also konservativ berechnet (inklusive der privaten Rentenversicherungen und der bAV) dann doch wenigstens 1700 - 1800 Euro Renten im Monat, wenn ich durchhalte.
Immer noch recht wenig aber kein Hartz 4 Fall.
Dass ich mich frage ob es nicht verwirrend ist aus insgesamt 4 Bezugsquellen dann Einnahmen zu erhalten, ist für einen Antibuchhalter wie mich zwar misslich aber ein Luxusproblem.
Zahlungen sind Zahlungen. Werden die Garantiebeträge überschritten und gibt es noch Rentenerhöhungen bis dahin, wird es sogar etwas mehr - frage mich, ob man mal eine Zeit mit 12 Jahren ohne eine einzige Rentenerhöhung gesehen hat aber wer weiss.
Mein Problem mit der Sorge mal nicht mehr erwerbsfähig zu sein schrumpft ebenfalls von Jahr zu Jahr weil es in Deutschland etwas gibt, was ich nicht kannte (auch Schusseligkeit): eine Erwerbsminderungsrente. Greift die, wenn ich berufsunfähig werde? So habe ich das verstanden.
Ich habe bislang befürchtet voll auf Reserven zurück greifen zu müssen, wenn ich sagen wir bewegungsunfähig werden würde - dem scheint mir nach Lektüre der Auskunft ansscheinend nicht zu sein.
Ach ja.. ich weiss schon, warum ich damals nach meiner Ausbildung vor dem Studium totunglücklich und komplett unfähig war, als der mich ausbildende Betrieb vor Jahrzehnten auf die schwachsinnige Idee kam mich in der Buchhaltung unter zu bringen was mich aus Trotz dann veranlasst hat zu studieren.
Auch bewahrheitet sich, dass es sich lohnt in Ausbildung zu investieren weil man anscheinend trotz ewiger Bummelei bei einem guten Verdienst eben doch noch etwas aufholen kann. Nur der eine Fehler bleibt: keine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Geringfügig kann ich es aber auch positiv sehen: aus Depressionen werde ich niemals berufsunfähig in diesem Job, ausgeschlossen und werde ich sonst nicht berufsunfähig, habe ich die für diese Versicherung aufzuwendenden Beträge gespart, die ich in die echte Altersvorsorge investiere. Trotzdem würde ich es jetzt rückblickend anders machen und eine Versicherung abschliessen aber ich bin schon sehr verdeutscht inzwischen... man sagt wohl integriert.
Dass ich dann als Rentner im Alter bei einer Auswanderung blöderweise gleich zig Lebendbescheinigungen werde verschicken dürfen, ist ein Luxusproblem für überüberübermorgen.
Mein Urlaub ist zu Ende. Ich werde brav einer schönen Arbeit nachgehen und mein Chef wird meine Sorgen wie immer belustigt zur Kenntnis nehmen.
Meine Sorge, dass er mich mal feuern könnte ist er ja schon gewohnt und tut das immer kopfschüttelnd ab. Um mich zu beruhigen, hat er mir ja die Projektbeteiligungen angeboten.
Paranoia... nicht zu 100, aber zu 90% meint er.
Ich werde nun nicht weiter an das ganze Zeug denken, zahle ich doch mechanisiert gut und reichlich in zig kleine Versorgungssysteme gut gestreut ein.
12 Jahre vergehen leider zu schnell und bis dahin sollte ich bei allem Vorsorgen auch einiges in ein schönes Leben investieren.
Ich werde noch einige Dinge hier beobachten aber mein Sorgenthreat hat sich irgendwie inhaltlich etwas verkleinert.
Psychologisch ist das vermutlich das Ergebnis eines kulturellen Hintergrundes, wenn man mal aus bitterer Armut in dieses tolle Deutschland gekommen ist, zunächst sich eh mit dem Schlimmsten abgefunden hat und dann den Aufstieg gar nicht begreift.
Ah. Gehört ja nicht zum Thema aber ist auch eine Bemerkung wert:
Insgesamt würde ich als Ex Immigrant den Immigranten die immer nur nörgeln mal sagen:
Hier geht es uns verdammt verdammt gut und die Chancen sind riesig.
Als nächstes Thema befasse ich mich dann mit dem Aufbau eines Sparplans um die Ausbildung meiner Tochter zu finanzieren aber das ist dann eine andere Geschichte und ich werde hier mal stöbern, was sich da so alles findet... bislang habe ich so einen ETF Aktiensparplan deshalb mal begonnen...
... den ich nicht richtig begreife...
Schöne Zeit euch und auf Wiedersehen