Und damit bin ich (und vermutlich die meisten Mitleser hier) mit meinem Latein schon am Ende. Wir kennen uns mit der Situation in Deutschland aus (hier sind Bankdienstleistungen sehr billig) und wissen allenfalls, daß Banking und Brokerage bereits in Österreich deutlich teurer ist als in Deutschland.
Das würde unsereiner vermutlich anders machen, aber Du magst nicht den Zugang dazu haben. Kannst Du als italienischer Staatsbürger, wohnhaft in Italien, in München bei Scalable Capital ein Konto und ein Depot aufmachen und führen? Zu den gleichen Konditionen wie wir Deutschen?
Zur Beurteilung der Lage müßte man die ISINs kennen.
Dabei kann ich als Deutscher nicht mitreden. Die finanziellen und steuerlichen Verhältnisse in Deutschland kenne ich, die Verhältnisse in anderen Ländern nicht.
Ich halte von Kryptowährungen nichts, aber gerade bei Anlage-Anfängern sind sie in Deutschland extrem beliebt. Sobald einer mehr als Tagesgeld haben möchte, ist hierzulande der erste Gedanke Bitcoin.
Mit Revolut habe ich keine Erfahrungen.
Deine Raiffeisenbank erfüllt für Dich ja zwei Funktionen:
1. Geldinstitut für den Zahlungsverkehr
2. Geldanlage
Diese Funktionen müssen an sich nicht verbunden sein. Man kann sein Anlagegeld anderswo haben. Das beeinträchtigt den alltäglichen Zahlungsverkehr nicht.
Ich habe für den alltäglichen Zahlungsverkehr schon viele Jahre ein Konto bei einer Online-Bank. Bargeld kann ich mir kostenlos aus etlichen hiesigen Geldautomaten holen, alles andere läuft digital. Ich weiß nicht, in welcher Form und zu welchen Kosten es das in Südtirol gibt. 8,90 € Monatspauschale ist so hoch nicht, wenn da nichts dazukommt, halte ich diesen Preis sogar für tolerabel. Wir Deutschen sind diesbezüglich mit den breitbandig kostenlosen Online-Girokonten sehr verwöhnt.
Wenn Revolut den alltäglichen Zahlungsverkehr abdeckt, mag das angehen.
Anlage würde ich allerdings vermutlich woanders machen wollen, habe aber keinen Überblick über das entsprechende Angebot bei Dir. Scalable ist billig, aber ich habe den Eindruck, daß dieser Neo-Broker gelegentlich mal überlastet ist.
Grundsätzlich sind Dachfonds von den Gebühren noch ungünstiger als Fonds, da gleich zweimal Gebühren anfangen. Ohne ISIN kann man nichts dazu sagen. Generell sollte man sich in Wertpapiere nicht verlieben, sondern sie mit Vernunft betrachten.
Man sollte erstmal wissen, was das für Fonds sind, um zu entscheiden, ob man sie sinnnvollerweise hält oder verkauft. Wenn man sie prinzipiell halten möchte, stellt sich die Frage, ob man sie auf ein anderes (ausländisches) Depot übertragen kann und was das kostet. Dementsprechend würde man sie entweder übertragen oder verkaufen und neu kaufen. Auch die Steuer spielt da eine Rolle, zur italienischen Steuer kann ich überhaupt nichts sagen.
Was für ETFs hast Du denn?
Finanzplanung muß immer ganzheitlich sein. Man muß dazu wissen, was Du genau hast und zumindest die Größenordnung, wieviel Du hast. Auch die Risikotoleranz und -tragfähigkeit sollte man einschätzen können. Wohlgemerkt: Das sind (selbst in einem anonymen Umfeld) recht delikate Daten. Das ändert nichts daran, daß man diese Daten halt zur Einschätzung braucht. Du müßtest sie einem Berater gegenüber auch offenlegen. Wenn Du sie nicht nennst (wofür hier jeder Verständnis hätte), kannst Du Dir aber auch keinen strukturierten Plan erwarten.
Was ich an Deiner Stelle täte, kann ich so noch nicht sagen.
Ich bin schon vor vielen Jahren aus der Filialbank ausgestiegen, längst bevor ich angefangen habe, an der Börse zu investieren. Damals habe ich in einer anderen Bank in festverzinsliche Papiere investiert. Als Discountbroker aufgekommen sind (das ist auch schon ein Weilchen her), habe ich angefangen, an der Börse zu investieren, damals in Einzelaktien, Standardwerte. Der Broker hat sich immer mal wieder verändert, das Depot auch. Mittlerweile stecke ich neues Geld in ETFs und setze immer mal wieder eine Einzelaktie in einen ETF um.